Acic 250 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Aciclovir-Natrium
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
J05AB01
INN (Internationale Bezeichnung):
Acyclovir Sodium
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Aciclovir-Natrium 274.4mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
24810.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Acic® 250 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Aciclovir

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder

das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Acic und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Acic beachten?

Wie ist Acic anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Acic aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST ACIC UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Acic gehört zur Gruppe der antiviralen Arzneimittel. Es wirkt, indem es das Wachstum von Viren

wie das Herpes-simplex-Virus (HSV) hemmt.

Acic wird angewendet bei

Herpes-Infektion der Geschlechtsorgane (primärer Herpes genitalis)

Gürtelrose (Herpes zoster)

Herpes-Infektionen des Neugeborenen (Herpes neonatorum)

Herpes-simplex-Enzephalitis (durch Herpes-Infektion verursachte Entzündung des

Hirngewebes)

Windpocken (Varizellen) und durch Herpes-simplex-Viren verursachte Infektionen der

Haut und der Schleimhäute bei Patienten, deren körpereigene Abwehr (Immunität) nicht

gut funktioniert. Dies sind Patienten mit angeborener oder erworbener Immunschwäche,

wie sie im Verlauf immunsuppressiver Behandlung (z. B. nach Organtransplantationen)

oder zytostatischer Behandlung auftreten kann.

Vorbeugung von Herpes-simplex-Infektionen während intensiver, die körpereigene

Abwehr unterdrückender (immunsuppressiver) Behandlung, z. B. nach

Organtransplantationen

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON ACIC BEACHTEN?

Acic darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Aciclovir oder Valaciclovir sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Acic bei Ihnen

angewendet wird.

Vor und gegebenenfalls während der Behandlung mit Acic sollte die Nierenfunktion überprüft

werden. Dies gilt in besonderem Maße für ältere Patienten, für Patienten mit beeinträchtigter

Nierenfunktion und für Patienten, die wenig Flüssigkeit zu sich nehmen (siehe Abschnitt 4).

Während der Behandlung mit Acic sollten Sie ausreichend trinken,

besonders wenn Sie bereits älter sind,

wenn Sie mit einer höheren Dosis behandelt werden (z. B. bei Herpes-simplex-

Enzephalitis) oder

wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist.

Verhütung der Übertragung von Genitalherpes

Falls Sie Acic anwenden, um Herpes im Genitalbereich zu behandeln oder vorzubeugen, oder

falls Sie früher einmal Genitalherpes hatten, sollten Sie weiterhin auf geschützten

Geschlechtsverkehr achten („Safer Sex“), auch indem Sie Kondome benutzen. Dies ist

wichtig, um zu verhindern, dass Sie die Infektion auf andere übertragen. Falls Sie wunde

Stellen oder Bläschen im Genitalbereich haben, sollten Sie keinen Sex haben.

Anwendung von Acic zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie insbesondere Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die

einen der folgenden Wirkstoffe enthalten:

Probenecid (zur Behandlung von Gicht)

Cimetidin (zur Behandlung Magensäure-bedingter Erkrankungen)

Tacrolimus, Ciclosporin oder Mycophenolat-Mofetil (zur Vorbeugung der Abstoßung

transplantierter Organe)

Lithium (zur Behandlung von Depressionen)

Theophyllin (zur Behandlung von Asthma)

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Sollte sich eine Behandlung in der Schwangerschaft als notwendig erweisen, so sind der Nutzen

und die möglichen Risiken vom Arzt sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

Nach Anwendung von Aciclovir-haltigen Arzneimitteln wurde Aciclovir in der Muttermilch

gefunden. Deshalb soll während der Behandlung mit Aciclovir nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Acic kann Nebenwirkungen verursachen, die Ihre Fähigkeit zum Steuern eines Fahrzeugs

beeinträchtigen können. Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder

Maschinen bedienen, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie durch Nebenwirkungen

beeinträchtigt sind.

Acic enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 24,4 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro

Durchstechflasche. Dies entspricht 1,22 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen

täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3.

WIE IST ACIC ANZUWENDEN?

Acic wird Ihnen über eine Vene (intravenös) gegeben und von medizinischem Fachpersonal

verabreicht.

Dosierung und Dauer der Anwendung

Die Dosis des Arzneimittels, die Ihnen gegeben wird, und wie oft es gegeben wird, wird von

Ihrem Arzt bestimmt. Dies hängt von der Art und Schwere Ihrer Erkrankung, Ihrem Alter,

Gewicht und davon ab, wie gut Ihre Nieren arbeiten.

Die Behandlung mit Acic dauert in der Regel 5–7 Tage, je nachdem, wie schnell es Ihnen besser

geht. Für bestimmte Erkrankungen (Herpes-Enzephalitis, Herpes simplex bei Neugeborenen und

jungen Säuglingen) ist eine längere Behandlungsdauer erforderlich (siehe Tabelle 1).

Wenn Acic zur Vorbeugung einer Infektion gegeben wird, wird es für den Zeitraum gegeben, von

dem Ihr Arzt meint, dass bei Ihnen eine Infektionsgefahr besteht.

Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel wird vor der Anwendung aufgelöst und verdünnt. Die Einzeldosis Acic wird

Ihnen als langsame Infusion (Tropf) über einen Zeitraum von einer Stunde in die Vene gegeben.

Acic darf nicht als Bolusinjektion gegeben werden.

Die konzentrierte Lösung (siehe „Herstellung der Infusionslösung“) hat einen pH-Wert von ca.

11 und darf nicht peroral verabreicht werden.

Während der Anwendung von Acic ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich

nehmen. Wenn dies nicht in ausreichendem Maße durch Trinken möglich ist, erhalten Sie dafür

möglicherweise zusätzliche Infusionen.

Wenn Acic versehentlich in Ihre Augen oder auf Ihre Haut gelangt, informieren Sie sofort Ihren

Arzt oder das Pflegepersonal, damit dies weggewaschen wird.

