Allopurinol Zentiva 300 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
allopurinolum
Verfügbar ab:
Helvepharm AG
ATC-Code:
M04AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
allopurinolum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
allopurinolum 300 mg, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Urikostatikum
Zulassungsnummer:
56050
Berechtigungsdatum:
2001-11-08

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Allopurinol Helvepharm

Helvepharm AG

Was ist Allopurinol Helvepharm und wann wird es angewendet?

Allopurinol Helvepharm senkt die Harnsäure in Blut und Urin. Es wird bei Gicht, d.h. bei

Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Haut, Gelenken und Niere, sowie bei anderen Krankheiten,

die eine therapiebedürftige Erhöhung der Harnsäurekonzentration im Blut hervorrufen, angewendet.

Allopurinol Helvepharm darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen

werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Zu hohe Harnsäurekonzentrationen im Blut beruhen auf einer Stoffwechselstörung, die durch

verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann, z.B. durch Überernährung. Es ist daher auf ein

Idealgewicht und eine gemischte, abwechslungsreiche Kost zu achten. Zu meiden sind Alkohol und

Innereien. Bei Nierensteinen ist auf eine grosse Trinkmenge zu achten.

Wann darf Allopurinol Helvepharm nicht eingenommen werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Allopurinol oder einem Hilfsstoff von

Allopurinol Helvepharm.

Wann ist bei der Einnahme von Allopurinol Helvepharm Vorsicht geboten?

Bei bekannter, schwerer Nieren- und/oder Leberkrankheit ist bei der Anwendung besondere Vorsicht

geboten und es bedarf einer besonderen Überwachung durch den Arzt bzw. die Ärztin, um die

günstigste Dosierung zu finden. Schwere Hautausschläge (Hypersensibilitätssyndrom, Stevens-

Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse) wurden beobachtet bei der Anwendung von

Allopurinol. Häufig sind die Ausschläge begleitet von Entzündungen im Mund, im Rachen, an der

Nase, an den Genitalien sowie von Bindehautentzündung (rote und geschwollene Augen). Diesen

schwerwiegenden Hautausschlägen gehen oft grippenartige Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen

und Gliederschmerzen voraus. Der Ausschlag kann sich ausweiten zu grossflächiger Blasenbildung

und Abschuppen der Haut.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Blutdrucksenkern (ACE-Hemmer) oder von Diuretika

(insbesondere Thiazide) ist das Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion erhöht, besonders, wenn

zusätzlich eine Nierenfunktionsstörung vorliegt.

Es gibt ein bestimmtes Erbgut (das so genannte HLA-B*5801), bei dem das Risiko von schweren

Hautreaktionen deutlich erhöht ist. Dieses Erbgut tritt bei einigen Han-chinesischen, indischen,

thailändischen und afrikanischen Bevölkerungsgruppen besonders häufig auf.

Schwerwiegende Hautreaktionen können deshalb bei Menschen Han-chinesischer, indischer,

thailändischer oder afrikanischer Herkunft häufiger auftreten.

Beim Auftreten von Hauterscheinungen setzen Sie Allopurinol Helvepharm ab und informieren Sie

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Zu Beginn der Behandlung kann es zu einem akuten Gichtanfall kommen. Wenn Sie entsprechende

Symptome (stark schmerzendes, gerötetes, geschwollenes und überwärmtes Gelenk) spüren, nehmen

Sie bitte mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Kontakt auf.

Wird mit der Behandlung während eines akuten Gichtanfalls begonnen, so können weitere Attacken

ausgelöst werden. Bei Vorliegen akuter Gichtanfälle vor Behandlungsbeginn sollten Sie deshalb

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren. Der Arzt bzw. die Ärztin entscheidet dann, wann mit der

Behandlung begonnen werden kann.

Bei wenigen Patientinnen und Patienten wurde unter der Behandlung mit Allopurinol Helvepharm

das Auftreten von Schwindel beobachtet, wodurch dieses Arzneimittel die Reaktionsfähigkeit, die

Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit Maschinen zu bedienen beeinträchtigen kann!

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Allopurinol Helvepharm während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen

werden?

Wenn Sie schwanger sind, es werden möchten oder stillen, darf Allopurinol Helvepharm nur auf

ausdrückliche Verordnung des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Allopurinol Helvepharm?

Die übliche Dosierung beträgt 100–300 mg Allopurinol Helvepharm täglich; in schweren Fällen

kann der Arzt bzw. die Ärztin die Dosis steigern bis 900 mg.

Die Dosis 100–300 mg täglich (1 Tablette à 100 mg oder 300 mg) wird als Einzeldosis nach einer

Mahlzeit mit genügend Flüssigkeit eingenommen. Bei höherer Dosierung ist die Anweisung des

Arztes bzw. der Ärztin zu befolgen.

Sollten Sie einmal vergessen haben, die Tagestablette einzunehmen, fahren Sie trotzdem mit der

regelmässigen Einnahme fort. Die übriggebliebene Tablette nehmen Sie dann am Schluss.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Allopurinol Helvepharm haben?

