Alkeran 2 mg - Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-11-2017

Wirkstoff:
MELPHALAN
Verfügbar ab:
Aspen Pharma Trading Limited
ATC-Code:
L01AA03
INN (Internationale Bezeichnung):
melphalan
Einheiten im Paket:
25 Stück, Laufzeit: 24 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Melphalan
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
13299
Berechtigungsdatum:
1966-10-17

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Alkeran 2 mg-Filmtabletten

Wirkstoff: Melphalan

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Alkeran und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Alkeran beachten?

Wie ist Alkeran einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Alkeran aufzubewahren?

Inhalt der Packungsbeilage und weitere Informationen

1.

WAS IST ALKERAN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Alkeran-Tabletten enthalten ein Arzneimittel, Melphalan genannt, welches zu einer Gruppe

von Arzneimitteln gehört, die als Zytostatika bezeichnet werden. Es wird zur Behandlung von

bestimmten Arten von Krebs verwendet (auch als Chemotherapie bezeichnet). Es wirkt,

indem es die Anzahl von krankhaften Zellen verringert, die Ihr Körper bildet.

Alkeran-Tabletten werden angewendet bei:

multiplem Myelom – eine Art Krebs, der sich aus Zellen des Knochenmarks,

sogenannten Plasmazellen, entwickelt. Plasmazellen helfen dabei, Infektionen und

Erkrankungen zu bekämpfen, indem sie Antikörper bilden.

fortgeschrittenem Krebs der Eierstöcke

Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie weitere Informationen zu diesen Erkrankungen erhalten

möchten.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON ALKERAN BEACHTEN?

Alkeran darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Melphalan oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie stillen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Alkeran einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Alkeran

einnehmen, wenn:

Sie eine Impfung erhalten werden oder kürzlich geimpft worden sind. Dies ist

erforderlich, da manche Impfungen (wie gegen Kinderlähmung, Masern, Mumps und

Röteln) bei Ihnen zu einer Infektion führen können, wenn Sie sie erhalten, während Sie

Alkeran einnehmen,

Sie jetzt eine Strahlentherapie oder Chemotherapie erhalten oder vor kurzem erhalten

haben,

Sie Nierenprobleme haben,

Sie schwanger sind oder Sie und Ihr Partner eine Schwangerschaft planen (siehe auch

„Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“),

Sie ein kombiniertes orales Kontrazeptivum (Pille) anwenden. Dies liegt an dem erhöhten

Risiko der Bildung von Blutgerinnseln in den Venen (venösen Thromboembolien) bei

Patienten mit multiplem Myelom. Sie sollten deshalb auf eine reine Progesteron-Pille, die

den Eisprung verhindert (d. h. Desogestrel), wechseln. Das Risiko für eine Bildung von

Blutgerinnseln in den Venen bleibt für 4 - 6 Wochen nach Absetzen eines kombinierten

oralen Kontrazeptivums weiter bestehen.

Alkeran könnte das Risiko für die Entwicklung anderer Arten von Krebs (z. B. solide

Sekundärtumoren) bei einer geringen Anzahl von Patienten erhöhen, insbesondere bei

Anwendung in Kombination mit Lenalidomid, Thalidomid und Prednison. Wenn Ihnen

Alkeran verschrieben wird, sollte Ihr Arzt die Vorteile und Risiken sorgfältig abwägen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob etwas davon auf Sie zutrifft, sprechen Sie bitte mit Ihrem

Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Alkeran einnehmen.

Einnahme von Alkeran zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden. Dies gilt auch für pflanzliche Arzneimittel.

Sie müssen insbesondere mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie Folgendes erhalten bzw.

einnehmen:

(Lebend-)Impfstoffe (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen),

Nalidixinsäure (ein Antibiotikum zur Behandlung von Harnwegsinfektionen),

Cimetidin (Arzneimittel zur Verminderung der Magensäure),

Ciclosporin (verwendet zur Vermeidung einer Organ- oder Gewebeabstoßung nach einer

Transplantation oder zur Behandlung bestimmter Hauterkrankungen wie Psoriasis und

Ekzem sowie zur Behandlung von rheumatoider Arthritis),

bei Kindern, Busulfan (Anti-Krebs-Mittel).

Einnahme von Alkeran zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Da die Wirkung des Arzneimittels durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme verringert wird,

wird empfohlen, die Tabletten mindestens ½ Stunde vor einer Mahlzeit zu nehmen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt um Rat.

Nehmen Sie Alkeran nicht ein, wenn Sie planen, ein Kind zu bekommen. Dies gilt sowohl für

Männer als auch für Frauen. Verlässliche empfängnisverhütende Maßnahmen müssen

ergriffen werden, um eine Schwangerschaft zu vermeiden, während Sie oder Ihr Partner diese

Tabletten einnehmen.

Empfohlen wird die Verhütung während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach.

Wenn Sie bereits schwanger sind, ist es wichtig, dass Sie mit Ihren Arzt sprechen, bevor Sie

Alkeran einnehmen.

Tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, so ist die Möglichkeit einer

genetischen Beratung zu nutzen.

Bei späterem Kinderwunsch wird eine genetische Beratung empfohlen.

