Allopurinol-ratiopharm comp. 100mg/20mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Allopurinol, Benzbromaron
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
M04AA51
INN (Internationale Bezeichnung):
Allopurinol, Benzbromaron
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Allopurinol 100.mg; Benzbromaron 20.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
2890.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

Zur Anwendung bei Jugendlichen ab 14 Jahren und Erwachsenen

Wirkstoffe: Allopurinol, Benzbromaron

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

beachten?

3. Wie ist

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Allopurinol-ratiopharm

®

comp. und wofür wird es angewendet?

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

ist ein Arzneimittel zur Verminderung der Bildung von Harnsäure

sowie zur Erhöhung der Harnsäureausscheidung.

Allopurinol reduziert die Bildung von Harnsäure und führt dadurch zu einer Verminderung des

Harnsäurespiegels im Blut und Urin.

Benzbromaron führt zu einer Erhöhung der Harnsäureausscheidung und dadurch zu einer

Verminderung des Harnsäurespiegels im Blut.

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

wird angewendet bei

allen Formen der Harnsäureerhöhung (Hyperurikämie) mit Serum-Harnsäurewerten im

Bereich von 8,5 mg/100 ml und darüber, sofern durch eine entsprechende Ernährung nicht

beherrschbar.

klinischen Komplikationen, die aus erhöhten Serum-Harnsäurewerten resultieren,

insbesondere manifester Gicht.

erhöhten Serum-Harnsäurewerten (sekundäre Hyperurikämie).

Die Anwendung von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

beim Gichtanfall ist nicht zweckmäßig.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol-ratiopharm

®

comp. beachten?

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Allopurinol, Benzbromaron oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei einem akuten Gichtanfall

bei eingeschränkter Nierenfunktion

bei Neigung zur Nierensteinbildung

bei vorbestehenden Lebererkrankungen oder entsprechenden Symptomen

bei Kindern unter 14 Jahren

in der Schwangerschaft

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

einnehmen.

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie

Allopurinol-ratiopharm

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comp.

nur unter bestimmten

Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht anwenden dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt.

Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

sollte nicht angewendet werden bei Harnsäureerhöhung als Folge von

Erkrankungen des Blutes oder chronischem Nierenversagen (Niereninsuffizienz).

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

sofort abzusetzen.

Schwere Hautreaktionen (Überempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch

epidermale Nekrolyse), die möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden im Zusammenhang mit der

Anwendung von Allopurinol berichtet. Diese können sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige

oder kreisförmige Flecken (oft mit Bläschen in der Mitte) am Körperstamm zeigen. Zusätzliche

Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Geschwüre) in Mund,

Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerötete und geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese

möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeähnlichen Symptomen

(Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet. Der Hautausschlag kann zu einer

großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen.

Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten

Behandlungswochen.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten,

beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm

mit, dass Sie Allopurinol einnehmen.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion im Zusammenhang mit der Anwendung von

Allopurinol-

ratiopharm

®

comp.

aufgetreten ist, dürfen Sie nie wieder mit Allopurinol behandelt werden.

Diese schweren Hautreaktionen können bei Menschen, die von Han-Chinesen oder Thailändern

abstammen, häufiger auftreten.

Bei Einnahme von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

besteht die Möglichkeit schwerer Leberstörungen.

Bei Auftreten von Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwächegefühl und Gelbsucht ist die

Behandlung sofort abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen!

Eine Bestimmung der Leberenzyme (einschließlich der Transaminasen) ist durchzuführen. Der Patient

muss solange überwacht werden, bis eine Normalisierung der Leberenzymwerte erreicht ist.

Die Leberenzyme (einschließlich der Transaminasen) müssen vor Therapiebeginn neu und während

der gesamten Behandlungsdauer regelmäßig kontrolliert werden.

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine hohe Harnsäureausscheidung mit dem Urin, so dass

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

anfangs in geringeren Arzneimengen eingenommen werden sollte

(einschleichende Dosierung). Auch ist auf das Säuren-Basen-Verhältnis im Harn zu achten (Urin-pH

6,5 bis 6,8). Befragen Sie hierzu bitte Ihren behandelnden Arzt.

Während der Behandlung mit

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

müssen Sie ausreichend trinken, damit

die im Harn vermehrt ausgeschiedene Harnsäure keine Harnsäurekristalle bilden kann (was z. B.

Nierenkoliken auslösen könnte). Dies gilt insbesondere für den Anfang der Behandlung.

Allopurinol-

ratiopharm

®

comp.

darf nicht bei einem Gichtanfall eingenommen werden, da zu Beginn der

Behandlung der Harnsäurespiegel im Blut ansteigen kann und sich die Krankheitsanzeichen dadurch

verschlimmern können.

