Allopurinol 300 - 1 A Pharma Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Allopurinol
Verfügbar ab:
1 A Pharma GmbH
ATC-Code:
M04AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Allopurinol
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Allopurinol 300.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
11231.01.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Allopurinol 300 - 1 A Pharma®

Allopurinol 300 mg pro Tablette

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol 300 - 1 A Pharma beachten?

Wie ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma und wofür wird es angewendet?

Allopurinol 300 - 1 A Pharma ist ein Arzneimittel zur Hemmung der Bildung der Harnsäure (Uri-

kostatikum).

Allopurinol 300 - 1 A Pharma wird angewendet bei

Erwachsene

Harnsäurewerten im Blut im Bereich von 8,5 mg/100 ml und darüber, sofern diätetische Maß-

nahmen nicht ausreichen, bzw. bei klinischen Komplikationen erhöhter Harnsäurewerte, insbe-

sondere manifeste Gicht, harnsäurebedingte Nierenschädigung (Urat-Nephropathie), Auflö-

sung und Verhütung von Harnsäuresteinen sowie zur Verhinderung der Bildung von Calci-

umoxalatsteinen bei gleichzeitigem Vorliegen erhöhter Harnsäurewerte

erhöhten Harnsäurewerten im Blut und erhöhter Harnsäureausscheidung im Urin, z. B. bei

starkem Zellzerfall, Strahlen- bzw. Chemotherapie (sekundäre Hyperurikämie).

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol 300 - 1 A Pharma beachten?

Allopurinol 300 - 1 A Pharma darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Allopurinol oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Be-

standteile dieses Arzneimittels sind

bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min, siehe Abschnitt

3 „Wie ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma einzunehmen?“)

von Kindern.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Allopurinol 300 - 1 A Pharma

einnehmen.

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Allopurinol 300 - 1 A Pharma nur unter bestimmten

Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren

Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher zutrafen.

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erübrigt sich unter einem Harnsäurewert von

8,5 mg/100 ml im Blut eine medikamentöse Therapie, sofern Diätvorschriften eingehalten werden

und keine Nierenschäden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie

Bries, Niere, Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier,

da hierdurch Guanosin aufgenommen wird, das den Harnsäurespiegel stark erhöht) sollten

vermieden werden.

Schwere Hautreaktionen (Überempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch

epidermale Nekrolyse), die möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden im Zusammenhang mit

der Anwendung von Allopurinol 300 - 1 A Pharma berichtet. Diese können sich anfänglich als

rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken (oft mit Bläschen in der Mitte) am

Körperstamm zeigen. Zusätzliche Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene,

schmerzende Stellen (Geschwüre) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerötete und

geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese möglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen

werden oft von grippeähnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen)

begleitet. Der Hautausschlag kann zu einer großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut

führen. Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten

Behandlungswochen.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten,

beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm

mit, dass Sie Allopurinol einnehmen.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion in Zusammenhang mit der Anwendung von

Allopurinol 300 - 1 A Pharma aufgetreten ist, dürfen Sie nie wieder mit Allopurinol 300 - 1 A

Pharma behandelt werden.

Diese schweren Hautreaktionen können bei Menschen, die von Han-Chinesen, Thailändern oder

Koreanern abstammen, häufiger auftreten. Eine chronische Nierenkrankheit kann das Risiko bei

diesen Patienten möglicherweise noch weiter erhöhen.

Beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist Allopurinol 300 - 1

A Pharma sofort abzusetzen.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei eingeschränkter

Nierenfunktion, Leberfunktion oder vorbestehenden Blutbildungsstörungen.

Bei Behandlung der Gichtniere und von Harnsäuresteinen soll die Harnmenge mindestens

2 Liter pro Tag betragen, d. h. es ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Um erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder

Chemotherapie von Tumoren sowie bei der angeborenen Enzymmangelkrankheit Lesch-Nyhan-

Syndrom auftreten können, zu vermeiden, ist zusätzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf

eine reichliche Flüssigkeitszufuhr zur Gewährleistung einer ausreichenden Harnmenge zu achten.

Darüber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Löslichkeit von

Harnsäure zur vermehrten Ausscheidung mit dem Urin beitragen.

Falls eine harnsäurebedingte Nierenschädigung oder andere Krankheiten die Nierenfunktion

bereits beeinträchtigt haben sollten, so ist die Dosis entsprechend den Nierenfunktionswerten

anzupassen (siehe Abschnitt 3 „Wie ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma einzunehmen?“).

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfällen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren

vollständigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol können

durch die Freisetzung von Harnsäuredepots akute Gichtanfälle ausgelöst werden. Deshalb ist

während der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige vorbeugende Schmerzmittel- oder

Colchicin-Gabe in Betracht zu ziehen.

Bei großen Harnsäuresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschließen, dass sich Teile der infolge

einer Allopurinol-Behandlung aufgelösten Steine im Harnleiter festsetzen können.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Allopurinol 300 - 1 A Pharma einnehmen, wenn Sie

Schilddrüsenprobleme haben.

Allopurinol beeinflusst den Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe auch „Einnahme von

Allopurinol 300 - 1 A Pharma zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Kinder und Jugendliche

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma für Kinder nicht geeignet.

Einnahme von Allopurinol 300 - 1 A Pharma zusammen

mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arznei-

mittel einzunehmen/anzuwenden.

Allopurinol verlangsamt die Ausscheidung von

Probenecid

(Arzneimittel, das eine vermehrte

Harnsäureausscheidung bewirkt).

Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von

Arzneimitteln

die eine

vermehrte Harnsäureausscheidung bewirken

, wie

Probenecid

Benzbromaron

Sulfinpyra-

zon

oder

Salicylaten

in hohen Dosen, beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol

300 - 1 A Pharma herabgesetzt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkungen ist in jedem

Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

Wird Allopurinol 300 - 1 A Pharma gleichzeitig mit

6-Mercaptopurin

oder

Azathioprin

einge-

nommen, muss deren Dosis auf 25 % der sonst üblichen Dosis gesenkt werden, da ihre Wirkung

durch Allopurinol 300 - 1 A Pharma verlängert werden kann.

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlägen) auf die Antibiotika (Arzneimittel

zur Behandlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten)

Ampicillin

oder

Amoxicillin

ist bei

gleichzeitiger Allopurinol-Gabe häufiger zu rechnen. Deshalb sollten - wenn möglich - Patienten

unter Behandlung mit Allopurinol 300 - 1 A Pharma andere Antibiotika erhalten.

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und

Captopril

kann, insbesondere bei chronischem Nie-

renversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhöht werden.

Blutgerinnungshemmende Arzneimittel

(Antikoagulanzien vom Dicumaroltyp) können bei

gleichzeitiger Gabe mit Allopurinol 300 - 1 A Pharma in ihrer Wirkung verstärkt werden. Es ist

daher eine häufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und gegebenenfalls eine Dosisre-

duktion des entsprechenden Antikoagulans notwendig.

Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion kann bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol

300 - 1 A Pharma und blutzuckersenkenden Arzneimitteln, die

Chlorpropamid

enthalten, die

Wirkung von Chlorpropamid verlängert werden. Daher ist die Dosis von Chlorpropamid zu ver-

ringern.