Es treten häufig Hauterscheinungen wie Rötung, Bläschen oder Schuppenbildung auf.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Allopurinol Helvepharm in seltenen Fällen

auftreten:

Fieber und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeähnliche Symptome) und

allgemeines Unwohlsein.

Schwerwiegende Veränderungen an der Haut, beispielsweise Entzündungen am Mund, im Rachen,

an der Nase, an den Genitalien sowie Bindehautentzündung (rote und geschwollene Augen),

grossflächige Blasen- und Schuppenbildung.

Starke Hypersensitivitätsreaktionen mit Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen und

Veränderungen des Blutbildes und der Leberwerte (dies können Anzeichen einer Multiorgan-

Hypersensibilitätserkrankung sein).

Beim Auftreten von Hauterscheinungen setzen Sie Allopurinol Helvepharm ab und informieren Sie

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Übelkeit und Erbrechen können vermieden werden, indem Allopurinol Helvepharm immer nach

einer Mahlzeit eingenommen wird.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie das Arzneimittel

sofort absetzen und Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Allopurinol Helvepharm enthalten?

1 Tablette Allopurinol Helvepharm 100 mg (teilbar) enthält 100 mg Allopurinol und Hilfsstoffe.

1 Tablette Allopurinol Helvepharm 300 mg (teilbar) enthält 300 mg Allopurinol und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

56050 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Allopurinol Helvepharm? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Allopurinol Helvepharm 100 mg

Packungen zu 50 Tabletten.

Allopurinol Helvepharm 300 mg

Packungen zu 30 und 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Helvepharm AG, Frauenfeld.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Allopurinol Helvepharm

Helvepharm AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Allopurinolum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compr.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Allopurinol Helvepharm 100 mg Tabletten (teilbar): 100 mg Allopurinolum.

Allopurinol Helvepharm 300 mg Tabletten (teilbar): 300 mg Allopurinolum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Allopurinol Helvepharm ist indiziert zur Verminderung der Bildung von Uraten/Harnsäure, wenn

bereits Urate/Harnsäure abgelagert wurde (z.B. bei Gichtarthritis, Hauttophi und Nephrolithiasis)

oder wenn ein vorhersehbares klinisches Risiko besteht (z.B. Malignombehandlung, die zur akuten

Harnsäure-Nephropathie führen kann).

Solche Urat-/Harnsäure-Ablagerungen werden beobachtet bei: idiopathischer Gicht,

Harnsäurelithiasis, akuter Harnsäure-Nephropathie, Neoplasien und Myeloproliferationen mit

erhöhtem Zellzerfall, wobei der Uratspiegel spontan oder nach Chemotherapie erhöht sein kann; und

bei Überproduktion von Harnsäure infolge Enzymdefekt: Hypoxanthinguaninphosphoribosyl-

Transferase (Lesch-Nyhan-Syndrom), Glucose-6-phosphatase (Glycogenspeicherkrankheit),

Phosphoribosylpyrophosphat-Synthetase, Phosphoribosylpyrophosphat-Transferase,

Adeninphosphoribosyl-Transferase.

Allopurinol Helvepharm ist indiziert zur Behandlung bei Nierensteinen, bedingt durch Mangel an

Phosphoribosyl-Transferase.

Allopurinol Helvepharm wird auch angewendet zur Behandlung rezidivierender Kalzium-

Oxalatsteine, wenn gleichzeitig eine Hyperurikosurie vorliegt und wenn Trinkkuren und Diät

versagen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung beim Erwachsenen

Die Behandlung mit Allopurinol Helvepharm sollte mit einer niedrigen Dosierung beginnen, z.B.

100 mg täglich, um das Risiko von Nebenwirkungen herabzusetzen. Die Dosis soll nur erhöht

werden, wenn die Einstellung des Serumurates unbefriedigend ist. Besondere Vorsicht ist

erforderlich bei eingeschränkter Nierenfunktion (vgl. «Niereninsuffizienz» unter

«Dosierung/Anwendung»). Das folgende Dosierungsschema wird vorgeschlagen:

Leichte Fälle: 100-200 mg täglich.

Mittelschwere Fälle: 300-600 mg täglich.

Schwere Fälle: 700-900 mg täglich.

Ist eine Dosierung nach dem Körpergewicht erforderlich, so sollten 2-10 mg/kg täglich verwendet

werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder: Die Anwendung bei Kindern ist selten indiziert, ausgenommen bei Neoplasien (speziell

Leukämien) und bei gewissen Enzymdefekten (Lesch-Nyhan).

Kinder unter 15 Jahren: 10-20 mg/kg täglich bis zu einer maximalen Dosis von 400 mg täglich.