Wenn Sie eine größere oder kleinere Menge von Acic erhalten haben, als Sie sollten

Dieses Arzneimittel wird unter Aufsicht eines Arztes gegeben. Es ist unwahrscheinlich, dass

Ihnen zu viel oder zu wenig verabreicht wird. Teilen Sie Ihrem Arzt oder dem medizinischen

Fachpersonal mit, wenn Sie Bedenken haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen. Die folgenden Nebenwirkungen können bei diesem Arzneimittel

auftreten:

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Übelkeit

Erbrechen

Juckreiz

juckender, nesselsuchtartiger Hautausschlag

Hautreaktionen nach Sonneneinstrahlung (Photosensibilität)

Anstieg von Blutwerten, die anzeigen, wie Ihre Leber funktioniert (Leberenzyme)

Anstieg von Blutwerten, die anzeigen, wie Ihre Nieren funktionieren (Serumharnstoff und

-kreatinin)

Venenentzündung

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Verringerung der Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie), Verringerung der Anzahl weißer

Blutkörperchen (Leukopenie) und Verringerung der Anzahl der Blutplättchen (Blutzellen,

die für die Blutgerinnung wichtig sind)

Wenn die Anzahl roter Blutkörperchen vermindert ist, können bei Ihnen Symptome wie

Müdigkeit oder Atemlosigkeit auftreten. Eine Verminderung Ihrer weißen Blutkörperchen

kann Sie anfälliger für Infektionen machen. Wenn Sie eine niedrige Blutplättchenzahl

haben, kann es sein, dass Sie schneller blaue Flecken bekommen.

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

schwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion, Quincke-Ödem, Dyspnoe)

Wenn diese bei Ihnen auftritt, muss die Aciclovir-Anwendung sofort abgebrochen werden.

Zeichen für eine allergische Reaktion können sein: Hautausschlag, Hautjucken oder

Nesselsucht; Anschwellen der Lippen, des Gesichts, des Halses und Rachens, das

Atembeschwerden verursacht; Kurzatmigkeit, Atemprobleme; unerklärliches Fieber und

das Gefühl, ohnmächtig zu werden.

Kopfschmerzen

Schwindel

allgemeine körperliche Unruhe

Verwirrtheit

Zittern

unsicherer Gang und fehlende Koordination

langsame, verwaschene Sprache

Sehen oder Hören von Dingen, die nicht da sind (Halluzinationen)

wirre oder sprunghafte Gedanken, Wahn

Krampfanfälle

Schläfrigkeit

Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie)

Bewusstlosigkeit (Koma)

Durchfall

Bauchschmerzen

vorübergehender Anstieg der Bilirubinkonzentration im Blut

Leberentzündung (Hepatitis)

Gelbsucht

Erschöpfung

Fieber

Schmerzen im unteren Rücken (Nierenschmerzen)

Beeinträchtigung der Nierenfunktion

akutes Nierenversagen (schwere Nierenfunktionsstörungen, die dazu führen können, dass

Sie wenig oder kein Wasser lassen können)

Möglicherweise wird Ihr Arzt in diesem Fall die Dosis des Arzneimittels verringern oder

die Behandlung abbrechen. Es ist wichtig, dass Sie während der Therapie mit Acic

ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Schwellung, Rötung, Empfindlichkeit an der Injektionsstelle

Bei versehentlicher Infusion von Aciclovir in das die Vene umgebende Gewebe können

schwere Entzündungen der Haut auftreten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST ACIC AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Zubereitung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 48

Stunden bei 20 °C bis 25 °C nachgewiesen. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese

nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

Eine Lagerung der gebrauchsfertigen Zubereitung im Kühlschrank kann zu Ausfällungen führen,

die sich aber bei Raumtemperatur wieder lösen. Die Stabilität des Wirkstoffes wird dadurch nicht

beeinträchtigt.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel

zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt

bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Acic enthält

Der Wirkstoff ist Aciclovir.

1 Durchstechflasche enthält 274,4 mg Aciclovir-Natrium, entsprechend 250 mg Aciclovir.

Wie Acic aussieht und Inhalt der Packung

Weißes bis fast weißes Pulver.

Packungen mit 10 Durchstechflaschen mit je 274,4 mg Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2018.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt

Zusätzlich zu den Informationen in Abschnitt 3 finden Sie hier die detaillierten

Dosierungsempfehlungen und praktische Hinweise zur Herstellung/Handhabung des

Arzneimittels.

Dosierung

Die Dosierung von Acic bei Neugeborenen und Säuglingen bis zu 3 Monaten sowie bei Kindern

ab 12 Jahren und Erwachsenen wird anhand des Körpergewichts berechnet. Die Dosis für Kinder

im Alter zwischen 3 Monaten und 12 Jahren wird anhand der Körperoberfläche berechnet, um

Unterdosierungen zu vermeiden. Patienten mit normaler Nierenfunktion erhalten alle 8 Stunden

3-mal täglich eine Einzeldosis.

Folgende Dosierungen werden empfohlen (siehe Tabelle 1 und 2):

Tabelle 1: Dosierung bei Neugeborenen und Säuglingen bis zu 3 Monaten sowie bei Kindern

über 12 Jahre und bei Erwachsenen

a) Patienten mit normalem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg/kg KG)

Aciclovir

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg/kg KG)

primärer Herpes

genitalis

Herpes zoster

Herpes-Enzephalitis

Herpes neonatorum

(bei disseminierter

Erkrankung oder

Erkrankung des ZNS)

(bei mukokutanen

Infektionen [Haut,

Augen, Mund])

b) Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg/kg KG)

Aciclovir

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg/kg KG)

Herpes-simplex-

Infektionen

Varizellen

(Windpocken)

Herpes zoster

* Längere Behandlungszeiten sind im Einzelfall möglich und von Art und Verlauf der Erkrankung

(klinischer Zustand des Patienten) abhängig.

