Afonilum retard Hartkapsel, retardiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Theophyllin
Verfügbar ab:
Mylan Healthcare GmbH
ATC-Code:
R03DA04
INN (Internationale Bezeichnung):
Theophylline
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Theophyllin 250.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
1444.00.00

Seite 1/13

((Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben))

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Afonilum

®

retard, 250 mg Hartkapseln, retardiert

Wirkstoff: Theophyllin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme

dieses

Arzneimittels

beginnen,

denn

sie

enthält

wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht

an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die

gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt

der Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Afonilum retard und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Afonilum retard beachten?

Wie ist Afonilum retard einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Afonilum retard aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Afonilum retard und wofür wird es angewendet?

Afonilum retard ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Asthma

(Bronchospasmolytikum).

Afonilum retard wird angewendet

zur Behandlung und Verhütung von Atemnotzuständen aufgrund von Einengung der

Atemwege (Bronchokonstriktion) bei Patienten mit persistierendem (anhaltendem)

Asthma bronchiale oder mittel- bis schwergradiger obstruktiver (einengender)

Atemwegserkrankung (z. B. chronische Bronchitis und Lungenemphysem).

Hinweis: Es wird empfohlen, die Dauertherapie dieser Erkrankungen mit Theophyllin in

Kombination mit anderen, die Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden

Arzneimitteln (z. B. lang wirksamen Beta-Sympathomimetika und Glukocortikoiden)

durchzuführen.

Arzneimittel mit verzögerter Theophyllinfreisetzung, wie Afonilum retard, sind nicht zur

Akutbehandlung des Status asthmaticus (schwerer Anfall von Asthma bronchiale), des

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Asthmaanfalls

oder

akuten

Bronchospastik

(Anfall

Atemnot

infolge

Bronchialverengung) bestimmt.

Theophyllin sollte nicht als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Asthma bei

Kindern angewendet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Afonilum retard beachten?

Afonilum retard darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Theophyllin oder einen der sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie einen frischen Herzinfarkt haben,

wenn Sie an akuten Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzschlagfolge

(tachykarden Arrhythmien) leiden,

bei Kindern unter 6 Monaten (siehe Abschnitt 3).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte

sprechen

Ihrem

Arzt

oder

Apotheker,

bevor

Afonilum

retard

einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Afonilum retard ist erforderlich

wenn Sie an einer instabilen Angina pectoris (Erkrankung der Herzkranzgefäße)

leiden,

wenn Sie eine Neigung zu Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter

Herzschlagfolge (tachykarden Arrhythmien) haben,

wenn Sie an schwerem Bluthochdruck leiden,

wenn Sie an einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (chronische

Herzmuskelerkrankung) leiden,

wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) haben,

wenn Sie ein epileptisches Anfallsleiden haben oder hatten,

wenn Sie ein Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür haben,

wenn Sie an Porphyrie (bestimmte Stoffwechselstörung) leiden,

wenn Sie Leber- oder Nierenfunktionsstörungen haben,

wenn bei Ihnen eine Elektrokrampftherapie durchgeführt wird, da Theophyllin die

Krampfanfälle verlängern kann.

Falls diese Angaben auf Sie zutreffen oder früher einmal zutrafen, befragen Sie vor der

Einnahme von Afonilum retard bitte Ihren Arzt.

Sollte

empfohlene

Dosierung

keine

ausreichende

Wirkung

zeigen

falls

Nebenwirkungen auftreten, sollte die Serumkonzentration von Theophyllin überwacht

werden.

Akute fiebrige Erkrankungen:

Fieber vermindert die Clearance von Theophyllin. Um Überdosierungen zu vermeiden,

kann es notwendig sein, die Dosis zu verringern.

Bei Kindern

Theophyllin wird im Körper von Kindern je nach Lebensalter unterschiedlich schnell

abgebaut. Besonders für zu früh geborene Kinder und Säuglinge unter 6 Monaten

besteht eine erhöhte Gefahr der Überdosierung.

Afonilum retard ist aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes nicht geeignet für Kinder

unter 6 Jahren. Hierfür stehen Arzneimittel in anderen Zubereitungsformen zur

Verfügung.

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Bei älteren Menschen

Die Anwendung von Afonilum retard bei alten und/oder schwerkranken Patienten ist mit

einer

erhöhten

Gefahr

Überdosierung

verbunden

soll

daher

durch

Blutspiegelkontrollen überwacht werden (siehe auch Abschnitt 3).

Einnahme von Afonilum retard zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich eingenommen/angewendet haben, oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung nachfolgend genannter Arzneimittel bzw. Präparategruppen kann bei

gleichzeitiger Behandlung mit Afonilum retard beeinflusst werden.

Afonilum

retard

wirkt

gleichgerichtet

verstärkend

anderen

xanthinhaltigen

Medikamenten, Betasympathomimetika, Coffein und ähnlichen Stoffen.

Ein beschleunigter Theophyllinabbau und/oder eine verminderte Bioverfügbarkeit sowie

eine verminderte Wirksamkeit finden sich:

bei Rauchern

gleichzeitiger

Behandlung

Barbituraten

(besonders

Pheno-

oder

Pentobarbital),

Carbamazepin,

Phenytoin,

Rifampicin,

Primidon,

Sulfinpyrazon,

Ritonavir, Johanniskraut (Hypericum perforatum) und Aminoglutethimid.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit einem dieser Arzneimittel sollte der Theophyllin-

Spiegel kontrolliert und gegebenenfalls eine Dosisanpassung durchgeführt werden.

Dies gilt auch nach dem Absetzen eines dieser Medikamente.

Ein verzögerter Abbau und/oder eine Erhöhung des Theophyllin-Blutspiegels mit einer

erhöhten

Überdosierungsgefahr

vermehrtem

Nebenwirkungsrisiko

können

gleichzeitiger Behandlung mit folgenden Arzneimitteln auftreten: oralen Kontrazeptiva

(„Pille“)

aufgrund

Östrogenanteils,

Makrolid-Antibiotika

(z. B.

Erythromycin,

Clarithromycin,

Josamycin,

Spiramycin,

Troleandomycin),

Imipenem,

Chinolone

(Gyrase-Hemmstoffe,

s. u.),

Isonikotinsäurehydrazid,

Tiabendazol,

Calcium-

Antagonisten

(z. B.

Verapamil,

Diltiazem),

Propranolol,

Propafenon,

Mexiletin,

Ticlopidin, Cimetidin, Allopurinol, alpha-Interferon, Rofecoxib, Pentoxifyllin, Fluvoxamin,

Viloxazin, Disulfiram, Zileuton, Phenylpropanolamin, Influenza- und BCG-Vakzinen.

Außerdem ist eine Wirkungsverstärkung von Theophyllin durch Alkohol, Methotrexat

oder Tacrin möglich. Hierbei kann eine Dosisverminderung von Theophyllin angezeigt

sein.

Einzelnen Berichten zufolge sind auch bei gleichzeitiger Behandlung mit Ranitidin,

Aciclovir oder Zafirlukast Überdosierungserscheinungen von Theophyllin beobachtet

worden. Da eine

Wechselwirkung nicht hinreichend sicher ausgeschlossen werden

kann, sollte bei gleichzeitiger Behandlung die individuell erforderliche Theophyllin-Dosis

besonders sorgfältig ermittelt werden.

Bei paralleler Behandlung mit Ciprofloxacin ist die Theophyllin-Dosis auf maximal 60 %,

Anwendung

Enoxacin

maximal

30 %

Anwendung

Grepafloxacin oder Clinafloxacin auf 50 % der empfohlenen Dosis zu reduzieren. Auch

andere

Chinolone

(z. B.

Pefloxacin,

Pipemidsäure)

können

Wirkung

Theophyllin-Arzneimitteln

verstärken.

wird

daher

dringend

empfohlen,

gleichzeitiger

Behandlung

Chinolonen

therapiebegleitende

engmaschige

Theophyllin-Konzentrationsbestimmungen durchzuführen.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Isoniazid kann der Theophyllin-Spiegel steigen oder

auch abfallen. Theophyllinspiegelkontrollen sind angezeigt.

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Wirkung

Lithiumcarbonat,

Beta-Rezeptorenblockern,

Adenosin

Benzodiazepinen kann durch gleichzeitige Gabe von Afonilum retard abgeschwächt

werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Theophyllin und Diazepam können höhere Diazepamdosen

erforderlich sein, um den gewünschten Beruhigungseffekt zu erzielen. Der Abbruch der

Behandlung mit Theophyllin kann zu Atemdepression führen, wenn nicht parallel die

Diazepamdosis gesenkt wird.

Theophyllin verstärkt die harntreibende Wirkung von Diuretika.

Eine Verminderung der Theophyllin-Wirkung ist bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin,

Isoproterenol (i.v.) oder Moricizin möglich.

Bei gleichzeitiger Gabe von Theophyllin und Formoterol sind Eosinopenie und

Hypokaliämie möglich.

Es liegen Hinweise vor, dass eine Senkung der Krampfschwelle des Gehirns bei

gleichzeitiger Gabe von bestimmten Fluorochinolonen oder Imipenem auftreten kann.

Die Anwendung von Halothan kann bei Patienten, die Afonilum retard erhalten, zu

schweren Herzrhythmusstörungen führen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor Kurzem angewandte Arzneimittel

gelten können.