Nach Einnahme von Allopurinol 300 - 1 A Pharma wurde von einer Hemmung der Verstoffwech-

selung

Theophyllin-haltiger Arzneimittel

, die z. B. zur Behandlung von Atemwegs- und Herzer-

krankungen verordnet werden, berichtet. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol 300 - 1 A

Pharma oder bei Erhöhung der Dosis von Allopurinol 300 - 1 A Pharma sollte deshalb die Theo-

phyllin-Konzentration im Blut bestimmt werden.

Bei Gabe von Allopurinol und

Zytostatika

(z. B.

Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin,

Procarbazin, Alkylhalogenide

) treten Blutbildveränderungen häufiger auf als bei Einzelgabe der

Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in regelmäßigen Zeitabständen durchzuführen.

Die Verweildauer von

Vidarabin-haltigen Arzneimitteln

(Arzneimittel gegen Viruserkrankun-

gen) im Körper kann in Gegenwart von Allopurinol verlängert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer

Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt

auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Die Konzentration von

Ciclosporin

(Arzneimittel zur Herabsetzung der körpereigenen Immunab-

wehr) im Blut kann unter Gabe von Allopurinol 300 - 1 A Pharma erhöht sein. Die Möglichkeit

eines häufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist daher zu berücksichtigen.

Die Verstoffwechselung von

Phenytoin-haltigen Arzneimitteln

, die z. B. zur Behandlung von

Anfallsleiden (Epilepsie) oder bei bestimmten schweren Herzerkrankungen verordnet werden,

kann durch Allopurinol 300 - 1 A Pharma beeinträchtigt werden. Ob diesem Befund eine klinische

Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Didanosin

(Arzneimittel zur Behandlung der HIV-Infektion)

und Allopurinol wird die Verstoffwechselung von Didanosin im Körper so verändert, dass sich der

Didanosin-Blutspiegel erhöhen kann. Dadurch könnten Didanosin-bedingte Nebenwirkungen

häufiger oder verstärkt auftreten. Die Patienten sollten im Hinblick auf Didanosin-bedingte

Nebenwirkungen engmaschig überwacht werden.

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Einnahme von

Aluminiumhydroxid

eine eingeschränkte

Wirkung haben. Zwischen der Einnahme beider Arzneimittel sollten mindestens 3 Stunden liegen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Allopurinol 300 - 1 A Pharma und

Furosemid

(Arzneimittel zur

vermehrten Wasserausscheidung) kann es zu erhöhten Serumurat- und Plasmaoxypurinol-

Konzentrationen kommen.

Insbesondere bei beeinträchtigter Nierenfunktion wurde ein erhöhtes Risiko für das Auftreten

einer Überempfindlichkeit berichtet, wenn Allopurinol 300 - 1 A Pharma mit Diuretika

(harntreibende Arzneimittel), insbesondere

Thiaziden

, gegeben wird.

Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion wurde ein erhöhtes Risiko für das Auftreten

einer Überempfindlichkeit berichtet, wenn Allopurinol mit

ACE-Hemmern

(Arzneimittel zur

Blutdrucksenkung) gegeben wird.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Allopurinol sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es keine ausreichenden

Erfahrungen am Menschen gibt.

Im Falle einer unbeabsichtigten Schwangerschaft sollte eine Ultraschalluntersuchung im ersten

Schwangerschaftsdrittel erfolgen, um eine normale fetale Entwicklung zu bestätigen.

Stillzeit

Allopurinol geht in die Muttermilch über. Während der Stillzeit wird Allopurinol nicht empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es können Schwindel, Schläfrigkeit oder Störungen in den Bewegungsabläufen als unerwünschte

Wirkungen auftreten. Dadurch kann eine Verminderung der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit,

Maschinen zu bedienen, die Folge sein.

Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug

reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen

Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass

Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Bevor Sie die genannten Tätigkeiten ausführen, müssen Sie ausreichend sicher sein, dass

Allopurinol Ihre Leistungsfähigkeit nicht einschränkt.

3.

Wie ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt

Erwachsene

Erwachsene nehmen in Abhängigkeit von den aktuellen Serumharnsäurewerten täglich 1 Tablette

Allopurinol 300 - 1 A Pharma (entsprechend 300 mg Allopurinol pro Tag) ein.

Um das Risiko des Auftretens von unerwünschten Wirkungen möglichst zu verringern, sollte die

Behandlung mit 100 mg Allopurinol begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend ge-

senkten Serumharnsäurespiegeln im Blut zu erhöhen.

Alternativ können 100-300 mg Allopurinol täglich gegeben werden, wofür auch andere Stärken

zur Verfügung stehen.

In Einzelfällen kann die Dosis auf 2 Tabletten Allopurinol 300 - 1 A Pharma täglich gesteigert

werden (entsprechend 600 mg Allopurinol). Hierfür sind Blutuntersuchungen durchzuführen (der

Serum-Oxypurinolspiegel sollte einen Wert von 15 Mikrogramm/ml [100 Mikromol] nicht über-

schreiten). Alternativ kann die Dosis in Einzelfällen bis auf 800 mg Allopurinol gesteigert werden.

Die Dosis sollte über den Tag verteilt verabreicht werden.

Zur besseren Verträglichkeit sollten als Einzeldosis nicht mehr als 1 Tablette Allopurinol 300 - 1

A Pharma verabreicht werden (entsprechend 300 mg Allopurinol).

Die Tageshöchstdosis beträgt 800 mg Allopurinol.

Kinder, Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma für Kinder sowie Patien-

ten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nicht geeignet.

Bei der Durchführung einer Hämodialyse (Blutwäsche) können sofort nach jeder Behandlung (d.

h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300-400 mg Allopurinol eingenommen werden.

Ältere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei älteren Patienten nicht vorliegen, sollte

diese Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Fer-

ner ist insbesondere bei älteren Patienten das Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion in

Betracht zu ziehen.

Art der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit möglichst immer zur gleichen Tageszeit

nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei Überschreiten der Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopu-

rinol und beim Auftreten von Magen-Darm-Unverträglichkeiten ist die Dosis über den Tag verteilt

einzunehmen.

Bitte achten Sie auf eine ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitszufuhr.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Allopurinol 300 - 1 A Pharma ist in der Regel über einen längeren Zeitraum

erforderlich. Bitte nehmen Sie Allopurinol 300 - 1 A Pharma regelmäßig und über die vom Arzt

bestimmte Dauer ein.

Wie bei jeder Langzeitbehandlung ist auch hier eine laufende Überwachung notwendig. Die Harn-

säurespiegel sind wiederholt und regelmäßig zu kontrollieren, gleichzeitig soll auf mögliche Ne-

benwirkungen geachtet und die Notwendigkeit einer Fortsetzung der medikamentösen Behandlung

überprüft werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Allopurinol 300 - 1 A Pharma zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Allopurinol 300 - 1 A Pharma eingenommen haben als Sie

sollten

Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt. Nach Einnahme von 20 g Allopurinol traten bei ei-

nem Patienten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung ist - insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme mit

Azathioprin oder 6-Mercaptopurin - umgehend ein Arzt zu verständigen, damit Maßnahmen er-

griffen werden können, die die weitere Aufnahme des Arzneimittels in den Blutkreislauf vermin-

dern bzw. die Ausscheidung des Arzneimittels beschleunigen, wie reichliche Flüssigkeitszufuhr

oder gegebenenfalls eine Hämodialyse (Blutwäsche).