Bei adipösen Patienten, denen Aciclovir entsprechend ihrem tatsächlichen Körpergewicht

intravenös verabreicht wird, können höhere Plasmakonzentrationen auftreten. Daher sollte für

adipöse Patienten, insbesondere für adipöse Patienten mit Nierenfunktionsstörung oder im

fortgeschrittenen Alter, eine geringere Dosis erwogen werden.

Tabelle 2: Dosierung bei Kindern ab 3 Monaten bis zu 12 Jahren

Patienten mit normalem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg Aciclovir/m

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg Aciclovir/m

primärer Herpes

genitalis

Herpes zoster

Herpes-Enzephalitis

1500

b) Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg Aciclovir/m

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg Aciclovir/m

Herpes-simplex-

Infektionen

Varizellen

(Windpocken)

Herpes zoster

1500

1500

* Längere Behandlungszeiten sind im Einzelfall möglich und von Art und Verlauf der Erkrankung

(klinischer Zustand des Patienten) abhängig.

Bei Säuglingen und Kindern mit gestörter Nierenfunktion muss die Dosis entsprechend dem

Grad der Störung angepasst werden (siehe „Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion“).

Dosierung bei älteren Patienten

Die Möglichkeit einer Nierenfunktionsstörung bei älteren Patienten muss berücksichtigt und die

Dosierung entsprechend angepasst werden (siehe „Dosierung bei eingeschränkter

Nierenfunktion“, Tabelle 3). Es muss für eine angemessene Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei der Verabreichung von Acic an Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist Vorsicht geboten.

Es sollte für eine angemessene Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden.

Die Anpassung der Dosierung für Patienten mit Nierenfunktionsstörung erfolgt auf Grundlage

der Kreatinin-Clearance in ml/min für Erwachsenen und Jugendliche (siehe Tabelle 3) und in ml

x min

x [1,73 m

für Säuglinge und Kinder unter 13 Jahren (siehe Tabelle 4).

Die folgenden Dosierungsanpassungen werden empfohlen:

Tabelle 3: Dosierungsanpassung für Erwachsene und Heranwachsende mit

eingeschränkter Nierenfunktion

Kreatinin-Clearance

(ml/min)

Dosierungsintervalle der Einzeldosen

alle 12 Std.

alle 24 Std.

(anurisch)

CAPD*: die empfohlene Einzeldosis (5 oder 10 mg/kg KG)

sollte halbiert und alle 24 Stunden verabreicht werden.

Hämodialyse: die empfohlene Einzeldosis (5 oder 10 mg/kg

KG) sollte halbiert und alle 24 Stunden sowie nach der

Hämodialyse verabreicht werden.

* CAPD: kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse

Tabelle 4: Dosierungsanpassung für Säuglinge und Kinder unter 13 Jahren mit

eingeschränkter Nierenfunktion

Kreatinin- Clearance

(ml x min

x [1,73 m

Dosierungsintervalle der Einzeldosen

50–25

Die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder 20 mg/kg

KG) sollte alle 12 Stunden gegeben werden.

25–10

Die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder 20 mg/kg

KG) sollte alle 24 Stunden gegeben werden.

10–0

(anurisch)

CAPD: die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder

20 mg/kg KG) sollte halbiert und alle 24 Stunden

verabreicht werden.

Hämodialyse: die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder 20 mg/kg KG) sollte halbiert und alle 24 Stunden

sowie nach der Dialyse verabreicht werden.

Hinweise zur Handhabung und Anwendung

Nur für den einmaligen Gebrauch.

Nicht benutzte Reste des Pulvers zur Herstellung einer Infusionslösungoder der konzentrierten

Lösung müssen verworfen werden.

Sollten in den fertigen Infusionslösungen bei Raumtemperatur Trübungen oder Ausfällungen vor

oder während der Infusion auftreten, muss die Infusion abgebrochen und die Infusionslösung

verworfen werden.

Herstellung der Infusionslösung

Die Herstellung der Infusionslösung soll unter aseptischen Bedingungen, am besten unmittelbar

vor der Verabreichung, erfolgen.

Der Inhalt einer Durchstechflasche wird durch Zugabe von 10 ml Wasser für Injektionszwecke

oder isotonischer Natriumchlorid-Lösung aufgelöst. Die so erhaltene konzentrierte Lösung oder

Teile derselben werden sofort zu je mindestens 50 ml (max. 250 ml) Infusionslösung gegeben.

Zur Rekonstitution und Entnahme sollten Kanülen von maximal 0,8 mm Durchmesser verwendet

werden.

Wird Acic intravenös durch Infusionspumpen verabreicht, sollten Infusionslösungen verwendet

werden, die 2,5 % Aciclovir (25 mg Aciclovir/ml) enthalten.

Als Infusionslösung wird eine isotonische Natriumchlorid-Lösung empfohlen, die keine weiteren

Zusätze enthalten darf.

Kontakt mit den Augen oder ungeschützter Haut sollte vermieden werden.

Inkompatibilitäten

Acic ist inkompatibel mit sauren oder gepufferten Infusionslösungen.

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Acic® 250 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Acic® 500 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Acic 250 mg

1 Durchstechflasche mit 274,4 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 274,4 mg

Aciclovir-Natrium, entsprechend 250 mg Aciclovir.

Acic 500 mg

1 Durchstechflasche mit 548,8 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 548,8 mg

Aciclovir-Natrium, entsprechend 500 mg Aciclovir.

3.

