Adrimedac 20mg Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Doxorubicinhydrochlorid
Verfügbar ab:
Pharmachemie B.V.
INN (Internationale Bezeichnung):
doxorubicin hydrochloride
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Doxorubicinhydrochlorid 20.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
30872.01.00

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

Adrimedac®

(Wirkstoff:Doxorubicinhydrochlorid)

GEBRAUCHSINFORMATION:INFORMATIONENFÜRDENANWENDER

Adrimedac®10mg,Injektionslösung

Adrimedac®20mg,Injektionslösung

Adrimedac®50mg,Injektionslösung

Adrimedac®200mg,Injektionslösung

Doxorubicinhydrochlorid

LesenSiediegesamtePackungsbeilage/Gebrauchsinformationsorgfältig

durch,bevorSiemitderAnwendungdiesesArzneimittelsbeginnen.

-HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäter

nochmalslesen.

-WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichbitteanIhrenArztoder

Apotheker.

-DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschriebenunddarfnichtan

Dritteweitergegebenwerden.EskannanderenMenschenschaden,auch

wenndiesedasselbeKrankheitsbild habenwieSie.

-WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigt

oderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieser

Gebrauchsinformationangegebensind,informierenSiebitteIhrenArztoder

Apotheker.

DiePackungsbeilagebeinhaltet:

WasistAdrimedac®und wofürwirdesangewendet?

WasmüssenSievorderAnwendungvonAdrimedac®beachten?

WieistAdrimedac®anzuwenden?

WelcheNebenwirkungensind möglich?

WieistAdrimedac®aufzubewahren?

WeitereInformationen

1. WASISTADRIMEDAC®UNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET?

Adrimedac®isteinantibiotischesZytostatikum(MittelgegenKrebs).Esbewirkt,dass

Zellensichnichtvermehrenkönnen.NormaleZellensindjedochwenigerempfindlichgegen

DoxorubicinalsKrebszellen.DieseZellenüberlebendannauchwährendKrebszellen

vernichtetwerden.

Adrimedac®wirdangewendetfür:

-KleinzelligesBronchialkarzinom

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

-FortgeschrittenesMagenkarzinom

-MetastasiertesMammakarzinom

-ZurintravesikalenRezidivprophylaxeoberflächlicherHarnblasenkarzinomenach

transurethralerResektionbeiPatientenmithohemRezidivrisiko

-ZursystemischenTherapielokalfortgeschrittenerodermetastasierter

Harnblasenkarzinome

-NeoadjuvanteundadjuvanteTherapiedesOsteosarkoms

-FortgeschrittenesWeichteilsarkomdesErwachsenenalters

-Ewing-Sarkom

-FrühstadiumdesHodgkin-Lymphoms(StadiumI-II)beischlechterPrognose

-Fortgeschrittenes(StadiumIII-IV)Hodgkin-Lymphom

-HochmalignesNon-Hodgkin-Lymphom

-RemissionsinduktionbeiakuterlymphatischerLeukämie

-RemissionsinduktionbeiakutermyeloischerLeukämie

-Wilms-Tumor(imStadiumIIbeihochmalignenVarianten,allefortgeschrittenenStadien

[III-IV])

-FortgeschrittenesNeuroblastom

2.WASMÜSSENSIEVORDERANWENDUNGVONADRIMEDAC®

BEACHTEN?

Gegenanzeigensind KrankheitenoderUmstände,beidenenbestimmteArzneimittelnichtoder

nurnachsorgfältigerPrüfungdurchdenArztangewendetwerdendürfen,dahierim

AllgemeinenderzuerwartendeNutzeninkeinemgünstigenVerhältniszueinemmöglichen

Schadensteht.DamitderArztsorgfältigprüfenkann,obGegenanzeigenbestehen,musser

überVorerkrankungen,Begleiterkrankungen,einegleichzeitigeandereBehandlungsowieüber

ihrebesonderenLebensumständeundGewohnheitenunterrichtetwerden.Gegenanzeigen

könnenaucherstnachBeginnderBehandlungmitdiesemArzneimittelauftretenoderbekannt

werden.AuchinsolchenFällensolltenSieIhrenArztinformieren.

Adrimedac®darfnichtangewendetwerdenbei:

-ÜberempfindlichkeitgegenDoxorubicin,andereAnthracyclineodereinendersonstigen

Bestandteile,

-ausgeprägteKnochenmarkschädigung[Myelosuppression(z.B.nachvorangegangener

Radio-oderChemotherapie)],

-kardiologischeErkrankungeninderVorgeschichte(HerzinsuffizienzGradIV,akuteroder

abgelaufenerHerzinfarkt,akuteentzündlicheHerzerkrankungen,Rhythmusstörungenmit

negativemEinflussaufdieHämodynamik),

-vorangegangeneBehandlungenmitAnthracyclinenbiszurmaximalenkumulativen

Gesamtdosis,

-Blutungsneigung(hämorrhagischeDiathese),

-EntzündungenderMundschleimhaut,

-bestehendegeneralisierteInfektionen,

-schwereLeberfunktionsstörung

-Schwangerschaftund Stillzeit.DoxorubicingehtindieMuttermilchüber.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

BeiInstillationindieHarnblase:Harnblasenentzündung,Harnwegsinfektionen.

BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonAdrimedac®isterforderlich

DaDoxorubicinvorwiegend viaLeberund GalleüberdenStuhlausgeschiedenwird,istbei

eingeschränkterLeberfunktionoderGalleabflussbehinderung(Ikterus,Erhöhungendes

Bilirubinsund/oderderTransaminasen)miteinerverzögertenAusscheidungzurechnen,die

schwerwiegendeNebenwirkungen(siehedort)zurFolgehabenkann.

BesondereVorsichtistnachvorangegangener,gleichzeitigerodergeplanterRadiotherapie

geboten,daderenNebenwirkungendurchdieAnwendungvonDoxorubicinverstärktwerden

können.IndiesemZusammenhangwurdeüberdasAuftretenschwerer,zumTeiltödlicher

Leberschädigungberichtet.

EinevorangegangeneBestrahlungdesBrustkorbserhöhtdieKardiotoxizitätvonDoxorubicin.

DiemaximalekumulativeGesamtdosisvon400mgDoxorubicinhydrochlorid/m²

Körperoberfläche(KOF)sollteindiesemFallnichtüberschrittenwerden.

Hoheskardiotoxisches(=herzschädigendes)Risikobeivorhergehenderodergleichzeitiger

GabevonTrastuzumab(sieheWechselwirkungenmitanderenMitteln).

AktiveImpfungensolltenimzeitlichenZusammenhangmiteinerDoxorubicintherapienicht

durchgeführtwerden.DerKontaktdesPatientenmitPolioimpflingensolltevermiedenwerden.

DiehoheInzidenzvonKnochenmarkdepressionerforderteinesorgfältigehämatologische

Überwachung.

BeiÜberschreitendermaximalenkumulativenDosisvon550mg/m2bestehteinerhöhtes

Risikoeinerschweren,irreversiblenund behandlungsresistentenKardiomyophathieund daraus

resultierendemkongestivenHerzversagen.BeiPatientenüber70 Jahreoderunter15Jahre

sowiebeiPatientenmitbereitsbestehenderHerzerkrankungbestehteinzusätzlicher

Risikofaktor.

Während und innerhalb wenigerStundennachVerabreichungvonDoxorubicinkönnen

schwereakuteArrhythmienauftreten.

DoxorubicinerhöhtdasRisikovonLokalreaktionenimBestrahlungsfeld(Recall-Phänomen).

DoxorubicinkannzuerhöhtenHarnsäurespiegelnimBlutführen.Gegebenenfallsmuss

Xanthinoxidase-Hemmstoff(Allopurinol)verabreichtwerden.Esistaufeineausreichende

Flüssigkeitsaufnahmezuachten(täglichmind.3 l/m2).

DoxorubicinkanneineRotfärbungdesHarnsverursachen.

VorundwährendderTherapiemitDoxorubicinhydrochlorid werdendiefolgenden

Verlaufsuntersuchungen(HäufigkeitdieserUntersuchungeninAbhängigkeitvon

Allgemeinzustand,Dosisund Begleitmedikation)empfohlen:

1.Thorax-Röntgenaufnahme

2.Echokardiographie

3.Elektrokardiographie

4.Radionukleotidangiographie

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

5.TäglicheInspektionderMundhöhleund desPharynxaufSchleimhautveränderungen

6.LaboratoriumsmedizinischeMessgrößen:Hämatokrit,Thrombozyten,Differentialblutbild,

SGPT,SGOT,LDH,Bilirubin,Harnsäure.

EineversehentlicheInjektionnebendieVene(paravenöseFehlinjektion)führtzulokalem

AbsterbendesGewebes(lokaleNekrose)und Thrombophlebitis.SollteimBereichder

InfusionsnadeleinbrennendesGefühlentstehen,deutetdiesaufeineparavenöseFehlinjektion

hin.

BeiAnwendungvonAdrimedac®mitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimittel

einnehmen/anwendenbzw.vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennessich

umnichtverschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

Beieiner(Vor-)BehandlungmitMedikamenten,diedieKnochenmarkfunktionbeeinflussen

(z.B.Zytostatika,Sulfonamide,Chloramphenicol,Diphenylhydantoin,Amidopyrin-Derivate,

antiretroviraleArzneimittel),istdieMöglichkeiteinerausgeprägtenStörungderHämatopoese

zubeachten.DieDosierungvonDoxorubicinistgegebenenfallszumodifizieren.

BeivorangegangenerodergleichzeitigerRadiotherapiekannDoxorubicin„Recall“-Phänomene

induzieren,dielebensbedrohlichseinkönnen.

Einevorangegangene,gleichzeitigeoderspätereBestrahlungstherapiekanndieKardio-

oderHepatotoxizitätvonDoxorubicinverstärken.

DiegleichzeitigeBehandlungmitanderenkardio-oderhepatotoxischenArzneimittelnkanndie

Kardio-oderHepatotoxizitätvonDoxorubicinverstärken.

DieAnwendungvonTrastuzumabinKombinationmitAnthracyclinen(wieDoxorubicin)ist

miteinemhohenkardiotoxischen(herzschädigenden)Risikoverbunden.Trastuzumabund

AnthracyclinesolltengegenwärtignichtinKombinationangewendetwerden,außeringut

kontrolliertenklinischenStudienmitÜberwachungderHerzfunktion.

DieAnwendungvonAnthracyclinennachBeendigungeinerTherapiemitTrastuzumabkann

einerhöhtesRisikokardialerToxizitäten(=SchädigungderHerzfunktion)beinhalten.Wenn

möglich,solltezwischenderBeendigungderTrastuzumabtherapieundvordemBeginnder

AnthracyclintherapieeinausreichenderZeitraum(biszu22 Wochen)liegen.InjedemFall

solltedieHerzfunktionsorgfältigüberwachtwerden.

DoxorubicinbindetanHeparin;eskannzuPräzipitationenundWirkungsverlustbeider

Wirkstoffekommen.

BarbituratekönnenzueinerbeschleunigtenPlasmaclearancevonDoxorubicinführen.

DoxorubicinkanndieoraleBioverfügbarkeitvonDigoxinverringern.WährendderTherapie

mitDoxorubicinsolltedaherderPlasmaspiegelvonDigoxinregelmäßigüberprüftwerden.

DoxorubicinkannbeivorhergehenderBehandlungmitCyclophosphamid zurVerschlimmerung

einermitBlutaustritteinhergehendenHarnblasenentzündungführen.

BeiKombinationmitanderenZytostatika(z.B.Cytarabin,Cisplatin,Cyclophosphamid)

könnendietoxischenWirkungenderDoxorubicintherapieverstärktwerden.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

DieKombinationvonDoxorubicinmitAmphotericinBsolltevermiedenwerden,dasiezu

ausgeprägterNephrotoxizitätführenkann.

BeigleichzeitigerGabevonDoxorubicinund Ritonavirwurdeübererhöhte

Doxorubicin-Serumspiegelberichtet.