Eine besonders sorgfältige Überwachung durch den behandelnden Arzt ist erforderlich bei bekannten,

vorbestehenden Blutbildungsstörungen. Das Blutbild sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Um erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder

Chemotherapie von Tumoren sowie bei der angeborenen Enzymmangelkrankheit Lesch-Nyhan-

Syndrom auftreten können, zu vermeiden, ist zusätzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine

reichliche Flüssigkeitszufuhr zur Gewährleistung einer ausreichenden Harnmenge zu achten. Darüber

hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Löslichkeit von Harnsäure zur

vermehrten Ausscheidung mit dem Urin beitragen.

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfällen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren

vollständigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol können durch

die Freisetzung von Harnsäuredepots akute Gichtanfälle ausgelöst werden. Deshalb ist während

der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige vorbeugende Schmerzmittel- oder Colchicingabe in

Betracht zu ziehen.

Bei großen Harnsäuresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschließen, dass sich Teile der infolge

einer Allopurinol-Behandlung aufgelösten Steine im Harnleiter festsetzen können.

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erübrigt sich unter einem Harnsäurewert von 8,5 mg/100 ml im

Blut eine medikamentöse Therapie, sofern Diätvorschriften eingehalten werden und keine

Nierenschäden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries, Niere,

Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch

Guanosin aufgenommen wird, das den Harnsäurespiegel stark erhöht) sollten vermieden werden.

Einnahme von Allopurinol-ratiopharm

®

comp. zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirksamkeit von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

wird durch gleichzeitige Gabe von

Sulfinpyrazon, Probenecid, Etacrynsäure und von Salicylaten herabgesetzt. Die Ausscheidung von

Probenecid wird verlangsamt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist in jedem

Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Purin-Derivaten wie Azathioprin und Mercaptopurin muss

deren Dosis um 50 bis 75 % der üblichen Dosis vermindert werden, da ihre Wirkung durch

Allopurinol verlängert werden kann.

Blutgerinnungshemmende Mittel (Antikoagulantien) vom Cumarin-Typ können in ihrer Wirkung

verstärkt werden. Bei Kombination dieser Stoffe mit Allopurinol-haltigen Arzneimitteln ist daher

eine häufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und ggf. eine entsprechende

Dosisverminderung des Cumarin-Derivates notwendig.

Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion kann bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und

blutzuckersenkenden Arzneimitteln, die Chlorpropamid enthalten, die Wirkung von Chlorpropamid

verlängert werden. Daher ist die Dosis von Chlorpropamid zu verringern.

Das blutzuckersenkende Mittel Glimepirid kann durch Allopurinol in seiner Wirkung verstärkt

werden, Hypoglykämien können auftreten.

Nach Einnahme von Allopurinol wurde von einer Hemmung der Verstoffwechselung Theophyllin-

haltiger Arzneimittel, die z. B. zur Behandlung von Atemwegs- und Herzerkrankungen verordnet

werden, berichtet. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhöhung der Dosis von

Allopurinol sollte deshalb die Theophyllin-Konzentration im Blut bestimmt werden.

Wird Allopurinol zusammen mit Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung bösartiger

Geschwulsterkrankungen, z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin,

Alkylhalogenide) eingenommen, können Blutbildveränderungen häufiger auftreten als bei

jeweiliger Einzelgabe dieser Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitintervallen

durchzuführen.

Die Verweildauer von Vidarabin-haltigen Arzneimitteln (Arzneimittel gegen Viruserkrankungen)

im Körper kann in Gegenwart von Allopurinol verlängert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer

Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt

auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Die Konzentration von Ciclosporin (Arzneimittel zur Herabsetzung der körpereigenen

Immunabwehr) im Blut kann unter Gabe von Allopurinol erhöht sein. Die Möglichkeit eines

häufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist daher zu berücksichtigen.

Die Verstoffwechselung von Phenytoin-haltigen Arzneimitteln, die z. B. zur Behandlung von

Anfallsleiden (Epilepsie) oder bei bestimmten schweren Herzerkrankungen verordnet werden, kann

durch Allopurinol beeinträchtigt werden. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt,

ist bisher nicht bekannt.

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem

Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhöht sein.

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlägen) auf die Antibiotika (Arzneimittel zur

Behandlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten) Ampicillin und Amoxicillin ist bei

gleichzeitiger Allopurinol-Gabe häufiger zu rechnen. Deshalb sollten - wenn möglich Patienten

unter Behandlung mit

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. -

andere Antibiotika erhalten.

Die gleichzeitige Verabreichung von potentiell hepatotoxischen Medikamenten (inklusive

Tuberkulostatika) ist zu vermeiden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Didanosin (Arzneimittel zur Behandlung der HIV-Infektion)

und Allopurinol wird die Verstoffwechselung von Didanosin im Körper so verändert, dass sich der

Didanosin-Blutspiegel erhöhen kann. Dadurch könnten Didanosin-bedingte Nebenwirkungen

häufiger oder verstärkt auftreten. Die Patienten sollten im Hinblick auf Didanosin-bedingte

Nebenwirkungen engmaschig überwacht werden.