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol 300 - 1 A Pharma vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt, beenden Sie die Anwendung von

Allopurinol und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt:

Häufig

Erhöhter Thyreotropinspiegel im Blut

Selten

Fieber und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeähnlich) und allgemeines

Unwohlsein

Veränderungen an der Haut, z. B. offene, schmerzende Stellen an Mund, Hals, Nase,

Genitalien oder rote, geschwollene Augen (Konjunktivitis), großflächige Blasenbildung oder

Ablösungen der Haut

schwere Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Fieber, Hautrötungen, allgemeine

Schmerzen, Unregelmäßigkeiten bei Blut- und Leberfunktionstests (diese können Anzeichen

einer Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktion sein)

Sehr selten

Schwere allergische Reaktion, die zu einem Anschwellen des Gesichts oder des Rachens führt

Schwere, möglicherweise lebensbedrohliche allergische Reaktion

Schwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen,

Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe Abschnitt 2)

Bei Patienten mit Gicht kann es zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol 300 - 1 A Pharma zu

einem Gichtanfall kommen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist häufiger bei Bestehen einer Nieren- oder Leberschädigung

oder bei gleichzeitiger Einnahme Ampicillin- oder Amoxicillin-haltiger Arzneimittel.

Häufig

Hautausschlag

Gelegentlich

schwere Knochenmarkschädigungen (Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastische

Anämie) insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Patienten mit Nierenleiden sollten deshalb ihren Arzt auf diese Erkrankung hinweisen, um eine

sorgfältige Überwachung ihres Blutbildes zu gewährleisten.

Übelkeit, Brechreiz

Selten

Leberfunktionsstörungen, mit einem asymptomatischen (ohne Anzeichen) Anstieg der Leber-

werte bis hin zur Hepatitis (Leberentzündung, einschließlich Lebernekrose und granulomatöser

Hepatitis)

Überempfindlichkeitsreaktionen (insbesondere bei tödlichem Verlauf bestanden im Allgemei-

nen Nieren- oder Leberfunktionsstörungen)

Beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen muss Allopurinol 300 - 1 A Pharma so-

fort abgesetzt und ein Arzt umgehend aufgesucht werden.

Sehr selten

Auftreten von eitrigen Entzündungen der Haut (Furunkulose)

Es kann mitunter vorkommen, dass Allopurinol-Tabletten Einfluss auf Ihr Blut haben, was sich

darin äußern kann, dass Sie leichter blaue Flecken bekommen oder dass Halsschmerzen oder

andere Anzeichen einer Infektion auftreten. Diese Auswirkungen treten in der Regel bei Pati-

enten mit Leber- oder Nierenproblemen auf. Wenden Sie sich in einem solchen Fall so bald

wie möglich an Ihren Arzt.

Lymphknotenerkrankung

(angioimmunoblastische

Lymphadenopathie),

nach

Absetzen

Arzneimittels reversibel

Veränderungen des weißen Blutbildes (Leukopenie, Leukozytose, Granulozytose, Eosinophi-

lie)

Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich unter anderem in Fieber, Schüttelfrost und Gelenk-

schmerzen äußerten, Leberfunktionsstörungen (reversible Erhöhungen der Transaminasen und

der alkalischen Phosphatasen) sowie Entzündungen der Gallenwege und Xanthinablagerungen

im Harntrakt.

akuter anaphylaktischer Schock

Anaphylaxie kann lebensbedrohlich sein

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Erhöhung der Blutfettwerte (Hyperlipidämie)

traurige Verstimmtheit (Depression)

Gleichgewichtsstörung (Ataxie)

Nervenentzündungen (periphere Neuritis)

Geschmacksabweichung

Bewusstlosigkeit (Koma)

Kopfschmerz

Nervenleiden (Neuropathie)

Lähmungserscheinungen (Paralyse)

Schläfrigkeit (Somnolenz)

Empfindungsstörungen (Parästhesie)

Trübung der Augenlinse (grauer Star)

Veränderung der Netzhaut des Auges (Makula-Degeneration)

Sehstörungen

Schwindel

Schmerzen in der Brust (Angina pectoris)

Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie)

Bluthochdruck

Halsentzündungen (Angina)

blutiges Erbrechen

vermehrte Ausscheidung von Fett im Stuhl

Entzündung der Mundschleimhaut

Darmstörung

Haarausfall (Alopezie)

blasse Schwellung von Haut und Schleimhaut, vor allem im Gesichtsbereich (Quincke-Ödem)

verfärbtes Haar

Muskelschmerzen

Blut im Urin (Hämaturie)

krankhafte Erhöhung von Harnbestandteilen im Blut (Urämie)

ein- oder zweiseitige Vergrößerung der männlichen Brustdrüse

Unfruchtbarkeit

Impotenz

allgemeines Unwohlsein

allgemeine körperliche Kraftlosigkeit (Asthenie)

vermehrte Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

Fieber

Nicht bekannt

Durchfall

gastrointestinale Blutungen (Hämorrhagie)

Insbesondere bei magenempfindlichen Patienten sollte auf gewissenhafte Einnahme nach dem Es-

sen mit genügender Trinkmenge geachtet werden.

Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen, die zu jedem Zeitpunkt der Behand-

lung auftreten können, am häufigsten. Sie können sich bemerkbar machen durch Hautjucken, evtl.

verbunden

Knötchenbildung

Haut,

Hautabschuppung,

punktförmige

flächenhafte

Hautblutungen und selten mit Hautabschälungen. Beim Auftreten derartiger Erscheinungen ist Al-

lopurinol 300 - 1 A Pharma sofort abzusetzen und der Arzt aufzusuchen, da schwere generalisierte

Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten können.

Gegenmaßnahmen

Bei Auftreten von Hautreaktionen (die sich bemerkbar machen können durch Hautjucken, evtl.

verbunden mit Knötchenbildung der Haut, Hautabschuppung, punktförmige bis flächenhafte

Hautblutungen und selten mit Hautabschälungen) dürfen Sie Allopurinol 300 - 1 A Pharma nicht

weiter einnehmen. Suchen Sie in diesen Fällen Ihren Arzt auf!

Bei Auftreten akuter allgemeiner, eventuell lebensbedrohlicher Überempfindlichkeitsreaktionen

(anaphylaktischer Schock) muss sofort der nächst erreichbare Arzt verständigt werden, damit die

erforderlichen Notfallmaßnahmen eingeleitet werden können. Allopurinol 300 - 1 A Pharma darf

in diesem Fall nicht weiter eingenommen werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Ne-

benwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis und dem Umkarton nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel

zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

enthält

Wirkstoff

ist:

Allopurinol

1 Tablette enthält 300 mg Allopurinol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

mikrokristalline Cellulose, Cellulosepulver, Crospovidon, Macrogol 4000, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.), Povidon K 25, Talkum

Wie Allopurinol 300 - 1 A Pharma aussieht und Inhalt der Packung

Allopurinol 300 - 1 A Pharma ist eine weiße bis cremeweiße, beidseitig gewölbte, längliche

Tablette mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Allopurinol 300 - 1 A Pharma ist in Packungen mit 20, 30, 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

1 A Pharma GmbH

Keltenring 1 + 3

82041 Oberhaching

Telefon: (089) 6138825-0

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

oder

Lek Pharmaceuticals d.d.