Sie dürfen nicht stillen, während Sie Alkeran einnehmen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat (siehe

auch: „Alkeran darf nicht eingenommen werden, wenn:“).

Fortpflanzungsfähigkeit

Alkeran kann die Eierstöcke und die Spermien beeinträchtigen. Dies kann zu Unfruchtbarkeit

(Unfähigkeit ein Kind zu bekommen) führen und hat eine schädigende Wirkung auf das

ungeborene Kind. Bei Frauen kann die monatliche Regelblutung ausbleiben (Amenorrhö) und

bei Männern kann es zu einem vollständigen Fehlen von Spermien kommen (Azoospermie).

Aufgrund der Möglichkeit des Fehlens von Spermien als Ergebnis der Alkeranbehandlung

wird Männern geraten, sich vor Beginn der Behandlung bezüglich der Konservierung von

Spermien beraten zu lassen. Es wird empfohlen, dass Männer, die eine Behandlung mit

Alkeran erhalten, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zeugen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt.

3.

WIE IST ALKERAN EINZUNEHMEN?

Alkeran soll Ihnen nur von einem in der Behandlung von Krebs erfahrenen Facharzt

verordnet werden.

Alkeran ist ein zytotoxischer Wirkstoff zur Anwendung gemäß den Anweisungen eines in der

Verabreichung solcher Wirkstoffe erfahrenen Arztes.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Es ist wichtig, dass Sie das Arzneimittel zu den richtigen Zeitpunkten einnehmen. Auf der

Packung ist angegeben, wie viele Tabletten und wie oft Sie diese einnehmen sollen. Falls es

auf der Packung nicht angegeben ist oder Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Arzt, das

medizinische Fachpersonal oder den Apotheker.

Nehmen Sie Ihre Tabletten ganz mit einem Glas Wasser ein.

Zerbrechen, zerbeißen oder kauen Sie die Tabletten nicht.

Die Dosis von Alkeran richtet sich nach der Art des Problems Ihres Blutes oder Ihrer

Krebserkrankung (siehe Abschnitt 1).

Ihr Arzt kann gegebenenfalls während Ihrer Behandlung die Dosis entsprechend Ihrer

Bedürfnisse verändern.

Gelegentlich kann die Dosis bei älteren Personen oder Personen mit Nierenproblemen

verändert werden.

Wenn Sie Alkeran einnehmen, wird Ihr Arzt regelmäßige Blutuntersuchungen

durchführen. Dies dient dazu, die Anzahl der Zellen in Ihrem Blut zu überprüfen. Dies

kann manchmal dazu führen, dass Ihr Arzt Ihre Dosis verändert.

Thromboembolische Ereignisse

Sie sollen mindestens während der ersten 5 Monate der Behandlung eine

Thromboseprophylaxe erhalten, insbesondere wenn Sie weitere thrombogene Risikofaktoren

aufweisen. Ihr Arzt wird nach sorgfältiger Prüfung Ihrer Risikofaktoren entscheiden, welche

Maßnahmen getroffen werden sollen.

Wenn bei Ihnen ein thromboembolisches Ereignis auftritt, müssen Sie sofort Ihren Arzt

informieren, da Ihre Behandlung abgebrochen und eine Standard-Antikoagulationstherapie

(zur Hemmung der Blutgerinnung) begonnen werden muss. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie

die Behandlung mit Melphalan in Kombination mit Lenalidomid und Prednison oder

Thalidomid und Prednison oder Dexamethason wieder beginnen sollen, sobald das

thromboembolische Ereignis behandelt wurde. Sie sollen die Antikoagulationstherapie

während der Melphalan-Behandlung fortsetzen.

Als Richtlinien gelten folgende Dosierungsschemata:

Multiples Myelom

0,25 Milligramm (mg) pro Kilogramm (kg) Ihres Körpergewichts pro Tag für 4 Tage.

Diese Behandlung wird alle 6 Wochen wiederholt.

Fortgeschrittener Krebs der Eierstöcke

0,2 mg/kg Körpergewicht/Tag für 5 Tage. Diese Behandlung wird alle 4-8 Wochen

wiederholt.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden

Erfahrungen vor.

Anwendung bei älteren Menschen (ab 65 Jahren) und Patienten mit Nierenerkrankungen

Eine Verringerung der üblichen Dosis durch den Arzt kann notwendig sein.

Wenn Sie eine größere Menge von Alkeran eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Alkeran eingenommen haben als Sie sollten, teilen Sie dies bitte umgehend

Ihrem Arzt mit oder gehen Sie direkt in ein Krankenhaus. Nehmen Sie die Packung des

Arzneimittels mit.

Für den Arzt:

Zur Überdosierung finden Sie Hinweise am Ende dieser Packungsbeilage!

Wenn Sie die Einnahme von Alkeran vergessen haben

Sagen Sie dies Ihrem Arzt. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige

Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen, die

ebenfalls mit diesem Arzneimittel auftreten können, haben:

Eine allergische Reaktion. Die Anzeichen können Folgende sein:

Ausschlag, Knoten oder Nesselausschlag der Haut,

Schwellung des Gesichts, der Augenlider oder Lippen,

plötzliche keuchende Atmung und Engegefühl in der Brust,

Kollaps (aufgrund von Herzstillstand).