Darreichungsform

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Weißes bis fast weißes Pulver

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Primärer Herpes genitalis

Herpes zoster

Herpes-simplex-Enzephalitis

Varizellen und durch Herpes-simplex-Viren verursachte Infektionen der Haut und der

Schleimhäute bei Patienten mit angeborener Immunschwäche oder erworbenen

Immundefekten, wie sie im Verlauf immunsuppressiver (z. B. Organtransplantationen)

oder zytostatischer Behandlung auftreten können

Prophylaxe von Herpes-simplex-Infektionen während intensiver immunsuppressiver

Behandlung, z. B. nach Organtransplantationen

Herpes neonatorum

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung von Acic bei Neugeborenen und Säuglingen bis zu 3 Monaten sowie bei Kindern ab

12 Jahren und Erwachsenen wird anhand des Körpergewichts berechnet.

Die Dosis für Kinder im Alter zwischen 3 Monaten und 12 Jahren wird anhand der

Körperoberfläche berechnet, um Unterdosierungen zu vermeiden.

Patienten mit normaler Nierenfunktion wird die Einzeldosis alle 8 Stunden 3-mal täglich intravenös

appliziert.

Folgende Dosierungen werden empfohlen (siehe Tabelle 1 und 2):

Tabelle 1: Neugeborene und Säuglinge bis zu 3 Monaten sowie Kinder über 12 Jahre und

Erwachsene

a) Patienten mit normalem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg/kg KG)

Aciclovir

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg/kg KG)

primärer Herpes

genitalis

Herpes zoster

Herpes-Enzephalitis

Herpes neonatorum

(bei disseminierter

Erkrankung oder

Erkrankung des ZNS)

(bei mukokutanen

Infektionen [Haut,

Augen, Mund])

b) Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg/kg KG)

Aciclovir

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg/kg KG)

Herpes-simplex-

Infektionen

Varizellen

(Windpocken)

Herpes zoster

* Längere Behandlungszeiten sind im Einzelfall möglich und vom klinischen Zustand des

Patienten abhängig.

Bei adipösen Patienten, denen Aciclovir entsprechend ihrem tatsächlichen Körpergewicht

intravenös verabreicht wird, können höhere Plasmakonzentrationen auftreten (siehe Abschnitt

5.2). Daher sollte für adipöse Patienten, insbesondere für adipöse Patienten mit

Nierenfunktionsstörung oder im fortgeschrittenen Alter, eine geringere Dosis erwogen werden.

Tabelle 2: Kinder ab 3 Monate bis zu 12 Jahren

Patienten mit normalem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg Aciclovir/m

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg Aciclovir/m

primärer Herpes

genitalis

Herpes zoster

Herpes-Enzephalitis

1500

b) Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Indikationen

Einzeldosis

(mg Aciclovir/m

Durchschnittliche

Behandlungszeit

(in Tagen)

Tagesdosis bei

normaler

Nierenfunktion

(mg Aciclovir/m

Herpes-simplex-

Infektionen

Varizellen

(Windpocken)

Herpes zoster

1500

1500

* Längere Behandlungszeiten sind im Einzelfall möglich und vom klinischen Zustand des

Patienten abhängig.

Bei Säuglingen und Kindern mit gestörter Nierenfunktion muss die Dosis entsprechend dem

Grad der Störung angepasst werden (siehe Tabelle 4 „Dosierung bei eingeschränkter

Nierenfunktion“).

Dosierung bei älteren Patienten

Die Möglichkeit einer Nierenfunktionsstörung bei älteren Patienten muss berücksichtigt und die

Dosierung entsprechend angepasst werden (siehe Tabelle 3 „Dosierung bei eingeschränkter

Nierenfunktion“). Da Aciclovir über die Nieren ausgeschieden wird, sollte beachtet werden, dass

bei älteren Patienten trotz normalem Serum-Kreatininwert die Nierenfunktion beeinträchtigt sein

kann.

Es muss für eine angemessene Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei der Verabreichung von Acic an Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist Vorsicht geboten.

Es sollte für eine angemessene Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden.

Die Anpassung der Dosierung für Patienten mit Nierenfunktionsstörung erfolgt auf Grundlage

der Kreatinin-Clearance in ml/min für Erwachsene und Jugendliche (siehe Tabelle 3) und in ml x

x [1,73 m

für Säuglinge und Kinder unter 13 Jahren (siehe Tabelle 4).

Die folgenden Dosierungsanpassungen werden empfohlen:

Tabelle 3: Dosierungsanpassung für Erwachsene und Heranwachsende mit

eingeschränkter Nierenfunktion

Kreatinin- Clearance

(ml/min)

Dosierungsintervalle der Einzeldosen

50-25

alle 12 Std.

25-10

alle 24 Std.

10-0

(anurisch)

CAPD*: die empfohlene Einzeldosis (5 oder 10 mg/kg KG) sollte

halbiert und alle 24 Stunden verabreicht werden.

Hämodialyse: die empfohlene Einzeldosis (5 oder 10 mg/kg KG)

sollte halbiert und alle 24 Stunden sowie nach der Hämodialyse

verabreicht werden.

*CAPD: kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse

Tabelle 4: Dosierungsanpassung für Säuglinge und Kinder unter 13 Jahren mit

eingeschränkter Nierenfunktion

Kreatinin-Clearance

(ml x min

x [1,73 m

Dosierungsintervalle der Einzeldosen

50–25

Die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder 20 mg/kg

KG) sollte alle 12 Stunden gegeben werden

25–10

Die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder 20 mg/kg

KG) sollte alle 24 Stunden gegeben werden

10–0

(anurisch)

CAPD: die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder

20 mg/kg KG) sollte halbiert und alle 24 Stunden

verabreicht werden.

Hämodialyse: die empfohlene Dosis (250 oder 500 mg/m

oder 20 mg/kg KG) sollte halbiert und alle 24 Stunden

sowie nach der Dialyse verabreicht werden.

Art und Dauer der Anwendung

Zur langsamen intravenösen Infusion nach vorgeschriebener Auflösung und Verdünnung (siehe

Abschnitt 6.6).

Acic darf nicht als Bolusinjektion, sondern nur als intravenöse Infusion verabreicht werden. Die

Infusion jeder Einzeldosis soll langsam über 1 Stunde erfolgen.

Zur Dauer der Anwendung siehe Dosierungstabellen 1 und 2.