Aufgrund der vielfältigen Wechselwirkungen von Theophyllin sind

Serumspiegelkontrollen bei längerfristiger Einnahme von Afonilum retard mit anderen

Medikamenten allgemein ratsam.

Einnahme von Afonilum retard zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Kaffee wirkt verstärkend auf die Wirkung von Theophyllin. Rauchen steigert den

Theophyllinabbau und schwächt somit die Wirkung ab. Die Einnahme zusammen mit

Alkohol kann das Reaktionsvermögen zusätzlich beeinträchtigen (s. Hinweise zur

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen).

Schwangerschaft, Stillzeit

und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein

oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

einer

Anwendung

Theophyllin

während

ersten

drei

Schwangerschaftsmonate liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor, daher

sollte eine Einnahme von Theophyllin während dieser Zeit vermieden werden.

Während des zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittels sollte Theophyllin nur nach

strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt angewendet werden,

da es in den Blutkreislauf des Ungeborenen übergeht und dort Arzneimittelwirkungen

zeigen kann.

Wird eine Patientin am Ende der Schwangerschaft mit Theophyllin behandelt, kann es

Wehenhemmung

kommen.

Neugeborene,

deren

Mütter

Geburt

Theophyllin behandelt wurden, müssen sorgfältig auf Arzneimittelwirkungen überwacht

werden.

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Stillzeit

Theophyllin geht in die Muttermilch über. Aus diesem Grund ist die therapeutische

Theophyllin-Dosis bei einer stillenden Frau so niedrig wie möglich zu halten. Das Stillen

sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe des Arzneimittels erfolgen. Das gestillte Kind

muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von Theophyllin-Wirkungen hin überwacht

werden. Sollten höhere therapeutische Dosen notwendig sein, muss abgestillt werden.

Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Es liegen keine klinischen Daten zum Einfluss von Theophyllin auf die Zeugungs-

/Gebärfähigkeit

Menschen

vor.

Tierversuchen

hatte

Theophyllin

negative

Auswirkungen auf die weibliche und männliche Zeugungs-/Gebärfähigkeit.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Afonilum

retard

kann

auch

bestimmungsgemäßem

Gebrauch

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme

am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen sowie zum Arbeiten in größerer

Höhe oder ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße, wenn

Afonilum

retard

zusammen

Alkohol

oder

Medikamenten,

ihrerseits

Reaktionsvermögen beeinträchtigen können, eingenommen wird.

3.

Wie ist Afonilum retard einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

sicher sind.

Afonilum retard ist individuell nach Wirkung und Verträglichkeit zu dosieren. Die

Dosierung sollte möglichst anhand des Theophyllin-Serumspiegels (Theophyllinmenge

im Blut)

ermittelt werden (anzustrebender Bereich: 8 – 20 Mikrogramm/ml). Kontrollen

des Theophyllin-Serumspiegels

sind insbesondere auch bei mangelhafter Wirksamkeit

oder dem Auftreten unerwünschter Wirkungen angezeigt.

Zur Bestimmung der Anfangsdosis ist eine eventuelle Vorbehandlung mit Theophyllin

oder seinen Verbindungen hinsichtlich einer Dosisminderung zu berücksichtigen.

Für die Ermittlung der Dosis ist als Körpergewicht das Normalgewicht einzusetzen, da

Theophyllin nicht vom Fettgewebe aufgenommen wird.

Für Erwachsene beträgt die tägliche Erhaltungsdosis von Theophyllin ca. 11 – 13 mg

je kg Körpergewicht.

Kinder sowie Raucher benötigen im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine

höhere körpergewichtsbezogene Theophyllin-Dosis infolge eines vermehrten Abbaus

von Theophyllin.

Afonilum darf bei Kindern unter 6 Monaten nicht angewendet werden (siehe Abschnitt

Afonilum retard sollte bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Es stehen

andere Darreichungsformen zur Verfügung, die bei Kindern unter 6 Jahren besser

geeignet sind.

Raucher

benötigen

Vergleich

nichtrauchenden

Erwachsenen

eine

höhere

körpergewichtsbezogene Theophyllin-Dosis infolge einer erhöhten Eliminationsrate.

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Bei Rauchern, die das Rauchen einstellen, sollte wegen des Anstiegs des Theophyllin-

Blutspiegels vorsichtig dosiert werden.

Patienten

Herzleistungsschwäche

(Herzinsuffizienz),

schwerem

Sauerstoffmangel,

chronisch

obstruktiver

Lungenerkrankung,

eingeschränkter

Leberfunktion,

Lungenentzündung,

akutem

Lungenödem,

Virusinfektionen

(insbesondere Influenza [Grippe]), bei anhaltendem Fieber, im höheren Lebensalter

sowie

Behandlung

bestimmten

anderen

Medikamenten

(siehe

auch

Abschnitt "Einnahme von Afonilum retard zusammen mit anderen Arzneimitteln") und

nach

erhöhtem

Alkoholgenuss

Theophyllinausscheidung

sehr

häufig

verlangsamt. Bei höhergradigen Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Anhäufung

(Kumulation)

Theophyllin-Stoffwechselprodukten

kommen.

Solche

Patienten

benötigen daher geringere Dosen, und Steigerungen müssen mit besonderer Vorsicht

erfolgen.

Weiterhin

über

eine

reduzierte

Theophyllinausscheidung

nach

Tuberkulose- und Grippeschutzimpfung berichtet worden, so dass bei gleichzeitiger

Behandlung ebenfalls eine Dosisminderung erforderlich sein könnte.

Empfohlenes Dosierungsschema:

Soweit nicht anders verordnet, sind je nach Lebensalter folgende Erhaltungs-

Dosierungen zu empfehlen:

Alter in Jahren

Körpergewicht

in kg*

tägliche Dosis

in mg

Theophyllin je

Körpergewicht*

tägliche

Dosis in mg

Theophyllin

tägliche Anzahl der

Retardkapseln

Kinder,

6 – 8 Jahre

20 – 25

480 - 600

siehe Erläuterung

unten „Wie viel von

Afonilum retard und

wie oft sollten Sie

Afonilum retard

einnehmen?“

Kinder,

8 – 12 Jahre

25 – 40

500 - 800

siehe Erläuterung

unten „Wie viel von

Afonilum retard und

wie oft sollten Sie

Afonilum retard

einnehmen?“

**Jugendliche,

12 – 16 Jahre

40 – 60

720 - 1080

siehe Erläuterung

unten „Wie viel von

Afonilum retard und

wie oft sollten Sie

Afonilum retard

einnehmen?“

**Erwachsene

Jugendliche

ab 16 Jahren

(Nichtraucher)

60 – 70

11 – 13

660/780 –

770/910

siehe Erläuterung

unten „Wie viel von

Afonilum retard und

wie oft sollten Sie

Afonilum retard

einnehmen?“

**Raucher

60 – 70

1080 - 1260

nach Anweisung

des Arztes

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* Bei adipösen Patienten ist hier das Normalgewicht einzusetzen.

** Für Patienten mit einem höheren Theophyllinbedarf stehen höher dosierte

Darreichungsformen zur Verfügung.

Wird von einem nicht retardierten auf ein retardiertes (verzögerte Wirkstofffreisetzung)

Theophyllin-Präparat

gewechselt,

beachten,

dass

angegebene

Tagesdosis

eventuell

reduziert

werden

kann.

Wenn

einem

Präparat

verzögerter Theophyllinfreisetzung (retardiertes Theophyllin) auf ein anderes, z. B. von

einem

anderen

Hersteller

gewechselt

wird,

sollte

Theophyllinserumspiegel

(Theophyllinmenge

Blut)

kontrolliert

werden.

Dies

ebenfalls

Verabreichung von hohen Dosen empfehlenswert.

Sollte es zu Überdosierungserscheinungen kommen, so sollte nach Anordnung des

Arztes je nach Schweregrad die nächste Dosis ausgelassen oder um 50 % vermindert

werden. In jedem Falle sollten Sie den behandelnden Arzt zur Überprüfung der

Behandlung aufsuchen.

Wie viel von Afonilum retard und wie oft sollten Sie Afonilum retard einnehmen?

Kinder von 6 – 8 Jahren (20 – 25 kg Körpergewicht), Tagesbedarf ca. 24 mg/kg

Körpergewicht:

2mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 2 Retardkapseln

pro Tag).

Kinder von 8 – 12 Jahren (25 – 40 kg Körpergewicht), Tagesbedarf ca. 20 mg/kg

Körpergewicht:

2- bis 3mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 2 – 3

Retardkapseln pro Tag).

Jugendliche von 12 – 16 Jahren (40 – 60 kg Körpergewicht), Tagesbedarf ca. 18 mg/kg

Körpergewicht:

3mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 3 Retardkapseln

pro Tag).

Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene (60 – 70 kg Körpergewicht), Nichtraucher,

Tagesbedarf ca. 11 – 13 mg/kg Körpergewicht:

2- bis 3mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 2 – 3

Retardkapseln pro Tag).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Wie und wann sollten Sie Afonilum retard einnehmen?

Die Behandlung sollte möglichst am Abend kurz vor dem Schlafengehen beginnen und

langsam über 2 – 3 Tage gesteigert werden.

Sowohl eine Erhöhung als auch eine Verminderung der Dosis soll stets nur auf Anraten

des Arztes erfolgen.

Nehmen Sie Afonilum retard nach den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit

ein.

Einzeldosen

sollen

gleichmäßigen

Abständen

über

24 Stunden

verteilt

eingenommen werden, bei 2mal täglicher Gabe üblicherweise morgens und abends.