Jedes Anzeichen von Fieber oder einer Infektion (Halsschmerzen, schmerzhafte

Stellen im Mund oder Probleme beim Wasserlassen).

Jeder unerwartete blaue Fleck oder jede unerwartete Blutung oder ein Gefühl extremer

Müdigkeit, Benommenheit oder Atemnot, da dies bedeuten könnte, dass zu wenig

Blutzellen einer bestimmten Art gebildet werden.

Wenn Sie sich plötzlich unwohl fühlen (sogar bei normaler Körpertemperatur).

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen, die ebenfalls mit

diesem Arzneimittel auftreten können, haben:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Abfall der Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen,

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall,

Geschwüre im Mund bei hoher Dosierung von Alkeran,

Haarausfall bei hoher Dosierung von Alkeran,

Bei Frauen: Ausbleiben der monatlichen Regelblutung (Amenorrhö),

Fieber.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Haarausfall bei herkömmlicher Dosierung von Alkeran,

vorübergehender Anstieg eines als Harnstoff bezeichneten Wertes im Blut zu Beginn

einer Alkeran-Therapie, bei Personen mit Nierenproblemen, die wegen eines Myeloms

behandelt werden.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Hautausschlag und Juckreiz

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Form der Blutarmut, die durch einen erhöhten bzw. vorzeitigen Zerfall von roten

Blutkörperchen bedingt ist. Dies kann dazu führen, dass Sie sich sehr müde, atemlos

und benommen fühlen, Kopfschmerzen bekommen oder sich Ihre Haut oder Ihre

Augen gelb verfärben,

Lungenprobleme (Lungenentzündung und –fibrose), durch die Sie unter Umständen

husten oder keuchen müssen und Ihnen das Atmen schwerfällt,

Leberprobleme, die sich bei Ihren Blutuntersuchungen zeigen oder Leberentzündung

(Hepatitis) und Gelbsucht (gelbe Verfärbung des Augenweißes und der Haut)

verursachen können,

Geschwüre im Mund bei herkömmlicher Dosierung von Alkeran,

allergische Reaktionen mit Hautausschlag und juckender Haut.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Leukämie (Blutkrebs),

Bei Männern: Fehlen von Spermien im Samen (Azoospermie),

Tiefe Venenthrombose (Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einer tiefen Vene,

vorwiegend in den Beinen) und Lungenembolien (eine Blockade der Hauptschlagader

der Lunge oder ihrer Äste durch ein Blutgerinnsel, das sich losreißt und in die Lunge

wandert).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST ALKERAN AUFZUBEWAHREN?

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Wenn Ihr Arzt Ihnen sagt, Sie sollen die Einnahme der Tabletten beenden, ist es wichtig, dass

Sie die übrig gebliebenen Tabletten Ihrem Apotheker zurückgeben. Er wird sie entsprechend

der Richtlinien zur Entsorgung von gefährlichen Substanzen entsorgen. Behalten Sie die

Tabletten nur, wenn Ihnen Ihr Arzt dies sagt.

Dieses Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Alkeran enthält

Der Wirkstoff ist: Melphalan.

Eine Filmtablette enthält 2 mg Melphalan.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid

Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol.

Wie Alkeran aussieht und Inhalt der Packung

Weiße bis gelblich-weiße, runde, beidseits gewölbte Filmtabletten mit dem Aufdruck „GX

EH3“ auf der einen Seite und dem Aufdruck „A“ auf der anderen Seite.

Flaschen aus Braunglas mit jeweils 25 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Aspen Pharma Trading Limited

3016 Lake Drive

Citywest Business Campus

Dublin 24, Irland

Tel: +43 (0)1 928 4015

Hersteller

Excella GmbH & Co. KG, Nürnberger Straße 12, 90537 Feucht, Deutschland

Z.Nr.: 13.299

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im November 2017.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Überdosierung:

Symptome und Anzeichen

Die Anzeichen einer akuten Überdosierung sind gastrointestinale Erscheinungen wie

Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe. Der hauptsächliche toxische Effekt besteht in einer

Knochenmarksuppression, die zu Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie und gelegentlich

zu Knochenmarkaplasie führen kann.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot. Während der folgenden 4 Wochen bzw. bis zum Auftreten

von Anzeichen der Erholung sollte das Blutbild sorgfältig kontrolliert werden.

Soweit erforderlich, sollten unterstützende Allgemeinmaßnahmen zusammen mit

Bluttransfusionen und der Applikation von Thrombozytenkonzentraten eingeleitet werden.

Außerdem kommen Hospitalisierung, Infektionsprophylaxe und die Verabreichung von

hämatologischen Wachstumsfaktoren in Betracht.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Alkeran 2 mg–Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Filmtablette enthält 2 mg Melphalan.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße, bis gelblich-weiße, runde, mit einem Filmüberzug versehene, bikonvexe Tabletten.

Auf einer Tablettenseite tragen sie die Prägung „GX EH3“ auf der anderen Seite „A“.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Alkeran-Filmtabletten sind indiziert für die Therapie von:

multiplem Myelom.

fortgeschrittenem Adenokarzinom des Ovars nach Versagen der First-line Therapie.