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Einnahme von Aluminiumhydroxid eine eingeschränkte

Wirkung haben. Zwischen der Einnahme beider Arzneimittel sollten mindestens 3 Stunden liegen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da keine

ausreichenden Erfahrungen am Menschen vorliegen und Tierversuche mit Benzbromaron Hinweise

auf Fehlbildungen ergeben haben.

Es ist nicht bekannt, ob Benzbromaron in die Muttermilch übergeht. Allopurinol geht in die

Muttermilch über. Daher sollte abgestillt werden, wenn die Einnahme von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

erforderlich ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Einnahme von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

kann bei Ihnen, insbesondere bei

Behandlungsbeginn, Präparatwechsel oder bei Alkoholgenuss, Schwindel, Benommenheit und

Kopfschmerzen hervorrufen. Ihr Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden und damit eine

Verminderung der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, zur Folge haben.

Möglicherweise können Sie auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt

genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen

Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass

Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Bevor Sie die genannten Tätigkeiten ausführen, müssen Sie ausreichend sicher sein, dass

Allopurinol-

ratiopharm

®

comp.

Ihr Reaktionsvermögen nicht einschränkt.

3. Wie ist Allopurinol-ratiopharm

®

comp. einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt 1 Tablette täglich.

Art der Anwendung

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

sind Tabletten, die nach dem Frühstück oder Mittagessen unzerkaut

mit reichlich Flüssigkeit (z. B. ein Glas Wasser) eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

ist in der Regel über einen längeren Zeitraum

erforderlich.

Über die Dauer der Behandlung entscheidet der behandelnde Arzt.

Bei Nierensteinleiden in der Vorgeschichte (Stein-Anamnese) sollten zu Beginn (10-14 Tage) die bei

harnsäureausscheidungssteigernder (urikosurischer) Therapie üblichen Vorsichtsmaßregeln beachtet

werden: ausreichende Harnausscheidung (Diurese) und Alkalisierung des Harns.

Wenn Sie eine größere Menge von Allopurinol-ratiopharm

®

comp. eingenommen haben, als Sie

sollten

Es sind keine Vergiftungserscheinungen bekannt. Bei Einnahme sehr hoher Arzneimengen können

ärztliche Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Aufnahme in den Körper und zur beschleunigten

Ausscheidung angezeigt sein.

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol-ratiopharm

®

comp. vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben,

sondern führen Sie die Einnahme wie vorgesehen fort. Beachten Sie bitte, dass

Allopurinol-

ratiopharm

®

comp.

nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmäßig eingenommen wird.

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol-ratiopharm

®

comp. abbrechen

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen

es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung in Frage kommen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Zu Beginn einer Behandlung mit

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

besteht neben der Gefahr eines

Gichtanfalles, der mit der Auflösung von Harnsäureablagerungen zusammenhängt, die Möglichkeit,

dass als Folge der erhöhten Harnsäure-Ausscheidung in der Niere und in den ableitenden Harnwegen

Harnsäurekristalle bzw. Harnsäuresteine gebildet werden. Achten Sie daher auf eine ausreichende

Trinkmenge.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist häufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder Leberschädigung

oder bei gleichzeitiger Anwendung Ampicillin- oder Amoxicillin-haltiger Arzneimittel.

Wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt, beenden Sie die Anwendung von

Allopurinol und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt:

Selten

Fieber und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeähnlich) und allgemeines

Unwohlsein

Veränderungen an der Haut, z.B. offene, schmerzende Stellen an Mund, Hals, Nase, Genitalien

oder rote, geschwollene Augen (Konjunktivitis), großflächige Blasenbildung oder Ablösungen der

Haut

schwere Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Fieber, Hautrötungen, allgemeine

Schmerzen, Unregelmäßigkeiten bei Blut- und Leberfunktionstests (diese können Anzeichen einer

Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktion sein).

Gefäßentzündung (Vaskulitis) mit Hautveränderungen und Nieren- und Leberbeteiligung. Eine

Vaskulitis wird fast nur beobachtet, wenn bei Niereninsuffizienz die Dosis nicht reduziert wird.

Sehr selten

schwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen,

Stevens-Johnson-Syndrom und toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe 2. unter „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

anaphylaktischer Schock.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich:

Thrombozyten-Mangel

, Granulozyten-Mangel

, Blutbildungsstörungen

Sehr selten:

angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom

, erhöhte oder erniedrigte Anzahl der

Leukozyten, erhöhte oder erniedrigte Anzahl der Granulozyten,

Knochenmarkschädigungen

insbesondere bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstörung, hier auch im Zusammenhang mit

Todesfällen.

nach Absetzen reversibel

Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr selten:

Depressionen

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich:

Benommenheit, Kopfschmerz, Schwindel

Sehr selten:

periphere Nervenentzündung, Neuropathie, Geschmacksstörung,

Gleichgewichtsstörung, Schläfrigkeit, Empfindungsstörungen, Bewusstlosigkeit,

Muskellähmung, Krampfanfälle

Augenerkrankungen:

Sehr selten:

Konjunktivitis, Sehstörung, Makula-Degeneration, Trübung der Augenlinse (Katarakt)

Herzerkrankungen:

Sehr selten:

Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Angina pectoris

Gefäßerkrankungen:

Sehr selten:

Bluthochdruck (Hypertonie)

Erkrankungen der Atemwege und des Brustraums:

Sehr selten:

Halsentzündungen

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts:

Häufig:

Übelkeit, Brechreiz, Völlegefühl, Durchfall

Sehr selten:

Erbrechen von Blut, vermehrte Ausscheidung von Fett im Stuhl, Entzündung der

Mundschleimhaut

Nicht bekannt: Gastrointestinale Blutungen (Hämorrhagie).