Ältere Patienten: Es gibt keine speziellen Daten. Es sollte die niedrigste Dosierung gewählt werden,

die eine befriedigende Harnsäure-Reduktion bewirkt (vgl. «Niereninsuffizienz» unter

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Niereninsuffizienz: Da Allopurinol und seine Metaboliten durch die Niere ausgeschieden werden,

kann eine Insuffizienz zu einer Retention der Substanz und/oder ihrer Metaboliten mit einer

Verlängerung der Plasmahalbwertszeit führen (vgl. «Pharmakokinetik»).

Bei schwerer Niereninsuffizienz kann es ratsam sein, weniger als 100 mg täglich zu verwenden oder

das Zeitintervall zu vergrössern (mehr als 1 Tag).

Wenn die Möglichkeit besteht, die Plasma-Oxipurinol-Konzentration zu bestimmen, sollte die

Dosierung so gewählt werden, dass der Spiegel unter 100 µmol/l (15,2 µg/ml) liegt.

Dialyse: Allopurinol und seine Metaboliten werden durch die Dialyse entfernt. Wird die Dialyse 2-3-

mal wöchentlich durchgeführt, sollten unmittelbar danach 300-400 mg Allopurinol Helvepharm

verabreicht und keine Therapie im Intervall durchgeführt werden.

Leberinsuffizienz: Es sollte eine reduzierte Dosis bei Patienten mit ungenügender Leberfunktion

verwendet werden. Periodische Leberfunktionsteste sind besonders zu Beginn der Therapie zu

empfehlen.

Neoplasien, Lesch-Nyhan: Es ist empfehlenswert, eine bestehende Hyperurikämie und/oder

Hyperurikosurie vor der Zytostatika-Therapie mit Allopurinol Helvepharm zu behandeln, bzw. mit

der Allopurinol Helvepharm-Gabe bereits 1-2 Tage vor der Strahlen- oder Zytostatika-Therapie zu

beginnen.

Eine genügende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um eine optimale Diurese zu erreichen und um die

Uratlöslichkeit zu erhöhen, sollte eine Alkalisierung des Urins angestrebt werden. Die Dosierung von

Allopurinol Helvepharm sollte möglichst niedrig gehalten werden.

Besteht eine Harnsäure-Nephropathie oder eine eingeschränkte Nierenfunktion anderer Pathologie

sollte der Abschnitt «Niereninsuffizienz» befolgt werden.

Dieses Vorgehen kann das Risiko einer Xanthin- und/oder Oxipurinolablagerung, die das klinische

Bild komplizieren, vermindern (vgl. «Interaktionen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Korrekte Art der Einnahme: Allopurinol Helvepharm kann 1× täglich nach einer Mahlzeit peroral

eingenommen werden.

Übersteigt die tägliche Dosis 300 mg oder zeigen sich gastrointestinale Unverträglichkeiten, ist eine

Mehrfachdosierung vorzuziehen.

Die Dosis soll der Serumuratkonzentration und dem Urinurat- bzw. Harnsäurespiegel entsprechend

angepasst werden.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Allopurinol Helvepharm ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter

Überempfindlichkeit auf Allopurinol oder einen Hilfsstoff von Allopurinol Helvepharm.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allopurinol Helvepharm sollte sofort abgesetzt werden beim Auftreten von Hauterscheinungen oder

anderen Nebenwirkungen, da es in der Folge zu schwerwiegenderen Überempfindlichkeitsreaktionen

kommen könnte, einschliesslich Hypersensibilitätssydrom/Drug Rash with Eosinophilia and

Systemic Symptoms (DRESS), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse

(TEN) (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

DRESS, SJS & TEN

Überempfindlichkeitsreaktionen bei Allopurinol können sich auf viele verschiedene Arten äussern,

u.a. als bis zu mehreren Wochen verzögert auftretendes DRESS (mit Hautsymptomen und Hepatitis,

aber auch mit Karditis, Nephritis, Pneumonitis, Pankreatitis oder Kolitis) und SJS/TEN. Diese

Reaktionen sind klinische Diagnosen und ihre klinischen Erscheinungsbilder sind die Grundlage für

die Entscheidungsfindung.

Kortikosteroide können bei überempfindlichen Hautreaktionen hilfreich sein.

HLA-B*5801 Allel

Das Allel HLA-B*5801 ist ein genetischer Risikofaktor für das Auftreten des

Hypersensibilitätssyndroms und SJS/TEN im Zusammenhang mit Allopurinol. Die Häufigkeit des

Allels HLA-B*5801 variiert stark bei Menschen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund: bis

zu 20% bei gewissen asiatischen und afrikanischen Bevölkerungen (siehe Rubrik «Unerwünschte

Wirkungen» für Details) und 1-2% bei Menschen japanischer oder europäischer Herkunft. Der

Einsatz der Genotypisierung als Untersuchungsmethode zur Entscheidung über die Behandlung mit

Allopurinol hat sich nicht etabliert. Wenn bekannt ist, dass der Patient Träger von HLA-B*5801 ist,

kann die Verwendung von Allopurinol in Erwägung gezogen werden, wenn die Vorteile für grösser

als die Risiken gehalten werden. Eine erhöhte Aufmerksamkeit für Anzeichen des

Hypersensibilitätssyndroms oder SJS/TEN ist erforderlich und der Patient sollte informiert werden,

dass er die Behandlung beim ersten Auftreten von Symptomen sofort unterbrechen muss.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Bei vorliegenden Leber- oder Nierenerkrankungen sollte die Dosis reduziert werden.