Dieses Arzneimittel wird angewendet bei Erwachsenen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Melphalan ist eine zytotoxische Substanz, die zur Klasse der alkylierenden Substanzen gehört.

Es soll deshalb nur von einem in der Onkologie erfahrenen Arzt eingesetzt werden.

Thromboembolische Ereignisse

Melphalan in Kombination mit Lenalidomid und Prednison oder in Kombination mit

Thalidomid und Prednison oder Dexamethason geht mit einem erhöhten Risiko für venöse

Thromboembolien einher. Mindestens während der ersten 5 Monate der Behandlung soll

insbesondere bei Patienten mit weiteren thrombogenen Risikofaktoren eine

Thromboseprophylaxe durchgeführt werden. Die Entscheidung, Arzneimittel zur

Thromboseprophylaxe anzuwenden, soll bei jedem Patienten individuell nach einer

sorgfältigen Bewertung der zugrundeliegenden Risikofaktoren getroffen werden (siehe

Abschnitt 4.4 und 4.8).

Bei Auftreten eines thromboembolischen Ereignisses ist die Behandlung abzubrechen und

eine Standard-Antikoagulationstherapie zu beginnen. Sobald sich der Zustand des Patienten

unter der Antikoagulationstherapie stabilisiert hat und jegliche Komplikationen des

thromboembolischen Ereignisses behandelt worden sind, kann die Melphalan-Behandlung in

Kombination mit Lenalidomid und Prednison oder Thalidomid und Prednison oder

Dexamethason nach einer entsprechenden Nutzen-Risiko-Beurteilung wieder mit der

ursprünglichen Dosis fortgesetzt werden. Der Patient soll die Antikoagulationstherapie

während der Melphalan-Behandlung fortsetzen.

Wegen der myelosuppressiven Wirkung von Alkeran sind häufige Blutbildkontrollen

erforderlich (siehe auch Abschnitt 4.4).

Wenn die Leukozytenzahl unter 3000 Zellen/mm

oder die Thrombozytenzahl unter 100 000

Zellen/mm

fällt, soll die Alkerantherapie unterbrochen werden.

Die Therapie kann wieder aufgenommen werden, sobald sich das Blutbild (Leukozyten-

und/oder Thrombozytenzahl) über den entsprechenden Wert erholt hat.

Dosierung

Multiples Myelom

Zahlreiche Dosierungsschemata wurden beschrieben und sind im Detail in der

wissenschaftlichen Literatur nachzulesen.

Ein typisches Dosierungsschema ist 0,25 mg/kg/Tag in geteilten Dosen über 4 Tage in

Kombination mit Prednison. Diese Behandlung wird alle 6 Wochen wiederholt.

Bei Patienten, die auf die Therapie ansprechen, scheint eine Verlängerung der Behandlung

auf über ein Jahr hinaus zu keiner Verbesserung der Ergebnisse zu führen.

Fortgeschrittenes Adenokarzinom des Ovars

Ein typisches Dosierungsschema ist 0,2 mg/kg/Tag über 5 Tage.

Dieses Schema wird alle 4-8 Wochen wiederholt, oder sobald sich die Blutwerte wieder

gebessert haben.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Alkeran bei Kindern und Jugendlichen unter18

Jahren ist bisher noch nicht nachgewiesen.

Ältere Menschen (ab 65 Jahren)

Spezifische Daten zur Anwendung von Alkeran in dieser Altersgruppe liegen nicht vor.

Generell wird empfohlen, bei älteren Patienten mir relativ niedriger Dosierung zu beginnen,

in Anbetracht der größeren Wahrscheinlichkeit von Nieren- oder Leberfunktionsstörungen,

kardialen Problemen, Begleiterkrankungen und eventuell bestehender zusätzlicher

medikamentöser Therapie.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die Clearance von Alkeran, obwohl variabel, ist bei eingeschränkter Nierenfunktion

vermindert. Die gegenwärtig vorliegenden pharmakokinetischen Daten rechtfertigen zwar

keine generelle Empfehlung zur Reduktion oral verabreichter Alkeran-Dosen bei Patienten

mit Niereninsuffizienz, jedoch ist die Behandlung mit einer verringerten Dosis zu beginnen.

Als Anhaltspunkt kann bei intravenöser Gabe im Falle einer schweren Niereninsuffizienz

(Kreatinin-Clearance 30 bis 50 ml/min) eine Dosisverringerung von 50% als üblich angesehen

werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Aufgrund der sehr variablen Absorptionsrate nach oraler Alkeran-Gabe ist meist eine

individuelle Dosisanpassung notwendig. Die Dosierung wird vorsichtig bis zur beginnenden

Knochenmarksdepression (Leukopenie mit 3000 bis 3500 Zellen/µl) erhöht, um

sicherzustellen, dass therapeutische Plasmaspiegel erreicht werden.

Die Tagesdosen werden auf mehrere Einnahmen über den Tag verteilt. Die Filmtabletten

werden nicht zerbrochen oder zerkaut, sondern mit reichlich Flüssigkeit (Wasser) als Ganzes

geschluckt.