Die Dauer der prophylaktischen Verabreichung von Acic hängt von der Dauer des

Gefährdungszeitraums ab.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegenüber Aciclovir oder Valaciclovir.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die konzentrierte Lösung hat einen pH-Wert von ca. 11 und darf nicht peroral verabreicht werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und ältere Patienten

Aciclovir wird renal eliminiert, daher muss die Dosis bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 3 und 4), um eine Akkumulation von

Aciclovir im Körper zu vermeiden. Bei älteren Patienten ist eine verringerte Nierenfunktion

wahrscheinlich, daher sollte die Notwendigkeit einer Dosisreduktion für diese Patientengruppe in

Betracht gezogen werden.

Wird Acic in einer hohen Dosis verabreicht, wie z. B. bei der Behandlung von Herpes-Enzephalitis,

sollte ebenfalls eine Überprüfung der Nierenfunktion erfolgen. Dies gilt in besonderem Maße bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und bei Patienten, die wenig Flüssigkeit zu sich

nehmen.

Wenn die maximale Löslichkeit von freiem Aciclovir (2,5 mg/ml bei 37 °C Wasser) überschritten

wird, kann es durch die Ausfällung von Aciclovir-Kristallen zu einer Schädigung der Nierentubuli

kommen. Aciclovir-Infusionen sollten daher über eine Zeitspanne von wenigstens einer Stunde

gegeben werden, um eine Schädigung der Nierentubuli zu vermeiden. Schnelle Injektionen oder

Bolusinjektionen sind zu vermeiden.

Vorsicht ist geboten, wenn intravenös verabreichtes Aciclovir zusammen mit anderen

nephrotoxischen Arzneimitteln angewendet wird. Die gleichzeitige Verabreichung anderer

nephrotoxischer Arzneimittel, vorbestehende Nierenfunktionseinschränkung und Dehydratation

erhöhen das Risiko für eine Nierenschädigung.

Hydratationsstatus

Es sollte darauf geachtet werden, dass Aciclovir-Infusionen von einer ausreichenden

Flüssigkeitszufuhr begleitet werden. Dies ist insbesondere bei Patienten, die höhere Aciclovir-

Dosen erhalten (z. B. bei Herpes-Enzephalitis), sowie innerhalb der ersten Stunden nach der

Infusion von Bedeutung, da dann die maximalen Aciclovir-Konzentrationen im Urin auftreten.

Neurotoxizität

Bei älteren Patienten, Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion und bei Anwendung höherer

Dosierungen besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung neurologischer Nebenwirkungen. Die

Patienten sollten engmaschig auf entsprechende Symptome überwacht werden. Aus den berichteten

Fällen geht hervor, dass diese Reaktionen nach Absetzen der Behandlung im Allgemeinen reversibel

waren (siehe Abschnitt 4.8).

Aciclovir sollte ebenfalls mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die auf zytotoxische

Arzneimittel neurologische Reaktionen zeigen oder die gleichzeitig Interferon oder intrathekal

Methotrexat anwenden.

Aciclovir sollte mit Vorsicht bei Patienten mit signifikanter Hypoxie oder schweren Leber- oder

Elektrolytstörungen angewendet werden.

Resistenzentwicklung

Bei stark immunsupprimierten Patienten kann eine längere oder wiederholte Behandlung mit

Aciclovir zu einer Selektion von Virusstämmen mit reduzierter Empfindlichkeit führen, mit der

Folge, dass diese Patienten auf die weitere Behandlung mit Aciclovir möglicherweise nicht mehr

ansprechen (siehe Abschnitt 5.1).

Übertragung von Herpes genitalis

Den Patienten sollte geraten werden, bei bestehenden Symptomen keinen Geschlechtsverkehr zu

haben, selbst wenn die antivirale Behandlung bereits begonnen wurde. Während der

Suppressionstherapie mit antiviralen Mitteln ist die Virusausscheidung signifikant reduziert, jedoch

besteht weiterhin das Risiko einer Übertragung. Es wird daher empfohlen, zusätzlich zur Therapie

mit Aciclovir auf geschützten Geschlechtsverkehr („Safer Sex“) zu achten.

Acic 250 mg

Dieses Arzneimittel enthält 24,4 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 1,22 % der von

der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung von 2 g.

Acic 500 mg

Dieses Arzneimittel enthält 48,8 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 2,44 % der von

der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aciclovir wird haupsächlich unverändert renal durch aktive tubuläre Sekretion in den Urin

ausgeschieden. Gleichzeitig angewendete Arzneimittel, die ebenfalls über diesen Mechansimus

ausgeschieden werden, können die Plasmakonzentration von Aciclovir erhöhen. Probenecid und

Cimetidin erhöhen über diesen Mechansimus die AUC von Aciclovir und verringern dessen renale

Clearance. Aufgrund der großen therapeutischen Breite von Aciclovir ist eine Dosisanpassung nicht

erforderlich.

Die gleichzeitige Anwendung von intravenös verabreichtem Aciclovir zusammen mit Arzneimitteln,

die ebenfalls über renale tubuläre Sekretion ausgeschieden werden, sollte mit Vorsicht erfolgen; es

besteht die Möglichkeit erhöhter Plasmaspiegel eines oder beider Arzneimittel oder ihrer

Metaboliten. Bei einer gemeinsamen Anwendung von Aciclovir und Mycophenolat-Mofetil, ein

immunsuppressiver Wirkstoff, der bei Transplantationspatienten verwendet wird, wurde ein Anstieg

der AUCs von Aciclovir und dem inaktiven Metaboliten von Mycophenolat-Mofetil im Plasma

gefunden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von hochdosiertem intravenösem Aciclovir und Lithium sind die

Lithium-Serumkonzentrationen wegen des Risikos einer Lithium-Toxizität engmaschig zu

überwachen.