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Im Bedarfsfall, z. B. bei Schluckbeschwerden, können die Steckkapseln durch

gleichzeitiges Drehen und Ziehen geöffnet und der Inhalt unzerkaut mit reichlich

Flüssigkeit eingenommen werden, ohne dass die Retardwirkung (verzögerte

Wirkstofffreisetzung) verloren geht.

Wie lange sollten Sie Afonilum retard einnehmen?

Nehmen Sie Afonilum retard stets nur in Absprache und auf Anraten des Arztes ein.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung

und wird vom behandelnden Arzt bestimmt. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Afonilum retard zu

stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Afonilum retard eingenommen haben, als Sie

sollten:

Überdosierung

Afonilum

retard

können

therapeutischen

Theophyllin-

Serumspiegeln

(Theophyllinuntersuchung

Blut)

20 Mikrogramm/ml

Nebenwirkungen

Magen-Darm-Beschwerden

[Übelkeit,

Magenschmerzen,

Erbrechen,

Durchfall

(Diarrhö)],

zentralnervöse

Erregbarkeit

(Unruhegefühl,

Kopfschmerzen,

Schlaflosigkeit,

Schwindel)

kardiale

Störungen

(Herzrhythmusstörungen), je nach individueller Empfindlichkeit, auftreten.

Bei Theophyllin-Blutspiegeln über 20 Mikrogramm/ml finden sich in der Regel die

gleichen Symptome mit gesteigerter Intensität.

Übersteigt der Theophyllin-Blutspiegel 25 Mikrogramm/ml, können schwerwiegende

Funktionsstörungen des Herzens oder des Gehirns, z. B. zentralnervöse und kardiale

Reaktionen bis hin zu Krampfanfällen oder schweren Herzrhythmusstörungen sowie

Herz-Kreislauf-Versagen,

Rhabdomyolyse

schwere

Magen-Darm-Erkrankungen

(u. a. gastrointestinale Blutungen) auftreten. Solche Reaktionen können auch ohne die

Vorboten

leichterer

Nebenwirkungen

auftreten.

einer

Vergiftung

einem

Theophyllinpräparat mit verzögerter Wirkstofffreisetzung können die Zeichen einer

Vergiftung verzögert auftreten.

erhöhter

individueller

Theophyllin-Empfindlichkeit

sind

schwerere

Überdosierungserscheinungen

auch

schon

unterhalb

genannten

Blutspiegel-

Konzentrationen möglich.

Verdacht

eine

Überdosierung

Afonilum

retard

sofort

Arzt

benachrichtigen.

Dieser

sollte,

nachdem,

lange

Einnahme

zurückliegt,

folgende Maßnahmen ergreifen:

Bei leichten Überdosierungserscheinungen:

Afonilum retard sollte abgesetzt und der Theophyllin-Serumspiegel bestimmt werden.

Bei Wiederaufnahme der Behandlung sollte die Dosis entsprechend vermindert

werden.

Therapie aller Theophyllinvergiftungen:

Bis zu zwei Stunden nach Einnahme kann eine Magenspülung sinnvoll sein. Zur

weiteren Giftentfernung sollte wiederholt Aktivkohle, ggf. in Kombination mit einem

schnell wirksamen Abführmittel (z. B. Glaubersalz) verabreicht werden.

Aufgrund der hohen Morbidität und Mortalität Theophyllin-induzierter Anfälle sollte die

Behandlung schnell und zielgerichtet erfolgen. Außerordentlich effektiv ist die orale

Behandlung mit Aktivkohle (0,5 g/kg bis zu 20 g). Die Dosis sollte mindestens einmal

1 bis 2 Stunden nach der 1. Verabreichung wiederholt werden. Sie blockiert auch noch

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mehrere Stunden nach der Einnahme die Absorption von Theophyllin im

Gastrointestinaltrakt. Die einmalige Verabreichung von Sorbitol kann den Stuhlgang

fördern, so dass die Ausscheidung des an die Aktivkohle gebundenen Theophyllins

erleichtert wird. Emetika fördern zwar das Erbrechen, aber sie vermindern nicht die

Theophyllinabsorption, außer diese werden innerhalb von 5 Minuten nach der

Einnahme des Theophyllins verabreicht. Selbst dann sind Emetika weniger wirksam als

Aktivkohle.

Elektrokardiographisches Monitoring sollte von Beginn an erfolgen und so lange

fortgesetzt werden, bis die Serumtheophyllin-Spiegel wieder im Normbereich liegen.

Gleiches gilt für die Kontrolle der Serumelektrolyte und der Glucose. Monitoring und

Therapie sollten fortgeführt werden, bis die Serumkonzentration unter 20 µg/ml liegt.

Spezielle Empfehlungen

Serumkonzentration > 20 < 30 µg/ml

1. Verabreichung einer Einzeldosis Aktivkohle

2. Überwachung des Patienten auch in Hinblick auf die Serum-Theophyllin-

konzentration im Abstand von 2 bis 4 Stunden, um einen Konzentrationsanstieg

ausschließen zu können.

Serumkonzentration > 30 < 100 µg/ml

1. Mehrfache Verabreichung von Aktivkohle und Maßnahmen zur Beherrschung des

Erbrechens

2. Überwachung des Patienten und alle 2 bis 4 Stunden regelmäßige Kontrolle der

Theophyllinkonzentrationen zur Kontrolle der Therapie und ggf. als Ent-

scheidungsgrundlage für weitere Maßnahmen.

3. Durchführung von z. B. Hämoperfusion, falls Erbrechen, Anfälle oder Arrhythmien

nicht adäquat behandelt werden können.

Serumkonzentration > 100 µg/ml

1. Prophylaktische antikonvulsive Therapie sollte in Betracht gezogen werden.

2. Mehrfache Verabreichung von Aktivkohle und Maßnahmen zur Beherrschung des

Erbrechens.

3. z. B. Hämoperfusion sollte auch dann erwogen werden, wenn der Patient keine

Anfälle hat.

4. Überwachung des Patienten und alle 2 bis 4 Stunden regelmäßige Kontrolle der

Theophyllinkonzentrationen zur Kontrolle der Therapie und ggf. als Ent-

scheidungsgrundlage für weitere Maßnahmen.

Weitere Maßnahmen:

Bei zentralnervösen Reaktionen (z. B. Unruhe und Krämpfen):

Diazepam i.v., 0,1 - 0,3 mg/kg Körpergewicht (KG), bis zu 15 mg

Bei vitaler Bedrohung:

Überwachung lebenswichtiger Funktionen

Freihalten der Atemwege (Intubation)

Zufuhr von Sauerstoff

bei Bedarf i.v. Volumensubstitution mit Plasmaexpandern

Kontrolle und evtl. Korrektur des Wasser- und Elektrolythaushalts

Hämoperfusion (s. u.)

Bei bedrohlichen Herzrhythmustörungen:

I.v. Gabe von Propranolol bei Nicht-Asthmatikern

(1 mg bei Erwachsenen, 0,02 mg/kg KG bei Kindern), diese Dosis kann alle

5 – 10 Minuten bis zur Rhythmus-Normalisierung oder bis zur Höchstdosis

von 0,1 mg/kg wiederholt werden.

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Vorsicht:

Propranolol kann bei Asthmatikern schwere Bronchospasmen auslösen. Bei

Asthma-Patienten sollte Verapamil gegeben werden.

besonders

schweren

Vergiftungen

kann

eine

Entgiftung

durch

Hämoperfusion/Hämodialyse (Blutwäsche) erreicht werden.

Extrakorporale Methoden zur Senkung der Serum-Theophyllinkonzentration

Indem die Theophyllinclearance durch extrakorporale Methoden steigt, kann die

Serumkonzentration rasch sinken. Hämoperfusion mit Aktivkohle ist dabei die

wirksamste Methode, wobei die Theophyllinclearance bis zum 6-fachen ansteigt,

allerdings können dabei schwere Komplikationen wie Blutdruckabfall, Hypokalzämie,

verminderte Thrombozytenzahl und Blutungsneigung auftreten. Hämodialyse ist dabei

vergleichbar wirksam wie die mehrfache Aktivkohlegabe und hat ein geringeres Risiko

für schwerwiegende Komplikationen als die Hämoperfusion mit Aktivkohle. Die Serum-

Theophyllinkonzentrationen können aufgrund der Rückverteilung von Theophyllin aus

dem Gewebe nach Beendigung der Aktivkohlehämoperfusion oder Hämodialyse

wieder auf 5 bis 10 µg/ml ansteigen.

Die weiteren Möglichkeiten zur Behandlung einer Vergiftung mit Afonilum retard richten

sich nach dem Ausmaß, dem Verlauf sowie den Krankheitszeichen.

Wenn Sie die Einnahme von Afonilum retard vergessen haben:

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben, sondern halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt und führen Sie die Einnahme,

wie in der Dosierungsanleitung beschrieben, fort.

Wenn Sie die Einnahme von Afonilum retard abbrechen:

Bei Unterbrechen oder plötzlicher Beendigung der Einnahme (Absetzen) informieren

Sie unverzüglich Ihren Arzt, da die Gefahr einer unzureichenden Behandlung Ihrer

Erkrankung besteht.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen

Stoffwechsel und Elektrolyte

Gestörtes Gleichwicht der Blutsalze (Serumelektrolyte), verminderter Gehalt

Blutes

Kalium

(Hypokaliämie),

Anstieg

Calcium,

Kreatinin,

Harnsäure

(Hyperurikämie)

sowie

Blutzuckers

(Hyperglykämie),

Störungen des Säure-Basen-Haushaltes.