Patienten unter antihypertensiver Behandlung oder Herzinsuffizienz

Patienten unter antihypertensiver Behandlung oder Herzinsuffizienz, die z.B. Diuretika, insbesondere

Thiazide, oder ACE-Hemmer einnehmen, könnten gleichzeitig eine eingeschränkte Nierenfunktion

haben und daher sollte Allopurinol mit Vorsicht angewendet werden.

Asymptomatische Hyperurikämie

Eine asymptomatische Hyperurikämie wird nicht per se als eine Indikation für die Anwendung von

Allopurinol Helvepharm betrachtet. Eine Änderung der Trinkgewohnheiten und diätetische

Massnahmen zusammen mit dem Beheben der auslösenden Ursache können den Zustand verbessern.

Patienten mit Störungen der Schilddrüse

Erhöhte Werte der TSH (>5.5 µIU/ml) wurden in einer open Label Langzeitstudie bei Patienten in

Dauerbehandlung mit Allopurinol beobachtet.

Die Allopurinol-Behandlung sollte erst nach vollständigem Abklingen eines akuten Anfalls

begonnen werden, da sonst weitere Attacken ausgelöst werden könnten. Auch zu Beginn der

Allopurinol Helvepharm-Therapie kann ein akuter Gichtanfall ausgelöst werden. Es ist daher

empfehlenswert, prophylaktisch ein entsprechend entzündungshemmendes Mittel oder Colchizin für

mindestens 1 Monat einzusetzen. Für die Dosierungsanweisung und Vorsichtsmassnahmen sollte die

Literatur konsultiert werden. Bei Gichtanfällen wird die Allopurinolgabe unverändert fortgeführt und

die übliche Therapie (Colchizin, Indometacin) angewendet.

Bei stark erhöhter Bildung von Harnsäure (wie bei Neoplasien und deren Behandlung, Lesch-Nyhan)

kann die absolute Konzentration von Xanthin im Urin in seltenen Fällen genügen, um im Harntrakt

Konkremente zu bilden. Das Risiko kann vermindert werden durch genügende Flüssigkeitszufuhr

sowie Alkalisierung (mindestens Neutralisierung) des Harns.

Adäquate Allopurinol Helvepharm-Therapie führt zur Auflösung von grossen Harnsäuresteinen im

Nierenbecken, was zu Urether-Konkrementen führen könnte.

Da unter Behandlung mit Allopurinol von Somnolenz, Schwindel und Ataxie berichtet wurde, sollten

Patienten sich vor dem Lenken von Fahrzeugen, Bedienen von Maschinen oder wenn sie sich an

gefährlichen Aktivitäten beteiligen, vergewissern, dass ihre Leistungsfähigkeit durch die Medikation

nicht beeinträchtigt wird.

Interaktionen

6-Mercaptopurin und Azathioprin: Azathioprin wird zu 6-Mercaptopurin metabolisiert, das durch die

Xanthinoxidase inaktiviert wird. Werden 6-Mercaptopurin (Puri-Nethol) oder Azathioprin (Imurek)

zusammen mit Allopurinol verabreicht, sollte nur ¼ der üblichen Dosis von 6-Mercaptopurin oder

Azathioprin gegeben werden, da die Hemmung der Xanthinoxidase deren Wirkung verlängert.

Diuretika: Über eine Interaktion von Allopurinol und Furosemide, die zu erhöhter Urat-

Serumkonzentration und erhöhter Plasmakonzentration von Oxypurinol führte, wurde berichtet.

Bei gleichzeitiger Gabe von Diuretika, insbesonders Thiazide, und Allopurinol wurde bei Vorliegen

von Nierenfunktionsstörungen über ein erhöhtes Risiko zu hypersensitiven Reaktionen berichtet.

ACE-Hemmer: Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Allopurinol wurde,

insbesondere bei Vorliegen von Nierenfunktionsstörungen, über ein erhöhtes Risiko von

hypersensitiven Reaktionen berichtet.

Vidarabin: Allopurinol scheint die Plasmahalbwertszeit von Adeninarabinosid zu verlängern, deshalb

ist bei gleichzeitiger Gabe eine erhöhte Toxizität zu erwarten.

Salicylate und urikosurische Substanzen: Oxipurinol, der Hauptmetabolit von Allopurinol und selber

therapeutisch aktiv, wird in ähnlicher Weise wie die Urate durch die Nieren ausgeschieden. Daher

vermögen Substanzen mit urikosurischer Wirkung wie Probenecid oder hohe Dosen von Salicylaten

die Ausscheidung von Oxipurinol zu beschleunigen. Dies könnte die therapeutische Wirksamkeit

von Allopurinol vermindern. Die klinische Bedeutung muss im Einzelfall überprüft werden.