Durch eine Einnahme der Alkeran 2 mg-Filmtabletten unmittelbar nach einer Mahlzeit wird

die Resorption des Wirkstoffs verzögert und insgesamt auch verringert. Daher wird

empfohlen, die Tabletten mindestens ½ Stunde vor einer Mahlzeit einzunehmen.

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Onkologe.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Stillzeit

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

ALKERAN IST EIN ZYTOSTATIKUM. ES SOLL DAHER VON EINEM IM UMGANG

MIT DER ZYTOSTATISCHEN THERAPIE ERFAHRENEN ARZT ANGEWENDET

WERDEN.

Impfungen

Eine Immunisierung mit Lebendimpfstoffen kann potentiell Infektionen bei

immunsupprimierten Patienten hervorrufen. Daher werden Impfungen mit Lebendimpfstoffen

nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Zustand nach rezenter Strahlen- oder Chemotherapie

Bei Patienten nach kürzlich durchgeführter Strahlen- oder Chemotherapie darf Alkeran im

Hinblick auf die erhöhte Knochenmarkstoxizität nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt

werden.

Blutbild-Monitoring

Alkeran ist eine Substanz mit stark myelosuppressiven Eigenschaften. Es ist daher unbedingt

notwendig, regelmäßige Blutbildkontrollen durchzuführen, um eine exzessive

Knochenmarksdepression und das Risiko einer irreversiblen Knochenmarksaplasie zu

vermeiden.

Da die Blutbildwerte auch nach Beendigung der Alkeran-Gabe noch weiter absinken können,

sollte die Therapie bereits beim ersten Anzeichen eines abnormal starken Abfalls der

Leukozyten- oder Thrombozytenzahlen vorübergehend unterbrochen werden (siehe Abschnitt

4.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die Alkeran-Clearance kann bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, die

möglicherweise auch eine urämische Knochenmarkdepression haben, verringert sein. Eine

Verringerung der Dosis kann daher notwendig sein (siehe Abschnitt 4.2). Diese Patienten

sollten zudem engmaschig überwacht werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (siehe Abschnitt 4.2) können unter Alkeran-

Therapie die Blutharnstoffwerte vorübergehend ansteigen und möglicherweise eine

Knochenmarksdepression bewirken. Deshalb sollten bei diesen Patienten die

Blutharnstoffspiegel sorgfältig überwacht werden.

Mutagenität

Bei Patienten wurden nach Alkeran-Gabe Chromosomenveränderungen beobachtet.

Männern, die mit Alkeran behandelt werden, wird daher empfohlen, während der Behandlung

und bis zu 6 Monaten danach kein Kind zu zeugen und sich - wegen der Möglichkeit einer

durch die Alkeran-Behandlung hervorgerufenen irreversiblen Unfruchtbarkeit - vor

Therapiebeginn über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Karzinogenität (Sekundäres Primärmalignom)

Akute myeloische Leukämie (AML) und myelodysplastische Syndrome (MDS)

Alkeran kann, wie andere alkylierende Substanzen auch, Leukämien verursachen.

Es können akute Leukämien nach im Allgemeinen langer Latenzzeit auftreten, besonders bei

Patienten im höheren Lebensalter nach längerer Kombinationstherapie und Radiotherapie. Es

gibt Berichte über das Auftreten von akuten Leukämien nach der Behandlung von

Erkrankungen wie Amyloidose, malignem Melanom, multiplem Myelom,

Makroglobulinämie, Kältehämagglutinationskrankheit und Ovarialkarzinom mit Alkeran.

Bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die mit alkylierenden Substanzen einschließlich

Alkeran behandelt wurden, traten im Vergleich zu einer Behandlungsgruppe, die solche

Substanzen nicht erhielt, akute Leukämien mit signifikant erhöhter Häufigkeit auf.

Vor dem Beginn der Behandlung ist das leukämogene Risiko (AML und MDS) gegen den

möglichen therapeutischen Nutzen abzuwägen, vor allem, wenn der Einsatz von Alkeran in

Kombination mit Thalidomid oder Lenalidomid und Prednison in Betracht gezogen wird, da

nachgewiesen wurde, dass diese Kombinationen das leukämogene Risiko erhöhen. Vor,

während und nach der Behandlung müssen deshalb die Ärzte die Patienten sorgfältig im

Rahmen der üblichen Messverfahren für die Krebsfrüherkennung untersuchen und bei Bedarf

eine Therapie einleiten.

Solide Tumoren

Die Anwendung alkylierender Wirkstoffe ist mit der Entwicklung von sekundären

Primärmalignomen (SPM) in Verbindung gebracht worden. Insbesondere Melphalan in

Kombination mit Lenalidomid und Prednison sowie – in geringerem Ausmaß – Thalidomid

und Prednison steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko solider SPM bei älteren

Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom.

Die Eigenschaften des Patienten (z. B. Alter, Ethnizität), primäre Indikation und

Behandlungsmodalitäten (z. B. Bestrahlungstherapie, Transplantation) sowie umweltbedingte

Risikofaktoren (z. B. Tabakkonsum) sollten vor der Gabe von Melphalan bewertet werden.