BeigleichzeitigerGabevonCyclosporinundDoxorubicinkanneszueinerwechselseitigen

ReduzierungderMetabolisierungundClearancebeiderSubstanzenmitkonsekutiverErhöhung

derBlutspiegelkommen.

DiegleichzeitigeGabevonPhenytoinkannzuverringertenPhenytoin-Plasmaspiegelnführen.

Schwangerschaft

DoxorubicindarfinderSchwangerschaftnichtangewendetwerden.Wegender

erbgutschädigendenWirkungenvonDoxorubicinwirdweiblichenPatientinnenim

geschlechtsreifenAlterempfohlen,während derChemotherapieundbiszu6 Monatenachder

Chemotherapienichtschwangerzuwerden.

MännlichenPatientenimgeschlechtsreifenAlterwirdempfohlen,währendderBehandlungund

biszu6 MonatedanachkeinKind zuzeugen.

Stillzeit

DoxorubicindarfinderStillzeitnichtangewendetwerden.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

WegendeshäufigenAuftretensvonÜbelkeitund Erbrechen,solltevomFührenvon

KraftfahrzeugenundBedienenvonMaschinenabgeratenwerden.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevonAdrimedac®:

DiemaximaleDosis(entsprechend140 mgDoxorubicinhydrochlorid)enthält10,8mmol(248

mg)Natrium.DiesistzuberücksichtigenbeiPersonenunterNatriumkontrollierter

(natriumarmer/-kochsalzarmer)Diät.

3. WIEISTADRIMEDAC®ANZUWENDEN?

WendenSieAdrimedac®immergenaunachderAnweisungdesArztesan.DieBehandlung

mitAdrimedac®solltenurvonÄrzten,dieinderTumortherapieerfahrensind,ineinerKlinik

oderinKooperationmiteinerKlinik erfolgen.DieAnwendungiststrengnachVorschrift

durchzuführen.

Hinweis:

DieDosierungenvonS-liposomalemDoxorubicinund(herkömmlichem)Doxorubicinsind

unterschiedlich;diebeidenFormulierungenkönnennichtgegenseitigausgetauschtwerden.

DadieApplikationsweisenundDosierungsempfehlungenfürDoxorubicinhydrochloridstark

variieren,könnennurdiegebräuchlichenRichtwerteangegebenwerden.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

FallsvomArztnichtandersverordnet,istdieüblicheDosis:

Monotherapie

50 bis80 mgDoxorubicinhydrochlorid/m²KörperoberflächealsEinzeldosisi.v.alledrei

Wochen.

Polychemotherapie

30-60 mgDoxorubicinhydrochlorid/m²KörperoberflächealsEinzeldosisi.v.alledreibisvier

Wochen.DieexakteDosierungistBehandlungsprotokollenzuentnehmen,diesichinder

TherapiederjeweiligenErkrankungalswirksamerwiesenhaben.

BeipalliativemBehandlungskonzeptkannfolgendeDosierungzurVerringerungder

kardiotoxischenNebenwirkungenoderbeiPatienten,beidenenDoxorubicinhydrochloridaus

medizinischenGründennichtinderobengenanntenDosierungverabreichtwerdenkann,

angewendetwerden:

-48 bis96 StundenDauerinfusionvon60 mgDoxorubicinhydrochlorid/m²Körperoberfläche

indrei-bis vierwöchigenAbständen

IntravesikaleAnwendung

ZurintravesikalenRezidivprophylaxeoberflächlicherHarnblasenkarzinomenach

transurethralerResektionbeiPatienten mithohemRezidivrisiko.

1malwöchentlich50mgDoxorubicinhydrochlorid in30 bis50 mlisotonischer

NatriumchloridlösungprointravesikalerInstillation.EineVerweildauerdesInstillatsinder

Blasevon1 bis2StundenistimAllgemeinenausreichend.

DasRisikoderhäufigletalverlaufendenKardiomyopathiesolltevorjederAnwendunggegen

denNutzenderDoxorubicintherapieabgewogenwerden.BeiErreichendermaximalen

GesamtdosisistregelmäßigaufdieweitereAnwendungvonAdrimedac®zuverzichten.

DosisanpassungbeiintravenöserAnwendung

BeiNiereninsuffizienzmiteinerGFR <10 ml/minsollten75 %derkalkuliertenDosis

appliziertwerden.

BeieingeschränkterLeberfunktionsolltenDosismodifikationenvorgenommenwerden.

BeieinerErhöhungdesSerumbilirubinsauf1,2-3,0 mg/100 mlsollten50 %und beieiner

Serumbilirubinerhöhung3,1-5 mg/100mlsollten25%derüblichen

Doxorubicinhydrochloriddosisgegebenwerden.BeiBilirubinkonzentrationenüber5 mg/100

mlsolltekeineAnwendungvonDoxorubicinerfolgen.

BeiMyelosuppressionsowiebeiälterenPatientenmiteingeschränkterKnochenmarkreserve

solltenebenfallsDosierungsanpassungenerfolgen.

Doxorubicinhydrochloridistzurintravenösenund intravesikalenApplikationgeeignet!

Doxorubicinhydrochloriddarfwederoral,subkutan,intramuskulär,intraarteriellnoch

intrathekalverabreichtwerden!

DoxorubicinkannintravenösalsBolusinjektioninnerhalb vonMinuten,alsKurzinfusionbiszu

einerStundeundalsDauerinfusionbiszu96Stundengegebenwerden.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

ÜberdieDauerderAnwendungentscheidetderbehandelndeArzt.Sierichtetsichnachdem

Behandlungsprotokollundwird injedemFalldurchdasErreichenderkumulativen

Gesamtdosislimitiert.

MaximalekumulativeGesamtdosis:

EinekumulativeGesamtdosisvon450 bismaximal550mgDoxorubicinhydrochlorid/m²

KörperoberflächebeiErwachsenenbzw.400 mgDoxorubicinhydrochlorid/m²

KörperoberflächebeiKindernsollteauchohnedasVorliegenvonRisikofaktoreninderRegel

nichtüberschrittenwerden.BeiVorliegenvonRisikofaktoren(Patientenmitvorangegangenen

BestrahlungenvonMediastinumund/oderdesHerzens,VorbehandlungmitAlkylantien,

vorbestehendearterielleHypertonie >5 Jahre,vorbestehendekoronare,valvuläreoder

myokardialeSchädigung,Alter >70 Jahre)solltediemaximalekumulativeGesamtdosis400

mg/m2nichtübersteigen.BeiErreichendermaximalenGesamtdosisistregelmäßigaufdie

weitereAnwendungvonDoxorubicinzuverzichten.

Vorsichtsmaßnahmen imUmgang mitDoxorubicin/HinweisezurHandhabung:

BeimUmgangmitDoxorubicinhydrochloridsolltenHaut-und Schleimhautkontakte

(Handschuhetragen!)vermiedenwerden.KontaminierteKörperstellensolltenmitWasserund

Seifesorgfältiggereinigtwerden.

DieintravenöseAnwendungvonAdrimedac®hatmitbesondererSorgfaltzuerfolgen.Eine

paravenöseApplikationmussunbedingtausgeschlossenwerden,dahierbeiregelmäßig

schwersteGewebsnekrosenerfolgen.DieVerabreichungerfolgtüberdenSchlaucheiner

angelegtenInfusionoderübereinegelegteInjektionsnadel.VorVerabreichungvon

Adrimedac®solltemit5mlisotonischerNatriumchloridlösungdiekorrekteLagederNadel

bzw.desVenenkathetersüberprüftwerden.

DieGesamtmengederDoxorubicinhydrochloridlösungsollteinnerhalb einesZeitraumesvon

10 bis15 Minutenverabreichtwerden.NachVerabreichungwirddieInjektionsnadelbzw.der

Venenkathetergespült.HierfüristisotonischeNatriumchloridlösungoder5%ige

Glukoselösungzuverwenden.EinewiederholteApplikationindieselbeVenebzw.eine

ApplikationinzukleineVenensolltewegenderGefahrvonEntzündungenbzw.Sklerosierung

und Gewebsnekrosenvermiedenwerden.

DieInjektionslösungistrotgefärbtundhateinenpH-Wertvon2,5 bis3,5.

DieInjektionslösungsolltevorVerabreichungaufRaumtemperaturgebrachtwerden.Sie

enthältkeineKonservierungsstoffeundistdahernichtzurMehrfachentnahmevorgesehen.

DieEmpfehlungen„SichereHandhabungvonZytostatika“desMerkblattesM620der

BerufsgenossenschaftGesundheitsdienstundWohlfahrtspflegesolltenbeachtetwerden.

WennSieeinegrößereMengeangewendethaben,alsSiesollten:

EinspezifischesAntidotfürDoxorubicinhydrochloridistnichtbekannt.Eswirdempfohlen,

unterstützendesymptomatischeMaßnahmenzuergreifen.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

EineakuteIntoxikationmitDoxorubicinkannsichz.B.innerhalbvon24 Stundenals

HerzinsuffizienzeinschließlichAnginapectorisundMyokardinfarktäußern.WeitereZeichen

derÜberdosierungsindschwereMyelosuppression,dieimAllgemeinen10-14 Tagenach

Therapiebeginnauftritt,sowieschwereSchleimhautentzündungen.

BeimAuftretenvonIntoxikationserscheinungensolltedieApplikationvon

Doxorubicinhydrochloridsofortabgebrochenwerden.

DieTherapieeinerausgeprägtenMyelosuppressionmussunterstationärenBedingungen

erfolgen.SiebestehtunterUmständeninderSubstitutionderfehlendenBlutbestandteileund

antibiotischerTherapie.DieVerlegungdesPatientenineinenkeimfreienRaumkann

notwendigwerden.

DiechronischeIntoxikationäußertsichinsbesonderemitdeno.g.ZeichenderKardiotoxizität.

BeimAuftreteneinerHerzinsuffizienzsollteeinKardiologehinzugezogenwerden.

EineHämodialysebehandlungistbeiIntoxikationmitDoxorubicinvermutlichnutzlos,da

DoxorubicineinsehrgroßesVerteilungsvolumenhatundnurca.5%derappliziertenDosis

renaleliminiertwerden.

4. WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannAdrimedac®Nebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedem

auftretenmüssen.

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführtenNebenwirkungen

SieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieser

Gebrauchsinformationangegebensind.

BeiderBewertungvonNebenwirkungenwerdenfolgendeHäufigkeitsangabenzugrunde

gelegt:

Sehrhäufig: mehrals1von10Behandelten

Häufig: wenigerals1von10,abermehrals1 von100 Behandelten

Gelegentlich: wenigerals1 von100,abermehrals1von1000Behandelten

Selten: wenigerals1von1000,abermehrals1 von10 000Behandelten

Sehrselten: wenigerals1von10000 Behandelten,einschließlichEinzelfälle

Nebenwirkungen,dieimzeitlichenZusammenhangmitderAnwendungvonAdrimedac®

beobachtetwurden,jedochnichtbeijedemPatientenauftretenmüssen,werdenimFolgenden

genannt.

Infektionenund parasitäre

Erkrankungen Sehrhäufig

Infektionen

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

Gutartige,bösartigeund

unspezifischeNeubildungen

(einschl.Zystenund Polypen) Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

SekundäreKrebserkrankungderweißen

Blutkörperchen(Leukämie),Präleukämie,

sekundäreKrebserkrankungen

(Zweitneoplasien)

ErkrankungendesBlutesund des

Lymphsystems Sehrhäufig

Knochenmarkschädigung

(Myelosuppression).Abfallderweißen

Blutkörperchen(Leukopenie),Abfalleiner

UntergruppederweißenBlutkörperchen

(Neutropenie),Verminderungderroten

Blutkörperchen(Anämie)undBlutplättchen

(Thrombozytopenie),Blutungen

ErkrankungendesImmunsystems Gelegentlich

UnterdrückungderImmunantwort

(Immunsuppression).AllergischeReaktionen,

Nesselsucht(Urtikaria),Juckreiz(Pruritus),

lokaleSchwellung(sog.Angioödem)der

Augenliderund Zunge,Luftnot(Dyspnoe)

Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

AkuteÜberempfindlichkeitsreaktionen

(Anaphylaxie).