Leber- und Gallenerkrankungen:

Gelegentlich:

Gallenstauung (Cholestase)

Selten:

Leberfunktionsstörungen, die von einem asymptomatischen Anstieg der Leberwerte

bis hin zu Leberentzündung (einschließlich Untergang von Lebergewebe und

granulomatöse Hepatitis) reichen können.

Sehr

selten:

Erhöhung der Transaminasen, erhöhte alkalische Phosphatase, Entzündung der

Gallengänge

Es wurden einzelne Fälle von zytolytischer Hepatitis (Leberentzündung) beobachtet, die z. T. einen

fulminanten Verlauf nahmen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig:

Nesselsucht (Urtikaria), Hautrötungen, Hautjucken

Sehr selten:

Haarausfall, Verfärbung der Haare, Quincke-Ödeme, allergisch bedingte

Hautausschläge

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Sehr selten:

Muskelschmerz

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Selten:

allergisch bedingte Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)

Sehr selten:

Harnstein (Harnsäure-, Xanthinsteine), Harndrang, Urämie, Blut im Urin, akutes

Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Sehr selten:

Impotenz, nächtlicher Samenerguss, Unfruchtbarkeit, Vergrößerung der männlichen

Brustdrüse (Gynäkomastie)

Allgemeine Erkrankungen:

Häufig:

Müdigkeit

Sehr selten:

allgemeine Kraftlosigkeit, allgemeines Unwohlsein, Ödeme

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Sehr selten:

erhöhte Lipide im Blut (Hyperlipidämie)

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Sehr selten:

Furunkel

Erkrankungen des Stoffwechsels:

Sehr selten:

Diabetes mellitus

Gegenmaßnahmen

Bei leichteren Beschwerden sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Bei stärkeren Beschwerden

unterbrechen Sie die Anwendung von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

und wenden sich an den

nächsten erreichbaren Arzt (siehe 2 unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Allopurinol-ratiopharm

®

comp. aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Allopurinol-ratiopharm

®

comp. enthält

Die Wirkstoffe sind Allopurinol und Benzbromaron.

Jede Tablette enthält 100 mg Allopurinol und 20 mg Benzbromaron.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Maisstärke; Mikrokristalline Cellulose; Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz;

Hochdisperses Siliciumdioxid; Talkum; Gelatine; Natriumdodecylsulfat; Magnesiumstearat

(Ph.Eur.).

Wie Allopurinol-ratiopharm

®

comp. aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, gewölbte Tablette mit Bruchkerbe.

Allopurinol-ratiopharm

®

comp.

ist in Packungen mit 30 und 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2017.

Versionscode: Z08

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 100 mg Allopurinol und 20 mg Benzbromaron.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde, bikonvexe Tablette mit Bruchkerbe.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Alle Formen von Hyperurikämie mit Serumwerten im Bereich von 8,5 mg/100 ml und

darüber, wenn nicht diätetisch beherrschbar

Klinische Komplikationen hyperurikämischer Zustände, insbesondere manifeste Gicht

Sekundäre Hyperurikämie

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Täglich 1 Tablette einnehmen.

Bei Nierensteinleiden in der Vorgeschichte (Stein-Anamnese) sollten zu Beginn (10-14 Tage)

die bei harnsäureausscheidungssteigernder (urikosurischer) Therapie üblichen

Vorsichtsmaßregeln beachtet werden: ausreichende Harnausscheidung (Diurese) und

Alkalisierung des Harns.

Art der Anwendung

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

sollen nach dem Frühstück oder

Mittagessen unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.

Das Arzneimittel ist zur zeitlich unbegrenzten Anwendung bestimmt.

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

ist kontraindiziert bei Kindern unter 14

Jahren (siehe Abschnitt 4.3).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

akuter Gichtanfall

eingeschränkte Nierenfunktion

Nierensteindiathese

Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

Kinder unter 14 Jahren

Patienten mit vorbestehenden Lebererkrankungen oder entsprechenden Symptomen

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

sollte nicht angewendet werden bei

sekundärer Hyperurikämie als Folge von hämatologischen Erkrankungen oder

Niereninsuffizienz.

Beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist

Allopurinol-

ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

sofort abzusetzen.