Immunsystem

Überempfindlichkeit

(u. a.

Hautausschlag,

Juckreiz,

Nesselsucht,

Bronchospasmen)

einschließlich

schwerer

allergischer

(anaphylaktischer)

Reaktionen.

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Nervensystem

Kopfschmerzen, Erregungszustände, Gliederzittern, Unruhe, Schlaflosigkeit,

Krampfanfälle, Schwindel.

Psychiatrische Erkrankungen

Beunruhigung, Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Nervosität.

Herz-Kreislauf-System

Beschleunigter bzw. unregelmäßiger Herzschlag, Herzrhythmusstörungen,

Kammerarrhythmien, Tachykardie, Sinustachykardie, supraventrikuläre

Tachykardie, multifokale Vorhoftachykardie und Vorhofflattern, „ventrikuläre

Extrasystolen“, Herzklopfen (Palpitationen), Vorhofflimmern, Vorhofflattern,

Blutdruckabfall.

Gefäßerkrankungen

Niedriger Blutdruck (Hypotonie), Schock.

Verdauungstrakt

Magen-Darm-Beschwerden

einschließlich

Blutung,

Übelkeit,

Erbrechen,

Durchfall.

Anregung

Magensäureausschüttung,

Bauchschmerzen,

blutiges

Erbrechen.

Infolge einer verringerten Spannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels

(Tonusverminderung

unteren

Ösophagussphinkter)

kann

bestehender

Rückfluss

Mageninhalt

Speiseröhre

(gastroösophagealer

Reflux,

Sodbrennen) in der Nacht verstärkt werden, durch Aspiration (Einatmen von

flüssigen oder festen Stoffen) kann Asthma provoziert werden.

Erkrankungen

der

Atemwege,

des

Brustraums

und

des

Mittelfells

(Mediastinums)

Beschleunigtes Atmen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Muskelzellzerfall (Rhabdomyolyse).

Niere und ableitende Harnwege

Akutes Nierenversagen, verstärkte Harnausscheidung (Diurese).

Ausgeprägtere

Nebenwirkungen

können

Überempfindlichkeit

oder

einer

Überdosierung (Theophyllin-Blutspiegel über 20 Mikrogramm/ml) auftreten.

Vor allem bei erhöhten Theophyllin-Blutspiegeln (Theophyllinmenge im Blut) von mehr

als 25 Mikrogramm/ml können Zeichen einer Vergiftung wie Krampfanfälle, plötzlicher

Blutdruckabfall,

Herzrhythmusstörungen

(ventrikuläre

Arrhythmien),

Herz-

Kreislaufversagen,

Zerfall

Skelettmuskulatur

(Rhabdomyolyse)

schwere

Magen-Darm-Erscheinungen (u. a. gastrointestinale Blutungen) auftreten.

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Afonilum retard nicht

nochmals eingenommen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, damit er über den

Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Seite 12/13

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn,

Website:

www.bfarm.de

(http://www.bfarm.de/DE/Pharmakovigilanz/form/functions/formpv-node.html)

anzeigen.

Indem

Nebenwirkungen

melden,

können

dazu

beitragen,

dass

mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Afonilum retard aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf Faltschachtel und Durchdrückpackung

nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Keine.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei..

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Afonilum retard enthält:

Der Wirkstoff ist Theophyllin.

1 Hartkapsel, retardiert Afonilum

retard enthält 250 mg Theophyllin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Chinolingelb, Ethylcellulose, gefälltes Siliciumdioxid, Gelatine, Indigocarmin,

Natriumdodecylsulfat, Talkum, Titandioxid.

Wie Afonilum retard aussieht und Inhalt der Packung:

Hartgelatine-Steckkapsel mit grünem Ober- und weißem Unterteil. Die Hartkapseln,

retardiert sind in Durchdrückpackungen verpackt.

Afonilum retard ist in Packungen mit

20 Hartkapseln, retardiert,

50 Hartkapseln, retardiert,

100 Hartkapseln, retardiert

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Mylan Healthcare GmbH

Freundallee 9A

Seite 13/13

30173 Hannover

Telefon: 0511 / 6750-2400

Telefax: 0511 / 6750-3120

E-Mail: mylan.healthcare@mylan.com

Hersteller

Famar Italia, S.P.A

Via Zambeletti 25

20021 Baranzate (Milano)

Italien

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt im April 2015 überarbeitet.

Entnahmehinweis

Die Abbildung zeigt die richtige Entnahme, um Kapselbruch vorzubeugen.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

1.

Bezeichnung der Arzneimittel

Afonilum

retard mite, 125 mg Hartkapseln, retardiert

Afonilum

retard, 250 mg Hartkapseln, retardiert

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Theophyllin

1 Hartkapsel, retardiert Afonilum

retard mite enthält 125 mg Theophyllin.

1 Hartkapsel, retardiert Afonilum

retard enthält 250 mg Theophyllin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Hartkapsel, retardiert (Retardkapsel)

4.

Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Bronchospasmolytikum/Antiasthmatikum

Behandlung

Verhütung

Atemnotzuständen

aufgrund

Einengung

Atemwege

(Bronchokonstriktion)

Patienten

persistierendem

Asthma

bronchiale

oder

mittel-

schwergradiger

obstruktiver

Atemwegserkrankung

(z. B.

chronische

Bronchitis

Lungenemphysem).

Hinweis:

wird

empfohlen,

Dauertherapie

dieser

Erkrankungen

Theophyllin

Kombination mit anderen, die Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Arzneimitteln,

wie z. B. lang wirksamen Beta

Sympathomimetika und Glukocortikoiden durchzuführen.

Arzneimittel mit verzögerter Theophyllinfreisetzung, wie Afonilum retard mite, Afonilum retard,

Afonilum retard forte und Afonilum Bio-R, sind nicht zur Akutbehandlung des Status asthmaticus

oder der akuten Bronchospastik bestimmt.

Afonilum

sollte

nicht

Mittel

ersten

Wahl

Behandlung

Asthma

Kindern

angewendet werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung:

Afonilum

individuell

nach

Wirkung

Verträglichkeit

dosieren.

Dosierung

sollte

möglichst anhand der Theophyllin-Serumkonzentration ermittelt werden (anzustrebender Bereich:

8 – 20 µg/ml). Kontrollen des Theophyllin-Serumspiegels sind insbesondere auch bei mangelhafter

Wirksamkeit oder dem Auftreten unerwünschter Wirkungen angezeigt.

Zur Bestimmung der Initialdosis ist eine eventuelle Vormedikation mit Theophyllin oder seinen

Verbindungen hinsichtlich einer Dosisverminderung zu berücksichtigen.

Für die Ermittlung der Dosis ist das Normalgewicht als Körpergewicht einzusetzen, da Theophyllin

nicht vom Fettgewebe aufgenommen wird.

Für

Erwachsene

beträgt

tägliche

Erhaltungsdosis

Theophyllin

11 bis

13 mg

kg Körpergewicht.

Raucher

benötigen

Vergleich

nichtrauchenden

Erwachsenen

eine

höhere

körpergewichtsbezogene Theophyllin-Dosis, da die Eliminationsrate erhöht ist. Bei Rauchern, die

das Rauchen einstellen, sollte wegen des Anstiegs des Theophyllin-Spiegels vorsichtig dosiert

werden.

Patienten

Herzinsuffizienz,

schwerem

Sauerstoffmangel,

chronisch

obstruktiver

Lungenerkrankung,

Lungenentzündung,

akutem

Lungenödem,

Virusinfektionen

(insbesondere

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Influenza),

anhaltendem

Fieber,

höheren

Lebensalter

sowie

Behandlung

bestimmten anderen Medikamenten (siehe unter 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

sonstige

Wechselwirkungen")

nach

erhöhtem

Alkoholgenuss

Theophyllin-

Ausscheidung

sehr

häufig

verlangsamt.

Weiterhin

über

eine

reduzierte

Theophyllin-

Ausscheidung nach Influenza- und BCG-Impfung berichtet worden, so dass bei gleichzeitiger

Behandlung ebenfalls eine Dosisminderung erforderlich sein könnte.

Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Theophyllin-Ausscheidung sehr häufig

verlangsamt.

Bei höhergradigen Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Anhäufung (Kumulation) von

Theophyllinmetaboliten kommen.

Solche Patienten benötigen daher geringere Dosen, und Steigerungen müssen mit besonderer

Vorsicht erfolgen.

Kinder

Afonilum retard mite/ retard sollte bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Es stehen

andere Darreichungsformen zur Verfügung, die bei Kindern unter 6 Jahren besser geeignet sind.

Kinder benötigen im Vergleich zu nichtrauchenden Erwachsenen eine höhere

körpergewichtsbezogene Theophyllin-Dosis, da bei dieser Patientengruppe die Eliminationsrate

höher ist.

Afonilum darf bei Kindern unter 6 Monaten nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten (ab 60. Lebensjahr) ist die Theophyllin-Ausscheidung verlangsamt.