NachintravesikalerInstillation:schwere

systemischeReaktioneneinschließlich

AnschwellenderNasenschleimhaut,

beschleunigterAtmung(Tachypnoe)und

Luftnot(Dyspnoe).

Stoffwechsel-und

Ernährungsstörungen Häufig

AnstiegderHarnsäurewerteimBlut

(Hyper-urikämie)

Augenerkrankungen Gelegentlich

Bindehautentzündung(Konjunktivitis),

verstärkteSekretionvonTränenflüssigkeit

Herzerkrankungen Sehrhäufig

UnspezifischeEKG-Veränderungen

(ST-Strecken-Veränderungen,Niedervoltage

und verlängerteQT-Zeit),

Herzrhythmusstörungen(Arrhythmien,

insbesondereSinustachykardien)sowie

supraventrikuläreund ventrikulärezusätzliche

Herzschläge(Extrasystolen)

Häufig

LebensbedrohlicheArrhythmien,

HerzschädigungmitErweiterungder

Herzkammern(kongestive(dilative)

Kardiomyopathie)mitdenZeicheneiner

Linksherzschädigung,lebensbedrohliche

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

FunktionsstörungderHerzkammern

(ventrikuläreDysfunktion),Herzversagen,

Arrhythmien

Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

AkutesLinksherzversagen,Entzündungdes

Herzbeutels(Perikarditis),tödliches

Perikarditis-Myokarditis-Syndrom

ErkrankungenderAtemwege,des

BrustraumsundMediastinums Sehrhäufig

Luftnot(Dyspnoe)

Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

DurchBestrahlungausgelösteEntzündung

desLungenzwischengewebes

(Strahlen-pneumonitis)mittödlichem

Ausgang

Erkrankungendes

Gastrointestinaltrakts Sehrhäufig

Übelkeit,Erbrechen

Häufig

Appetitlosigkeit(Anorexie),Durchfall

(Diarrhoe),Entzündungender

Mundschleimhaut(Stomatitis),desRachens

(Pharyngitis),derSpeiseröhre(Ösophagitis)

und desVerdauungstraktes(Gastroenteritis),

Geschwürbildung(Mundhöhle,Rachen,

Speiseröhre,Verdauungstrakt)

Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

NarbigeVeränderungenderSpeiseröhre

(Ösophagusstrikturen),Absterbenvon

GewebedesDickdarms(Kolon-Nekrosen)

mitmassivenBlutungenund

lebensbedrohlichenInfektionen

Leber-und Gallenerkrankungen Sehrhäufig

ErhöhungderLeberwerte(SGOT,SGPT,

Bilirubin)imBlut

Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

Narbig-bindegewebigeUmwandlungder

Leber(Leberzirrhose)

ErkrankungenderHautund des

Unterhautzellgewebes Sehrhäufig

Haarausfall

Gelegentlich

AblösungderNagelplatte,

HyperpigmentierungderExtremitätenund

Nägel,Blasenbildung,Rötung,Nesselsucht,

Venenentzündung.AbsterbendesGewebes

(schwersteGewebsnekrosen)undGeschwüre

(Ulzerationen)nachInjektionenaußerhalb

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

vonVenen(Paravasaten).

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs-und

Knochenerkrankungen Gelegentlich

Gelenkschmerzen

Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

GeneralisierteMuskelschwäche

ErkrankungenderNierenund

Harnwege Sehrhäufig

NachintravesikalerAnwendung

Blasenentzündung(Zystitis)mitBeschwerden

beimWasserlassenwieerschwertes

Wasserlassen(Dysurie),häufiges

Wasserlassen(Pollakisurie),BlutimUrin

(Hämaturie)und schmerzhaftemHarndrang.

RotfärbungdesUrins.

Häufig

NierenschädigungdurchHarnsäurekristalle

(Harnsäurenephropathie)

Sehrselten,einschließlichgemeldeter

Einzelfälle

AkutesNierenversagen

Erkrankungender

Geschlechtsorganeund der

Brustdrüse Häufig

NichtheilbareStörungender

Keimzellenbildung

AllgemeineErkrankungenund

Beschwerdenam

Verabreichungsort Sehrhäufig

Blutungen

Gelegentlich

Fieber.

AnderInjektionsstelle:Rötung,Juckreiz

(Pruritus),Nesselsucht(Urtikaria)und

Schmerzen,EntzündungderVenenwand mit

Blutpfropfbildung(Thrombophlebitis).

„Recall“-PhänomenvonStrahlenschäden

(Haut,Lunge,Speiseröhre,Schleimhäutedes

Magen-Darm-Traktes,Herz)

Infektionenund parasitäreErkrankungen

SehrhäufigkönnenInfektionenauftreten.

Gutartige,bösartigeundunspezifischeNeubildungen (einschl.Zysten und Polypen)

BeiPatienten,diegleichzeitigmitAdrimedac®und DNAveränderndenZytostatika(z.

B.alkylierendeSubstanzen,Platinderivate)behandeltwurden,wurdeinEinzelfällendas

AuftreteneinersekundärenKrebserkrankungderweißenBlutkörperchen(Leukämie,z.T.

auchmitpräleukämischerPhase)beobachtet.DieskannauchnacheinerkurzenLatenzzeit(1-3

Jahre)auftreten.

AlsspäteNebenwirkungistdieEntwicklungvonsekundärenKrebserkrankungennicht

auszuschließen.

Erkrankungen desBlutesund desLymphsystems

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

DiesehrhäufigauftretendeKnochenmarkschädigung(Myelosuppression)isteineder

dosislimitierendenNebenwirkungenundteilweisegravierend.Sieäußertsichvorallemin

einemAbfallderweißenBlutkörperchen(AuftreteneinerLeukopenie)unddemAbfalleiner

UntergruppederweißenBlutkörperchen(AuftreteneinerNeutropenie).EineLeukopenie

wurdebeiannähernd75 %derPatientenmitadäquaterKnochenmarkreservebeobachtet,die

alle21Tagemit60 mg/m2behandeltwurden.EswurdenaberaucheineVerminderungder

rotenBlutkörperchenundderBlutplättchen ( Anämieund Thrombozytopenie)beobachtet.Eine

KnochenmarkschädigungmitVerringerungderweißenBlutkörperchenundBlutplättchen

erreichtimAllgemeinen10 bis14TagenachAnwendungvonAdrimedac®ihrenHöhepunkt

und klingtinderRegelbiszum21.Tagab.

NeuerlicheInfektionenbeiPatientenmitbestehenderoderunvollständigbehandelter

Infektionund BlutungenwurdenimZusammenhangmitdemAuftreteneiner

Knochenmarkschädigungebenfallsbeobachtet.

Esmusssichergestelltsein,dasseineschwereInfektionund/oderBlutungsepisode

raschundwirksambehandeltwerdenkann.

BestehendeInfektionensolltenvorBeginneinerTherapiemitAdrimedac®behandelt

werden.

SolangeeineKnochenmarkschädigungbesteht,sollteaufdieAnwendungvon

Adrimedac®verzichtetwerden.

Erkrankungen desImmunsystems

GelegentlichUnterdrückungderImmunantwort(Immunsuppression).Allergische

Reaktionen(mitNesselsucht,Juckreiz,lokalerSchwellung(sog.Angioödem)derAugenlider

und Zunge,BeeinträchtigungderAtmung)wurdengelegentlichbeobachtet.InEinzelfällen

akuteÜberempfindlichkeitsreaktionen(Anaphylaxie).

NachintravesikalerInstillationvonAdrimedac®wurdeninEinzelfällenschweresystemische

ReaktioneneinschließlichAnschwellenderNasenschleimhaut,beschleunigterAtmungund

Luftnotbeobachtet.

Stoffwechsel-undErnährungsstörungen

AlsFolgeeinesmassivenTumorzellzerfallskannesnachAnwendungvonAdrimedac®zu

einemAnstiegderHarnsäurewerteimBlutkommen,derdieAnwendungeinesbestimmten

Medikamentes(Urikostatikum)beiausreichenderFlüssigkeitszufuhrerforderlichmachenkann,

dadieGefahreinerNierenschädigungdurchHarnsäurekristalle(sogenannte

Harnsäurenephropathie)besteht.

Augenerkrankungen

GelegentlichBindehautentzündung(Konjunktivitis),verstärkteSekretionvon

Tränenflüssigkeit.

Herzerkrankungen

Adrimedac®istherzschädigend (kardiotoxisch).DasManifestationsrisikoder

kardiotoxischenNebenwirkungenistwährend und nachBestrahlungstherapiedesBrustkorbes,

nachVorbehandlungmitpotentiellkardiotoxischenMitteln(z.B.Anthracycline,

Cyclophosphamid),beiälterenPatienten(über60Jahre)undbeiBluthochdruck

(manifestearterielleHypertonie)erhöht.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

BeiÜberschreitendermaximalenkumulativenGesamtdosis(Erwachsene:550 mg

Doxorubicinhydrochlorid/m²KOF, beivorhergehenderBestrahlungdesBrustkorbesoder

begleitenderTherapiemitAlkylantien400mgDoxorubicinhydrochlorid/m2KOF;Kinder:400

mgDoxorubicinhydrochlorid/m²KOF)steigtdieHäufigkeitderHerzschädigungdurch

Anthracycline(AnthracyclininduzierteKardiomyopathie)auchohnevorbestehende

Risikofaktorenraschan.InEinzelfällenwurdedasAuftreteneinerHerzschädigungjedoch

auchbeiwesentlichgeringererGesamtdosisbeobachtet.NacheinerkumulativenGesamtdosis

von550mg/m2bestehtz.B.fürdieBehandelteneinRisikovonetwa5%fürdasAuftreten

einerschwerenEinschränkungderHerzfunktion(Herzinsuffizienz).

BesondereVorsichtistbeiKindernunter2 Jahren,kardiologischenVorerkrankungen(z.B.

koronareHerzkrankheit,Herzinsuffizienz),beiälterenPatientenundbeiderAnwendungim

zeitlichenZusammenhangmiteinerWärmebehandlung(sog.Hyperthermiebehandlung)

geboten.

Eshatsichbewährt,diekardiotoxischenNebenwirkungenwiefolgteinzuteilen:

1.Soforttyp

Ertrittzumeistinnerhalb derersten24 bis48 StundennachEinleitenderTherapieauf,ist

dosisunabhängigund durchunspezifischeEKG-Veränderungen(ST-Strecken-Veränderungen,

NiedervoltageundverlängerteQT-Zeit),vorübergehendeHerzrhythmusstörungen

(insbesondereSinustachykardien)sowiesupraventrikuläreund ventrikulärezusätzliche

Herzschläge(Extrasystolen)charakterisiert.DieseVeränderungensind imAllgemeinenheilbar

(reversibel)undihrAuftretenstelltkeineKontraindikationbeidererneutenAnwendungvon

Adrimedac®dar.EswurdenjedochauchlebensbedrohlicheArrhythmienwährendoderwenige

StundennachderAnwendungvonAdrimedac®beobachtet,inEinzelfällenauchakutes

Linksherzversagen,EntzündungdesHerzbeutelsodereintödlichessogenanntes

Perikarditis-Myokarditis-Syndromberichtet.

2.Spättyp

ErrepräsentierteinedosisabhängigekumulativeOrganschädigung,dieimAllgemeinennicht

heilbar(irreversibel)und häufiglebensbedrohlichist.Ermanifestiertsichhäufigals

HerzschädigungmitErweiterungderHerzkammern(sogenanntekongestive(dilative)

Kardiomyopathie)mitdenZeicheneinerLinksherzschädigung.DieKardiomyopathiekannsich

MonatebisJahrenachBeendigungderTherapieerstmalsmanifestieren;ihreHäufigkeitsteigt

mitHöhederkumulativenGesamtdosis.DiesistinsbesonderebeiderAnwendungbeiKindern

zuberücksichtigen,welcheinsgesamtniedrigereLebensgesamtdosentolerierenunddurch

zusätzlicheBestrahlungsbehandlungen,jungesAlterbeiTherapiebeginnund aggressive

Begleittherapienbesondersgefährdetsind,einespätauftretende,lebensbedrohlichekardiale

OrgantoxizitätmitFunktionsstörungderHerzkammern,Herzversagenund/oder

Herzrhythmusstörungenzuentwickeln.DarüberhinausscheinenMädchengegenüberJungen

besondersprädestiniertfürdasAuftretenspäterKardiotoxizitätnachAdrimedac®-Behandlung

zusein.