Überempfindlichkeitssyndrom (DRESS)*, SJS** und TEN***

Überempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Allopurinol können sich auf

verschiedene Weise äußern, einschließlich makulopapulösem Hautausschlag,

Hypersensitivitätssyndrom, auch DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen) sowie lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-

Syndrom (SJS) und toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN)). Die Patienten sollten über die

Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig

bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden. Das Risiko für das Auftreten

von Überempfindlichkeitsreaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten. Wenn

Anzeichen oder Symptome für ein SJS oder eine TEN auftreten (z.B. ein progredienter

Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen), muss die

Therapie mit Allopurinol sofort beendet werden.

Der Verlauf der Überempfindlichkeitsreaktionen wird maßgeblich von der frühzeitigen

Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d.h.

frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose. Nach Auftreten eines DRESS, eines SJS oder

einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol darf keine erneute

Behandlung mit Allopurinol erfolgen. Kortikosteroide können hilfreich bei der Behandlung von

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut sein.

*DRESS: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

**SJS: Stevens-Johnson-Syndrom

***TEN: Toxisch Epidermale Nekrolyse

HLA-B*5801-Allele

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein

Allopurinol-assoziiertes Hypersensitivitätssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die

Häufigkeit des Vorkommens des Allels HLA-B*5801 variiert stark zwischen verschiedenen

ethnischen Bevölkerungsgruppen: bis zu 20 % in der Population der Han-Chinesen, etwa 12 %

in der Population der Koreaner und 1 bis 2 % der Individuen japanischer oder europäischer

Abstammung. Die Genotypisierung als systematisches Testverfahren (Screening) vor einer

Allopurinol-Behandlung ist nicht etabliert. Wenn bei einem Patienten bekannt ist, dass er Träger

eines HLA-B*5801 Allels ist, sollte Allopurinol nur angewendet werden, wenn keine

therapeutischen Alternativen zur Verfügung stehen und der Nutzen die Risiken übersteigt. Es ist

dann eine besondere Überwachung des Patienten hinsichtlich der Ausbildung eines

Hypersensitivitätssyndroms (DRESS) oder SJS/TEN erforderlich und der Patient ist darüber zu

informieren, die Therapie bei den ersten Anzeichen von entsprechenden Symptomen sofort

abzubrechen.

Vor Verabreichung von

Allopurinol-ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

ist der Patient

auf die Möglichkeit schwerer Leberstörungen hinzuweisen. Des Weiteren muss der Patient

darüber informiert werden, dass bei Auftreten von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen,

Bauchschmerzen, Asthenie oder Ikterus die Behandlung sofort abzubrechen und eine

Bestimmung der Transaminasenaktivität durchzuführen ist. Der Patient muss solange überwacht

werden, bis eine Normalisierung der Leberenzymwerte erreicht ist.

Die Leberenzyme (einschließlich der Transaminasen) müssen vor Therapiebeginn neu und

während der gesamten Behandlungsdauer regelmäßig kontrolliert werden.

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine hohe Harnsäureausscheidung mit dem Urin, so dass

Allopurinol-ratiopharm

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comp. 100 mg/20 mg Tabletten

anfangs in geringeren Arzneimengen

eingenommen werden sollte (einschleichende Dosierung). Auch ist auf das Säuren-Basen-

Verhältnis im Harn zu achten (Urin-pH 6,5-6,8).

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei vorbestehenden

Blutbildungsstörungen.

Bei Blutbildungsstörungen in der Anamnese ist eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes

erforderlich. Insbesondere bei Patienten, die wegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz z. B.

mit ACE-Hemmern oder Diuretika behandelt werden, sollte die Verabreichung von Allopurinol

mit Vorsicht erfolgen, da bei dieser Patientengruppe eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion

vorliegen kann.

Bei Behandlung der Gichtniere und der Harnsäuresteine soll die Harnmenge mindestens 2 Liter

pro Tag betragen.

Für Allopurinol wurden nach chronischer Einnahme von täglich 200-400 mg, bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion, schwere Intoxikationserscheinungen beschrieben, die in

Hautreaktionen, Fieber, Hepatitis, Eosinophilie und Verschlechterung der Nierenfunktion

bestehen.

Um erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder

Chemotherapie von Neoplasmen sowie bei dem Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten können, zu

vermeiden, ist zusätzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine reichliche

Flüssigkeitszufuhr zur Gewährleistung einer ausreichenden Diurese zu achten. Darüber hinaus

kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Löslichkeit von Urat/Harnsäure zur

vermehrten Ausscheidung dieser Substanzen mit dem Urin beitragen.

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfällen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren

vollständigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol können

durch Mobilisierung größerer Harnsäuredepots akute Gichtanfälle ausgelöst werden. Deshalb ist

während der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige prophylaktische Analgetika- oder

Colchicingabe in Betracht zu ziehen.

Bei großen Harnsäuresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschließen, dass sich Teile der

infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelösten Steine im Harnleiter festsetzen können.

