ACE-Hemmer-ratiopharm 100 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Captopril
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
C09AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
captopril
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Captopril 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33468.03.00

Gebrauchsinformation:

Information für Anwender

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg Tabletten

Wirkstoff: Captopril

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg beachten?

Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg und wofür wird es angewendet?

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg gehört zu einer Klasse von Arzneimitteln, die als Angiotensin-

Conversions-Enzym-Hemmer (ACE-Hemmer) bekannt sind. Diese hemmen ACE, das Enzym, das an

der Umwandlung von Angiotensin-I in Angiotensin-II beteiligt ist. Angiotensin-II ist eine

körpereigene Substanz, die sich an die Rezeptoren der Blutgefäße bindet und so zu einer

Gefäßverengung führt. Das Ergebnis ist ein Blutdruckanstieg. Captopril verhindert die Bildung von

Angiotensin-II und bewirkt so eine Entspannung der Blutgefäße und eine Senkung des Blutdrucks.

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg wird angewendet

zur Behandlung eines hohen Blutdrucks (Hypertonie)

zur Behandlung der chronischen Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)

nach Herzinfarkt

zur Behandlung einer bestimmten Nierenerkrankung als Folge einer Zuckerkrankheit (Typ-I-

Diabetes)

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg beachten?

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Captopril, einen anderen ACE-Hemmer oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie in der Vergangenheit in Folge einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer eine

Gewebeschwellung (Angioödem) hatten

wenn Sie zu Gewebeschwellung (Angioödem) neigen

wenn Sie mehr als drei Monate schwanger sind. (Es wird empfohlen, ACE-Hemmer-

ratiopharm® 100 mg auch in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden, siehe

unter "Schwangerschaft und Stillzeit").

Wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschränkte Nierenfunktion haben und mit einem

blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthält, behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg

einnehmen.

Bestimmte Erkrankungen, an denen Sie möglicherweise leiden oder gelitten haben, erfordern eine

spezielle Behandlung vor oder während der Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg.

Deshalb sollten Sie, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen, Ihren Arzt informieren, wenn Sie unter

folgenden gesundheitlichen Problemen leiden:

starkes Erbrechen oder Durchfall

regelmäßige Blutwäsche (Hämodialyse)

Einschränkungen der Leberfunktion

Einschränkungen der Nierenfunktion

Nierenarterienverengung (beidseitig oder bei Einzelniere)

Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)

Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße

Durchblutungsstörungen der das Gehirn versorgenden Gefäße (cerebrovaskuläre Erkrankung)

den Blutstrom beeinträchtigende erhebliche Aorten- oder Mitralklappenverengung (Stenose)

bzw. andere Ausflussbehinderungen der Herzkammer (hypertrophe Kardiomyopathie)

Blutbildveränderungen

Diabetes mellitus

bestimmte Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen)

wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (diese werden auch als Sartane bezeichnet - z. B.

Valsartan, Telmisartan, Irbesartan), insbesondere wenn Sie Nierenprobleme aufgrund von

Diabetes mellitus haben.

Aliskiren.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z. B.

Kalium) in Ihrem Blut in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Siehe auch Abschnitt „ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg darf nicht eingenommen werden“.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten).

Die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg in der frühen Phase der Schwangerschaft wird

nicht empfohlen, und ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100

mg in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann (siehe unter

"Schwangerschaft und Stillzeit").

Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn Sie eine salzarme Diät machen, oder eine

Desensibilisierungstherapie gegen Bienen- oder Wespengift erhalten.

Es dürfen bestimmte Membranen bei der Durchführung einer Blutwäsche (Dialyse) nicht angewendet

werden, da es ansonsten zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann. Falls bei Ihnen

eine Blutwäsche durchgeführt werden muss, informieren Sie bitte unbedingt den behandelnden Arzt

über die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg.

Informieren Sie den Arzt bzw. Zahnarzt darüber, dass Sie ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg

einnehmen, wenn Sie vor einer Operation stehen oder Narkosemittel erhalten sollen.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg nur

unter sorgfältiger medizinischer Überwachung erfolgen. Die Anfangsdosis von Captopril sollte ca. 0,3

mg/kg Körpergewicht betragen. Bei Kindern mit Nierenschwäche, Frühgeborenen, Neugeborenen und

Säuglingen sollte die Anfangsdosis nur 0,15 mg Captopril/kg Körpergewicht betragen. Im

Allgemeinen sollte Captopril Kindern dreimal täglich verabreicht werden.

Ältere Menschen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei älteren Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Dosis reduziert

werden.

Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Captopril ist sicher zusammen mit anderen häufig verwendeten Mitteln gegen Bluthochdruck

(Antihypertensiva wie z. B. Betablockern und Calciumkanalblockern mit Langzeitwirkung)

verabreicht worden. Die gleichzeitige Anwendung dieser Substanzen kann die blutdrucksenkende

Wirkung von Captopril verstärken.