DieHerzfunktionsolltevor,während und nacheinerDoxorubicintherapiesorgfältigüberwacht

werden.ZurDiagnostikund VerlaufskontrollederanthracyclininduziertenKardiomyopathie

werdeninsbesonderefolgendeMethodenempfohlen:

-Radionukleotidangiographie(MessgrößeLVEF=LeftVentricularEjectionFraction)

-Echokardiographie(MessgrößeLVEF).

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

Erkrankungen derAtemwege, desBrustraumsund Mediastinums

DurchBestrahlungausgelösteEntzündungdesLungenzwischengewebes

(Strahlenpneumonitis)mittödlichenKomplikationenwurdebeisystemischer

KombinationschemotherapievonDoxorubicinmitMethotrexatund Cyclophosphamid ineiner

Studiebeobachtet.LuftnotsolltezunächstalsHinweisaufeineanthracyclininduzierte

Kardiomyopathiegewertetwerden.

Erkrankungen desGastrointestinaltrakts

Akute,zumTeilschwereÜbelkeitund Erbrechentretensehrhäufigauf;beica.80%

derPatientenbereitsamerstenBehandlungstag.EineantiemetischeProphylaxewird

empfohlen.FernerwurdenAppetitlosigkeit,Durchfall,EntzündungenderMundschleimhaut,

desRachens,derSpeiseröhreunddesVerdauungstraktes,Geschwürbildung(Ulzeration)im

BereichderMundhöhle,derSpeiseröhre,desRachensund desVerdauungstraktesbeobachtet.

VereinzeltwurdeimZusammenhangmitderKombinationvonCytarabinüber

AbsterbenvonGewebe(Nekrosen)desDickdarmsmitmassivenBlutungenund schweren,

zumTeillebensbedrohlichenInfektionenberichtet.

NachRadiotherapiekönnenunterderAnwendungvonAdrimedac®Entzündungender

Speiseröhreauftreten,dieinEinzelfällenzunarbigenVeränderungenführenkönnen.

Hinweis

SolangeEntzündungen,GeschwürbildungenoderDurchfällebestehen,sollteaufdie

AnwendungvonAdrimedac®verzichtetwerden.

Leber-undGallenerkrankungen

Einevorübergehende,meistgeringfügigeErhöhungderLeberwerteimBlut(SGOT,

SGPT,Bilirubin)wird sehrhäufigbeobachtet.Sietrittmeist10bis14 Tagenach

Doxorubicin-Applikationaufund istnachAbsetzenvonDoxorubicinimAllgemeinenbinnen

einerWocheheilbar.

ÜberdasAuftreteneinernarbig-bindegewebigenUmwandlungderLeber

(Leberzirrhose)nachkombinierterDoxorubicinstrahlentherapiewurdeinEinzelfällenberichtet.

HierbestehtinsbesonderedieGefahr,dieklinischenZeichenderLeberschädigungals

Lebermetastasenfehlzudeuten.

Erkrankungen derHautunddesUnterhautzellgewebes

DersehrhäufigzubeobachtendetotaleodersubtotaleHaarausfallistinderRegel

heilbar(reversibel).Außerdemwurdengelegentlichbeobachtet:

AblösungderNagelplatte,HyperpigmentierungderExtremitätenundNägel,

Blasenbildung,Rötung,Nesselsuchtund Venenentzündung(insbesonderebeiInjektionin

kleineVenen).

InjektionenvonAdrimedac®außerhalbvonVenen(paravasaleInjektion)führen

regelmäßigzumAbsterbendesGewebes(schwersteGewebsnekrosen).DasAusmaßder

GewebsulzerationenistvonderParavasatmengeabhängig.FolgeeinesParavasatessind

SchmerzensowieschlechtheilendeGeschwüre(Ulzerationen).DieApplikationvon

Adrimedac®mussdaherstrengintravenöserfolgen.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

Skelettmuskulatur-,Bindegewebs-und Knochenerkrankungen

GelegentlichGelenkschmerzen.IneinemEinzelfallgeneralisierteMuskelschwäche.

Erkrankungen derNierenund Harnwege

SehrhäufigkanneszueinervorübergehendenbedeutungslosenRotfärbungdesUrins

kommen.

VereinzeltwurdeüberdasAuftreteneinesakutenNierenversagensberichtet.

NachInstillationinderHarnblasewurdesehrhäufigübereineBlasenentzündungmitfolgenden

BeschwerdenbeimWasserlassenberichtet:erschwertes,schmerzhaftesWasserlassen,häufiges

Wasserlassen,BlutimUrinund zumTeilschwerekrampfartigeBlasenschmerzen.

AlsFolgeeinesmassivenTumorzellzerfallskanneshäufigzueinemAnstiegder

HarnsäurewerteimBlutkommen,derdieAnwendungeinesbestimmtenMedikamentes

(Urikostatikum)beiausreichenderFlüssigkeitszufuhrerforderlichmachenkann,dadieGefahr

einerNierenschädigungdurchHarnsäurekristalle(sogenannteHarnsäurenephropathie)besteht.

Erkrankungen derGeschlechtsorganeundderBrustdrüse

Nichtheilbare(irreversible)StörungenderKeimzellenbildungsind möglich;

DoxorubicinkanndasErbgutverändern(Mutagenität)undFehlbildungenauslösen

(Teratogenität).

AllgemeineErkrankungen undBeschwerden amVerabreichungsort

Blutungenkönnensehrhäufigvorkommen.

GelegentlichFieber.AnderInjektionsstelle:Rötung,Juckreiz,NesselsuchtundSchmerzen.

EntzündungderVenenwand,diemiteinerBlutpfropfbildungindiesemBereicheinhergeht

(Thrombophlebitis).

BereitsinAbheilungbefindlicheStrahlenschäden(Haut,Lunge,Speiseröhre,

SchleimhäutedesMagen-Darm-Traktes,Herz)könnendurchdieAnwendungvon

Adrimedac®wiederaufflackern(sog.„Recall“-Phänomen).

5. WIEISTADRIMEDAC®AUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

DasArzneimittelsollnachAblaufdesaufBehältnisund äußererUmhüllungangegebenen

Verfallsdatumsnichtmehrangewendetwerden.

Bei2 -8 °Cund imUmkartonaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzuschützen.

WenninderInjektionslösungeineVerfärbungoderTrübungsichtbarist,darfdie

Injektionslösungnichtverwendetwerden

6. WEITEREINFORMATIONEN

DieInjektionslösungkannmit0,9%igerNatriumchloridlösungoder5 %igerGlukoselösung

verdünntwerden.InKonzentrationvon0,05-5mg/mlsindDoxorubicinlösungen,wennsie

beiZimmertemperatur(15-25 °C)undlichtgeschütztaufbewahrtwerden,7Tagehaltbar.Aus

mikrobiologischerSichtsolltediegebrauchsfertigeVerdünnungsofortverwendetwerden.

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

SoferndieseVerdünnungnichtsofortverwendetwird,liegendieAufbewahrungszeitund die

BedingungenimVerantwortungsbereichdesAnwenders.InderRegelsollteeinZeitraumvon

24 Stundenbei2-8 °Cnichtüberschrittenwerden.

IndenDurchstechflaschenverbleibendeRestesindzuverwerfen.

WenninderInjektionslösungeineVerfärbungoderTrübungsichtbarist,darfdie

Injektionslösungnichtverwendetwerden.

Inkompatibilitäten:

DoxorubicinsolltewedermitHeparinnochmitanderenZytostatikaineinerInfusionvermischt

werden.

DasMischenmiteineralkalischenLösungsolltevermiedenwerden.

ÜberInkompatibilitätenmitfolgendenSubstanzenwurdeberichtet:Allopurinol,Aluminium,

Cefalotin-Natrium,Dexamethason,Diazepam,Furosemid,Galliumnitrat,Heparin,

Hydrocortison,5-Fluorouracil,Methotrexat,parenteraleErnährungslösungen,Piperacillin,

Aminophyllin(Theophyllin-Ethylendiamin),Vincristin.

WasAdrimedac®enthält

-DerWirkstoffist:Doxorubicinhydrochlorid

-DiesonstigenBestandteilesind:Natriumchlorid,Salzsäure,Natriumhydroxid,Wasserfür

Injektionszwecke.

WieAdrimedac®aussiehtundInhaltderPackung

1 Durchstechflaschemit5 (10,25,100)mlInjektionslösungenthält10(20,50,200)mg

Doxorubicinhydrochlorid.

Packungenmit1und 5Durchstechflasche(n)mit5 (10,25,100)mlInjektionslösung.

PharmazeutischerUnternehmerundHersteller

Von:

PharmachemieBV

Swensweg5

2031 GAHaarlem,Niederlande

Vertrieb:

medac

GesellschaftfürklinischeSpezialpräparatembH

Fehlandtstraße3,20354Hamburg

Tel.0 4103/80 06-0 Fax0 4103/8006-100

Hergestelltvon:

PharmachemieBV

Swensweg5

2031 GAHaarlem,Niederlande

pal(D)Adrimedacâ,Stand:November2007

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztgenehmigtim11/2007

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Zusammenfassung derMerkmaledesArzneimittels

1. BEZEICHNUNGDESARZNEIMITTELS

Adrimedac 10 mg, Injektionslösung

Adrimedac 20 mg, Injektionslösung

Adrimedac 50 mg, Injektionslösung

Adrimedac200 mg, Injektionslösung

2. QUALITATIVE UNDQUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff:Doxorubicinhydrochlorid

1Durchstechflaschemit5(10,25,100)mlInjektionslösungenthält10(20,50,200)

mgDoxorubicinhydrochlorid.

DievollständigeAuflistung dersonstigenBestandteilesieheAbschnitt6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

4. KLINISCHEANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

KleinzelligesBronchialkarzinom

FortgeschrittenesMagenkarzinom

MetastasiertesMammakarzinom

ZurintravesikalenRezidivprophylaxeoberflächlicherHarnblasenkarzinomenach

transurethraler Resektion beiPatienten mithohemRezidivrisiko

ZursystemischenTherapielokalfortgeschrittenerodermetastasierter

Harnblasenkarzinome

Neoadjuvanteund adjuvanteTherapiedesOsteosarkoms

FortgeschrittenesWeichteilsarkomdesErwachsenenalters

Ewing-Sarkom

FrühstadiumdesHodgkin-Lymphoms(StadiumI-II) beischlechter Prognose

Fortgeschrittenes(StadiumIII-IV) Hodgkin-Lymphom

HochmaligneNon-Hodgkin-Lymphome

Remissionsinduktion beiakuter lymphatischer Leukämie

Remissionsinduktion beiakuter myeloischerLeukämie

Wilms-Tumor(imStadiumIIbeihochmalignenVarianten,allefortgeschrittenen

Stadien[III-IV])

FortgeschrittenesNeuroblastom

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite1

Dosierung,Art undDauerderAnwendung

DieBehandlungmitAdrimedacsolltenurvonÄrzten,dieinderTumortherapie

erfahrensind, in einerKlinik oderin KooperationmiteinerKlinik erfolgen.

DieAnwendung iststrengnachVorschriftdurchzuführen.

DadieApplikationsweisenundDosierungsempfehlungenfür

Doxorubicinhydrochloridstarkvariieren,könnennurdiegebräuchlichenRichtwerte

angegebenwerden.

Einzelheiten bittenwir der Fachliteratur zu entnehmen.

DoxorubicinwirdinderMonochemotherapiebeiWeichteilsarkomensowieals

BestandteileinerKombinationstherapieinetabliertenTherapie-Protokollen

angewendet.