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erübrigt sich unter einem Harnsäurewert von 8,5 mg/100

ml im Blut eine medikamentöse Therapie, sofern Diätvorschiften eingehalten werden und keine

Nierenschäden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries,

Niere, Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt und Alkohol (insbesondere Bier, da

hierdurch Guanosin aufgenommen wird, das den Harnsäurespiegel stark erhöht) sollten

vermieden werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine

vermehrte Ausscheidung von Harnsäure bewirken, wie Sulfinpyrazon, Probenecid, Etacrynsäure

und Salicylaten beschleunigt und somit die Wirksamkeit von

Allopurinol-ratiopharm

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comp.

100 mg/20 mg Tabletten

herabgesetzt. Die Ausscheidung von Probenecid wird verlangsamt.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Purin-Derivaten wie Azathioprin oder Mercaptopurin

muss deren Dosis um 50-75 % der üblichen Dosis vermindert werden, da der Abbau dieser

Stoffe durch Allopurinol verzögert und somit ihre Wirkung verlängert wird.

Blutgerinnungshemmende Mittel (Antikoagulantien) vom Cumarin-Typ können in ihrer

Wirkung verstärkt werden. Bei Kombination dieser Stoffe mit Allopurinol-haltigen

Arzneimitteln ist daher eine häufigere Kontrolle der Blutgerinnung (Quick-Wert) erforderlich

und ggf. eine entsprechende Dosisverminderung des Cumarin-Derivates notwendig.

Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Wirkung des blutzuckersenkenden

Mittels Chlorpropamid verlängert werden, was eine Dosisverminderung erforderlich macht.

Das blutzuckersenkende Mittel Glimepirid kann durch Allopurinol in seiner Wirkung verstärkt

werden, Hypoglykämien können auftreten.

Bei hoher Dosierung Allopurinol-haltiger Arzneimittel kann der Theophyllin-Metabolismus

gehemmt werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhöhung der

Allopurinol-Dosis sollten deshalb die Theophyllin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin,

Procarbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveränderungen häufiger auf als bei Einzelgabe der

Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitintervallen durchzuführen.

Die Plasmahalbwertszeit von Vidarabin kann in Gegenwart von Allopurinol verlängert sein.

Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit

erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Die Plasmakonzentration von Ciclosporin kann unter Allopurinol-Gabe erhöht sein. Die

Möglichkeit eines häufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist zu

berücksichtigen.

Allopurinol kann die Metabolisierung von Phenytoin in der Leber beeinträchtigen; ob diesem

Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem

Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhöht sein.

Es ist häufiger mit allergischen Reaktionen (Hautausschlägen) auf die Arzneistoffe Ampicillin

und Amoxicillin zu rechnen. Deshalb sollten - wenn möglich - Patienten andere Antibiotika

erhalten.

Die gleichzeitige Verabreichung von potentiell hepatotoxischen Medikamenten (inklusive

Tuberkulostatika) ist zu vermeiden.

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Anwendung mit Didanosin dessen Exposition steigern und

somit das Potenzial für Didanosin-assoziierte Nebenwirkungen erhöhen, da die Xanthinoxidase

an der Metabolisierung von Didanosin beteiligt ist. Die Patienten sollten im Hinblick auf

Didanosin-assoziierte Nebenwirkungen engmaschig überwacht werden.

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Einnahme von Aluminiumhydroxid eine eingeschränkte

Wirkung haben. Zwischen der Einnahme beider Arzneimittel sollten mindestens 3 Stunden

liegen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Allopurinol-ratiopharm

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comp. 100 mg/20 mg Tabletten

darf in der Schwangerschaft nicht

angewendet werden.

Benzbromaron darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da keine Erfahrungen

am Menschen vorliegen und Tierversuche Hinweise auf Fehlbildungen ergeben haben (siehe

Abschnitt 5.3).

Auch für die Verwendung von Allopurinol bei Schwangeren liegen keine hinreichenden Daten

vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe 5.3). Da

Allopurinol in den Purinstoffwechsel eingreift und das potentielle Risiko für den Menschen

unbekannt ist, sollte Allopurinol nicht während der Schwangerschaft verwendet werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Benzbromaron in die Muttermilch übergeht. Allopurinol geht in die

Muttermilch über. Daher sollte abgestillt werden, wenn die Einnahme von

Allopurinol-

ratiopharm

®

comp. 100 mg/20 mg Tabletten

erforderlich ist.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Tritt Schwindel oder Benommenheit als unerwünschte Wirkung auf, kann in seltenen Fällen

eine Verminderung der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, die Folge

sein.