Die Anwendung von Afonilum bei alten, polymorbiden, schwerkranken und/oder intensiv-

medizinisch therapierten Patienten ist mit einem erhöhten Intoxikationsrisiko verbunden und soll

daher durch therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrolliert werden (siehe auch 4.4

„Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Empfohlenes Dosierungsschema:

Soweit nicht anders verordnet, sind je nach Lebensalter folgende Erhaltungs-Dosierungen zu

empfehlen:

Alter in Jahren

Körpergewicht

in kg*

tägliche Dosis in

mg Theophyllin

je kg

Körpergewicht*

tägliche Dosis in

mg Theophyllin

tägliche Anzahl

Retardkapseln

siehe

Kinder, 6 - 8 Jahre

20 - 25

480 - 600

Dosierungs-

Kinder, 8 - 12 Jahre

25 - 40

500 - 800

beispiele

Jugendliche,

12 - 16 Jahre

40 - 60

720 - 1080

unten

Erwachsene und

Jugendliche ab

16 Jahren

(Nichtraucher)

60 - 70

11 - 13

660/780 – 770/910

siehe

Dosierungs-

beispiele unten

Raucher

60 - 70

1080 - 1260

nach Anweisung

des Arztes

*Bei adipösen Patienten ist hier das Normalgewicht einzusetzen.

Die Tagesdosis soll auf eine morgendliche und eine abendliche Dosis verteilt werden.

Dosierungsbeispiele

Kinder 6 – 8 Jahre (20 – 25 kg KG), Tagesbedarf ca. 24 mg/kg KG:

2-mal täglich 2 Hartkapseln, retardiert Afonilum retard mite (entsprechend 4 Retardkapseln pro

Tag)

oder

2-mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 2 Retardkapseln pro Tag).

Kinder 8 – 12 Jahre (25 – 40 kg KG), Tagesbedarf ca. 20 mg/kg KG:

2- bis 3-mal täglich 2 Hartkapseln, retardiert Afonilum retard mite (entsprechend 4 - 6 Retardkapseln

pro Tag)

oder

2- bis 3-mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 2–3 Retardkapseln pro

Tag).

Jugendliche 12 – 16 Jahre (40 – 60 kg KG), Tagesbedarf ca. 18 mg/kg KG:

3-mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 3 Retardkapseln pro Tag)

Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene (60 – 70 kg KG), Nichtraucher, Tagesbedarf ca. 11 –

13 mg/kg KG:

2- bis 3mal täglich 1 Hartkapsel, retardiert Afonilum retard (entsprechend 2-3 Retardkapseln pro

Tag.

Erwachsene (ältere Patienten und Kranke) mit reduzierter Theophyllin-Elimination:

2-mal täglich 1 – 2 Hartkapseln, retardiert Afonilum retard mite (entsprechend 2 – 4 Retardkapseln

pro Tag).

Wird von einem nicht retardierten auf ein retardiertes Theophyllin-Präparat gewechselt, so ist zu

beachten, dass die angegebene Tagesdosis eventuell reduziert werden kann. Bei der Umstellung

von einem retardierten Theophyllinpräparat auf ein anderes, z. B. von einem anderen Hersteller,

sollte der Theophyllinserumspiegel (Theophyllinmenge im Blut) kontrolliert werden, da sich die

Präparate in ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden können. Dies ist ebenfalls bei der Verabreichung

von hohen Dosen empfehlenswert.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Sollte es zu unerwünschten Reaktionen oder Überdosierungserscheinungen kommen, so sollte je

nach

Schweregrad

nächste

Dosis

ausgelassen

oder

50 %

vermindert

werden.

Eine

notwendige Dosiskorrektur sollte möglichst anhand des Theophyllin-Spiegels im Serum (TDM)

ermittelt werden.

Art der Anwendung

Afonilum soll nach den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.

Die Behandlung sollte möglichst am Abend kurz vor dem Schlafengehen beginnen und langsam

über 2 - 3 Tage gesteigert werden.

Die Einzeldosen sollen in gleichmäßigen Abständen über 24 Stunden verteilt eingenommen

werden, bei 2-mal täglicher Gabe üblicherweise morgens und abends.

Im Bedarfsfall können die Steckkapseln durch gleichzeitiges Drehen und Ziehen geöffnet und der

Inhalt unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden, ohne dass das Retardprinzip

beeinträchtigt wird.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung und wird vom

behandelnden Arzt bestimmt.

4.3

Gegenanzeigen

Afonilum darf nicht angewendet werden bei:

– bekannter Überempfindlichkeit gegen Theophyllin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

von Afonilum,

– frischem Herzinfarkt,

– akuten tachykarden Arrhythmien

– Kindern unter 6 Monaten (siehe auch Abschnitt 4.2).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Afonilum sollte nur bei strengster Indikation und mit Vorsicht angewendet werden bei:

– instabiler Angina pectoris,

– Patienten mit Neigung zu tachykarden Arrhythmien,

– schwerem Bluthochdruck,

– hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie,

– Hyperthyreose,

– epileptischem Anfallsleiden in der Vorgeschichte,

– Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür,

– Porphyrie,

– schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

Anwendung

Afonilum

alten,

polymorbiden,

schwerkranken

und/oder

intensiv-

medizinisch therapierten Patienten ist mit einem erhöhten Intoxikationsrisiko verbunden und soll

daher durch therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) kontrolliert werden (siehe auch 4.2 "Dosierung

und Art der Anwendung").

Patienten,

eine

Elektrokrampftherapie

erhalten,

besondere

Vorsicht

geboten,

Theophyllin die Anfälle verlängern kann. Das Auftreten eines Status epilepticus ist möglich.

Sollte die empfohlene Dosierung keine ausreichende Wirkung zeigen und falls Nebenwirkungen

auftreten, sollte die Serumkonzentration von Theophyllin überwacht werden.

Akute fiebrige Erkrankungen:

Fieber vermindert die Clearance von Theophyllin. Um Intoxikationen zu vermeiden, kann eine

Reduzierung der Dosis notwendig sein.

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes sind Afonilum retard und Afonilum retard mite für Kinder

unter 6 Jahren nicht geeignet.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Theophyllin wird in der Leber u. a. über das Enzym CYP1A2 metabolisiert. Die gleichzeitige

Anwendung

Arzneimitteln,

dieses

Enzym

beeinflussen,

kann

Änderungen

Theophyllin-Abbaus führen.

Theophyllin

wirkt

synergistisch

(gleichgerichtet

verstärkend)

anderen

xanthinhaltigen

Medikamenten, Betasympathomimetika, Coffein und ähnlichen Stoffen.

beschleunigter

Theophyllin-Abbau

und/oder

eine verminderte Bioverfügbarkeit

sowie eine

verminderte Wirksamkeit finden sich

bei Rauchern

bei gleichzeitiger Behandlung mit Barbituraten (besonders Phenobarbital oder Pentobarbital),

Carbamazepin,

Phenytoin,

Rifampicin,

Primidon,

Sulfinpyrazon

Ritonavir,

Johanniskraut

(Hypericum perforatum) und Aminoglutethimid.

gleichzeitiger

Behandlung

einem

dieser

Arzneimittel

sollte

Theophyllin-Spiegel

kontrolliert und gegebenenfalls eine Dosisanpassung durchgeführt werden. Dies gilt auch nach dem

Absetzen eines dieser Medikamente.

Verzögerter

Abbau

und/oder

Erhöhung

Theophyllin-Blutspiegels

einer

erhöhten

Überdosierungsgefahr und vermehrtem Nebenwirkungsrisiko können bei gleichzeitiger Behandlung

mit folgenden Arzneimitteln auftreten:

oralen

Kontrazeptiva

(„Pille“)

aufgrund

Östrogenanteils,

Makrolid-Antibiotika

(z. B.

Erythromycin,

Clarithromycin,

Josamycin,

Spiramycin,

Troleandomycin),

Imipenem,

Chinolone

(Gyrase-Hemmstoffe,

s. u.),

Isonikotinsäurehydrazid,

Tiabendazol,

Calcium-Antagonisten

(z. B.

Verapamil, Diltiazem), Propranolol, Propafenon, Mexiletin, Ticlopidin, Cimetidin, Allopurinol, alpha-

Interferon,

Rofecoxib,

Pentoxifyllin,

Fluvoxamin,

Viloxazin,

Disulfiram,

Zileuton,

Phenylpropanolamin, Influenza-

und BCG-Vakzinen. Außerdem ist eine Wirkungsverstärkung von

Theophyllin durch Alkohol, Methotrexat oder Tacrin möglich. Hierbei kann eine Dosisverminderung

von Theophyllin angezeigt sein.

Einzelnen Berichten zufolge sind auch bei gleichzeitiger Behandlung mit Ranitidin, Aciclovir oder

Zafirlukast

Überdosierungserscheinungen

Theophyllin

beobachtet

worden.

eine

Wechselwirkung nicht hinreichend sicher ausgeschlossen werden kann, sollte bei gleichzeitiger

Behandlung die individuell erforderliche Theophyllin-Dosis daher besonders sorgfältig ermittelt

werden.

Bei paralleler Behandlung mit Ciprofloxacin ist die Theophyllin-Dosis auf maximal 60 %, bei

Anwendung

Enoxacin

maximal

30 %

Anwendung

Grepafloxacin

oder

Clinafloxacin auf 50 % der empfohlenen Dosis zu reduzieren. Auch andere Chinolone (z. B.