Hinweis:

DieDosierungenvonS-liposomalemDoxorubicinund(herkömmlichem)Doxorubicin

sindunterschiedlich;diebeidenFormulierungenkönnennichtgegeneinander

ausgetauschtwerden.

Soweitnichtandersverordnet, gelten folgendeEmpfehlungen:

IntravenöseAnwendung

Monotherapie

50-80mgDoxorubicinhydrochlorid/m²Körperoberfläche(KOF)alsEinzeldosisi.v.

alle3Wochen.

Polychemotherapie

30-60mgDoxorubicinhydrochlorid/m²KOFalsEinzeldosisi.v.alle3-4Wochen.Die

exakteDosierungistBehandlungsprotokollenzuentnehmen,diesichinderTherapie

der jeweiligenErkrankung alswirksamerwiesen haben.

BeipalliativemBehandlungskonzeptkannfolgendeDosierungzurVerringerungder

kardiotoxischenNebenwirkungenoderbeiPatienten,beidenen

DoxorubicinhydrochloridausmedizinischenGründennichtinderobengenannten

Dosierungverabreichtwerdenkann, angewendetwerden:

-48-96StundenDauerinfusionvon60mgDoxorubicinhydrochlorid/m²KOFin3-

4wöchigenAbständen

IntravesikaleAnwendung

ZurintravesikalenRezidivprophylaxeoberflächlicherHarnblasenkarzinomenach

transrurethraler Resektion beiPatienten mithohemRezidivrisiko.

1malwöchentlich50mgDoxorubicinhydrochloridin30bis50mlisotonischer

NatriumchloridlösungprointravesikalerInstillation.EineVerweildauerdesInstillats

in der Blasevon 1-2 Stunden istimAllgemeinen ausreichend.

DasRisikoder häufigletalverlaufendenKardiomyopathiesolltevorjederAnwendung

gegendenNutzenderDoxorubicintherapieabgewogenwerden.BeiErreichender

maximalenGesamtdosisistregelmäßigaufdieweitereAnwendungvonDoxorubicin

zu verzichten.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite2

Dosisanpassung beiintravenöserAnwendung

BeiNiereninsuffizienzmiteinerGFR10ml/minsollten75%derkalkuliertenDosis

appliziertwerden.

BeieingeschränkterLeberfunktionsolltenDosismodifikationenvorgenommen

werden.

BeieinerErhöhungdesSerumbilirubinsauf1,2-3,0mg/100mlsollten50%undbei

einerSerumbilirubinerhöhungvon3,1-5mg/100mlsollten25%derüblichen

Doxorubicinhydrochloriddosisgegebenwerden.BeiBilirubinkonzentrationenüber5

mg/100 mlsolltekeineAnwendung von Doxorubicin erfolgen.

BeiMyelosuppressionsowiebeiälterenPatientenmiteingeschränkter

KnochenmarkreservesolltenebenfallsDosierungsanpassungenerfolgen.

Artund DauerderAnwendung

DoxorubicinhydrochloridistzurintravenösenundintravesikalenApplikation

geeignet!

Doxorubicinhydrochloriddarfwederoral,subkutan,intramuskulär,intraarteriellnoch

intrathekalverabreichtwerden!

DoxorubicinkannintravenösalsBolusinjektioninnerhalbvonMinuten,als

KurzinfusionbiszueinerStundeundalsDauerinfusionbiszu96Stundengegeben

werden.

ÜberdieDauerderAnwendungentscheidetderbehandelndeArzt.Sierichtetsich

nachdemBehandlungsprotokollundwirdinjedemFalldurchdasErreichender

kumulativenGesamtdosislimitiert.

MaximalekumulativeGesamtdosis:

EinekumulativeGesamtdosisvon450bismaximal550mg

Doxorubicinhydrochlorid/m²KOFbeiErwachsenenbzw.400mg

Doxorubicinhydrochlorid/m²KOFbeiKindernsollteauchohnedasVorliegenvon

RisikofaktoreninderRegelnichtüberschrittenwerden.BeiVorliegenvon

Risikofaktoren(PatientenmitvorangegangenenBestrahlungenvonMediastinum

und/oderdesHerzens,VorbehandlungmitAlkylantien,vorbestehendearterielle

Hypertonie5Jahre,vorbestehendekoronare,valvuläreodermyokardialeSchädigung,

Alter70Jahre)solltediemaximalekumulativeGesamtdosis400mg/m 2 nicht

übersteigen.BeiErreichendermaximalenkumulativenGesamtdosisistaufdie

weitereAnwendung von Doxorubucin zu verzichten.

Vorsichtsmaßnahmen imUmgang mitDoxorubicin/HinweisezurHandhabung:

BeimUmgangmitDoxorubicinhydrochloridsolltenHaut-undSchleimhautkontakte

(Handschuhetragen!)vermiedenwerden.KontaminierteKörperstellensollenmit

Wasser und Seifesorgfältiggereinigtwerden.

DieintravenöseAnwendungvonDoxorubicinhatmitbesondererSorgfaltzuerfolgen.

EineparavenöseApplikationmussunbedingtausgeschlossenwerden,dahierbei

regelmäßigschwersteGewebsnekrosenerfolgen.DieVerabreichungerfolgtüberden

SchlaucheinerangelegtenInfusionoderübereinegelegteInjektionsnadel.Vor

VerabreichungvonDoxorubicinsolltemit5mlisotonischerNatriumchloridlösungdie

korrekteLagederNadelbzw. desVenenkathetersüberprüftwerden.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite3

DieGesamtmengederDoxorubicinhydrochloridlösungsollteinnerhalbeines

Zeitraumesvon10-15Minutenverabreichtwerden.NachVerabreichungwirddie

Injektionsnadelbzw.derVenenkathetergespült.Hierfüristisotonische

Natriumchloridlösungoder5%igeGlukoselösungzuverwenden.Einewiederholte

ApplikationindieselbeVenebzw.eineApplikationinzukleineVenensolltewegen

derGefahrvonEntzündungenbzw.SklerosierungundGewebsnekrosenvermieden

werden.

JederKontaktmitDoxorubiciningelösterFormistzuvermeiden.DieZubereitung

mussmitHilfeeinesabsolutaseptischenArbeitsverfahrenserfolgen;weitere

Schutzmaßnahmensind:Handschuhe,Schutzmasken,Sicherheitsbrillenund

Schutzkleidung.AuchwirddieVerwendungeinerWerkbankmitvertikaler

Luftströmung(LAF)empfohlen.BeiderVerabreichungsolltenebenfallsHandschuhe

getragenwerden.AuchbeiderEntsorgungistdieZytotoxizitätdesStoffeszu

berücksichtigen.

WennDoxorubiciningelösterFormmitderHaut,SchleimhautoderdenAugenin

Berührungkommt,musssofortgründlichmitWassergespültwerden.ZurReinigung

der Hautkannman Seifeverwenden.

DieInjektionslösung istrotgefärbtund hateinenpH-Wertvon 2,5-3,5.

DieInjektionslösungsolltevorVerabreichungaufRaumtemperaturgebrachtwerden.

SieenthältkeineKonservierungsstoffeundistdahernichtzurMehrfachentnahme

vorgesehen.

DieEmpfehlungen„SichereHandhabungvonZytostatika“desMerkblattesM620der

BerufsgenossenschaftGesundheitsdienstundWohlfahrtspflegesolltenbeachtet

werden.

4.3 Gegenanzeigen

ÜberempfindlichkeitgegenDoxorubicin,andereAnthracyclineodereinender

sonstigenBestandteile,ausgeprägteMyelosuppression(z.B.nachvorangegangener

Radio-oderChemotherapie),kardiologischeErkrankungeninderVorgeschichte

(HerzinsuffizienzGradIV,akuteroderabgelaufenerHerzinfarkt,akuteentzündliche

Herzerkrankungen,RhytmusstörungenmitnegativemEinflussaufdieHämodynamik),

vorangegangeneBehandlungenmitAnthracyclinenbiszurmaximalenkumulativen

Gesamtdosis,hämorrhagischeDiathesen,Stomatiden,bestehendegeneralisierte

Infektionen,schwereLeberfunktionsstörung,GraviditätundStillzeitstellen

Gegenanzeigen für dieAnwendung von Doxorubicin dar.

BeiintravesikalerAnwendung:

Harnblasenentzündungen

Harnwegsinfektionen.

DaDoxorubicinvorwiegendviaLeberundGalleüberdieFäzesausgeschiedenwird,

istbeieingeschränkterLeberfunktionoderGalleabflussbehinderungen(Ikterus,

ErhöhungendesBilirubinsoderderTransaminasen)miteinerverzögertenElimination

zu rechnen,dieschwerwiegendeNebenwirkungen (siehedort) zur Folgehaben kann.

BesondereVorsichtistnachvorangegangener,gleichzeitigerodergeplanter

Radiotherapiegeboten,daderenNebenwirkungendurchdieAnwendungvon

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite4

Doxorubicinverstärktwerdenkönnen.IndiesemZusammenhangwurdeüberdas

Auftretenschwerer,zumTeiltödlicherHepatotoxizitätberichtet.

EinevorangegangeneBestrahlungdesMediastinumserhöhtdieKardiotoxizitätvon

Doxorubicin.DiemaximalekumulativeGesamtdosisvon400mg

Doxorubicinhydrochlorid/m²Körperoberfläche(KOF)sollteindiesemFallnicht

überschritten werden.

AktiveImpfungensolltenimzeitlichenZusammenhangmiteinerDoxorubicintherapie

nichtdurchgeführtwerden.DerKontaktdesPatientenmitPolioimpflingensollte

vermieden werden.

DoxorubicinerhöhtdasRisikovonLokalreaktionenimBestrahlungsfeld(Recall-

Phänomen).

4.4 BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

HoheskardiotoxischesRisikobeivorhergehenderodergleichzeitiger

Trastuzumabgabe(siehe4.5WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnund

sonstigeWechselwirkungen).

DiemaximaleDosis(entsprechend140mgDoxorubicinhydrochlorid)enthält10,8

mmol(248mg)Natrium.DiesistzuberücksichtigenbeiPersonenunterNatrium

kontrollierter(natriumarmer/-kochsalzarmer)Diät.

SpezielleWarnhinweiseund Vorsichtsmaßnahmen beiderAnwendung

VorundwährendderTherapiemitDoxorubicinhydrochloridwerdendiefolgenden

Verlaufsuntersuchungen(HäufigkeitdieserUntersuchungeninAbhängigkeitvon

Allgemeinzustand,Dosisund Begleitmedikation) empfohlen:

Thorax-Röntgenaufnahme

Echokardiographie

Elektrokardiographie

Radionukleotidangiographie

TäglicheInspektionder Mundhöhleund desPharynx auf Schleimhaut-

veränderungen

LaboratoriumsmedizinischeMessgrößen:Hämatokrit,Thrombozyten,

Differentialblutbild, SGPT,SGOT, LDH, Bilirubin, Harnsäure

Übelkeit,ErbrechenundSchleimhautentzündungtretenoftverstärktaufundmüssen

entsprechendbehandeltwerden.Doxorubicindarfnichtoral,subkutan,intramuskulär,

intraarterielloderintrathekalverabreichtwerden.Wenndiemaximalekumulative

Dosisvon550mg/m²überschrittenwird,bestehteinerhöhtesRisikoeinerschweren,

irreversiblenundbehandlungsresistentenKardiomyopathieunddarausresultierendem

kongestivenHerzversagen.BeiPatienten,dieüber70Jahreoderunter15Jahrealt

sind,bestehteinzusätzlicherRisikofaktor,wieauchbeiPatientenmitbereits

bestehenderHerzerkrankung.