4.8

Nebenwirkungen

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Zu Beginn der Behandlung kann die Harnsäureausscheidung so erhöht sein, dass es sowohl zu

einem Gichtanfall wie auch zur Bildung von Harnsäurekristallen bzw. Harnsäuresteinen in der

Niere und in den ableitenden Harnwegen kommen kann.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist häufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder

Leberinsuffizienz oder bei gleichzeitiger Ampicillin- oder Amoxicillin-Medikation.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich:

Thrombozytopenie

, Agranulozytose

, aplastische Anämie

Sehr selten:

angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom

, Leukozytose, Leukopenie,

Granulozytopenie, Knochenmarksschädigung, Granulozytose

insbesondere bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstörung, hier auch im Zusammenhang mit

Todesfällen. Besonders sorgfältige Überwachung der Patientengruppe erforderlich.

nach Absetzen reversibel

Erkrankungen des Immunsystems:

Eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion mit Multiorgan-Beteiligung (bekannt als

Hypersensitivitätssyndrom; DRESS) mit Fieber, Hautausschlag, Vaskulitis, Lymphadenopathie,

Pseudolymphom, Arthralgie, Leukopenie, Eosinophilie, Milzvergrößerung, abweichenden

Leberfunktionswerten und cholestatischer Hepatopathie mit Schwund der Gallengänge (vanishing

bile duct syndrome) kann in verschiedenen Ausprägungen vorkommen. Andere Organe können

ebenfalls betroffen sein (Lunge, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Myokard und Darm). Wenn solche

Reaktionen zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, muss Allopurinol sofort und

dauerhaft abgesetzt werden.

Wenn generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind, waren gewöhnlich

Vorerkrankungen der Niere oder Leber vorhanden, insbesondere bei tödlichem Ausgang.

Sehr selten:

anaphylaktischer Schock

Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr selten:

Depression

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich:

Benommenheit, Kopfschmerz, Schwindel

Sehr selten:

periphere Neuritis, Neuropathie, Geschmacksstörung, Ataxie, Somnolenz,

Koma, Parästhesie, Krampfanfälle, Muskellähmung

Augenerkrankungen:

Sehr selten:

Konjunktivitis, Sehstörung, Makula-Degeneration, Katarakt

Herzerkrankungen:

Sehr selten:

Bradykardie, Angina pectoris

Gefäßerkrankungen:

Sehr selten:

Hypertonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums:

Sehr selten:

Halsentzündung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig:

Übelkeit, Brechreiz, Völlegefühl, Diarrhoe

Sehr selten:

Hämatemesis, Steatorrhoe, Stomatitis

Nicht bekannt:

Gastrointestinale Hämorrhagie

Leber- und Gallenerkrankungen:

Gelegentlich:

Cholestase

Selten:

Leberfunktionsstörungen, die von einem asymptomatischen Anstieg der

Leberwerte bis hin zur Hepatitis (einschließlich Lebernekrose und

granulomatöse Hepatitis) reichen können

Sehr selten:

Erhöhung der Transaminasen, erhöhte alkalische Phosphatase, akute

Cholangitis

Es wurden einzelne Fälle von zytolytischer Hepatitis beobachtet, die z. T. einen fulminanten

Verlauf nahmen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig:

Urtikaria, Erythem, Pruritus

Sehr selten:

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch epidermale Nekrolyse (TEN)

(siehe Abschnitt 4.4),

Alopezie, Verfärbung der Haare, Quincke-Ödeme, allergisch bedingte

Exantheme

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Sehr selten:

Muskelschmerz

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Selten:

allergisch bedingte interstitielle Nephritis

Sehr selten:

Harnstein (Harnsäure-, Xanthinsteine), Harndrang, Urämie, Hämaturie, akutes

Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Sehr selten:

Impotenz, nächtlicher Samenerguss, Infertilität, Gynäkomastie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig:

Müdigkeit

Sehr selten:

Asthenie, allgemeines Unwohlsein, Ödeme

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Sehr selten:

Hyperlipidämie

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Sehr selten:

Furunkel

Endokrine Erkrankungen:

Sehr selten:

Diabetes mellitus

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt. Beim Verdacht des Vergiftungsfalles sind

absorptionsmindernde bzw. eliminationsbeschleunigende Maßnahmen (Hämodialyse)

angezeigt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gichtmittel; ATC-Code: M04AA51

Allopurinol ist ein Struktur-Analoges von Hypoxanthin. Seine urikostatische Wirkung beruht

überwiegend auf der Hemmung der Xanthinoxidase, die beim Abbau der Purinbasen die

Reaktionsschritte: Oxidation von Hypoxanthin zu Xanthin und von Xanthin zu Harnsäure

vollzieht. Benzbromaron wirkt urikosurisch durch eine Hemmung der Reabsorption von

Harnsäure im proximalen Tubulus. Die bei entsprechender Behandlungsdauer durch den

urikosurischen Effekt bewirkte Senkung der Serum-Urat-Konzentration führt beim

Gichtpatienten zu einer Mobilisierung von Urat-Depots im Gewebe. Um eine Kristallisation

bzw. Ablagerung der vermehrt über die Niere ausgeschiedenen Harnsäure zu vermeiden, ist eine

reichliche Flüssigkeitszufuhr sowie zu Beginn der Behandlung eine Verbesserung der

Löslichkeit der Harnsäure durch Neutralisation des Harns unerlässlich.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Allopurinol wird nach oraler Gabe rasch und vollständig absorbiert. Eine gastrale Absorption

erfolgt nicht, die günstigsten Absorptionsbedingungen liegen im Duodenum und im oberen

Jejunum vor. Die Allopurinol-Serum-Maximalwerte betragen bei der therapeutisch üblichen

Dosis von 300 mg in Abhängigkeit vom Ausmaß und der Geschwindigkeit der individuellen

First-pass-Umwandlung in Oxipurinol zwischen 1,0 µg/ml und 2,6 µg/ml, durchschnittlich 1,8

µg/ml. Die korrespondierenden Oxipurinol-Werte liegen zwischen 5 µg/ml und 11 µg/ml,

durchschnittlich bei 8,4 µg/ml. Die absolute Bioverfügbarkeit von Allopurinol beträgt ca. 90 %.