Empfängnisverhütung

Aufgrund eines erhöhten Risikos für venöse Thromboembolien bei Patientinnen, die eine

Behandlung mit Melphalan in Kombination mit Lenalidomid und Prednison oder in

Kombination mit Thalidomid und Prednison oder Dexamethason erhalten, werden

kombinierte orale Kontrazeptiva nicht empfohlen. Patientinnen, die derzeit kombinierte orale

Kontrazeptiva anwenden, sollten auf eine andere zuverlässige Empfängnisverhütungsmethode

umstellen (d. h. ovulationshemmende Gestagenmonopräparate wie Desogestrel,

Barrieremethode usw.). Das Risiko für eine venöse Thromboembolie bleibt für 4 - 6 Wochen

nach Absetzen eines kombinierten oralen Kontrazeptivums weiter bestehen.

Kinder und Jugendliche

Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden

Erfahrungen vor.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Lebendimpfstoffe

Es besteht die Möglichkeit, dass Lebendimpfstoffe bei immunsupprimierten Patienten zu

einer Infektion führen, daher wird von Impfungen mit Lebendimpfstoffen abgeraten (siehe

Abschnitt 4.4).

Nalidixinsäure (Chinolon-Antibiotikum)

Die gleichzeitige Anwendung von Nalidixinsäure und hochdosiertem (intravenösem) Alkeran

hat vereinzelt bei Kindern und Jugendlichen zu hämorrhagischen Enterokolitiden mit letalem

Ausgang geführt.

Busulfan (Zytostatikum)

Bei Kindern und Jugendlichen wurde für das Busulfan-Melphalan-Schema berichtet, dass die

Gabe von Melphalan innerhalb von 24 Stunden nach der letzten oralen Busulfan Gabe einen

Einfluss auf die Entstehung von Toxizitäten haben kann.

Cimetidin (H2-Antagonist)

Durch Cimetidin können Bioverfügbarkeit und Plasmahalbwertszeit von oral verabreichtem

Alkeran verringert werden.

Nahrung

Die Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Alkeran wird durch gleichzeitige

Nahrungsaufnahme um 35-55% verringert.

Patienten mit Knochenmarktransplantation

Eine eingeschränkte Nierenfunktion wurde nach Knochenmarktransplantationen bei Patienten

beschrieben, die mit hochdosiertem Alkeran intravenös vorbehandelt wurden und die

anschließend Ciclosporin zur Vermeidung von Graft-versus-Host-Reaktionen erhalten haben.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Untersuchungen zum teratogenen Potenzial von Alkeran liegen nicht vor. Jedoch besteht

aufgrund der mutagenen Eigenschaften und der strukturellen Ähnlichkeit zu anderen

bekannten teratogenen Substanzen die Möglichkeit, dass Alkeran angeborene Missbildungen

bei Kindern verursachen könnte, wenn ein Elternteil mit dem Arzneimittel behandelt worden

ist.

Tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, so ist die Möglichkeit einer

genetischen Beratung zu nutzen.

Alkeran wirkt erbgutschädigend und kann die Entwicklung eines Embryos beeinträchtigen.

Alkeran ist nicht während der Schwangerschaft anzuwenden. Bei vitaler Indikation zur

Behandlung einer schwangeren Patientin hat eine medizinische Beratung über das mit der

Behandlung verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für den Fötus zu erfolgen.

Wie bei jeder zytotoxischen Chemotherapie sind zuverlässige empfängnisverhütende

Maßnahmen zu treffen, wenn einer der Partner Alkeran erhält. Empfohlen wird die Verhütung

während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach.

Stillzeit

Während der Behandlung mit Alkeran darf nicht gestillt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Bei späterem Kinderwunsch wird eine genetische Beratung empfohlen.

Es gibt Anzeichen aus Tierstudien, dass Alkeran ungünstige Auswirkungen auf die

Spermatogenese hat (siehe Abschnitt 5.3). Alkeran kann daher vorübergehende oder dauernde

Sterilität bei männlichen Patienten verursachen. Es wird empfohlen, dass Männer während der

Behandlung mit Alkeran und bis zu 6 Monate danach kein Kind zeugen und, aufgrund der

Möglichkeit einer irreversiblen Zeugungsunfähigkeit als Folge der Behandlung mit Alkeran,

eine Beratung zur Spermienkonservierung erhalten, bevor sie mit der Behandlung beginnen.

Alkeran verursacht bei Frauen in der Prämenopause eine Unterdrückung der Ovarialfunktion,

die bei einer signifikanten Anzahl von Patientinnen in einer Amenorrhoe resultiert.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8 Nebenwirkungen

Für Alkeran existiert keine klinische Dokumentation nach heutigen Maßstäben, die eine

exakte Häufigkeitsbeschreibung der Nebenwirkungen begründen würde. Nebenwirkungen

können ja nach Indikation, Dosierung sowie in Kombination unterschiedlich häufig auftreten.