Ihr Arzt muss unter Umständen Ihre Dosierung anpassen und/oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen

treffen wenn Sie einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren einnehmen (siehe auch

Abschnitte „ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg darf nicht eingenommen werden" und

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn Sie Kalium-Präparate, kaliumhaltige Salzersatzpräparate,

Arzneimittel die den Kalium-Haushalt beeinflussen, entwässernde Arzneimittel (Diuretika),

Arzneimittel zur Behandlung von Gicht oder Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes mellitus

(orale Antidiabetika oder Insulin) anwenden.

Es ist für Ihren Arzt auch wichtig zu wissen, wenn Sie andere blutdrucksenkende Arzneimittel,

Sympathomimetika, Arzneimittel gegen Krebs, gegen Transplantatabstoßungen, gegen psychische

Störungen oder Depressionen, schmerzstillende und entzündungshemmende Arzneimittel (z. B.

Arzneimittel gegen Gelenkentzündung) einnehmen.

Lithiumhaltige Arzneimittel dürfen zusammen mit ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg nicht ohne

engmaschige ärztliche Überwachung eingenommen werden.

Captopril kann einen falsch positiven Urintest auf Aceton bewirken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden könnten).

In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg vor einer

Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein

anderes Arzneimittel empfehlen. Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg in der

frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen und ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg darf nicht

mehr nach dem dritten Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von ACE-

Hemmer-ratiopharm® 100 mg in diesem Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen

Kindes führen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Das Stillen von

Neugeborenen (in den ersten Wochen nach der Geburt) und besonders von Frühgeburten wird nicht

empfohlen, wenn Sie ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg einnehmen.

Bei älteren Säuglingen sollte der Arzt Sie über Nutzen und mögliche Schäden der Anwendung von

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg in der Stillzeit im Vergleich zu Behandlungsalternativen

aufklären.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wie bei anderen Arzneimitteln gegen Bluthochdruck können die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn und Dosiserhöhung, aber auch in Verbindung mit Alkohol. Diese Wirkungen

hängen jedoch von der individuellen Anfälligkeit ab.

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg enthält Lactose

Bitte nehmen Sie ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern

leiden.

3. Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Es ist sehr wichtig, dass Sie ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg einnehmen, so lange es Ihnen Ihr

Arzt verordnet.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis

Bluthochdruck

Üblicherweise beträgt die Anfangsdosis 25-50 mg Captopril pro Tag, auf zwei Gaben verteilt. Hierfür

stehen Darreichungsformen mit niedrigeren Dosisstärken zur Verfügung.

Um den angestrebten Blutdruck zu erreichen, kann die Dosis unter Einhaltung eines Intervalls von

mindestens 2 Wochen je nach Notwendigkeit schrittweise auf 100-150 mg Captopril pro Tag, auf zwei

Gaben verteilt, angehoben werden.

Wenn Ihr Blutdruck mit ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg nicht ausreichend gesenkt wird, ist es

möglich, dass Ihr Arzt ein weiteres Arzneimittel verordnet.

chronische Herzleistungsschwäche

Die Anfangsdosis beträgt normalerweise 2-mal oder 3-mal täglich 6,25-12,5 mg Captopril. Hierfür

stehen Darreichungsformen mit niedrigeren Dosisstärken zur Verfügung.

Eine Erhöhung der Dosierung darf nur schrittweise, in Abhängigkeit vom individuellen Ansprechen

des Patienten auf die Behandlung erfolgen; die Erhaltungsdosis beträgt 75-150 mg Captopril, verteilt

auf mehrere Gaben. Die Maximaldosis beträgt 150 mg Captopril pro Tag, auf mehrere Gaben verteilt.

Es stehen Darreichungsformen mit niedrigeren Dosisstärken zur Verfügung.

Die Dosis sollte schrittweise angehoben werden, wobei ein Intervall von mindestens 2 Wochen

gewählt werden sollte, um das Ansprechen der Patienten zu ermitteln.

nach Herzinfarkt

Kurzzeitbehandlung

Die Therapie wird mit einer Testdosis von 6,25 mg Captopril begonnen, zwei Stunden später erfolgt

die Gabe von 12,5 mg Captopril. 12 Stunden später erfolgt die Gabe von 25 mg Captopril. Hierfür

stehen auch Darreichungsformen mit niedrigeren Dosisstärken zur Verfügung. Ab dem nächsten Tag

sollte die Dosis auf 2-mal täglich ½ Tablette ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg (entsprechend 100

mg Captopril pro Tag) erhöht werden.

Über das Dosierungsschema für die Langzeitbehandlung entscheidet Ihr Arzt.