Vorsicht ist ebenfalls angezeigt (mit Aufzeichnung von Nierenfunktionsänderungen) bei

gleichzeitiger Anwendung von intravenösem Aciclovir mit Arzneimitteln, die andere Aspekte der

Nierenphysiologie beeinflussen (z. B. Ciclosporin, Tacrolimus).

Eine experimentelle Studie mit 5 männlichen Probanden zeigte, dass die gleichzeitige Anwendung

von Aciclovir und Theophyllin zu einem Anstieg der AUC von Theophyllin um ca. 50 % führt.

Daher werden bei gleichzeitiger Anwendung eine engmaschige Überwachung der Theophyllin-

Konzentrationen und gegebenenfalls eine Reduktion der Theophyllindosis empfohlen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Mit der intravenösen Verabreichung von Aciclovir beim Menschen in der Schwangerschaft liegen

erst wenige Erfahrungen vor.

Nach Markteinführung wurde der Ausgang von Schwangerschaften unter der Behandlung mit allen

Formen von Aciclovir in einem Schwangerschaftsregister dokumentiert. Die Befunde aus dem

Register lassen keine erhöhte Zahl an Fehlbildungen bei mit Aciclovir behandelten Patienten im

Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung erkennen; erfasste Fehlbildungen zeigten weder

einzigartige noch konstante Muster, die auf einen Zusammenhang hindeuten könnten.

Die Anwendung sollte nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens und möglicher Risiken und bei

strenger Indikationsstellung erfolgen. Dies gilt besonders für die Anwendung in den ersten 3

Monaten der Schwangerschaft.

Sollte sich die intravenöse Gabe von Aciclovir in der Schwangerschaft als notwendig erweisen, so

ist darauf zu achten, dass die unter Abschnitt 4.2 aufgeführten maximalen Einzel- und Tagesdosen

nicht überschritten werden.

Der Verlauf dieser Schwangerschaften sollte dem pharmazeutischen Unternehmer mitgeteilt

werden.

Die systemische Verabreichung von Aciclovir in international anerkannten Standardtests hatte keine

embryotoxischen oder teratogenen Auswirkungen auf Kaninchen, Ratten oder Mäuse. Ein nicht-

standardisierter Test an Ratten hatte fetale Missbildungen zur Folge, allerdings nur bei

Verabreichung hoher subkutaner, maternal-toxischer Dosen. Die klinische Relevanz dieser

Ergebnisse ist unklar.

Stillzeit

Nach oraler Verabreichung von 200 mg Aciclovir 5-mal täglich wurden in der Muttermilch

Aciclovir-Konzentrationen gefunden, die dem 0,6

4,1fachen der jeweiligen Aciclovir-

Plasmaspiegel entsprechen. Ein Säugling wäre demnach Aciclovir-Konzentrationen von bis zu 0,3

mg/kg KG/Tag ausgesetzt. Deshalb soll während der Behandlung mit Aciclovir nicht gestillt

werden.

Fertilität

Es liegen keine Informationen über einen Einfluss auf die weibliche Fertilität nach oraler oder

intravenöser Anwendung von Aciclovir beim Menschen vor. In einer Studie an 20 männlichen

Patienten mit normaler Spermienzahl, die Aciclovir oral in Dosen bis zu 1 g pro Tag über bis zu 6

Monaten einnahmen, wurden keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Zahl, Motilität oder

Morphologie der Spermien gefunden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zum Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen durchgeführt.

Die Patienten sollten allerdings darüber informiert werden, dass im Zusammenhang mit der

Anwendung von Aciclovir beispielsweise über Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel

berichtet wurde (siehe Abschnitt 4.8). Dies sollte bei der Einschätzung, ob der Patient in der Lage

ist, ein Fahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen, berücksichtigt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Die mit den unten stehenden Nebenwirkungen verbundenen Häufigkeitseinteilungen beruhen auf

Schätzwerten. Für die meisten Nebenwirkungen liegen keine adäquaten Daten zur Berechnung der

Häufigkeiten vor.

Zur Einteilung der Nebenwirkungen wurde folgende Konvention zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Anämie, Thrombopenie, Leukopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: anaphylaktische Reaktionen

Psychiatrische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Kopfschmerzen, Schwindel, Erregung, Verwirrtheitszustände, Tremor, Ataxie,

Dysarthrie, Halluzinationen, psychotische Symptome, Krampfanfälle, Somnolenz, Enzephalopatie,

Koma

Die oben genannten Nebenwirkungen sind im Allgemeinen reversibel und werden überwiegend bei

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen oder anderen prädisponierenden Faktoren berichtet (siehe

Abschnitt 4.4).

Gefäßerkrankungen

Häufig: Phlebitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen

Sehr selten: Diarrhö, Bauchschmerzen

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: vorübergehende Leberenzym-Anstiege

Sehr selten: vorübergehende Bilirubin-Anstiege, Hepatitis, Gelbsucht

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Juckreiz, Urtikaria, Hautausschläge (einschließlich Photosensibilitätsreaktionen)

Sehr selten: angioneurotisches Ödem

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Serumharnstoff- und Kreatinin-Anstiege

Es wird angenommen, dass der schnelle Anstieg der Harnstoff- und Kreatininspiegel im Blut mit

den maximalen Plasmaspiegeln und dem Hydratationszustand des Patienten zusammenhängt. Um

diese Nebenwirkung zu vermeiden, sollte das Arzneimittel nicht als intravenöse Bolusinjektion,

sondern als langsame Infusion über eine Zeitspanne von einer Stunde verabreicht werden (siehe

Abschnitt 4.2).

Sehr selten: Beeinträchtigung der Nierenfunktion, akutes Nierenversagen, Nierenschmerzen

Es sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Eine Beeinträchtigung der

Nierenfunktion spricht normalerweise schnell auf eine Rehydratation des Patienten und/oder

Verringerung der Dosis oder das Absetzen des Arzneimittels an. In Ausnahmefällen kann es jedoch

zu einer Progression bis zu akutem Nierenversagen kommen.