Im Folgenden werden die Nebenwirkungen nach Organsystemklassen und absoluter

Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 und < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 und < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 und < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Körpersystem

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Gutartige, bösartige

und unspezifische

Neubildungen

(einschließlich Zysten

und Polypen)

Nicht bekannt

Sekundäre akute myeloische Leukämie und

myelodysplastisches Syndrom (siehe Abschnitt

4.4)

Sehr häufig

Knochenmarkdepression, die zu Leukopenie,

Thrombozytopenie und Anämie führt (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4)

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Selten

Hämolytische Anämie

Erkrankungen des

Immunsystems

Selten

Allergische Reaktionen

(siehe auch

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes)

Gefäßerkrankungen

Sehr selten

Vaskulitis

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Selten

Interstitielle Pneumonie und Lungenfibrose

(einschließlich Berichte von tödlich

verlaufenden Fällen)

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit

, Erbrechen

und Diarrhoe, Stomatitis

bei hoher Dosierung

Selten

Stomatitis bei konventioneller Dosierung

Leber- und

Gallenerkrankungen

Selten

Lebererkrankungen, von abnormen Werten bei

Leberfunktionstests bis zu klinischen

Manifestationen wie Hepatitis und Ikterus

Sehr häufig

Alopezie bei hoher Dosierung

Häufig

Alopezie bei konventioneller Dosierung

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Gelegentlich

Makulopapulöse Hautausschläge und Pruritus

(siehe auch Erkrankungen des Immunsystems)

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Häufig

Erhöhte Harnstoffwerte im Blut

Sehr häufig

Amenorrhö

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und

der Brustdrüse

Nicht bekannt

Azoospermie

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

Tiefe Venenthrombose und Lungenembolie

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Fieber

Über allergische Reaktionen auf Melphalan wie Urtikaria, Ödem, Hautausschläge und

anaphylaktischer Schock nach Verabreichung der Initial- oder Erhaltungsdosis wurde

berichtet, insbesondere nach intravenöser Alkeran-Therapie. In seltenen Fällen ist in diesem

Zusammenhang auch über Herzstillstand berichtet worden.

In der Kombination mit Cyclophosphamid wird der Schweregrad von durch Alkeran

verursachten gastrointestinalen Störungen reduziert.

Gastrointestinale Störungen wie Übelkeit und Erbrechen wurden bei bis zu 30 % der

Patienten, die Alkeran-Filmtabletten in konventioneller oraler Dosierung erhalten haben,

berichtet.

Vorübergehender, signifikanter Anstieg der Harnstoffwerte im Blut zu Beginn einer Alkeran-

Therapie bei Myelom-Patienten mit Nierenschäden.

Die klinisch relevanten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Melphalan in Kombination

mit Thalidomid und Prednison oder Dexamethason und in geringerem Ausmaß bei Melphalan

mit Lenalidomid und Prednison umfassen: tiefe Venenthrombose und Lungenembolie (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Symptome und Anzeichen

Die Anzeichen einer akuten Überdosierung sind gastrointestinale Erscheinungen wie

Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe. Der hauptsächliche toxische Effekt besteht in einer

Knochenmarksuppression, die zu Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie führen kann

und manchmal in einer Knochenmarksaplasie resultiert.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot. Während der folgenden 4 Wochen bzw. bis zum Auftreten

von Anzeichen der Erholung sollte das Blutbild sorgfältig kontrolliert werden.

Soweit erforderlich, sollten unterstützende Allgemeinmaßnahmen zusammen mit

Bluttransfusionen und der Applikation von Thrombozytenkonzentraten eingeleitet werden.

Außerdem kommen Hospitalisierung, Infektionsprophylaxe und die Verabreichung von

hämatologischen Wachstumsfaktoren in Betracht.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende Mittel,

Alkylierende Mittel, Stickstofflost-Analoga, ATC-Code: L01AA03

Wirkmechanismus

Melphalan ist ein bifunktioneller, alkylierender Wirkstoff. Bildung von

Carboniumzwischenstufen durch jede der beiden 2-Chloräthylgruppen führt zur Alkylierung

durch kovalente Bindung mit dem Stickstoff in Position 7 des Guanins der DNA. Durch die

Quervernetzung von zwei DNA-Strängen wird die Zellteilung verhindert.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Resorption von Melphalan ist individuell sehr unterschiedlich sowohl hinsichtlich der

Zeit bis zum Nachweis von Melphalan im Plasma (wenige Minuten bis 6 Stunden) als auch

bezüglich der maximalen Plasmakonzentration (c

) (zwischen 70 und 630 ng/ml nach oraler

Gabe von 0,6 mg/kg).

In Studien zur absoluten Bioverfügbarkeit von Melphalan reichte die durchschnittliche

absolute Bioverfügbarkeit von 56 % bis 85 %.

Intravenöse Verabreichung kann verwendet werden, um Variabilität bei der Resorption in

Verbindung mit einer myeloablativen Behandlung zu vermeiden.

Nach der oralen Verabreichung von 0,2 bis 0,25 mg/kg Körpergewicht Melphalan (im Zuge

einer Studie mit 18 Patienten) wurde die maximale Plasmakonzentration (Bereich von 87 bis

350 ng/ml) innerhalb von 0,5 bis 2,0 Stunden erreicht.

Durch Einnahme von Alkeran-Filmtabletten unmittelbar nach dem Essen wurde die Dauer bis

zur t

verzögert und die AUC auf Werte zwischen 39 und 54 % reduziert.