Allopurinol und Oxipurinol weisen keine ausgeprägte Bindungsaffinität für Plasmaproteine auf.

Während Allopurinol mit ca. 40 min. eine kurze Plasmaeliminationshalbwertszeit aufweist,

wurden für seinen aktiven Hauptmetaboliten Oxipurinol als mittlere Werte 17-21 Stunden

nachgewiesen, bei etwa einem Drittel der Patienten ist mit Werten zwischen 9 und 16 Stunden

zu rechnen. Nierenfunktionseinschränkungen führen zu einer Verlängerung der Oxipurinol-

Eliminationshalbwertszeit.

Benzbromaron wird je nach Partikelgröße (Mikronisierung) zu etwa 50-60 % aus dem Darm

absorbiert. Ursprünglich wurde angenommen, dass die Verstoffwechselung durch hepatische

Dehalogenierung zu den debromierten Metaboliten Bromobenzaron und Benzaron erfolgt. Nach

neueren Untersuchungen wird Benzbromaron (Eliminationshalbwertszeit 3 Std.) jedoch

vorwiegend über eine Hydroxylierung zu den beiden Hauptmetaboliten 6-Hydroxy-

Benzbromaron (Eliminationshalbwertszeit 17 Std.) und 1-Hydroxy-Benzbromaron

(Eliminationshalbwertszeit 20 Std.) umgewandelt und die Dehalogenierung ist nur von

untergeordneter Bedeutung. Benzbromaron selbst wird fast vollständig an Plasmaeiweiße

gebunden.

Der urikosurische Effekt tritt am stärksten nach etwa 8-12 Std. auf, wobei sowohl

Benzbromaron als auch die beiden Hauptmetaboliten urikosurisch wirksam sind. Die

Elimination von Ursprungssubstanz und Metaboliten erfolgt vorwiegend biliär über den

Gastrointestinaltrakt, etwa 5 % der verabreichten Dosis werden im Urin ausgeschieden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizität:

Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Benzbromaron an Ratten zeigten bei hohen

Dosierungen reversible Lebervergrößerungen und Enzymveränderungen. In Untersuchungen am

Hund zeigten sich keine toxischen Effekte.

Bei Langzeitanwendung von Allopurinol in Tierversuchen kam es bei hohen Dosierungen zur

Ausfällung von Xanthin-Präzipitaten, die zu Veränderungen in den harnableitenden Organen

führten.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential:

Die bisher durchgeführten

In-vitro-

In-vivo-

Mutagenitätsprüfungen mit Allopurinol

erbrachten keine Hinweise auf ein mutagenes oder kanzerogenes Potential.

Benzbromaron wurde nur unzureichend bezüglich mutagener Wirkungen untersucht. Bisherige

Untersuchungen verliefen negativ. In Langzeituntersuchungen an Ratten zeigte sich bei hoher

Dosierung eine leicht erhöhte Inzidenz von Lebertumoren, die auf Peroxisomenproliferation

zurückzuführen sind. Diese Veränderungen sind spezifisch für kleine Nager. Eine Relevanz für

die therapeutische Anwendung beim Menschen ergibt sich daraus nicht.

Reproduktionstoxizität:

In Tierversuchen mit Allopurinol traten bei einer von drei untersuchten Tierarten (Maus) bei

Dosen ab 50 mg

/

kg Körpergewicht am 10. Trächtigkeitstag teratogene Effekte auf.

Benzbromaron ist im Tierversuch nur unzureichend auf reproduktionstoxische Wirkungen

geprüft worden. Bei der Ratte erzeugt Benzbromaron, in Dosierungen oberhalb von 30

/

/

Tag während der Organogenese, Fehlbildungen der Extremitäten und Lippenspalten. Bei

der Maus wirkten Dosen von 30 mg

/

/

Tag embryoletal.

Es ist nicht bekannt, ob Benzbromaron in die Muttermilch übergeht.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Maisstärke

Mikrokristalline Cellulose

Poly(O-carboxymethyl)stärke

Natriumsalz

Hochdisperses Siliciumdioxid

Talkum

Gelatine

Natriumdodecylsulfat

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Alu-Blisterpackung

Packung mit 30 Tabletten

Packung mit 100 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

2890.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Dezember 1982

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. Dezember 2009

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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