AußerdemkönnenVeränderungendesEKGauftreten,einschließlicheinesR-Verlustes

derQRS-KurveundeinerST-Streckenverlängerung.AuchdieEjektionsfraktionkann

reduziertsein.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite5

BeiPatienten,dievorhermitanderenAnthracyclinenoderCyclophosphamid,

MitomycinCoderDacarbazinbehandeltwurdenundbeiPatienten,dieim

MediastinalbereichmitRadiotherapiebehandeltwurden,kannauchbeiDosenunter

derempfohlenenmaximalenkumulativenDosisKardiotoxizitätauftreten.Bekanntist,

dasswährendundinnerhalbwenigerStundennachderVerabreichungvon

DoxorubicinschwereakuteArrhythmienauftretenkönnen.DieHerzfunktionsollte

vor,währendundnachderDoxorubicintherapieüberprüftwerden,z.B.mittelsEKG,

Echokardiographieoder durch Bestimmungder Ejektionsfraktion.

DiehoheInzidenzvonKnochenmarkdepressionenerfordertsorgfältige

hämatologischeÜberwachung.WennbeiZählungderpolymorphkernigen

neutrophilenGranulozytenWerteunter2000/mm 3 auftreten,solltenichtmitder

Doxorubicin-Therapiebegonnenwerden,außerimFalleeinerakutenLeukämie,wo

niedrigereWertegeltenkönnen.

DieLeberfunktionmussvorundwährendderBehandlungkontrolliertwerden.

DoxorubicinkannzuHyperurikämieführen.DerHarnsäuregehaltmussüberwacht

werden;dabeiistaufgenügendeFlüssigkeitsaufnahmezuachten(täglichmind.3l/m 2

).NötigenfallskanneinXanthinoxidase-Hemmstoff(Allopurinol)verabreichtwerden.

Doxorubicin kannRotfärbung desHarnsverursachen.

Doxorubicinkannerbgutschädigendwirken.MännernmitKinderwunschwirdzur

Sicherheitempfohlen,vorBehandlungsbeginnnichtexponiertesSpermazu

konservieren.Männer,diemitDoxorubicinbehandeltwerden,solltenwährendder

Behandlungundbiszu6MonatedanachkeinKindzeugen.WeiblichenPatientenim

geschlechtsreifenAlterwirdempfohlen,währendderChemotherapieundbiszu6

Monatedanach nichtschwanger zu werden.

TrittwährendderBehandlungeinesderPartnereineSchwangerschaftein,soistdie

Möglichkeiteiner genetischen Beratung zunutzen.

Vorsichtsmaßnahmen imUmgang mitDoxorubicin

JederKontaktmitDoxorubiciningelösterFormistzuvermeiden.DieZubereitung

mussmitHilfeeinesabsolutaseptischenArbeitsverfahrenserfolgen;weitere

Schutzmaßnahmensind:Handschuhe,Schutzmasken,Sicherheitsbrillenund

Schutzkleidung.AuchwirddieVerwendungeinerWerkbankmitvertikaler

Luftströmung(LAF) empfohlen.

BeiderVerabreichungsolltenebenfallsHandschuhegetragenwerden.Auchbeider

Entsorgung istdieZytotoxizitätdesStoffeszuberücksichtigen.

WennDoxorubiciningelösterFormmitderHaut,SchleimhautoderdenAugenin

Berührungkommt,musssofortgründlichmitWassergespültwerden.ZurReinigung

der Hautkannman Seifeverwenden.

Wechselwirkungenmit anderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

Beieiner(Vor-)BehandlungmitMedikamenten,diedieKnochenmarkfunktion

beeinflussen(z.B.Zytostatika,Sulfonamide,Chloramphenicol,Diphenylhydantoin,

Amidopyrin-Derivate,antiretroviraleArzneimittel),istdieMöglichkeiteiner

ausgeprägtenStörungderHämatopoesezubeachten.DieDosierungvonDoxorubicin

istgegebenenfallszu modifizieren.

BeivorangegangenerodergleichzeitigerRadiotherapiekannDoxorubicin„Recall“-

Phänomeneinduzieren, dielebensbedrohlich seinkönnen.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite6

Einevorangegangene,gleichzeitigeoderspätereBestrahlungstherapiekanndie

Kardio- oder Hepatotoxizitätvon Doxorubicinverstärken.

DiegleichzeitigeBehandlungmitanderenkardio-oderhepatotoxischenArzneimitteln

kann dieKardio- oder Hepatotoxizitätvon Doxorubicin verstärken.

DoxorubicinbindetanHeparin;eskannzuPräzipitationenundWirkungsverlust

beiderWirkstoffekommen.

BarbituratekönnenzueinerbeschleunigtenPlasmaclearancevonDoxcorubicin

führen.

DoxorubicinkanndieoraleBioverfügbarkeitvonDigoxinverringern.Währendder

TherapiemitDoxorubicinsolltedaherderPlasmaspiegelvonDigoxinregelmäßig

überprüftwerden.

DoxorubicinkannbeivorhergehenderBehandlungmitCyclophosphamidzur

Verschlimmerungeinerhämorrhagischen Zystitisführen.

DieAnwendungvonTrastuzumabinKombinationmitAnthracyclinen(wie

Doxorubicin)istmiteinemhohenkardiotoxischenRisikoverbunden.Trastuzumab

undAnthracyclinesolltengegenwärtignichtinKombinationangewendetwerden,

außer ingutkontrollierten klinischen StudienmitÜberwachung der Herzfunktion.

DieAnwendungvonAnthracyclinennachBeendigungeinerTherapiemit

TrastuzumabkanneinerhöhtesRisikokardialerToxizitätenbeinhalten.Wenn

möglich,solltezwischenderBeendigungderTrastuzumabtherapieundvordem

BeginnderAnthracyclintherapieeinausreichenderZeitraum(biszu22Wochen)

liegen.In jedemFallsolltedieHerzfunktion sorgfältigüberwachtwerden.

BeiKombinationmitanderenZytostatika(z.B.Cytarabin,Cisplatin,

Cyclophosphamid)könnendietoxischenWirkungenderDoxorubicintherapie

verstärktwerden.

DieKombinationvonDoxorubicinmitAmphotericinBsolltevermiedenwerden,da

siezu ausgeprägter Nephrotoxizitätführenkann.

BeigleichzeitigerGabevonDoxorubicinundRitonavirwurdeübererhöhte

Doxorubicin-Serumspiegelberichtet.

BeigleichzeitigerGabevonCyclosporinundDoxorubicinkanneszueiner

wechselseitigenReduzierungderMetabolisierungundClearancebeiderSubstanzen

mitkonsekutiverErhöhung der Blutspiegelkommen.

DiegleichzeitigeGabevonPhenytoinkannzuverringertenPhenytoin-Plasmaspiegeln

führen.

Schwangerschaft undStillzeit

Doxorubicindarfwährend derSchwangerschaftundStillzeitnichtangewendetwerden

(s.a.4.4WarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfür dieAnwendung).

4.7 AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvon

Maschinen

WegendeshäufigenAuftretensvonÜbelkeitundErbrechen,solltevomFührenvon

Kraftfahrzeugen und Bedienen von Maschinenabgeratenwerden.

4.8 Nebenwirkungen

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite7

DiefolgendenAngaben werdenzur Einteilungder Häufigkeitsangabender

Nebenwirkungen verwendet:

Sehr häufig (>1/10)

Häufig (>1/100, <1/10)

Gelegentlich(>1/1.000,<1/100)

Selten(>1/10.000,<1/1.000)

Sehr selten(<1/10.000),einschließlichgemeldeterEinzelfälle

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen Sehr häufig (>1/10)

Infektionen

Gutartige, bösartigeund

unspezifischeNeubildungen

(einschl. Zystenund Polypen) Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

SekundäreLeukämie,Präleukämie,

Zweitneoplasien

Erkrankungen desBlutesund des

Lymphsystems Sehr häufig (>1/10)

Myelosuppression. Leukopenie,

Neutropenie, Anämie,

Thrombozytopenie,Blutungen

Erkrankungen desImmunsystems Gelegentlich(>1/1.000,<1/100)

Immunsuppression. Allergische

Reaktionen,Urtikaria,Pruritus,

AngioödemderAugenliderundZunge,

Dyspnoe

Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

Anaphylaxie.

NachintravesikalerInstillation:schwere

systemischeReaktioneneinschließlich

AnschwellenderNasenschleimhaut,

Tachypnoeund Dyspnoe.

Stoffwechsel-und

Ernährungsstörungen Häufig (>1/100, <1/10)

Hyperurikämie

Augenerkrankungen Gelegentlich(>1/1.000,<1/100)

Konjunktivitis,verstärkteSekretionvon

Tränenflüssigkeit

Herzerkrankungen Sehr häufig (>1/10)

UnspezifischeEKG-Veränderungen

(ST-Strecken-Veränderungen,

NiedervoltageundverlängerteQT-Zeit),

Arrhythmien (insbesondere

Sinustachykardien) sowie

supraventrikuläreundventrikuläre

Extrasystolen

Häufig (>1/100, <1/10)

Lebensbedrohliche Arrhythmien,

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite8

kongestive(dilative)Kardiomyopathie

Zeichen einer

Linksherzinsuffizienz,

lebensbedrohliche ventrikuläre

Dysfunktion, Herzversagen,

Arrhythmien

Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

AkutesLinksherzversagen,Perikarditis,

tödlichesPerikarditis-Myokarditis-

Syndrom

Erkrankungen derAtemwege,des

Brustraumsund Mediastinums Sehr häufig (>1/10)

Dyspnoe

Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

Strahlenpneumonitismittödlichem

Ausgang

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts Sehr häufig (>1/10)

Übelkeit,Erbrechen

Häufig (>1/100, <1/10)

Anorexie,Diarrhö,Stomatitis,

Pharyngitis, Ösophagitis,

Gastroenteritis, Ulzerationen

(Mundhöhle,Pharynx,Ösophagus,

Gastrointestinaltrakt)

Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

Ösophagusstrikturen,Kolon-Nekrosen

(massiveBlutungen,lebensbedrohliche

Infektionen)

Leber- und Gallenerkrankungen Sehr häufig (>1/10)

SGOTimBluterhöht,SGPTimBlut

erhöht, BilirubinimBluterhöht

Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

Leberzirrhose

Erkrankungen der Hautund des

Unterhautzellgewebes Sehr häufig (>1/10)

Haarausfall

Gelegentlich(>1/1.000,<1/100)

Ablösung der Nagelplatte,

HyperpigmentierungderExtremitäten

undNägel,Blasenbildung,Rötung,

Nesselsucht, Venenentzündung.

SchwersteGewebsnekrosenund

Ulzerationen nachParavasaten.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- Gelegentlich(>1/1.000,<1/100)

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite9

und Knochenerkrankungen Gelenkschmerzen

Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

GeneralisierteMuskelschwäche

Erkrankungen der Nierenund

Harnwege Sehr häufig (>1/10)

NachintravesikalerAnwendungZystitis

mitdysurischenBeschwerdenwie

Dysurie,Pollakisurie,Hämaturieund

schmerzhaftemHarndrang.Rotfärbung

desUrins.

Häufig (>1/100, <1/10)

Harnsäurenephropathie

Sehrselten(<1/10.000),einschließlich

gemeldeterEinzelfälle

AkutesNierenversagen

Erkrankungen der

Geschlechtsorganeund der

Brustdrüse Häufig (>1/100, <1/10)

Irreversible Störungen der

Keimzellenbildung

AllgemeineErkrankungenund

BeschwerdenamVerabreichungsort Sehr häufig (>1/10)

Blutungen

Gelegentlich(>1/1.000,<1/100)

Fieber.

AnderInjektionsstelle:Rötung,

Pruritus,UrtikariaundSchmerzen,

Thrombophlebitis.

„Recall“-Phänomen von

Strahlenläsionen(Haut,Lunge,

Ösophagus,SchleimhäutedesMagen-

Darm-Traktes,Herz)

Infektionenund parasitäreErkrankungen

Sehr häufig könnenInfektionenauftreten.

Gutartige, bösartigeund unspezifischeNeubildungen(einschl. Zystenund Polypen)

BeiPatienten,diegleichzeitigmitDoxorubicinundDNAveränderndenZytostatika(z.

B.alkylierendeSubstanzen,Platinderivate)behandeltwurden,wurdeinEinzelfällen

dasAuftreteneinersekundärenLeukämie(z.T.auchmitpräleukämischerPhase)

beobachtet. Dieskannauch nacheiner kurzenLatenzzeit(1-3 Jahre)auftreten.