Verteilung

Melphalan zeigt eine begrenzte Penetration der Blut-Hirn-Schranke. Mehrere Prüfärzte haben

Proben von Rückenmarkflüssigkeit entnommen und konnten in diesen das Arzneimittel nicht

nachweisen. Niedrige Konzentrationen (~10 % der Konzentration im Plasma) wurden in einer

einzelnen Hochdosisstudie in einer pädiatrischen Population beobachtet.

Elimination

Nach der oralen Verabreichung von 0,6 mg/kg Körpergewicht Melphalan (im Zuge einer

Studie mit 13 Patienten) betrug die mittlere terminale Plasmahalbwertszeit für die Elimination

90 ± 57 Minuten, 11 % des Arzneimittels wurden im 24 Stunden-Urin wiedererlangt. Bei 18

Patienten betrug die mittlere Eliminationshalbwertszeit nach oraler Verabreichung von 0,2 bis

0,25 mg/kg Körpergewicht Melphalan 1,12 ± 0,15 Stunden.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Die Melphalan-Clearance kann bei eingeschränkter Nierenfunktion herabgesetzt sein (siehe

Abschnitt 4.2 und 4.4)

Ältere Menschen

Für diese Altersgruppe gibt es keine ausreichenden Daten, um Rückschlüsse auf

pharmakokinetische Unterschiede zu jüngeren Patienten ziehen zu können (siehe Abschnitt

4.2).

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Mutagenität

Melphalan ist im Tierversuch mutagen. Intramuskuläre Verabreichung von Alkeran (6 und 60

mg/m2) verursachte strukturelle Chromatid- und Chromosomen-Aberrationen in

Knochenmarkszellen von Wistar-Ratten.

Melphalan ist bei Tieren genotoxisch.

Fertilitätsstudien

Bei Mäusen zeigte intraperitoneal verabreichtes Melphalan in einer Dosis von 7,5 mg/kg

Reproduktionseffekte, die sich bei männlichen Tieren auf zytotoxische Wirkungen in

bestimmten Phasen der Spermatogenese zurückführen lassen und induzierte dominante letale

Mutationen und vererbbare Translokationen in post-meiotischen Keimzellen, insbesondere in

der mittleren bis späten Phase der Spermatogenese.

Es wurde eine Studie durchgeführt, um die Auswirkungen von Melphalan auf die

Reproduktionsfähigkeit von weiblichen Mäusen zu messen. Die weiblichen Tiere erhielten

eine intraperitoneale Einzeldosis von 7,5 mg/kg Melphalan und wurden dann für den Großteil

ihrer reproduktiven Lebenszeit (mindestens 347 Tage nach der Behandlung) mit

unbehandelten Männchen untergebracht. Eine ausgeprägte Verkleinerung der Wurfgröße

wurde im ersten Intervall nach der Behandlung beobachtet, gefolgt von einer fast

vollständigen Erholung. Danach wurde ein allmählicher Rückgang der Wurfgröße beobachtet.

Gleichzeitig wurde ein Rückgang des Anteils der produktiven Weibchen beobachtet, der im

Zusammenhang mit einer induzierten Verringerung der Zahl an kleinen Follikeln stand (siehe

Abschnitt 4.6).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Cellulose, mikrokristallin;

Crospovidon;

Magnesiumstearat;

kolloidales, wasserfreies Siliciumdioxid

Filmüberzug

Hypromellose;

Titandioxid (E171);

Macrogol

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Runde, bernsteinfarbene Flasche aus Glas Typ III, mit einem kindersicheren Verschluss aus

einer Innenschale aus Polypropylen und einer Außenschale aus weißem hochdichtem

Polyethylen. Enthält 25 Filmtabletten.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Sichere Handhabung von Alkeran-Filmtabletten

Die Richtlinien für den Umgang mit zytotoxischen Präparaten für das medizinische

Fachpersonal sind zu beachten.

Vorausgesetzt, dass der Tablettenüberzug intakt ist, besteht kein Risiko bei der Handhabung

von Alkeran-Filmtabletten.

Die Filmtabletten sollen nicht geteilt werden.

Entsorgung

Bei Entsorgung von Alkeran-Filmtabletten sind die Richtlinien für die Beseitigung

gefährlicher (zytotoxischer) Stoffe zu beachten.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Aspen Pharma Trading Limited

3016 Lake Drive

Citywest Business Campus

Dublin 24

Irland

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 13.299

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 17.10.1966

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26.09.2006

10. STAND DER INFORMATION

November 2017

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten

Lesen Sie das vollständige Dokument

Für diese Arzneispezialität steht kein NPAR zur Verfügung. Alle relevanten

Änderungen seit 01.07.2011 finden sich in der Life – Cycle Tabelle.

Relevante Änderungen

Art der

Änderung

Genehmigungs-

Datum

Fachinformation

Gebrauchsinformation

Kennzeichnung

betroffen

Zusammenfassung der

Änderung bzw.

wissenschaftliche

Information

Übertragung

14.06.2013

FI, GI, KE

Übertragung auf

Aspen Pharma Trading Ltd

12/13 Exchange Place

I.F.S.C

Dublin 1

Ireland

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