Chlorpropamid: Bei verminderter Nierenfunktion und gleichzeitiger Gabe von Chlorpropamid

besteht das Risiko einer verlängerten hypoglykämischen Phase, weil Allopurinol und Chlorpropamid

sich bei der Ausscheidung in den renalen Tubuli konkurrenzieren können.

Cumarin-Antikoagulantien: Es gibt seltene Berichte über verstärkte Wirkung von Warfarin und

anderen Cumarin-Antikoagulantien bei einer Komedikation von Allopurinol. Deshalb sollten

Patienten mit Antikoagulationstherapie sorgfältig überwacht werden.

Phenytoin: Allopurinol kann die Phenytoin-Oxidation in der Leber hemmen, aber klinisch scheint

dies ohne Bedeutung zu sein.

Theophyllin: Es wurde über eine Hemmung des Theophyllin-Metabolismus berichtet. Der

Mechanismus der Interaktion kann damit erklärt werden, dass die Xanthinoxidase an der

Biotransformation von Theophyllin beim Menschen mitbeteiligt ist. Die Theophyllinkonzentration

sollte überwacht werden, wenn eine Allopurinol-Therapie begonnen oder die Dosis erhöht wird.

Ampicillin/Amoxicillin: Zusammen mit Ampicillin oder Amoxicillin wurde im Vergleich mit

Patienten ohne diese Kombination ein erhöhtes Exanthem-Risiko beobachtet. Die Ursache dafür

steht nicht fest. Wenn immer möglich sollte eine Alternative zu Ampicillin oder Amoxicillin

gegeben werden, wenn der Patient Allopurinol erhält.

Cyclophosphamid und andere Zytostatika: Es gibt Berichte, wonach eine Knochenmarksuppression

bei Patienten mit Neoplasien (nicht Leukämien) – ausgelöst durch Cyclophosphamid oder andere

Zytostatika – durch Allopurinol verstärkt werden kann. In gut kontrollierten Studien zeigten mit

Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin und/oder Chlormethin behandelte

Patienten keine toxischen Reaktionen auf diese Zytostatika.

Cyclosporin: Es wird berichtet, dass die Plasmakonzentration von Cyclosporin sich erhöhen kann bei

einer Komedikation von Allopurinol. Die Möglichkeit einer erhöhten Cyclosporin-Toxizität muss

daher bei einer Komedikation in Betracht gezogen werden.

Didanosin: Bei gesunden Freiwilligen und HIV-Patienten unter Didanosin führte die gleichzeitige

Einnahme von Allopurinol (300 mg/Tag) zu einer Verdoppelung der Cmax und der AUC von

Didanosin ohne Beeinflussung der terminalen Halbwertszeit. Somit kann bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Allopurinol eine Dosisreduktion von Didanosin notwendig sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine geeigneten Daten für die Anwendung von Allopurinol in der Schwangerschaft und

Stillzeit vor.

Obwohl Allopurinol für viele Jahre auch während der Schwangerschaft ohne Konsequenzen

angewendet wurde, liegen keine hinreichenden klinischen Daten für die Anwendung von Allopurinol

bei schwangeren Frauen vor (vgl. «Teratogenität» unter «Präklinische Daten»). Während der

Schwangerschaft darf Allopurinol Helvepharm nicht verabreicht werden; es sei denn, es bestehe

keine sicherere Alternative oder die Krankheit selber bedeute ein Risiko für Mutter und Kind.

Für die Anwendung von Allopurinol bei stillenden Frauen liegen keine hinreichenden Daten vor.

Allopurinol und sein Metabolit Oxipurinol gehen in die Muttermilch über. Bei einer Frau, die täglich

300 mg Allopurinol einnahm, konnten in der Muttermilch Konzentrationen von 1,4 mg/l Allopurinol

und 53,7 mg/l Oxipurinol nachgewiesen werden. Über die Wirkung von Allopurinol auf das

Neugeborene liegen keine Daten vor, wodurch bei der Anwendung während der Stillzeit Vorsicht

geboten ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Allopurinol Helvepharm kann das Reaktionsvermögen bei Patienten beim Lenken eines Fahrzeuges

oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Bis auf Allopurinol zurückzuführende unerwünschte

Wirkungen wie Somnolenz, Schwindelgefühl und Ataxie ausgeschlossen werden können, ist beim

Lenken eines Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Für dieses Arzneimittel liegt keine neuere klinische Dokumentation vor, die zur Ermittlung der

Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen beigezogen werden kann. Die Häufigkeit von

unerwünschten Wirkungen kann je nach verabreichter Dosis an Allopurinol und je nach Art der

Kombinationstherapie mit anderen Arzneimitteln stark schwanken.