Pefloxacin, Pipemidsäure) können die Wirkung von Theophyllin-Arzneimitteln verstärken. Es wird

daher

dringend

empfohlen,

gleichzeitiger Behandlung mit Chinolonen therapiebegleitende

engmaschige Theophyllin-Konzentrationsbestimmungen durchzuführen.

gleichzeitiger

Behandlung

Isoniazid

kann

Theophyllin-Spiegel

steigen

oder

auch

abfallen. Theophyllinspiegelkontrollen sind angezeigt.

Die Wirkung von Lithiumcarbonat, Beta-Rezeptorenblockern, Adenosin und Benzodiazepinen kann

durch gleichzeitige Gabe von Afonilum abgeschwächt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Theophyllin und Diazepam können höhere Diazepamdosen erforderlich

sein, um den gewünschten Beruhigungseffekt zu erzielen. Der Abbruch der Behandlung mit

Theophyllin kann zu Atemdepression führen, wenn nicht parallel die Diazepamdosis gesenkt wird.

Theophyllin verstärkt die harntreibende Wirkung von Diuretika.

Eine Verminderung der Theophyllin-Wirkung ist bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin, Isoproterenol

(i.v.) oder Moricizin möglich.

Bei gleichzeitiger Gabe von Theophyllin und Formoterol sind Eosinopenie und Hypokaliämie

möglich.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Es liegen Hinweise vor, dass eine Senkung der Krampfschwelle des Gehirns bei gleichzeitiger

Gabe von bestimmten Fluorochinolonen oder Imipenem auftreten kann.

Die Anwendung von Halothan kann bei Patienten, die Afonilum erhalten, zu schweren

Herzrhythmusstörungen führen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor Kurzem angewandte Arzneimittel gelten

können.

Aufgrund

vielfältigen

Wechselwirkungen

Theophyllin

sind Serumspiegelkontrollen bei

längerfristiger Einnahme von Afonilum mit anderen Medikamenten allgemein ratsam.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Zu einer Anwendung von Theophyllin während des ersten Schwangerschaftstrimenons liegen

bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor, daher sollte eine Anwendung von Afonilum in dieser

Zeit vermieden werden.

Während

zweiten

dritten

Trimenons

sollte

Theophyllin

nach

strenger

Nutzen-Risiko-Abwägung

angewendet

werden,

Plazenta

passiert

Feten

sympathomimetisch wirken kann.

zunehmender

Dauer

Schwangerschaft

können

Plasmaproteinbindung

sowie

Clearance

Theophyllin

abnehmen,

dass

eine

Dosisreduzierung

Vermeidung

unerwünschter Wirkungen notwendig werden kann.

Wird

eine

Patientin

Ende

der Schwangerschaft mit Theophyllin behandelt, kann es zur

Wehenhemmung

kommen.

Pränatal

exponierte

Neugeborene

müssen

sorgfältig

Theophyllin-Wirkungen überwacht werden.

Stillzeit

Theophyllin geht in die Muttermilch über, es können therapeutische Serumkonzentrationen beim

Kind

erreicht

werden.

diesem

Grund

therapeutische

Theophyllin-Dosis

einer

stillenden Patientin so niedrig wie möglich zu halten. Das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der

Gabe des Arzneimittels erfolgen. Das gestillte Kind muss sorgfältig auf ein mögliches Auftreten von

Theophyllin-Wirkungen hin überwacht werden. Sollten höhere therapeutische Dosen notwendig

sein, muss abgestillt werden.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten zum Einfluss von Theophyllin auf die Fertilität in Menschen vor. In

tierexperimentellen

Studien

zeigte

Theophyllin

negative

Auswirkungen

weibliche

männliche Fertilität (s. Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Diese Arzneimittel können auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so

weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von

Maschinen oder zum Arbeiten in größerer Höhe oder ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies

gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das

Reaktionsvermögen beeinträchtigen können.

4.8

Nebenwirkungen

Stoffwechsel, Elektrolyte

Störung des Elektrolytgleichgewichts, Hypokaliämie, Anstieg von Serum-Calcium und -

Kreatinin

sowie

Hyperglykämie

Hyperurikämie,

Störungen

Säure-Basen-

Haushalts.

Immunsystem

Überempfindlichkeit gegenüber Theophyllin (u. a. Hautausschlag, Juckreiz, Urticaria,

Bronchospasmen) einschließlich anaphylaktischer Reaktionen.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Nervensystem

Kopfschmerzen, Erregungszustände, Tremor, Unruhe, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle,

Schwindel.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Psychiatrische Erkrankungen

Beunruhigung, Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Nervosität.

Herz-Kreislauf-System

Beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, Rhythmusstörungen,

ventrikuläre

Arrhythmien, Tachykardie, Sinustachykardie, supraventrikuläre Tachykardie,

Vorhoftachykardie und Vorhofflattern, ventrikuläre Extrasystolen, Vorhofflimmern- und

flattern, Palpitationen, Blutdruckabfall.

Gefäßerkrankungen

Hypotonie, Schock.

Magen-Darm-Trakt

Magen-Darm-Beschwerden, einschließlich Blutung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Stimulation der Magensäuresekretion, Bauchschmerzen, Bluterbrechen.

Infolge der Tonusverminderung im unteren Ösophagussphinkter kann ein bestehender

gastroösophagealer

Reflux

Nacht

verstärkt

werden,

mögliche

Asthma-

Provokationen durch Aspiration können auftreten.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Tachypnoe.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Rhabdomyolyse.

Urogenitaltrakt

Akutes Nierenversagen, verstärkte Diurese.

Ausgeprägtere

Nebenwirkungen

können

individueller

Überempfindlichkeit

oder

einer

Überdosierung (Theophyllin-Serumspiegel über 20 µg/ml) auftreten (siehe 4.9).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

a) Symptome der Intoxikation

Bei therapeutischen Theophyllin-Serumspiegeln bis 20 µg/ml sind die bekannten Nebenwirkungen

wie Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Magenschmerzen, Erbrechen, Diarrhö), zentralnervöse

Erregbarkeit (Unruhegefühl, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel) und kardiale Störungen

(Rhythmusstörungen) - je nach individueller Empfindlichkeit - ausgeprägt.

Bei Theophyllin-Serumspiegeln zwischen 20 und 25 µg/ml finden sich in der Regel die bekannten

Theophyllinnebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) mit gesteigerter Intensität.

Vor allem bei erhöhten Theophyllin-Serumspiegeln von mehr als 25 µg/ml können toxische

Wirkungen wie Krampfanfälle, plötzlicher Blutdruckabfall, ventrikuläre Arrhythmien, Herz-

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Kreislaufversagen, Rhabdomyolyse und schwere Magen-Darm-Erscheinungen (u. a.

gastrointestinale Blutungen) auftreten.

Solche Reaktionen können auch ohne die Vorboten leichterer Nebenwirkungen auftreten.

Insbesondere Kinder reagieren empfindlich auf Theophyllinüberdosierungen. Bei einer Vergiftung

mit retardierten Theophyllinpräparaten können die Symptome verzögert auftreten.

erhöhter

individueller

Theophyllin-Empfindlichkeit

sind

schwerere

Überdosierungserschei-

nungen auch schon unterhalb der genannten Serumkonzentrationen möglich.

b) Therapie bei Intoxikationen

Bei leichten Überdosierungserscheinungen

Das entsprechende Präparat sollte abgesetzt und der Theophyllin-Serumspiegel bestimmt werden.

Bei Wiederaufnahme der Behandlung sollte die Dosis entsprechend vermindert werden.

Therapie aller Theophyllinintoxikationen

zwei

Stunden

nach

Einnahme

kann

eine

Magenspülung

sinnvoll

sein.

weiteren

Giftentfernung sollte wiederholt Aktivkohle, ggf. in Kombination mit einem schnell wirksamen

Laxans (z. B. Glaubersalz) verabreicht werden.

Aufgrund der hohen Morbidität und Mortalität Theophyllin-induzierter Anfälle, sollte die Behandlung

schnell und aggressiv erfolgen. Außerordentlich effektiv ist die orale Behandlung mit Aktivkohle

(0,5 g/kg

20 g).

Dosis

sollte

mindestens

einmal

2 Stunden

nach

1. Verabreichung wiederholt werden. Sie blockiert auch noch mehrere Stunden nach der Einnahme

die Absorption von Theophyllin im Gastrointestinaltrakt. Die einmalige Verabreichung von Sorbitol

kann den Stuhlgang fördern, so dass die Ausscheidung des an die Aktivkohle gebundenen

Theophyllins erleichtert wird. Emetika fördern zwar das Erbrechen, aber sie vermindern nicht die

Theophyllinabsorption, außer diese werden innerhalb von 5 Minuten nach der Einnahme des

Theophyllins gegeben. Selbst dann sind Emetika weniger wirksam als Aktivkohle.

Elektrokardiographisches Monitoring sollte von Beginn an erfolgen und so lange fortgesetzt werden,

bis die Serumtheophyllin-Spiegel wieder im Normbereich liegen. Gleiches gilt für die Kontrolle der

Serumelektrolyte und der Glucose. Monitoring und Therapie sollten fortgeführt werden, bis die

Serumkonzentration unter 20 µg/ml liegt.

Spezielle Empfehlungen

Serumkonzentration > 20 < 30 µg/ml

Verabreichung einer Einzeldosis Aktivkohle

Überwachung des Patienten auch im Hinblick auf die Serum-Theophyllinkonzentration im

Abstand von 2 bis 4 Stunden, um einen Konzentrationsanstieg ausschließen zu können.