AlsspäteNebenwirkungistdieEntwicklungvonZweitneoplasiennicht

auszuschließen.

Erkrankungen desBlutesund desLymphsystems

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite10

DiesehrhäufigauftretendeMyelosuppressionisteinederdosislimitierenden

Nebenwirkungenundteilweisegravierend.SieäußertsichvorallemineinemAbfall

derLeukozytenzahlundNeutropenie.EineLeukopeniewurdebeiannähernd75%der

PatientenmitadäquaterKnochenmarkreservebeobachtet,diealle21Tagemit60

mg/m 2 behandeltwurde.EswurdenaberauchAnämieundThrombozytopenie

beobachtet.EineMyelosuppressionmitLeukopenieundThrombozytopenieerreicht

imAllgemeinen10bis14TagenachAnwendungvonDoxorubicinihrenHöhepunkt

und klingtin der Regelbiszum21.Tag ab.

SuperinfektionenundBlutungenwurdenimZusammenhangmitdemAuftreteneiner

Myelosuppressionebenfallsbeobachtet.

Esmusssichergestelltsein,dasseineschwereInfektionund/oderBlutungsepisode

rasch und wirksambehandeltwerden kann.

BestehendeInfektionensolltenvorBeginneinerTherapiemitDoxorubicinbehandelt

werden.

SolangeeineMyelosuppressionbesteht,sollteaufdieAnwendungvonDoxorubicin

verzichtetwerden.

Erkrankungen desImmunsystems

GelegentlichImmunsuppression.AllergischeReaktionen(mitUrtikaria,Pruritus,

AngioödemderAugenliderundZunge,respiratorischerBeeinträchtigung)wurden

gelegentlich beobachtet.In EinzelfällenAnaphylaxie.

NachintravesikalerInstillationvonDoxorubicinwurdeninEinzelfällenschwere

systemischeReaktioneneinschließlichAnschwellenderNasenschleimhaut,Tachypnoe

und Dyspnoebeobachtet.

Stoffwechsel-und Ernährungsstörungen

Häufig HyperurikämiealsFolgeeinesmassivenTumorzellzerfalls.

Augenerkrankungen

GelegentlichKonjunktivitis, verstärkteSekretion vonTränenflüssigkeit.

Herzerkrankungen

Doxorubicinistkardiotoxisch.DasManifestationsrisikoderkardiotoxischenNeben-

wirkungenistwährendundnachRadiotherapiedesmediastinalenBereichs,nach

VorbehandlungmitpotentiellkardiotoxischenMitteln(z.B.Anthracycline,

Cyclophosphamid),beiälterenPatienten(über60Jahre)undbeimanifesterarterieller

Hypertonieerhöht.

BeiÜberschreitendermaximalenkumulativenGesamtdosis(Erwachsene:550mg

Doxorubicin/m²KOF,beivorhergehenderThoraxbestrahlungoderbegleitender

Alkylanstherapie400mgDoxorubicin/m 2 KOF;Kinder:400mgDoxorubicin/m²

KOF)steigtdieInzidenzderAnthracyclininduziertenKardiomyopathieauchohne

vorbestehendeRisikofaktorenraschan.InEinzelfällenwurdedasAuftreteneiner

KardiotoxizitätjedochauchbeiwesentlichgeringererGesamtdosisbeobachtet.Nach

einerkumulativenGesamtdosisvon550mg/m 2 bestehtz.B.fürdieBehandeltenein

Risiko von etwa5% für dasAuftreteneinerschwerenHerzinsuffizienz.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite11

BesondereVorsichtistbeiKindernunter2Jahren,kardiologischenVorerkrankungen

(z.B.koronareHerzkrankheit,Herzinsuffizienz),beiälterenPatientenundbeider

AnwendungimzeitlichenZusammenhangmiteinerHyperthermiebehandlung

geboten.Eshatsichbewährt,diekardiotoxischenNebenwirkungenwiefolgt

einzuteilen:

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite12

1. Soforttyp

Ertrittzumeistinnerhalbderersten24bis48StundennachEinleitenderTherapieauf,

istdosisunabhängigunddurchunspezifischeEKG-Veränderungen(ST-Strecken-

Veränderungen,NiedervoltageundverlängerteQT-Zeit),vorübergehendeArrhythmien

(insbesondereSinustachykardien)sowiesupraventrikuläreundventrikuläre

Extrasystolencharakterisiert.DieseVeränderungensindimAllgemeinenreversibel

undihrAuftretenstelltkeineKontraindikationbeidererneutenAnwendungvon

Doxorubicindar.EswurdenjedochauchlebensbedrohlicheArrhythmienwährend

oderwenigeStundennachderAnwendungvonDoxorubicinbeobachtet,in

EinzelfällenauchakutesLinksherzversagen,Perikarditisodereintödliches

Perikarditis-Myokarditis-Syndromberichtet.

2. Spättyp

ErrepräsentierteinedosisabhängigekumulativeOrgantoxizität,dieimAllgemeinen

irreversibelundhäufiglebensbedrohlichist.Ermanifestiertsichhäufigalskongestive

(dilative)KardiomyopathiemitdenZeicheneinerLinksherzinsuffizienz.Die

KardiomyopathiekannsichMonatebisJahrenachBeendigungderTherapieerstmals

manifestieren;ihreInzidenzsteigtmitHöhederkumulativenGesamtdosis.Diesist

insbesonderebeiderAnwendungbeiKindernzuberücksichtigen,welcheinsgesamt

niedrigereLebensgesamtdosentolerierenunddurchzusätzliche

Bestrahlungsbehandlungen,jungesAlterbeiTherapiebeginnundaggressive

Begleittherapienbesondersgefährdetsind,einespätauftretende,lebensbedrohliche

kardialeOrgantoxizitätmitventrikulärerDysfunktion,Herzversagenund/oder

Arrhythmienzuentwickeln.DarüberhinausscheinenMädchengegenüberJungen

besondersprädestiniertfürdasAuftretenspäterKardiotoxizitätnach

Doxorubicintherapiezu sein.

DieHerzfunktionsolltevor,währendundnacheinerDoxorubicintherapiesorgfältig

überwachtwerden.ZurDiagnostikundVerlaufskontrollederanthracyclininduzierten

KardiomyopathiewerdeninsbesonderefolgendeMethoden empfohlen:

- Radionukleotidangiographie(MessgrößeLVEF=LeftVentricular EjectionFraction)

- Echokardiographie(MessgrößeLVEF).

Erkrankungen derAtemwege, desBrustraumsund Mediastinums

StrahlenpneumonitismittödlichenKomplikationenwurdebeisystemischer

KombinationschemotherapievonDoxorubicinmitMethotrexatundCyclophosphamid

ineinerStudiebeobachtet.EineDyspnoesolltezunächstalsHinweisaufeine

anthracyclininduzierteKardiomyopathiegewertetwerden.

Erkrankungen desGastrointestinaltrakts

Akute,zumTeilschwereÜbelkeitundErbrechentretensehrhäufigauf;beica.80%

derPatientenbereitsamerstenBehandlungstag.EineantiemetischeProphylaxewird

empfohlen.FernerwurdenAnorexie,Diarrhö,Stomatitis,Pharyngitis,Ösophagitis,

Gastroenteritis,UlzerationenimBereichderMundhöhle,desPharynx,desÖsophagus

und desGastrointestinaltraktsbeobachtet.

VereinzeltwurdeimZusammenhangmitderKombinationvonCytarabinüber

NekrosendesKolonsmitmassivenBlutungenundschweren,zumTeil

lebensbedrohlichenInfektionenberichtet.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite13

NachRadiotherapiekönnenunterderAnwendungvonDoxorubicinÖsophagitiden

auftreten, diein Einzelfällenzu Ösophagusstrikturen führen können.

Hinweis

SolangeEntzündungen,UlzerationenoderDiarrhöenbestehen,sollteaufdie

Anwendung von Doxorubicinverzichtetwerden.

Leber- und Gallenerkrankungen

Einevorübergehende,meistgeringfügigeErhöhungvonSGOT,SGPTund/oder

BilirubinimBlutwirdsehrhäufigbeobachtet.Sietrittmeist10bis14Tagenach

Doxorubicin-ApplikationaufundistnachAbsetzenvonDoxorubicinimAllgemeinen

binnen einerWochereversibel.

ÜberdasAuftretenvonLeberzirrhosenachkombinierterDoxorubicinstrahlentherapie

wurdeinEinzelfällenberichtet.HierbestehtinsbesonderedieGefahr,dieklinischen

Zeichen der HepatotoxizitätalsLebermetastasenfehlzudeuten.

Erkrankungen derHautund desUnterhautzellgewebes

DersehrhäufigzubeobachtendetotaleodersubtotaleHaarausfallistinderRegel

reversibel.Außerdemwurdengelegentlich beobachtet:

AblösungderNagelplatte,HyperpigmentierungderExtremitätenundNägel,

Blasenbildung,Rötung,NesselsuchtundVenenentzündung(insbesonderebeiInjektion

in kleineVenen).

ParavasaleInjektionenführenregelmäßigzuschwerstenGewebsnekrosen.Das

AusmaßderGewebsulzerationenistvonderParavasatmengeabhängig.Folgeeines

ParavasatessindSchmerzensowieschlechtheilendeUlzerationen.DieApplikation

von Doxorubicin mussdaherstreng intravenöserfolgen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

GelegentlichGelenkschmerzen. In einemEinzelfallgeneralisierteMuskelschwäche.

Erkrankungen derNieren und Harnwege

SehrhäufigkanneszueinervorübergehendenbedeutungslosenRotfärbungdesUrins

kommen.

Vereinzeltwurdeüber dasAuftreten einesakutenNierenversagensberichtet.

NachintravesikalerAnwendungwurdesehrhäufigüberZystitismitdysurischen

BeschwerdenwieDysurie,Pollakisurie,HämaturieundschmerzhaftenHarndrang

berichtet.

AlsFolgeeinesmassivenTumorzellzerfallskanneshäufigzueinerHyperurikämie

kommen,diedieAnwendungeinesUrikostatikumsbeiausreichender

Flüssigkeitszufuhr erforderlichmachenkann (Harnsäurenephropathie).

Erkrankungen derGeschlechtsorganeund derBrustdrüse

IrreversibleStörungenderKeimzellenbildungsindmöglich;Doxorubicinistmutagen

und teratogen.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite14

AllgemeineErkrankungenund Beschwerden amVerabreichungsort

Blutungenkönnen sehr häufig vorkommen.

GelegentlichFieber.AnderInjektionsstelle:Rötung,Pruritus,Urtikariaund

Schmerzen.Thrombophlebitis.

BereitsinAbheilungbefindlicheStrahlenläsionen(Haut,Lunge,Ösophagus,

SchleimhäutedesMagen-Darm-Traktes,Herz)könnendurchdieAnwendungvon

Doxorubicin rezidivieren („Recall“-Phänomen).

Überdosierung

EinspezifischesAntidotfürDoxorubicinhydrochloridistnichtbekannt.Eswird

empfohlen,unterstützendesymptomatischeMaßnahmenzuergreifen.Eineakute

IntoxikationmitDoxorubicinkannsichz.B.innerhalbvon24Stundenals

HerzinsuffizienzeinschließlichAnginapectorisundMyokardinfarktäußern.Weitere

ZeichenderÜberdosierungsindschwereMyelosuppression,dieimAllgemeinen10-

14TagenachTherapiebeginn auftritt,sowieschwereSchleimhautentzündungen.