Die nachstehend nach Organklassen und absoluter Häufigkeit aufgeführten unerwünschten

Wirkungen sind Schätzwerte. Für die meisten unerwünschten Wirkungen liegen keine geeigneten

Daten zur Berechnung der Inzidenz vor. Unerwünschte Wirkungen, die in den Postmarketing-

Erfahrungsberichten ermittelt wurden, wurden als selten bis sehr selten eingestuft. Das Auftreten

wird somit bezeichnet als sehr häufig >1/10, häufig >1/100 und <1/10, gelegentlich >1/1'000 und

<1/100, selten >1/10'000 und <1/1'000, sehr selten <1/10'000.

Die Wahrscheinlichkeit von unerwünschten Wirkungen nimmt bei Nieren- und Lebererkrankungen

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Sehr selten: Furunkel.

Blut- und Lymphsystem

Sehr selten: Agranulozytose, aplastische Anämie, Thrombozytopenie.

Es liegen sehr seltene Berichte über das Auftreten von Thrombozytopenie, Agranulozytose und

aplastische Anämie, speziell bei Personen mit eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion vor.

Dies unterstreicht einen besonderen Pflegebedarf bei dieser Patientengruppe.

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeit.

Selten: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN) (siehe «Haut und

Unterhautzellgewebe»).

Sehr selten: Angioimmunoblastische T-Zellen Lymphadenopathie.

Verzögerte Multiorgan-Hypersensibilitätserkrankung/Drug Rash with Eosinophilia and Systemic

Symptoms (DRESS). DRESS kann folgende Symptome in unterschiedlichen Kombinationen

umfassen: Hautausschlag, Fieber, Lymphknotenschwellung, Vaskulitis, Pseudolymphom, Arthralgie,

Leukopenie, Eosinophilie, Hepato-Splenomegalie, abnormale Leberwerte, Hepatitis,Zerstörung und

Verschwinden der intrahepatischen Gallengänge. Andere Organe können ebenfalls betroffen sein,

z.B. Lunge, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Herzmuskel oder Dickdarm.

In sehr seltenen Fällen wurde über Krampfanfälle oder anaphylaktischen Schock berichtet. Falls

solche Reaktionen, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt der Behandlung manifestieren können,

auftreten, muss Allopurinol sofort und definitiv abgesetzt werden.

Kortikosteroide können bei überempfindlichen Hautreaktionen nützlich sein.

Nach einer Biopsie einer generalisierten Lymphadenopathie kam es zu sehr seltenen Berichten über

eine angioimmunoblastäre Lymphadenopathie. Diese scheint nach Absetzen von Allopurinol

reversibel zu sein.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Diabetes mellitus, Hyperlipidämie.

Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr selten: Depression.

Nervensystem:

Sehr selten: Koma, Paralyse, Ataxie, periphere Neuropathie, Parästhesie, Somnolenz, Kopfschmerz,

Dysgeusie.

Augen:

Sehr selten: Katarakt, Sehstörungen, Macula-pathie.

Ohr und Labyrinth:

Sehr selten: Schwindel.

Herz

Sehr selten: Angina pectoris, Bradykardie.

Gefässe

Sehr selten: Hypertonie.

Gastrointestinaltrakt:

Gelegentlich: Erbrechen, Übelkeit.

Sehr selten: Hämatemesis, Steatorrhoe, Stomatitis, Änderung der Darmgewohnheiten,

Verdauungsstörungen.

In früheren klinischen Studien traten Übelkeit und Erbrechen auf. Weitere Berichte deuten darauf

hin, dass es sich dabei um kein wesentliches Problem handelt. Diese Unannehmlichkeiten können

durch die Einnahme von Allopurinol nach den Mahlzeiten umgangen werden.

Leber und Gallenblase:

Gelegentlich: Abnormale Testergebnisse der Leberfunktionswerte.

Selten: Hepatitis (einschliesslich hepatische Nekrose und granulomatöse Hepatitis).

Es liegen Berichte über Leberfunktionsstörungen ohne sichere Hinweise auf eine generalisierte

Überempfindlichkeitsreaktion vor.

Haut und Unterhautzellgewebe:

Häufig: Hautausschlag.

Selten: Stevens-Johnson Syndrom (SJS)/toxische epidermale Nekrolyse (TEN).

Sehr selten: Angioödem, Arzneimittelerythem, Alopezie, Haarverfärbungen.

Hautreaktionen stellen die häufigsten Reaktionen dar und können jederzeit unter der Behandlung

auftreten. Es kann sich um eine Purpura, ein maculo-papulöses, gelegentlich schuppendes,

gelegentlich juckendes und selten exfoliatives Exanthem handeln, wie bei Stevens-Johnson-Syndrom

und toxischer epidermaler Nekrolyse (SJS/TEN). Beim Erscheinen solcher Reaktionen sollte

Allopurinol Helvepharm sofort abgesetzt werden. Nach Abheilung einer leichten Reaktion kann

Allopurinol Helvepharm auf Wunsch mit einer niedrigen Dosierung (z.B. 50 mg/Tag) wieder

aufgenommen und schrittweise gesteigert werden. Sollte die Hauterscheinung wieder auftreten, ist

Allopurinol Helvepharm endgültig abzusetzen, da schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten

können (siehe «Immunsystem»).