Serumkonzentration > 30 < 100 µg/ml

Mehrfache Verabreichung von Aktivkohle und Maßnahmen zur Beherrschung des Erbrechens

Überwachung

Patienten

alle

4 Stunden

regelmäßige

Kontrolle

Theophyllinkonzentrationen zur Kontrolle der Therapie und ggf. als Entscheidungsgrundlage für

weitere Maßnahmen.

Durchführung von z. B. Hämoperfusion, falls Erbrechen, Anfälle oder Arrhythmien nicht adäquat

behandelt werden können.

Serumkonzentration > 100 µg/ml

Prophylaktische antikonvulsive Therapie sollte in Betracht gezogen werden.

Mehrfache Verabreichung von Aktivkohle und Maßnahmen zur Beherrschung des Erbrechens

z. B. Hämoperfusion sollte auch dann erwogen werden, wenn der Patient keine Anfälle hat.

Überwachung

Patienten

alle

4 Stunden

regelmäßige

Kontrolle

Theophyllinkonzentrationen zur Kontrolle der Therapie und ggf. als Entscheidungsgrundlage für

weitere Maßnahmen.

Weitere Maßnahmen

Bei zentralnervösen Reaktionen (z. B. Unruhe und Krämpfen):

Diazepam i.v., 0,1 - 0,3 mg/kg Körpergewicht (KG), bis zu 15 mg

Bei vitaler Bedrohung:

Überwachung lebenswichtiger Funktionen

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Freihalten der Atemwege (Intubation)

Zufuhr von Sauerstoff

bei Bedarf i.v. Volumensubstitution mit Plasmaexpandern

Kontrolle und evtl. Korrektur des Wasser- und Elektrolythaushalts

Hämoperfusion (s. u.)

Bei bedrohlichen Herzrhythmustörungen:

I.v. Gabe von Propranolol bei Nicht-Asthmatikern

(1 mg bei Erwachsenen, 0,02 mg/kg KG bei Kindern), diese Dosis kann alle 5 - 10 Minuten bis

zur Rhythmus-Normalisierung oder bis zur Höchstdosis von 0,1 mg/kg wiederholt werden.

Vorsicht:

Propranolol kann bei Asthmatikern schwere Bronchospasmen auslösen. Bei Asthma-Patienten

sollte deshalb Verapamil verabreicht werden.

Bei besonders schweren Intoxikationen, die auf die genannten Maßnahmen nicht ausreichend

ansprechen, sowie bei sehr hohem Theophyllin-Serumspiegel kann durch Hämoperfusion oder

Hämodialyse eine schnelle und vollständige Entgiftung erreicht werden. Im Allgemeinen kann

hiervon jedoch abgesehen werden, da Theophyllin ausreichend rasch metabolisiert wird.

Extrakorporale Methoden zur Senkung der Serum-Theophyllinkonzentration

Indem

Theophyllinclearance

durch

extrakorporale

Methoden

steigt,

kann

Serumkonzentration rasch sinken. Hämoperfusion mit Aktivkohle ist dabei die wirksamste Methode,

wobei die Theophyllinclearance bis zum 6-fachen ansteigt, allerdings können dabei schwere

Komplikationen

Blutdruckabfall,

Hypokalzämie,

verminderte

Thrombozytenzahl

Blutungsneigung

auftreten.

Hämodialyse

dabei

vergleichbar

wirksam

mehrfache

Aktivkohlegabe

geringeres

Risiko

für

schwerwiegende

Komplikationen

Hämoperfusion

Aktivkohle.

Serum-Theophyllinkonzentrationen

können

aufgrund

Rückverteilung von Theophyllin aus dem Gewebe nach Beendigung der Aktivkohlehämoperfusion

oder Hämodialyse wieder auf 5 bis 10 µg/ml ansteigen.

Die weitere Behandlung einer Vergiftung mit Afonilum richtet sich nach dem Ausmaß, dem Verlauf

sowie den vorliegenden Symptomen.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Methylxanthine (Purin-Derivate).

ATC-Code: R03DA04.

Das breite pharmakologische Wirkungsspektrum umfasst:

Wirkungen auf das respiratorische System:

– Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur und der Pulmonalgefäße,

– Besserung der mukoziliären Clearance,

– Hemmung der Freisetzung von Mediatoren aus Mastzellen und anderen Entzündungszellen,

– Abschwächung der provozierten Bronchokonstriktion,

– Abschwächung der asthmatischen Sofort- und Spätreaktion,

– Verstärkung der Zwerchfellkontraktion.

Extrapulmonale Wirkungen:

– Minderung des Dyspnoeempfindens,

– Gefäßdilatation,

– Relaxation der glatten Muskulatur (z. B. Gallenblase, Gastrointestinaltrakt),

– Inhibierung der Kontraktilität des Uterus,

– positive Ino- und Chronotropie am Herzen,

– Stimulation der Skelettmuskulatur,

– Steigerung der Diurese,

– Stimulation von Sekretions- und Inkretionsorganen (z. B. vermehrte Salzsäure-Sekretion im

Magen, verstärkte Freisetzung von Katecholaminen aus der Nebenniere).

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Die Wirkungsmechanismen von Theophyllin sind bisher noch nicht vollständig geklärt.

Eine

Hemmung

Phosphodiesterase

einem

intrazellulären

cAMP-Anstieg

spielt

möglicherweise nur bei Konzentrationen eine Rolle, die im oberen therapeutisch genutzten Bereich

liegen. Andere diskutierte Mechanismen umfassen einen Antagonismus zu Adenosin-Rezeptoren,

(Prostaglandin-Antagonismus), Hemmung der Synthese von Entzündungsmediatoren, Induktion

von Apoptose sowie eine Translokation von intrazellulärem Kalzium.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Theophyllin wird nach oraler Gabe vollständig resorbiert.

Dabei kann bei Retardformen durch Nahrungsaufnahme sowohl die Resorptionsgeschwindigkeit

(Verzögerung

oder

Beschleunigung,

"dose-dumping")

auch

relative

Bioverfügbarkeit

beeinflusst werden.

Untersuchungen nach Mehrfachgaben (2-mal tägliche Gabe, Dosierungsintervall 12 Stunden) zu

Afonilum

retard

forte

(375 mg

Theophyllin)

nach

Nüchterngabe

Einnahme

nach

einer

fettreichen Mahlzeit ergaben keine Hinweise auf Interaktionen zwischen dem Arzneimittel und

Nahrung. Die relative postprandiale Bioverfügbarkeit beträgt 102 % im Vergleich zur Nüchterngabe.

Die Bioäquivalenz zwischen Nüchterngabe und Einnahme nach dem Essen konnte bestätigt

werden.

Da das galenische Retardierungsprinzip für alle Dosisstärken von Afonilum-Retardformulierungen

(125 mg, 250 mg, 375 mg) identisch ist, ist die In-vitro-Wirkstofffreisetzung unabhängig von der

Dosis.

maximale

Konzentration

Steady

State

max/ss

Afonilum

retard

forte

wurde

Nüchternzustand

9,16 µg/ml

(geometrischer

Mittelwert)

nach

Nahrungsaufnahme

9,42 µg/ml (geometrischer Mittelwert) bestimmt.

Die bronchodilatatorische Wirkung von Theophyllin korreliert mit der Serumkonzentration. Ein

optimaler therapeutischer Effekt bei kalkulierbarem Nebenwirkungsrisiko wird mit Serumspiegeln

von 8 – 20 µg/ml erzielt.

Die Plasmaproteinbindung von Theophyllin beträgt im therapeutischen Konzentrationsbereich etwa

60 % (bei Neugeborenen und Erwachsenen mit Leberzirrhose ca. 40 %). Aus der Blutbahn verteilt

sich die Substanz in alle Kompartimente des Körpers mit Ausnahme des Fettgewebes.

Die Elimination von Theophyllin erfolgt durch Biotransformation in der Leber durch das Cytochrom

P450-Enzymsystem

(u. a.

CYP1A2,

CYP2E1,

CYP3A4)

durch

renale

Exkretion.

Beim

Erwachsenen werden etwa 7 – 13 % der Substanz unverändert im Harn ausgeschieden. In der

pädiatrischen Population wird Theophyllin überwiegend über die Nieren ausgeschieden.

Beim Neugeborenen werden hingegen ca. 50 % unverändert und erhebliche Teile in Form von

Coffein eliminiert.

Wirksame Serumkonzentrationen: 5 - 12 µg/ml (20 µg/ml) sollen nicht überschritten werden).

Die Hauptmetaboliten sind 1,3-Dimethyl-Harnsäure (ca. 40 %), 3-Methyl-Xanthin (ca. 36 %) und 1-

Methyl-Harnsäure (ca. 17 %). Davon ist noch das 3-Methyl-Xanthin pharmakologisch aktiv, jedoch

schwächer als Theophyllin.

hepatische

Theophyllin-Metabolisierung

schwankt

beträchtlich

interindividuell,

dass

Clearance, Serumkonzentrationen und Eliminationshalbwertszeiten erheblich variieren.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Theophyllin-Clearance sind (siehe auch Ziffer 4.2

„Dosierung und Art der Anwendung“):

– Lebensalter,

– Körpergewicht,

– Ernährung,

– Rauchgewohnheiten (bei Rauchern wird Theophyllin bedeutend schneller metabolisiert),

– Einnahme von bestimmten Medikamenten (siehe Ziffer 4.5 "Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen"),

– Erkrankungen und/oder Funktionsstörungen von Herz, Lunge, Leber,

– Virusinfektionen.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Bei Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Kumulation von z. T. pharmakologisch aktiven

Theophyllin-Metaboliten kommen. Die Clearance ist außerdem bei körperlicher Belastung und

ausgeprägter Hypothyreose vermindert und bei schwerer Psoriasis erhöht.