BeimAuftretenvonIntoxikationserscheinungensolltedieApplikationvonDoxo-

rubicinhydrochloridsofortabgebrochenwerden.DieTherapieeinerausgeprägten

MyelosuppressionmussunterstationärenBedingungenerfolgen.Siebestehtunter

UmständeninderSubstitutionderfehlendenBlutbestandteileundantibiotischer

Therapie.DieVerlegungdesPatientenineinenkeimfreienRaumkannnotwendig

werden.DiechronischeIntoxikationäußertsichinsbesonderemitdeno.g.Zeichender

Kardiotoxizität.BeimAuftreteneinerHerzinsuffizienzsollteeinKardiologe

hinzugezogenwerden.EineHämodialysebehandlungistbeiIntoxikationenmit

Doxorubicinvermutlichnutzlos,daDoxorubicineinsehrgroßesVerteilungsvolumen

hatund nur ca.5 % der applizierten Dosisrenaleliminiertwerden.

Paravasate

EineparavenöseFehlinjektionführtzulokalerNekroseundThrombophlebitis.Sollte

imBereichderInfusionsnadeleinbrennendesGefühlentstehen,deutetdiesaufeine

paravenöseApplikation hin.

Therapievon Paravasaten

BeierfolgtenParavasatenistdieInfusionoderInjektionsofortzustoppen;dieKanüle

solltezunächstbelassenwerden,umsienacheinerkurzenAspirationzuentfernen.Es

wirdempfohlen,DMSO99%übereinArealzweifachsogroßwiedasbetroffene

lokalzuapplizieren(4Tropfenauf10cm 2 Hautoberfläche)unddiesdreimaltäglich

übereinenZeitraumvonmindestens14Tagenzuwiederholen.Gegebenenfallssollte

einDébridementinErwägunggezogenwerden.Wegendesgegensätzlichen

MechanismussollteeineKühlungdesAreals,z.B.zurSchmerzreduktion,sequentiell

mitderDMSO-Applikationerfolgen(Vasokonstriktionvs.Vasodilatation).Andere

Maßnahmensind in der Literaturumstrittenund von nichteindeutigemWert.

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite15

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeuitscheGruppe:Antracyclineund verwandteSubstanzen

ATC-Code:L01DB01

DoxorubicinisteinZytostatikumausderReihederAnthracyclinantibiotika.Der

exakteantineoplastischeWirkungsmechanismusistnichtvollständiggeklärt,beruht

jedochhöchstwahrscheinlichaufderDNA-Bindungsfähigkeitunddarausfolgender

InterkalationzwischenBasenpaaren,waszueinersterischenBehinderungder

DNA-undRNA-Syntheseführt.WeitereWirkungsmechanismen,diediskutiert

werden,sinddieBildungfreierRadikale,einedirekteMembranwirkungsowiedie

ChelatbildungmitMetallionen.

5.2 PharmakokinetischeEigenschaften

1.Verteilung

DasVerteilungsvolumen(Vd)vonDoxorubicinliegtdeutlichüberdemVolumendes

Gesamtkörperwassers.InderLiteraturwurdeübereineerheblicheinterindividuelle

VariabilitätmitWertenvonca.500-2900l/m²KOFberichtet.Dementsprechendwird

DoxorubicinnachintravenöserInfusionraschindenmeistenGewebenangereichert.

DoxorubicinerreichtdiehöchstenGewebskonzentrationeninderLunge,Nieren,Milz,

LeberundHerz.DieLiquorgängigkeiterscheintvernachlässigbargering,istaberbei

HirnmetastasenoderleukämischemBefalldesCerebrumserhöht.Doxorubicinverteilt

sichraschimAszitesunderreichtdortKonzentrationenüberdemPlasmaspiegel

(„thirdspace“,Toxizitätssteigerung!).

2.Übergangin dieMuttermilch

Doxorubicin trittin dieMuttermilch über.

3.BiologischeHalbwertszeiten

Doxorubicinbesitztnachi.v.ApplikationeineVerteilungshalbwertszeitvonetwa12

Minuten,dereinebiphasischeEliminationmitHalbwertszeitenvonetwa3und30-50

Stunden folgt.

4.Elimination

DieMetabolisierungvonDoxorubicinerfolgthauptsächlichinderLeber.Der

wichtigsteMetabolitistdasebenfallszytotoxischaktiveDoxorubicinol.Weitere

MetabolitesindDeoxyrubincinaglykon,GlucuronideundSulfatkonjugate.Die

EliminationerfolgthauptsächlichviaLeberundGalleüberdieFäzes,mitdenen40-50

%derappliziertenDosisbinnen7Tagenausgeschiedenwerden.Lediglich5-15%der

verabreichtenDosiswerdenüberdieNierenausgeschieden.Eingeschränkte

LeberfunktionoderGalleabflussbehinderungenhabeneineverzögerteEliminationund

damiteineToxizitätssteigerungzurFolge,dieeineDosismodifikationnotwendig

macht.

DiePlasmaproteinbindungvon Doxorubicin beträgtca. 75 %.

InderLiteraturwirdnachwievordiskutiert,obdiePlasmaspitzenkonzentrationen

oderdieFlächeunterderKonzentration-Zeit-Kurve(AUC)fürdietherapeutischen

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite16

undtoxischenEffektevonDoxorubicinverantwortlichzumachensind.Angesichts

dieserÜberlegungenistzuberücksichtigen,dassAUCund

PlasmaspitzenkonzentrationentscheidenddurchdieApplikationsartvon

Doxorubicin (BolusinjektionversusDauerinfusion) beeinflusstwerden.

5.3 PräklinischeDatenzurSicherheit

AkuteToxizität:

ToxizitätsuntersuchungenwurdenanRattenundMäusendurchgeführt(i.v.

ApplikationunterschiedlicherDosierungenmg/kg).DieLD

beiderMausliegtbei

etwa22mg/kg,beiderRattezwischen8-14mg/kginAbhängigkeitvonder

Beobachtungsdauer(Maus28-91Tage,Ratte56-182Tage).BeiHundenbetrugdie

nachi.v. Gabe2,5 mg/kg. Diesetierexperimentellen Untersuchungenzeigteneine

deutlichedosisabhängigeakuteToxizität.

ChronischeToxizität:

DiechronischeToxizitätvonDoxorubicinentsprichtinihrenklinischen

ManifestationenderandererinderChemotherapiemalignerNeoplasienangewendeter

Substanzen.DurchdiebesonderekardiotoxischeWirkung(Frühmanifestationsowie

Kardiomyopathie)unterscheidetsichDoxcorubicinvonanderencytotoxischen

Substanzen.

Mutagenesund tumorerzeugendesPotential:

DoxorubicinwirktinModellsystemenin-vitroundin-vivomutagen.Sowerdenin

Bakterien-undSäugerzellkulturenGenmutationensowieinSäugerzellkulturenundim

TierversuchChromosomenmutationenhervorgerufen.Esistzuerwarten,dass

derartigeWirkungenauchimMenschenauftreten.NacheinmaligerintravenöserGabe

anRattenwurdenachAblaufeinerlängerenEntwicklungszeitbeidenTierenein

Anstieg derTumorratebeobachtet.

Reproduktionstoxizität:

HinsichtlichFertilität,embryonalerundfetalerToxizitätliegenkeineausreichenden

ErfahrungenbeimMenschenvor.GemäßdenwenigenvorliegendenDatenistein

Schwangerschaftsabbruchnichtzwingend.ÜberdessenNotwendigkeitkannjedoch

nur imEinzelfallentschieden werden.

DasRisikovonFehlbildungenundFunktionsstörungenbeimKindmussalshoch

angesehen werden.

InjedemFallwirdbeiFetenundNeugeboreneneinekardiologischeUntersuchung

und eineUntersuchungdesBlutbildesdringendempfohlen.

DieAuswirkungenaufreproduktionstoxikologischeParameterwurdenanRattenund

Kaninchenuntersucht.AnweiblichenRattenwurdeDoxorubicininDosierungenvon

0,025,0,050und0,200mg/kgKörpergewichti.v.täglichvom14.Tagvorder

VerpaarungbiszurLaktationsperiodeverabreicht.Eswurdenkeinematernaltoxischen

Effektebeobachtet.

DerFertilitätsindexdermittlerenundhohenDosisgruppewarvermindert,allerdings

nichtsignifikant.

MännlicheRatten,denenDoxorubicinandenTagen6,16,24und45postnatal

verabreichtwurde,zeigtenbiszum16.TagschwereBeeinträchtigungender

FortpflanzungsorganeundFertilität.AbTag24warendieEffekteauf

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite17

ReproduktionsorgangewichteundSpermienanzahlreversibel,abTag45waren

keineEffekteerkennbar.EmbryotoxischeEffektetratenimDosisbereichvon0,2

mg/kg beiRatten und Kaninchenauf.

6. PHARMAZEUTISCHEANGABEN

6.1 ListedersonstigenBestandteile

Natriumchlorid,Salzsäure, Natriumhydroxid,Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

AdrimedacsolltewedermitHeparinnochmitanderenZytostatikaineinerInfusion

vermischtwerden.

DasMischenmiteiner alkalischen Lösung solltevermieden werden.

ÜberInkompatibilitätenmitfolgendenSubstanzenwurdeberichtet:Allopurinol,

Aluminium,Cefalotin-Natrium,Dexamethason,Diazepam,Furosemid,Galliumnitrat,

Heparin, Hydrocortison,5-Fluorouracil,Methotrexat, parenteraleErnährungslösungen,

Piperacillin,Aminophyllin(Theophyllin-Ethylendiamin),Vincristin.

6.3 DauerderHaltbarkeit

Adrimedac 10 (-20-, -50-) mg3 Jahre

Adrimedac 200 mg2 Jahre.

DieseArzneimittelsollennachAblaufdesVerfalldatumsnichtmehrangewendet

werden.

6.4 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieAufbewahrung

Adrimedac10mg/20mg/50mg/200mgsolltebei2-8 °CundimUmkartongelagert

werden, umdenInhaltvor Lichtzu schützen.

Art undInhalt desBehältnisses

Adrimedac10 mg

OPmit1 Durchstechflaschemit5 mlInjektionslösung[N1]

OPmit5 Durchstechflaschenmitje5 mlInjektionslösung

Adrimedac20 mg

OPmit1 Durchstechflaschemit10 mlInjektionslösung[N1]

OPmit5 Durchstechflaschenmitje10 mlInjektionslösung

Adrimedac50 mg

OPmit1 Durchstechflaschemit25 mlInjektionslösung[N1]

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite18

OPmit5 Durchstechflaschenmitje25 mlInjektionslösung

Adrimedac200 mg

OPmit1 Durchstechflaschemit100 mlInjektionslösung[N1]

OPmit5 Durchstechflaschenmitje100 mlInjektionslösung

Eswerden möglicherweisenichtallePackungsgrößen in denVerkehr gebracht.

BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieBeseitigungundsonstigeHinweisezur

Handhabung

DieInjektionslösungkannmit0,9%Natriumchloridlösungoder5%Glucoselösung

verdünntwerden.

InKonzentrationenvon0,05-5mg/mlsinddieAdrimedac-Lösungen,wennsiebei

Zimmertemperatur (15-25 °C) und lichtgeschütztaufbewahrtwerden, 7Tagehaltbar.

AusmikrobiologischerSichtsolltediegebrauchsfertigeVerdünnungsofortverwendet

werden.SoferndieseVerdünnungnichtsofortverwendetwird,liegendie

AufbewahrungszeitunddieBedingungenimVerantwortungsbereichdesAnwenders.

In der Regelsollteein Zeitraumvon 24 Stundenbei2-8 °C nichtüberschritten werden.

Entsorgung:

Entsprechendden Bestimmungenfür dieEntsorgung von ZytostatikainKliniken

beseitigen.

INHABERDERZULASSUNG

PharmachemieB.V.

Swensweg 5

2031 GAHaarlem

Niederlande

Vertrieb:

medac

Gesellschaftfür klinische

SpezialpräparatembH

Fehlandtstr. 3

20354 Hamburg

Telefon:(04103) 8006-0

Telefax:(04103) 8006-100

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite19

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

30872.00.00

30872.01.00

30872.02.00

30872.03.00

9. DATUMDERERTEILUNGDERZULASSUNG/VERLÄNGERUNGDER

ZULASSUNG

27.02.1996

STANDDERINFORMATION

11/2007

spcde(D)Adrimedac10mg,20mg,50mg,100mgLsg.,Stand:November2007 Seite20

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