Verovskova 57

1526 Ljubljana

Slowenien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2018.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Allopurinol 100 - 1 A Pharma

, Tabletten

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

, Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Allopurinol 100 - 1 A Pharma

1 Tablette enthält 100 mg Allopurinol.

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

1 Tablette enthält 300 mg Allopurinol.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Allopurinol 100 - 1 A Pharma

Weiße, runde, bikonvexe Tablette mit einseitiger Bruchkerbe

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

Weiße bis cremeweiße, bikonvexe, oblonge Tablette mit beidseitiger Bruchkerbe

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Erwachsene

alle Formen der Hyperurikämie mit Serum-Harnsäurewerten im Bereich von 500 Mikromol/l (8,5

mg/100 ml) und darüber, sofern nicht diätetisch beherrschbar, bzw. klinische Komplikationen

hyperurikämischer Zustände, insbesondere manifeste Gicht, Urat-Nephropathie, Auflösung und

Verhütung von Harnsäuresteinen sowie zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalatsteinen bei

gleichzeitiger Hyperurikämie

sekundäre Hyperurikämie unterschiedlicher Genese

Zusätzlich für Allopurinol 100 - 1 A Pharma

Kinder

sekundäre Hyperurikämie unterschiedlicher Genese

Harnsäurenephropathie bei Leukämie-Behandlung

angeborene Enzymmangelkrankheiten Lesch-Nyhan-Syndrom (teilweise oder totale Defekte der

Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase) und Adenin-Phosphoribosyl-Transferasemangel

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Allopurinol 100 - 1 A Pharma

Erwachsene

In Abhängigkeit von den aktuellen Serum-Harnsäurewerten werden täglich 100-300 mg Allopurinol

(entsprechend 1-3 Tabletten Allopurinol 100 - 1 A Pharma) eingenommen.

Um das Risiko des Auftretens von unerwünschten Wirkungen möglichst zu verringern, sollte die

Behandlung mit täglich 100 mg Allopurinol begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend

gesenkten Serumharnsäurespiegeln zu erhöhen.

In Einzelfällen kann die Dosis auf täglich 600-800 mg Allopurinol gesteigert werden (entsprechend 6-8

Tabletten Allopurinol 100 - 1 A Pharma). Hierfür ist der Serum-Oxypurinolspiegel zu beachten, der einen

Wert von 15 Mikrogramm/ml (100 Mikromol) nicht überschreiten sollte. Die Dosis sollte über den Tag

verteilt verabreicht werden.

Zur besseren Verträglichkeit sollten als Einzeldosis nicht mehr als 300 mg Allopurinol verabreicht werden

(entsprechend 3 Tabletten Allopurinol 100 - 1 A Pharma).

Die tägliche Maximaldosis beträgt 800 mg Allopurinol.

Kinder

Die Tagesdosis beträgt 10 mg Allopurinol pro Kilogramm Körpergewicht (bis max. 400 mg/Tag), verteilt

auf 3 Einzeldosen.

Ältere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei älteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese

Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist

insbesondere bei älteren Patienten das Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion in Betracht zu

ziehen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ohne Dosisanpassung kann es zu einer Überdosierung kommen, da

Allopurinol und seine Metaboliten über die Nieren ausgeschieden werden.

Zur Verminderung eines möglichen Risikos ist deshalb eine Änderung der empfohlenen Dosierung

angezeigt. Beim Vorliegen von schweren Nierenfunktionsstörungen sollten höchstens 100 mg

Allopurinol/Tag oder Einzeldosen von 100 mg in größeren Abständen als einem Tag verabreicht werden.

Die entsprechende Dosis sollte nur bei ungenügender Wirkung erhöht werden. Der Serum-

Oxypurinolspiegel sollte einen Wert von 15,2 Mikrogramm/ml nicht überschreiten.

Eine Anleitung für die Dosierung bei Niereninsuffizienz gibt folgendes Schema:

Kreatinin-Clearance

Tagesdosis

über 20 ml/min

Standarddosis

10-20 ml/min

100-200 mg

unter 10 ml/min

100 mg oder größere Intervalle

Bei Hämodialyse können sofort nach jeder Behandlung (d. h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300-400 mg

Allopurinol gegeben werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei eingeschränkter Leberfunktion wird ein Vorgehen wie bei Niereninsuffizienz angeraten. Zu Beginn

der Behandlung sollten zusätzlich regelmäßige Leberfunktionstests durchgeführt werden.

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

Erwachsene

In Abhängigkeit von den aktuellen Serum-Harnsäurewerten wird täglich 300 mg Allopurinol

(entsprechend 1 Tablette Allopurinol 300 - 1 A Pharma) eingenommen.

Um das Risiko des Auftretens von unerwünschten Wirkungen möglichst zu verringern, sollte die

Behandlung mit täglich 100 mg Allopurinol begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend

gesenkten Serumharnsäurespiegeln zu erhöhen.

Alternativ können 100-300 mg Allopurinol täglich gegeben werden, wofür auch andere Stärken zur

Verfügung stehen.

In Einzelfällen kann die Dosis auf täglich 600 mg Allopurinol gesteigert werden (entsprechend 2

Tabletten Allopurinol 300 - 1 A Pharma). Hierfür ist der Serum-Oxypurinolspiegel zu beachten, der einen

Wert von 15 Mikrogramm/ml (100 Mikromol) nicht überschreiten sollte. Alternativ kann die Dosis in

Einzelfällen bis auf 800 mg Allopurinol gesteigert werden. Die Dosis sollte über den Tag verteilt

verabreicht werden.

Zur besseren Verträglichkeit sollten als Einzeldosis nicht mehr als 300 mg Allopurinol verabreicht werden

(entsprechend 1 Tablette Allopurinol 300 - 1 A Pharma).

Die tägliche Maximaldosis beträgt 800 mg Allopurinol.

Kinder, Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist Allopurinol 300 - 1 A Pharma für Kinder sowie Patienten mit

eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nicht geeignet.

Bei Hämodialyse können sofort nach jeder Behandlung (d. h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300-400 mg

Allopurinol gegeben werden.

Ältere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei älteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese

Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist

insbesondere bei älteren Patienten das Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion in Betracht zu

ziehen.

Art der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei

Überschreiten der Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopurinol und beim Auftreten von Magen-Darm-

Unverträglichkeiten ist die Dosis über den Tag verteilt zu verabreichen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Zur Verhinderung der Bildung von

Calciumoxalat- und Harnsäuresteinen sowie bei primärer Hyperurikämie und Gicht ist in den meisten Fäl-

len eine Dauertherapie erforderlich. Bei sekundärer Hyperurikämie wird eine vorübergehende Behandlung

entsprechend der Dauer der erhöhten Harnsäurewerte empfohlen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Zusätzlich für Allopurinol 300 - 1 A Pharma

schwere Nierenfunktionsstörungen mit einer Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min

Kinder

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erübrigt sich unter einem Serumharnsäurewert von 506 Mikromol/l

entspr. 8,5 mg/100 ml eine medikamentöse Therapie, sofern Diätvorschriften eingehalten werden und

keine Nierenschäden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z. B. Innereien wie Bries, Niere,

Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch

Guanosin, ein Ribonukleosid, aufgenommen wird, das den Harnsäurespiegel stark erhöht) sollten

vermieden werden.

Beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen, z. B. Hautausschlag, ist Allopurinol - 1 A Pharma

sofort abzusetzen.

Überempfindlichkeitssyndrom (DRESS)*, SJS** und TEN***

Überempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Allopurinol können sich auf verschiedene Weise

äußern, einschließlich makulopapulösem Hautausschlag, Hypersensitivitätssyndrom, auch DRESS

(Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) sowie lebensbedrohlichen

Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom [SJS] und Toxisch Epidermaler Nekrolyse [TEN]). Die

Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und

engmaschig bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden. Das Risiko für das Auftreten

von Überempfindlichkeitsreaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten. Wenn Anzeichen

oder Symptome für ein SJS oder eine TEN auftreten (z. B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit

Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen), muss die Therapie mit Allopurinol - 1 A Pharma

sofort beendet werden. Der Verlauf der Überempfindlichkeitsreaktionen wird maßgeblich von der

frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d.

h. frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose. Nach Auftreten eines DRESS, eines SJS oder einer TEN

in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol - 1 A Pharma darf keine erneute Behandlung mit

Allopurinol - 1 A Pharma erfolgen. Kortikosteroide können hilfreich bei der Behandlung von

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut sein.

*DRESS: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

**SJS: Stevens-Johnson-Syndrom

***TEN: Toxisch Epidermale Nekrolyse

HLA-B*5801-Allele

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein Allopurinol-

assoziiertes Hypersensitivitätssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die Häufigkeit des Vorkommens des

Allels HLA-B*5801 variiert stark zwischen verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen: bis zu 20 %

in der Population der Han-Chinesen, 8 bis 15 % bei den Thai, etwa 12 % in der Population der Koreaner

und 1-2 % der Individuen japanischer oder europäischer Abstammung. Ein Screening auf HLA-B*5801

sollte vor Beginn einer Behandlung mit Allopurinol bei Patientensubgruppen mit bekannter hoher

Prävalenz dieses Allels erwogen werden. Eine chronische Nierenkrankheit kann das Risiko bei diesen

Patienten möglicherweise noch weiter erhöhen. Falls bei Patienten mit Abstammung von Han-Chinesen,

Thai oder Koreanern keine Möglichkeit zur Genotypisierung hinsichtlich HLA-B*5801 besteht, sollte vor

Beginn einer Therapie der Nutzen sorgfältig abgewogen werden und er sollte die möglichen höheren

Risiken übersteigen. Bei anderen Patientenpopulationen ist die Genotypisierung nicht etabliert.

Wenn bei einem Patienten bekannt ist, dass er Träger eines HLA-B*5801-Allels ist, (insbesondere bei

Abstammung von Han-Chinesen, Thai oder Koreanern), sollte Allopurinol nur angewendet werden, wenn

keine sinnvollen therapeutischen Alternativen zur Verfügung stehen und der Nutzen die Risiken

übersteigt. Es ist dann eine besondere Überwachung des Patienten hinsichtlich der Ausbildung eines

Hypersensitivitätssyndroms (DRESS) oder SJS/TEN erforderlich und der Patient ist darüber zu

informieren, die Therapie bei den ersten Anzeichen von entsprechenden Symptomen sofort abzubrechen.

SJS/TEN kann auch bei Patienten auftreten, die negativ für HLA-B*5801 sind, unabhängig von ihrer

ethnischen Herkunft.

Eingeschränkte Nieren- und/oder Leberfunktion

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei eingeschränkter Nierenfunktion,

Leberfunktion oder vorbestehenden Blutbildungsstörungen. Bei Patienten mit beeinträchtigter Nieren-

oder Leberfunktion sind die entsprechenden Dosierungsempfehlungen zu beachten (siehe Abschnitt 4.2).

Insbesondere bei Patienten, die wegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz z. B. mit ACE-Hemmern

oder Diuretika behandelt werden, sollte die Verabreichung von Allopurinol mit Vorsicht erfolgen, da bei

dieser Patientengruppe eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion vorliegen kann.

Eine chronische Niereninsuffizienz und eine gleichzeitige Anwendung von Diuretika, insbesondere von

Thiaziden, wurden mit einem erhöhten Risiko für durch Allopurinol induzierte SJS/TEN und andere

schwere Überempfindlichkeitsreaktionen in Zusammenhang gebracht.

Asymptomatische Hyperurikämie

Eine asymptomatische Hyperurikämie an sich wird im Allgemeinen nicht als Indikation für die

Anwendung von Allopurinol angesehen. Eine Veränderung der Flüssigkeitszufuhr sowie der Ernährung

zusammen mit der Behandlung der zugrundeliegenden Ursache können die Erkrankung korrigieren.

Bei Behandlung der Gichtniere und der Harnsäuresteine soll die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag

betragen.

Xanthinablagerung

Um erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z. B. bei der Strahlen- oder

Chemotherapie von Neoplasmen sowie bei dem Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten können, zu vermeiden,

ist zusätzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr zur

Gewährleistung einer ausreichenden Diurese zu achten. Darüber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns

durch Verbesserung der Löslichkeit von Urat/Harnsäure zur vermehrten Ausscheidung dieser Substanzen

mit dem Urin beitragen.

Falls eine Uratnephropathie oder andere pathologische Veränderungen die Nierenfunktion bereits

beeinträchtigt haben sollten, so ist die Dosis entsprechend den Nierenfunktionswerten anzupassen (siehe

Abschnitt 4.2).

Akute Gichtanfälle

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfällen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren

vollständigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol können durch

Mobilisierung größerer Harnsäuredepots akute Gichtanfälle ausgelöst werden. Deshalb ist während der

ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige prophylaktische Analgetika- oder Colchicin-Gabe in

Betracht zu ziehen. Für die geeignete Dosierung und Vorsichtsmaßnahmen sowie Warnhinweise sollte die

Literatur herangezogen werden.

Wenn Patienten unter Allopurinol einen akuten Anfall erleiden, sollte die Behandlung währenddessen mit

der gleichen Dosis unter gleichzeitiger Gabe geeigneter Antiphlogistika fortgesetzt werden.

Auswirkungen von Harnsäurenierensteinen

Bei großen Harnsäuresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschließen, dass sich Teile der infolge einer

Allopurinol-Behandlung aufgelösten Steine im Harnleiter festsetzen können.

Erkrankungen der Schilddrüse

Bei Patienten unter Langzeitbehandlung mit Allopurinol (5,8 %) in einer offenen Langzeit-

Verlängerungsstudie wurden erhöhte TSH-Werte (> 5,5 μIE/ml) beobachtet. Bei der Anwendung von

Allopurinol bei Patienten mit veränderter Schilddrüsenfunktion ist Vorsicht geboten.

Allopurinol interagiert mit dem Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Probenecid

Allopurinol verlangsamt die Elimination von Probenecid.