Die Eliminationsgeschwindigkeit ist zunächst konzentrationsabhängig. Bei Serumkonzentrationen

im oberen therapeutischen Bereich tritt ein Sättigungseffekt der Clearance auf, so dass schon

geringe

Dosiserhöhungen

einen

überproportionalen

Anstieg

Theophyllin-Serumspiegels

verursachen.

Auch

Plasmahalbwertszeit

Theophyllin

zeigt

große

Unterschiede.

beträgt

nichtrauchenden, erwachsenen Asthmatikern ohne sonstige Begleiterkrankungen 7 – 9 Stunden,

bei Rauchern 4 – 5 Stunden, bei Kindern 3 – 5 Stunden, und sie kann bei Frühgeborenen und

Patienten mit Lungenerkrankungen, Herzinsuffizienz oder Lebererkrankungen mehr als 24 Stunden

betragen.

Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft kann das Verteilungsvolumen von Theophyllin

ansteigen, die Plasmaproteinbindung und die Clearance abnehmen, was eine Dosisreduzierung zur

Vermeidung unerwünschter Wirkungen notwendig machen kann.

Theophyllin wird diaplazentar übertragen und geht in die Muttermilch über.

Untersuchungen zeigten einen Milch/Plasma-Quotienten von 0,6 – 0,89, was je nach kindlicher

Clearance-Rate und mütterlichem Serumspiegel für eine Akkumulation beim gestillten Säugling

ausreichen kann.

Bioverfügbarkeit

Absolute Bioverfügbarkeit

Eine im Jahr 1992 durchgeführte Untersuchung an 20 Probanden ergab nach Einmalgabe von

1 Hartkapsel,

retardiert

Afonilum

retard

(250 mg

Theophyllin)

p.o.

Vergleich

einer

intravenösen

Kurzzeitinfusion

(10 Minuten)

Afonilum

novo,

Injektionslösung,

(250 mg

Theophyllin) eine absolute Bioverfügbarkeit von 92,04 % (geometrisches Mittel).

Zeit [h]

Theophyllin-Plasma-

Konzentration [mg/l]

i.v. Einmalgabe

p.o. Einmalgabe

Theophyllin-Plasmakonzentrationen

[mg/l]

nach

p.o.

Einmalgabe

Hartkapsel,

retardiert

Afonilum

retard

(250 mg

Theophyllin)

Vergleich

i.v.

Einmalgabe

Afonilum

novo,

Injektionslösung (250 mg Theophyllin, entspricht 12,5 ml), (geometrische Mittelwerte).

Relative Bioverfügbarkeit (Prüfung auf Nahrungsmitteleinfluss)

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Eine im Jahre 1991 durchgeführte Untersuchung an 20 Probanden ergab beim Vergleich der

Theophyllinkonzentrations-Zeitverläufe nach Nüchterngabe (Referenz) und Einnahme nach einer

fettreichen Mahlzeit (Test) keine Änderung der Bioverfügbarkeit. Hinweise auf eine Arzneimittel-

/Nahrungsmittel-Interaktion

wurden

nicht

festgestellt.

Untersuchungen

wurden

nach

p. o.

Mehrfachgabe von Afonilum retard forte (2-mal 375 mg Theophyllin pro Tag, Dosierungsintervall

= 12 Stunden) im Steady State durchgeführt.

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Afonilum retard forte

(Nahrungsbedingungen)

Afonilum retard forte

(Nüchterngabe)

Fläche unter der Konzentrati-

ons-Zeit-Kurve (AUC

[mg x h/l]

89,44 (58,08 - 153,86)

87,38 (58,97 - 160,37)

Maximale Plasmakonzentration

max/ss

[mg/l]

9,42 (6,32 - 15,42)

9,16 (6,07 - 16,05)

Minimale Plasmakonzentration

min/ss

[mg/l]

5,16 (2,81 - 10,46)

5,18 (2,96 - 10,28)

Prozentuale Peak-trough-

Fluktuation (PTF) [%]

55,93 (38,93 - 84,30)

53,28 (32,66 - 73,54)

Prozentuale AUC-Fluktuation

= 12 h [%]

13,49 (7,91 - 24,37)

12,42 (5,67 - 20,09)

Mittlere Verweilzeit (MRT

) [h]

13,80 (10,25 - 17,76)

14,92 (11,80 - 17,17)

(Geometrische Mittelwerte, Streubreiten in Klammern)

0.00

1.00

2.00

3.00

4.00

5.00

6.00

7.00

8.00

9.00

10.00

Zeit [h]

Theophyllin Plasma

Konzentrationen [mg/l]

Nahrungsbedingung

Nüchternbedingung

Theophyllin-Plasmakonzentrationen [mg/l] im Steady State nach p.o. Mehrfachgabe von Afonilum

retard

forte

(2-mal

375 mg

Theophyllin/Tag,

Dosierungsintervall

12 Stunden)

unter

Nüchternbedingungen

Vergleich

Gabe

nach

einer

fettreichen

Mahlzeit

(geometrische

Mittelwerte).

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Bioverfügbarkeit nach Mehrfachgaben

Eine im Jahr 1993 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung an 18 Probanden mit Afonilum

retard 500 (Test) und kombinierter Gabe von 2 Hartkapseln, retardiert Afonilum retard (Referenz)

unter p. o. Mehrfachgaben von 2x täglich 500 mg Theophyllin, Dosierungsintervall 12 Stunden,

ergab unter Steady-State-Bedingungen im Vergleich zur Referenz:

Testpräparat

Referenzpräparat

Fläche

unter

Konzentrati-

ons-Zeit-Kurve (AUC

[mg x h/l]

119,48 (79,36 – 172,73)

126,80 (69,16 – 228,51)

Maximale Plasmakonzentration

max/ss

) nüchtern

[mg/l]

11,71 (7,97 – 17,34)

12,45 (7,12 – 22,03)

Minimale

Plasmakonzentration

min/ss

[mg/l]

7,45 (4,31 – 11,22)

7,73 (3,29 – 15,60)

Prozentuale

Peak-trough-

Fluktuation (PTF) [%]

40,72 (23,11 – 70,19)

43,15 (30,28 – 66,45)

Plateauzeit (HVD)

11,98 (11,56 – 12,00)

11,98 (11,57 – 12,00)

Mittlere Verweilzeit (MRT

) [h]

15,19 (11,24 – 18,93)

15,06 (10,83 – 20,84)

Angaben der Werte als geometrische Mittelwerte und Streubreite

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

a) Akute Toxizität

Siehe unter Ziffer 4.9 "Überdosierung".

b) Chronische Toxizität

Untersuchungen zur chronischen Toxizität an Hunden und Ratten erbrachten keine Hinweise auf

substanzbedingte toxische Effekte.

c) Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Theophyllin

wirkt

Säuger

In-vivo

In-vitro-Versuchen

Einbeziehung

Säugermetabolismus

nicht

mutagen.

Positive

In-vitro-Befunde

wurden

Versuchen

ohne

Einbeziehung des Säugermetabolismus beschrieben. Da bekannt ist, dass Theophyllin unter In-

vivo-Bedingungen schnell demethyliert wird, sind diese In-vitro-Ergebnisse für den Menschen von

geringer Relevanz.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potenzial von Theophyllin wurden

bisher nicht durchgeführt.

d) Reproduktionstoxizität

Theophyllin ist embryotoxisch und teratogen und zeigt im Tierversuch eine dosisabhängige Wirkung

auf die weibliche und männliche Fertilität.

Im Kaninchen trat der teratogene Effekt bei einer Plasmakonzentration auf, die ca. fünffach höher

als die angestrebte Plasmakonzentration beim Menschen ist.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Afonilum retard mite:

Chinolingelb,

Ethylcellulose,

gefälltes

Siliciumdioxid,

Gelatine,

Natriumdodecylsulfat,

Talkum,

Titandioxid.

Afonilum retard:

Chinolingelb, Ethylcellulose, gefälltes Siliciumdioxid, Gelatine, Indigocarmin, Natriumdodecylsulfat,

Talkum, Titandioxid.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Die Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.

Diese Arzneimittel sollen nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Keine.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Art des Behältnisses: Blisterpackung

Packungsgrößen:

Afonilum retard mite

Originalpackung mit 20 Hartkapseln, retardiert

Originalpackung mit 50 Hartkapseln, retardiert

Afonilum retard

Originalpackung mit 20 Hartkapseln, retardiert

Originalpackung mit 50 Hartkapseln, retardiert

Originalpackung mit 100 Hartkapseln, retardiert

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

((Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben))

Fachinformation

Mylan Healthcare GmbH

Freundallee 9A

30173 Hannover

Telefon: 0511 / 6750-2400

Telefax: 0511 / 6750-3120

E-Mail: mylan.healthcare@mylan.com

8.

Zulassungsnummern

Afonilum retard mite

1444.01.00

Afonilum retard

1444.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Afonilum retard mite

10.02.1981/16.03.1992/01.10.1998/31.07.2007

Afonilum retard

10.02.1981/12.08.1987/01.10.1998/31.07.2007

10. Stand der Information

April 2015

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig.

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