Nierenschmerzen können mit Nierenversagen und Kristallurie in Zusammenhang stehen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr selten: Erschöpfung, Fieber, lokale Entzündungsreaktionen

Bei versehentlicher Infusion von Aciclovir in das die Vene umgebende Gewebe traten schwere

Entzündungen der Haut, die manchmal auch zu Hautnekrosen führten, auf.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Eine Überdosierung von intravenösem Aciclovir führte zum Anstieg von Serumkreatinin,

Blutharnstoff (BUN) und anschließendem Nierenversagen. Neurologische Wirkungen,

einschließlich Verwirrtheit, Halluzinationen, Agitation, Krampfanfälle und Koma wurden im

Zusammenhang mit einer Überdosierung beschrieben.

Behandlung

Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen einer Toxizität überwacht werden. Hämodialyse

verbessert deutlich die Ausscheidung von Aciclovir aus dem Blut und kann daher zur Behandlung

einer Überdosierung dieses Arzneistoffs in Betracht gezogen werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirales Mittel zur systemischen Anwendung, Nukleoside und

Nukleotide, exkl. Inhibitoren der reversen Transkriptase

ATC-Code: J05AB01

Wirkungsmechanismus

Aciclovir ist ein pharmakologisch inaktives Purinanalogon (sog. Prodrug), das erst nach der

Penetration in eine Zelle, die mit Herpes-simplex-Viren (HSV) oder Varicella-zoster-Viren (VZV)

infiziert ist, zu einem Virustatikum wird. Im Einzelnen laufen dabei folgende Schritte ab:

Aciclovir penetriert in Herpes-infizierte Zellen.

Das in diesen Zellen vorkommende virale Enzym Thymidinkinase phosphoryliert Aciclovir zu

Aciclovir-Monophosphat.

Zelluläre Enzyme überführen Aciclovir-Monophosphat in das eigentliche Virustatikum, das

Aciclovir-Triphosphat.

Aciclovir-Triphosphat besitzt eine 10- bis 30-mal stärkere Affinität zur Virus-DNS-Polymerase

als zur zellulären DNS-Polymerase und hemmt somit selektiv die Aktivität des viralen Enzyms.

Die Virus-DNS-Polymerase baut darüber hinaus Aciclovir in die Virus-DNS ein, wodurch ein

Kettenabbruch bei der DNS-Synthese erfolgt.

Resistenzen

Bei stark immunsupprimierten Patienten kann eine längere oder wiederholte Behandlung mit

Aciclovir zu einer Selektion von Virusstämmen mit reduzierter Empfindlichkeit führen, mit der

Folge, dass diese Patienten auf die Behandlung mit Aciclovir möglicherweise nicht mehr

ansprechen.

Die meisten klinischen Isolate mit herabgesetzter Empfindlichkeit wiesen einen relativen Mangel an

Virus-Thymidinkinase auf. Jedoch wurde auch von Stämmen mit veränderter Virus-Thymidinkinase

oder veränderter DNA-Polymerase berichtet. Während es bei den Isolaten mit Mangel an

Thymidinkinase zu einer Verminderung der Replikationsfähigkeit der Viren kam, blieb die

Replikationsfähigkeit bei den Isolaten mit strukturellen Enzymveränderungen erhalten.

Die In-vitro-Exposition von HSV-Isolaten gegenüber Aciclovir kann ebenfalls zur Entstehung von

weniger empfindlichen Stämmen führen. Der Zusammenhang zwischen der in vitro bestimmten

Empfindlichkeit von HSV-Isolaten und dem klinischen Ansprechen auf eine Behandlung mit

Aciclovir ist unklar.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Bei Erwachsenen wurde nach einer 1-stündigen Infusion von 2,5 mg/kg, 5 mg/kg, 10 mg/kg bzw. 15

mg/kg Aciclovir eine maximale durchschnittliche Plasmakonzentration (C

) im Fließgleichgewicht

von 22,7 µmol/l (5,1 µg/ml), 43,6 µmol/l (9,8 µg/ml), 92 µmol/l (20,7 µg/ml) bzw. 105 µmol/l (23,6

µg/ml) gemessen. 7 Stunden später wurden zugehörige Basiswerte (C

) von 2,2 µmol/l (0,5

µg/ml), 3,1 µmol/l (0,7 µg/ml), 10,2 µmol/l (2,3 µg/ml) bzw. 8,8 µmol/l (2,0 µg/ml) ermittelt.

Werden bei Kindern im Alter von über 1 Jahr Dosen von 250 mg/m

bzw. 500 mg/m

Aciclovir

angewendet, so sind die jeweiligen maximalen Plasmawerte (C

) und die Basiswerte (C

) nahezu

mit den Werten identisch, die bei Erwachsenen nach Anwendung von 5 mg/kg bzw. 10 mg/kg

erzielt werden.

Bei Neugeborenen (Alter 0 bis 3 Monate), die alle 8 Stunden für eine Stunde mit Infusionsdosen

von 10 mg/kg behandelt wurden, wurde ein C

–Wert von 61,2 µmol/l (13,8 µg/ml) und ein Css,

-Wert von 10,1 µmol/l (2,3 µg/ml) festgestellt. Eine andere Gruppe von Neugeborenen und

Säuglingen, bei denen alle 8 Stunden 15 mg/kg Aciclovir angewendet wurde, wies etwa

dosisproportionale Anstiege mit einem C

-Wert von 83,5 µmol/l (18,8 µg/ml) und einem C

Wert von 14,1 µmol/l (3,2 µg/ml) auf.

Verteilung

Aus dem biexponentiellen Verlauf der Aciclovir-Kinetik kann man schließen, dass Aciclovir in

hohen Konzentrationen ins Gewebe und in die Organe gelangt und aus diesen wieder langsam

abflutet.