Probenecid, Benzbromaron, Sulfinpyrazon oder Salicylate in hohen Dosen

Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine

vermehrte Harnsäureausscheidung bewirken, beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol

herabgesetzt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist in jedem Fall vom Arzt zu bewerten.

6-Mercaptopurin oder Azathioprin

Wird Allopurinol gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin eingenommen, muss deren Dosis auf

25 % der sonst üblichen Dosis gesenkt werden, da der Metabolismus dieser Wirkstoffe bei

Xanthinoxidase-Hemmung verlangsamt und somit ihre Wirkung verlängert ist.

Ampicillin oder Amoxicillin

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlägen) auf Ampicillin oder Amoxicillin ist bei

gleichzeitiger Allopurinol-Gabe häufiger zu rechnen. Deshalb sollten - wenn möglich - Patienten unter

Allopurinol-Therapie andere Antibiotika erhalten.

Captopril

Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril kann, insbesondere bei chronischem

Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhöht werden.

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ können in ihrer Wirkung verstärkt werden. Es ist daher eine

häufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und ggf. eine entsprechende Dosisreduktion des

Cumarin-Derivates notwendig.

Chlorpropamid

Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die hypoglykämische Wirkung des

Antidiabetikums Chlorpropamid durch die gleichzeitige Gabe von Allopurinol verlängert werden, was

eine Dosisreduktion erforderlich macht.

Theophyllin

Allopurinol hemmt bei hoher Dosierung den Theophyllin-Stoffwechsel. Zu Beginn der Behandlung mit

Allopurinol oder bei Erhöhung der Allopurinol-Dosis sollten deshalb die Theophyllin-Plasmaspiegel

bestimmt werden.

Zytostatika

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin,

Procarbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveränderungen häufiger auf als bei Einzelgabe der

Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in regelmäßigen Zeitabständen durchzuführen.

Vidarabin (Adenin-Arabinosid)

Die Plasmahalbwertszeit von Vidarabin kann in Gegenwart von Allopurinol verlängert sein. Deshalb ist

bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell

vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Ciclosporin

Die Plasmakonzentration von Ciclosporin kann unter Allopurinol-Gabe erhöht sein. Die Möglichkeit eines

häufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist zu berücksichtigen.

Phenytoin

Allopurinol kann die Metabolisierung von Phenytoin in der Leber beeinträchtigen; ob diesem Befund eine

klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

Didanosin

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Anwendung mit Didanosin dessen Exposition steigern und somit das

Potenzial für Didanosin-assoziierte Nebenwirkungen erhöhen, da die Xanthinoxidase an der

Metabolisierung von Didanosin beteiligt ist. Die Patienten sollten im Hinblick auf Didanosin-assoziierte

Nebenwirkungen engmaschig überwacht werden.

Aluminiumhydroxid

Allopurinol kann bei gleichzeitiger Einnahme von Aluminiumhydroxid eine eingeschränkte Wirkung ha-

ben. Zwischen der Einnahme beider Arzneimittel sollten mindestens 3 Stunden liegen.

Diuretika

Es wurde eine Wechselwirkung zwischen Allopurinol und Furosemid berichtet, die zu erhöhten Serumu-

rat- und Plasmaoxypurinol-Konzentrationen führt.

Insbesondere bei beeinträchtigter Nierenfunktion wurde ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Über-

empfindlichkeit berichtet, wenn Allopurinol mit Diuretika, insbesondere Thiaziden, gegeben wird.

Angiotensin-converting-Enzym (ACE)-Hemmer

Insbesondere bei beeinträchtigter Nierenfunktion wurde ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Über-

empfindlichkeit berichtet, wenn Allopurinol mit ACE-Hemmern gegeben wird.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Allopurinol bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Da

Allopurinol in den Purinstoffwechsel eingreift und das potenzielle Risiko für den Menschen unbekannt ist,

sollte Allopurinol nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig

erforderlich. Im Falle einer unbeabsichtigten Exposition während des 1. Schwangerschaftstrimesters

werden hochauflösende Ultraschalluntersuchungen empfohlen, um eine normale fetale Entwicklung zu

bestätigen.

Stillzeit

Allopurinol und sein Metabolit Oxypurinol gehen in die Muttermilch über. Während der Stillzeit wird

Allopurinol nicht empfohlen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschi-

nen

Da unter Behandlung mit Allopurinol über Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel und Ataxie

berichtet worden ist, sollten Patienten vor dem Fahren eines Kraftfahrzeuges, dem Bedienen von

Maschinen oder der Teilnahme an gefährlichen Aktivitäten Vorsicht walten lassen, bis sie sich

ausreichend sicher sind, dass Allopurinol ihre Leistungsfähigkeit nicht einschränkt.

4.8

Nebenwirkungen

Zu diesem Arzneimittel gibt es keine moderne klinische Dokumentation, die als Grundlage zur

Bestimmung der Häufigkeit von Nebenwirkungen verwendet werden kann. Nebenwirkungen können in

ihrer Häufigkeit variieren je nach erhaltener Dosierung und auch je nachdem, ob weitere Arzneimittel in

Kombination angewendet werden.

Die Häufigkeitskategorien, in die die unten angegebenen Nebenwirkungen eingestuft wurden, sind

Schätzungen. Für die meisten Nebenwirkungen sind nicht ausreichend Daten verfügbar, um die Häufigkeit

zu berechnen. Nebenwirkungen, die durch Beobachtung nach Markteinführung erkannt wurden, wurden

als selten oder sehr selten betrachtet.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Zu Beginn einer Behandlung mit Allopurinol - 1 A Pharma kann es zu einem reaktiven Gichtanfall

kommen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist häufiger bei Bestehen einer Nieren- und/oder Leberinsuffizienz

oder bei gleichzeitiger Ampicillin- oder Amoxicillin-Medikation.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

sehr selten

Furunkulose

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

sehr selten

Blutbildveränderungen wie Leukopenie, Leukozytose,

Granulozytose, Eosinophilie

Thrombozytopenie

, Agranulozytose

, aplastische Anämie

Erkrankungen des

Immunsystems

selten

verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion mit Multiorgan-

Beteiligung (bekannt als Hypersensitivitätssyndrom; DRESS)

mit Fieber, Hautausschlag, Vaskulitis, Lymphadenopathie,

Pseudolymphom, Arthralgie, Leukopenie, Eosinophilie,

Milzvergrößerung, abweichenden Leberfunktionswerten und

cholestatischer Hepatopathie mit Schwund der Gallengänge

(vanishing bile duct syndrome) kann in verschiedenen

Ausprägungen vorkommen. Andere Organe können ebenfalls

betroffen sein (Lunge, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Myokard

und Darm)

sehr selten

Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich u. a. in Fieber,

Hautreaktionen, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen äußern

können, Leberfunktionsstörungen (reversible Erhöhung der

Transaminasen und der alkalischen Phosphatasen), akute

Cholangitis und Xanthinsteine

akuter anaphylaktischer Schock

Anaphylaktische Reaktion

angioimmunoblastische Lymphadenopathie (nach Absetzen

von Allopurinol reversibel)