Im Rahmen retrospektiver pharmakogenetischer Fall-Kontroll-Studien mit Patienten Han-

chinesischer, japanischer und europäischer Abstammung wurde das Allel HLA-B*5801 als

genetischer Risikofaktor für das Auftreten von SJS/TEN im Zusammenhang mit Allopurinol erkannt.

In einigen Han-chinesischen, thailändischen, afrikanischen und indischen Bevölkerungsgruppen

finden sich bis zu 20–30% Träger des HLA-B*5801 Allels, während sich unter den

nordeuropäischen, US-europäischen und japanischen Patienten nur schätzungsweise 1–2% HLA-

B*5801-Träger befinden. Bisher wurden jedoch noch keine Genotypisierungsverfahren als

Screening-Werkzeug für die Entscheidung über eine Therapie mit Allopurinol eingeführt.

Grundlage für die Therapieentscheidung bleibt auch weiterhin die klinische Diagnose eines SJS/einer

TEN. Sollten derartige Reaktionen zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, muss

Allopurinol umgehend und dauerhaft abgesetzt werden.

Es liegen Berichte über Angioödeme vor, die mit bzw. ohne Anzeichen und Symptome einer

generelleren Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber Allopurinol auftreten können.

Nieren und Harnwege

Sehr selten: Hämaturie, Azetonämie.

Geschlechtsorgane und Brustdrüse:

Sehr selten: Infertilität beim Mann, erektile Dysfunktion, Gynäkomastie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Sehr selten: Ödem, Unwohlsein, Asthenie, Pyrexie.

Es liegen Berichte über Fieber vor, die mit bzw. ohne Anzeichen und Symptome einer generelleren

Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber Allopurinol auftreten können (siehe «Immunsystem»).

Überdosierung

Es wurden bis zu 22,5 g Allopurinol ohne Nebenwirkungen eingenommen. Symptome bei

Einnahmen bis zu 20 g können sein: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe und Benommenheit. Die

Erholung erfolgte nach allgemein unterstützenden Massnahmen.

Massive Absorption von Allopurinol kann zu einer beträchtlichen Hemmung der Xanthinoxidase

führen, was sich jedoch nur nachteilig auswirkt bei gleichzeitiger Einnahme von 6-Mercaptopurin

und/oder Azathioprin. In solchen Fällen ist eine optimale Diurese durch erhöhte Flüssigkeitszufuhr

anzustreben oder eventuell eine Hämodialyse durchzuführen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M04AA01

Wirkungsmechanismus

Allopurinol hemmt die Xanthinoxidase, ein wichtiges Enzym im Purinstoffwechsel, und damit die

Harnsäurebildung durch zweifache Wirkung.

Hypoxanthin → Xanthin → Harnsäure.

1.Durch die Hemmung der Xanthinoxidase wird die Oxidation von Hypoxanthin in Xanthin und von

Xanthin in Harnsäure vermindert.

2.Durch diese Wirkung stehen mehr Hypoxanthin und Xanthin zur Wiederverwertung im Purin-

Metabolismus zur Verfügung, was durch einen Feedback-Mechanismus die de novo-Synthese von

Purin herabsetzt.

Pharmakodynamik

Da Allopurinol die Uratbildung herabsetzt, wird dadurch die Harnsäure-Konzentration sowohl in der

Körperflüssigkeit wie auch im Urin reduziert.

Die Reduktion der Uratkonzentration in der Körperflüssigkeit durch Allopurinol erlaubt eine

Mobilisation von Uratablagerungen überall im Körper, speziell in Haut, Knochen, Gelenken und

Nieren.

Pharmakokinetik

Absorption

Allopurinol peroral wird im oberen Magendarmtrakt resorbiert und kann 30-60 min nach Einnahme

im Plasma nachgewiesen werden. Die Bioverfügbarkeit dürfte zwischen 67% und 90% liegen. Die

maximale Plasmakonzentration von Allopurinol wird gewöhnlich nach ungefähr 1,5 h nach peroraler

Aufnahme von Allopurinol erreicht, fällt aber sehr rasch ab und ist nach 6 h kaum mehr nachweisbar.

Die maximale Plasmakonzentration von Oxipurinol wird gewöhnlich nach 3-5 h erreicht und bleibt

über längere Zeit erhalten.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Allopurinol ist ungefähr 1,6 l/kg, was eine relativ ausgedehnte

Gewebsaufnahme annehmen lässt. Es gibt keine Angaben über Gewebskonzentrationen von

Allopurinol beim Menschen, aber es ist anzunehmen, dass Allopurinol und Oxipurinol die höchsten

Konzentrationen in der Leber und in der intestinalen Mukosa, wo die Xanthinoxidase-Aktivität hoch

ist, erreicht. Allopurinol zeigt nur geringe Plasmaproteinbindung, daher dürften Schwankungen der

Proteinbindung keine wesentliche Änderung der Clearance bedingen.