Das Verteilungsvolumen bei Erwachsenen im Steady State beträgt 50 ± 8,7 l/1,73 m

, bei

Neugeborenen und Säuglingen bis zu 3 Monaten 28 ± 9,3 l/1,73 m

Für die Eiweißbindung wurden Werte zwischen 9 und 33 % ermittelt.

Tierexperimentelle Versuche belegen, dass im Vergleich zum Serumspiegel höhere Aciclovirspiegel

im Darm, in der Niere, der Leber und Lunge, niedrigere Spiegel im Muskel, im Herzen, im Hirn, in

Ovarien und Testes der Tiere erreicht werden.

Post-mortem-Untersuchungen beim Menschen ergaben, daß Aciclovir im Speichel, im

Vaginalsekret und in der Vesikelflüssigkeit von Herpesbläschen sowie in einigen Organen

angereichert wird. 50 % der entsprechenden Serumkonzentrationen werden im Liquor erreicht.

Biotransformation und Elimination

Aciclovir wird bei nierengesunden Patienten zu 62–91 % in unveränderter Form und zu 10–15 % als

9-Carboxymethoxy-methylguanin renal eliminiert. Für Erwachsene wurden Plasmahalbwertszeiten

1/2ß

) von rund 2,9 Stunden ermittelt. Für Neugeborene und Säuglinge bis zu 3 Monaten, denen 10

mg/kg Aciclovir alle 8 Stunden als 1-stündige Infusion gegeben wurde, betrug die

Plasmahalbwertszeit 3,8 Stunden. Aciclovir wird sowohl glomerulär filtriert als auch tubulär

sezerniert. Wird Aciclovir eine Stunde nach Verabreichung von 1 g Probenecid gegeben, so wird

die Plasmahalbwertszeit (t

1/2ß

) um 18 % verlängert und die Fläche unter der

Plasmakonzentrationszeitkurve um 40 % vergrößert. Biliär und fäkal erfolgt keine Ausscheidung

des Aciclovir und seiner Metaboliten.

Patienten mit eingschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz beträgt die durchschnittliche Plasmahalbwertszeit

etwa 19,5 Stunden.

Die mittlere Plasmahalbwertszeit während der Hämodialyse beträgt 5,7 Stunden. Während der

Hämodialyse fallen die Aciclovir-Plasmaspiegel um etwa 60 %. Bei eingeschränkter Nierenfunktion

besteht eine Kumulationsgefahr bei Kreatinin-Clearance-Werten von < 50 ml/Minute. Eine

Dosisreduktion ist deshalb ab diesem Wert angezeigt (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Aus den Untersuchungen zur chronischen Toxizität liegen keine Erkenntnisse vor, die zu dem

Verdacht führen, dass beim Menschen bisher unbekannte Nebenwirkungen auftreten könnten.

Außerdem zeigten sich in In-vivo- und In-vitro-Studien keine Hinweise auf ein

reproduktionstoxisches, mutagenes oder karzinogenes Potential.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Keine

6.2

Inkompatibilitäten

Acic 250 mg/Acic 500 mg ist inkompatibel mit sauren oder gepufferten Infusionslösungen.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Hinweis auf Haltbarkeit nach Zubereitung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 48 Stunden

bei 20–25 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung

sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer

und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der

gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen

erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

Eine Lagerung der gebrauchsfertigen Zubereitung im Kühlschrank kann zu Ausfällungen führen, die

sich aber bei Raumtemperatur wieder lösen. Die Stabilität des Wirkstoffes wird dadurch nicht

beeinträchtigt.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

Acic 250 mg

Packungen mit 10 Durchstechflaschen mit je 274,4 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Acic 500 mg

Packungen mit 10 Durchstechflaschen mit je 548,8 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Herstellung der Infusionslösung

Acic 250 mg

Der Inhalt einer Durchstechflasche wird durch Zugabe von 10 ml Wasser für Injektionszwecke oder

isotonischer Natriumchlorid-Lösung aufgelöst. Die so erhaltene konzentrierte Lösung oder Teile

derselben werden sofort zu je mindestens 50 ml (max. 250 ml) Infusionslösung gegeben.

Acic 500 mg

Der Inhalt einer Durchstechflasche wird durch Zugabe von 20 ml Wasser für Injektionszwecke oder

isotonischer Natriumchlorid-Lösung aufgelöst. Die so erhaltene konzentrierte Lösung oder Teile

derselben werden sofort zu je mindestens 100 ml (max. 500 ml) Infusionslösung gegeben.

Zur Rekonstitution und Entnahme sollten Kanülen von max. 0,8 mm Durchmesser verwendet

werden.

Die Herstellung der fertigen Infusionslösung soll unter aseptischen Bedingungen, am besten kurz

vor der Verabreichung, erfolgen.

Wird Acic intravenös durch Infusionspumpen verabreicht, sollten Infusionslösungen verwendet

werden, die 2,5 % Aciclovir (25 mg Aciclovir/ml) enthalten.

Als Infusionslösung wird isotonische Natriumchlorid-Lösung empfohlen, die keine weiteren

Zusätze enthalten darf.

Nicht benutzte Reste des Pulvers zur Herstellung einer Infusionslösung oder der konzentrierten

Lösung müssen verworfen werden.

Sollten in den fertigen Infusionslösungen bei Raumtemperatur Trübungen oder Ausfällungen vor

oder während der Infusion auftreten, muss die Infusion abgebrochen und die Infusionslösung

verworfen werden.

Kontakt mit den Augen oder ungeschützter Haut sollte vermieden werden.

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

7.

Inhaber der Zulassungen

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8.

Zulassungsnummern

Acic 250 mg:

24810.00.00

Acic 500 mg:

34526.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassungen/Verlängerung der Zulassungen

Datum der Erteilung der Zulassungen:

Acic 250 mg:

28. Februar 1995

Acic 500 mg:

15. Februar 1996

Datum der letzten Verlängerung der Zulassungen:

Acic 250 mg:

12. Dezember 2011

Acic 500 mg:

21. März 2002

10.

Stand der Information

Februar 2018

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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