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

sehr selten

Diabetes mellitus

Hyperlipidämie

Pychiatrische

Erkrankungen

sehr selten

Depression

Erkankungen des

Nervensystems

sehr selten

Ataxie

periphere Neuritis

Geschmacksabweichung

Koma

Kopfschmerz

Neuropathie

Paralyse

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Somnolenz

Parästhesie

Augenerkrankungen

sehr selten

Katarakt

Makula-Degeneration

Sehstörung

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

sehr selten

Schwindel

Herzerkrankungen

sehr selten

Angina pectoris

Bradykardie

Gefäßerkrankungen

sehr selten

Hypertonie

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

sehr selten

Angina

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

gelegentlich

Übelkeit, Brechreiz

sehr selten

Hämatemesis

Steatorrhö

Stomatitis

Änderung der Darmentleerungsgewohnheiten

nicht

bekannt

Durchfall

gastrointestinale Hämorrhagie

Leber- und

Gallenerkrankungen

selten

Leberfunktionsstörungen, die von einem asymptomatischen

Anstieg der Leberwerte bis hin zur Hepatitis

(einschließlich

Lebernekrose und granulomatöser Hepatitis) reichten

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

häufig

Hautausschlag

sehr selten

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), Toxisch Epidermale

Nekrolyse (TEN) (siehe Abschnitt 4.4)

Arzneimittelexanthem

Alopezie

Quincke-Ödem

Angioödem

verfärbtes Haar

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

sehr selten

Muskelschmerzen

Erkrankungen der Nieren

und Harnwege

sehr selten

Hämaturie

Urämie

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

sehr selten

Gynäkomastie

Impotenz

Infertilität

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

sehr selten

allgemeines Unwohlsein

Asthenie

Ödeme

Fieber

Untersuchungen

häufig

Thyreotropin im Blut erhöht

Sehr selten wurde das Auftreten von Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastischer Anämie berichtet,

insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion. Dies unterstreicht die Notwendigkeit

einer besonders sorgfältigen Überwachung dieser Patientengruppe.

Wenn solche Reaktionen zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, muss Allopurinol sofort und

dauerhaft abgesetzt werden.

Eine Reprovokation sollte bei Patienten mit dem Hypersensitivitätssymdrom und SJS/TEN nicht erfolgen. Zur

Behandlung haben sich Kortikosteroide bewährt.

Wenn generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind, waren gewöhnlich Vorerkrankungen der

Niere oder Leber vorhanden, insbesondere bei tödlichem Ausgang.

Insbesondere bei magenempfindlichen Patienten sollte auf gewissenhafte Einnahme nach dem Essen mit genü-

gender Trinkmenge geachtet werden.

Eine hepatische Dysfunktion wurde ohne offensichtlichen Nachweis einer generalisierteren

Überempfindlichkeit berichtet.

Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen am häufigsten (ca. 4 %); sie können zu jedem

Zeitpunkt der Behandlung auftreten, und zwar mit Hautjucken, in makulopapulöser, manchmal schuppenartiger,

manchmal Purpura-ähnlicher und selten exfoliativer Form, wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxisch

epidermale Nekrolyse (SJS/TEN).

Beim Auftreten derartiger Reaktionen ist Allopurinol - 1 A Pharma sofort abzusetzen. Das höchste Risiko für

SJS/TEN oder andere schwere Überempfindlichkeitsreaktionen besteht in den ersten Behandlungswochen. Die

besten Ergebnisse bei der Behandlung solcher Reaktionen werden durch eine frühe Diagnose und ein sofortiges

Absetzen des vermuteten Arzneimittels erzielt.

Nach dem Abklingen leichter Erscheinungen kann die Therapie wieder mit einer niedrigen Dosis (z. B. 50

mg/Tag) aufgenommen werden. Diese Dosis ist bei Bedarf allmählich zu erhöhen.

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein Allopurinol-assoziiertes

Hypersensitivitätssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die Genotypisierung als systematisches Testverfahren

(Screening) vor einer Allopurinolbehandlung ist nicht etabliert.

Wenn der Hautausschlag wieder auftritt, sollte das Präparat ganz abgesetzt werden, da schwere generalisierte

Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten können (siehe

und Abschnitt 4.4).

Wenn SJS/TEN oder andere schwere Überempfindlichkeitsreaktionen nicht ausgeschlossen werden können, soll-

te Allopurinol aufgrund der Möglichkeit einer schweren oder sogar tödlichen Reaktion NICHT erneut eingeleitet

werden. Die klinische Diagnose von SJS/TEN oder einer anderen schweren Überempfindlichkeitsreaktion blei-

ben die Basis der Entscheidungsfindung.

Quincke-Ödeme wurden mit und ohne Anzeichen und Symptome einer generalisierteren

Überempfindlichkeitsreaktion berichtet.

Fieber wurde mit und ohne Anzeichen und Symptome einer generalisierteren Überempfindlichkeitsreaktion auf

Allopurinol berichtet (siehe Abschnitt 4.8 Erkrankungen des Immunsystems).

Bei Auftreten von erhöhtem Thyreotropin (TSH) in den entsprechenden Studien wurden weder Auswirkungen

auf den Spiegel von freiem T4 noch TSH-Spiegel, die auf eine subklinische Hypothyreose hindeuten, gemeldet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt. Nach Einnahme einer Einzeldosis von 20 g traten bei einem

Patienten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf. Bei einem weiteren Patienten

hatte die Einnahme von 22,5 g Allopurinol keine unerwünschten Wirkungen zur Folge. Nach chronischer

Einnahme von täglich 200-400 mg Allopurinol bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden

schwere Intoxikationserscheinungen beschrieben, die in Hautreaktionen, Fieber, Hepatitis, Eosinophilie

und Verschlechterung der Nierenfunktion bestehen.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung sind - insbesondere bei Komedikation mit Azathioprin

oder 6-Mercaptopurin - absorptionsmindernde bzw. eliminationsbeschleunigende Maßnahmen wie

reichliche Flüssigkeitszufuhr oder ggf. Hämodialyse angezeigt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gichtmittel, Urikostatikum

ATC-Code: M04 AA01

Allopurinol und sein Hauptmetabolit Oxypurinol verringern die Harnsäurebildung durch Hemmung des

Enzyms Xanthinoxidase, das bei der Oxidation von Hypoxanthin zu Harnsäure eine wichtige Rolle spielt.

Infolgedessen werden Harnsäure- und Uratspiegel in den Körperflüssigkeiten und im Urin gesenkt.

Zusätzlich zur Hemmung des Purinabbaus kann bei einigen Patienten, die de novo-Purinbiosynthese durch

Hemmung der Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase unterdrückt werden.

Daneben beobachtet man eine Reduzierung der häufig gesteigerten Purinbiosynthese auf das normale

physiologische Niveau. Das während der Allopurinol-Behandlung vermehrt anfallende Hypoxanthin wird

sofort zu Inosinmonophosphat und weiter zu Adenosinmonophosphat (AMP) und Guanosinmonophosphat

(GMP) überführt. Erhöhte AMP- und GMP-Konzentrationen bewirken eine physiologische

Rückkopplungshemmung der PRPP-Amidotransferase, dem ersten Enzym der Purinbiosynthese.

Allopurinol bildet in sehr geringen Mengen (Konzentration in der Leber < 0,0001 mmol/l) ein

Ribonukleotid, dessen Konzentration zu gering ist, um pharmakologisch aktiv zu sein.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Die Resorption von Allopurinol aus dem Gastrointestinaltrakt erfolgt schnell; nach oraler Verabreichung

ist die Substanz im Plasma nach 30-60 Minuten nachweisbar.