Über die Plazentagängigkeit ist nichts bekannt. Allopurinol und sein Metabolit Oxipurinol gehen in

die Muttermilch über.

Die optimale Wirkkonzentration ist im Plasma schwer zu bestimmen, daher wird der therapeutische

Effekt anhand der Urikämie gemessen.

Metabolismus

Allopurinol wird hauptsächlich durch die Xanthin- und Aldehydoxidase zu Oxipurinol metabolisiert.

Elimination

Ungefähr 20% des aufgenommenen Allopurinols wird durch den Stuhl und weniger als 10% wird

unverändert im Urin ausgeschieden. Allopurinol hat eine Plasmahalbwertszeit von ungefähr 1-2 h.

Oxipurinol hemmt die Xanthinoxidase weniger stark als Allopurinol, aber seine Plasmahalbwertszeit

ist weitaus länger, sie dürfte zwischen 13 und 30 h liegen. Dadurch bleibt die Hemmung der

Xanthinoxidase über 24 h mit einer einzigen Allopurinol-Dosis erhalten. Patienten mit einer

normalen Nierenfunktion werden Oxipurinol nach und nach akkumulieren bis eine «Steady-State»-

Plasmakonzentration erreicht ist. Diese Patienten - bei einer Tagesdosis von 300 mg Allopurinol -

haben gewöhnlich eine Plasmaoxipurinolkonzentration von 5-10 mg/l. Oxipurinol wird unverändert

im Urin ausgeschieden. Da es tubulär rückresorbiert wird, ist die Eliminationshalbwertszeit lang. Sie

wird zwischen 13,6 und 29 h angegeben. Die grosse Spannbreite mag durch das unterschiedliche

Studiendesign und/oder die Kreatinin-Clearance der Patienten bedingt sein.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz: Die Allopurinol- und Oxipurinol-Clearance ist bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion stark reduziert, was bei Dauertherapie zu einem höheren Plasmaspiegel führt. Bei

Niereninsuffizienz bei Kreatinin-Clearance-Werten zwischen 10 und 20 ml/min fand man

Plasmakonzentrationen von Oxipurinol von ungefähr 30 mg/l, bei einer täglichen Allopurinoldosis

von 300 mg über eine längere Zeit verabreicht. Dies würde ungefähr der Konzentration bei normaler

Nierenfunktion und einer täglichen Dosis von 600 mg entsprechen. Eine Dosisreduktion ist daher bei

Niereninsuffizienz erforderlich.

Ältere Patienten: Die Pharmakokinetik der Substanz ist nicht verändert, ausser es liegt eine

Niereninsuffizienz vor (vgl. «Niereninsuffizienz» unter «Pharmakokinetik»).

Präklinische Daten

Mutagenität/Karzinogenität

Zytogenetische Studien in menschlichen Blutzellen zeigen, dass Allopurinol in vitro bis zu

Konzentrationen von 100 µg/ml und in vivo bis zu Dosen von 60 mg täglich über eine mittlere

Zeitdauer von 40 Monaten keine Chromosomenaberration induziert.

Es wurden keine Hinweise auf Karzinogenität bei Mäusen und Ratten gefunden, die bis zu 2 Jahren

mit Allopurinol behandelt wurden.

Teratogenität

In einer Mäusestudie mit intraperitonealen Dosen von 50 oder 100 mg/kg am 10. und 13.

Schwangerschaftstag zeigten sich fötale Missbildungen. In einer ähnlichen Studie bei Ratten mit 120

mg/kg am 12. Schwangerschaftstag wurden keine Missbildungen beobachtet. Ausgedehnte Studien

mit hohen Allopurinoldosen bei Mäusen bis zu 100 mg/kg/d, bei Ratten 200 mg/kg/d und Kaninchen

bis zu 150 mg/kg/d während der Schwangerschaftstage 8 und 16 haben keine teratogene Wirkung

gezeigt. Auch In-vitro-Studien, bei denen fötale Mäuse-Speicheldrüsen in Kultur verwendet wurden,

um die Embryotoxizität aufzudecken, lassen vermuten, dass von Allopurinol keine Embryotoxizität

zu erwarten ist ohne Toxizität bei der Mutter.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

56050 (Swissmedic).

Packungen

Allopurinol Helvepharm 100 mg

Tabletten (teilbar) zu 100 mg: 50. [B]

Allopurinol Helvepharm 300 mg

Tabletten (teilbar) zu 300 mg: 30 und 100. [B]

Zulassungsinhaberin

Helvepharm AG, Frauenfeld.

Stand der Information

April 2017.

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