Etwa 1½ Stunden nach Allopurinol-Einnahme werden Allopurinol-Plasmaspitzenspiegel erreicht, die

jedoch schnell abfallen, so dass nach ca. 6 Stunden kaum noch Allopurinol im Plasma nachweisbar ist.

Oxypurinol-Plasmaspitzenwerte werden etwa 3-5 Stunden nach der oralen Allopurinol-Einnahme

gemessen. Eine gastrale Absorption erfolgt nicht, die günstigsten Absorptionsbedingungen liegen im

Duodenum und im oberen Jejunum vor. Die Allopurinol-Serum-Maximalwerte betragen bei der

therapeutisch üblichen Dosis von 300 mg in Abhängigkeit vom Ausmaß und der Geschwindigkeit der

individuellen First-Pass-Umwandlung in Oxypurinol zwischen 1,0 Mikrogramm/ml und 2,6

Mikrogramm/ml, durchschnittlich 1,8 Mikrogramm/ml. Die korrespondierenden Oxypurinol-Werte liegen

zwischen 5 Mikrogramm/ml und 11 Mikrogramm/ml, durchschnittlich bei 8,4 Mikrogramm/ml.

Unter standardisierten Bedingungen mit Probanden wurden nach Einmalgabe von 300 mg Allopurinol

Plasmaspitzenwerte von durchschnittlich 5,24 Mikrogramm Oxypurinol/ml gemessen.

24 Stunden nach der einmaligen oralen Gabe von 300 mg Allopurinol betrug die mittlere Konzentration

von Oxypurinol im Plasma 3,78 Mikrogramm/ml.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Oxypurinol tritt bei Einleitung der Therapie eine Kumulation auf.

Nach etwa 1 Woche ist ein Gleichgewicht erreicht. Die Plasmakonzentrationen am Ende des

Dosierungsintervalles steigen bei nierengesunden Patienten nicht weiter an.

Nach chronischer Verabreichung von 300 mg Allopurinol an Probanden unter standardisierten

Bedingungen stellte sich etwa 168 Stunden nach Beginn der Einnahme von 300 mg Allopurinol ein

Gleichgewicht des Plasmaoxypurinolspiegels ein. Die Oxypurinolkonzentration betrug bei den Probanden

durchschnittlich 9,98 Mikrogramm/ml. Die interindividuelle Variation der Plasmakonzentrationen war

allerdings hoch.

Das Verteilungsvolumen von Allopurinol beträgt etwa 1,6 l/kg, was auf eine relativ große Aufnahme in

das Gewebe schließen lässt. Wenngleich Angaben zu den Gewebekonzentrationen von Allopurinol beim

Menschen nicht vorliegen, sind die höchsten Allopurinol- und Oxypurinolkonzentrationen in der Leber

und in der Darmschleimhaut zu erwarten, da in diesen Geweben die Xanthinoxidaseaktivität sehr hoch ist.

Biotransformation und Elimination

Allopurinol wird durch die Xanthinoxidase und Aldehydoxidase schnell (Halbwertszeit ca.

2 Stunden) zu Oxypurinol (Alloxanthin) oxidiert, das ein ähnlich starker Hemmer der Xanthinoxidase ist,

aber langsamer an das Enzym gebunden wird.

Weder Allopurinol noch sein Hauptmetabolit Oxypurinol weisen eine ausgeprägte Bindungsaffinität für

Plasmaproteine auf. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Nieren, wobei weniger als 10 % des

Arzneimittels unverändert ausgeschieden werden. Etwa 20 % des verabreichten Allopurinols wird nach

48-72 Stunden in den Faeces gefunden. Oxypurinol wird nach tubulärer Rückresorption unverändert mit

dem Urin ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit von Oxypurinol ist individuell sehr verschieden. Sie beträgt bei gesunden

Personen 18-43 Stunden, in Einzelfällen, während einer purinfreien Ernährung, bis zu 70 Stunden.

Nierenfunktionseinschränkungen führen zu einer Verlängerung der Oxypurinol-Eliminationshalbwertszeit.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 10-20 ml/min wurden nach Gabe von 300 mg

Allopurinol/Tag über einen längeren Zeitraum Oxypurinol-Plasmakonzentrationen von 30 mg/l gemessen.

Das ist in etwa die Konzentration, die nach Gabe von 600 mg Allopurinol/Tag bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion erreicht wird. Bei Verabreichung von Allopurinol an Patienten mit beeinträchtigter

Nierenfunktion sind deshalb die entsprechenden Dosierungsempfehlungen (siehe Abschnitt 4.2) zu

beachten.

Diese substanzeigene Langzeitwirkung ermöglicht die Einmal-am-Tag-Einnahme von Allopurinol.

Harnsäure kann in der Form von Mikrokristallen oder Kolloiden die Auskristallisation von Calciumoxalat

aus übersättigten Lösungen begünstigen (heterogene Keimbildung). Kristallisationshemmer, die die

Bildung von Calciumoxalatsteinen hemmen und überwiegend aus sauren Mukopolysacchariden bestehen,

werden infolge ihrer Interferenz mit Harnsäure (schon in Konzentrationen von 3 mmol/l) blockiert. Die

Senkung der Harnsäureausscheidung durch Allopurinol verhindert in diesen Fällen die Bildung von

Calciumoxalatsteinen.

Bioverfügbarkeit

Die absolute Bioverfügbarkeit von 100 mg und 300 mg Allopurinol beträgt zwischen 67 % und 90 %.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei Langzeitanwendung von Allopurinol in Tierversuchen kam es bei hohen Dosierungen zur Ausfällung

von Xanthin-Präzipitaten, die zu Veränderungen in den harnableitenden Organen führten.

Die bisher durchgeführten

in-vitro

in-vivo

Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf ein

mutagenes oder kanzerogenes Potenzial.

In Tierversuchen traten bei einer von drei untersuchten Tierarten (Maus) bei Dosen ab 50 mg/kg

Körpergewicht am 10. Trächtigkeitstag teratogene Effekte auf.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

mikrokristalline Cellulose

Cellulosepulver

Crospovidon

Macrogol 4000

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Povidon K 25

Talkum

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungshinweise erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Allopurinol 100 - 1 A Pharma

Alu/PVC- oder Alu/PP-Blisterpackungen mit 50 und 100 Tabletten

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

Alu/PVC- oder Alu/PP-Blisterpackungen mit 20, 30, 50 und 100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforde-

rungen zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNGEN

1 A Pharma GmbH

Keltenring 1 + 3

82041 Oberhaching

Telefon: 089/6138825-0

Telefax: 089/6138825-65

E-Mail: medwiss@1apharma.com

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Allopurinol 100 - 1 A Pharma

7749.00.00

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

11231.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Allopurinol 100 - 1 A Pharma

Datum der Erteilung der Zulassung: 14. April 1986

Datum der letzen Verlängerung der Zulassung: 04. August 2003

Allopurinol 300 - 1 A Pharma

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. November 1993

Datum der letzen Verlängerung der Zulassung: 30. April 2003

10.

STAND DER INFORMATION

November 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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