Nierenerkrankung als Folge von Zuckerkrankheit

Bei Patienten mit Typ-I-Diabetes beträgt die empfohlene tägliche Gesamtdosis 75-100 mg Captopril

pro Tag, auf mehrere Gaben verteilt. Falls eine zusätzliche Blutdrucksenkung gewünscht ist, können

weitere blutdrucksenkende Arzneimittel zusätzlich gegeben werden.

Der Arzt kann Patienten, die eine eingeschränkte Nierenfunktion aufweisen, sowie bei älteren

Patienten, eine niedrigere Dosis – insbesondere bei Behandlungsbeginn – empfehlen.

Die Anwendung von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg bei Kindern und Jugendlichen soll nur unter

sorgfältiger medizinischer Überwachung begonnen werden.

Art der Anwendung

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die

Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) eingenommen werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg eingenommen haben, als

Sie sollten

Wenn Sie durch ein Versehen zu viele Tabletten eingenommen haben oder ein Kind einige Tabletten

geschluckt hat, wenden Sie sich sofort an einen Arzt/Notarzt. Dieser kann entsprechend der Schwere

der Vergiftung über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden.

In Abhängigkeit mit dem Ausmaß der Überdosierung sind folgende Symptome möglich: starker

Blutdruckabfall, Schock, Reglosigkeit, verlangsamte Herzschlagfolge, Nierenversagen. Bei

dringendem Verdacht auf eine Überdosierung benötigen Sie ärztliche Hilfe!

Halten Sie die Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen

Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg vergessen haben

Wenn Sie versehentlich vergessen haben, eine Dosis einzunehmen, sollten Sie die Behandlung wie

verordnet fortsetzen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, um die vergessene Einnahme

wettzumachen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn

Sie betroffen sind:

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen sie ACE-

Hemmer-ratiopharm® 100 mg nicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.

Bei Auftreten von Gewebeschwellungen mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder Zunge,

müssen Sie die Behandlung mit ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg sofort abbrechen und einen Arzt

verständigen.

Bei Auftreten von Gelbsucht oder bei einem deutlichen Anstieg der Leberenzyme müssen Sie die

Behandlung mit ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg abbrechen und medizinisch überwacht werden.

Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Hautreaktion müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen und ggf.

die Behandlung mit ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg abbrechen.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die bei Captopril und/oder einer Behandlung mit einem anderen ACE-Hemmer

berichtet worden sind:

Häufig (betrifft weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten):

Schlafstörungen

Geschmacksstörung, Schwindel

trockener, irritierender (nicht produktiver) Husten und Atemnot

Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung,

Mundtrockenheit

Juckreiz mit oder ohne Ausschlag, Ausschlag und Haarausfall

Gelegentlich (betrifft weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten):

Anstieg der Herzfrequenz, Herzrhythmusstörung, Angina pectoris, Herzklopfen

Schwellungen des Gesichts, der Lippen, der Zunge, der Hände und Füße

niedriger Blutdruck, Raynaud-Syndrom (durch Gefäßkrämpfe bedingte, anfallsweise auftretende

Durchblutungsstörungen, meist an den Blutgefäßen der Finger), Gesichtsrötung, Blässe

Brustschmerzen, Erschöpfung, Unwohlsein

Selten (betrifft weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten):

Appetitlosigkeit

Dösigkeit, Kopfschmerzen und Empfindungsstörungen

Entzündung der Mundschleimhaut mit Geschwürbildung/Aphthen

Nierenfunktionsstörungen einschließlich Nierenversagen, erhöhte Harnausscheidung, verminderte

Harnausscheidung, erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens

Gewebeschwellungen im Darmbereich (intestinales Angioödem)

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10.000 Behandelten):

Veränderungen des Blutbildes, Erkrankung der Lymphknoten, Autoimmunkrankheiten

Absinken des Blutzuckerspiegels, Ansteigen des Kaliumspiegels im Blut

Verwirrung, Depression

Durchblutungsstörungen des Gehirns, einschließlich Schlaganfall und Ohnmacht

verschwommenes Sehen

Herzstillstand, Schock

krampfartige Verengung der Bronchien, Schnupfen, allergische Entzündung der

Lungenbläschen/Lungenentzündung

Entzündung der Zunge, Magengeschwür, Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Beeinträchtigung der Leberfunktion und Gallenstauung (einschließlich Gelbsucht), Hepatitis

einschließlich Nekrose, erhöhte Leberenzyme und Bilirubin-Werte

Nesselsucht, Lichtempfindlichkeit und schwere Hautreaktionen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom,

Erythema multiforme, Erythrodermie, pemphigoide Reaktionen, exfoliative Dermatitis)

Muskelschmerzen, Gelenksschmerzen

Nephrotisches Syndrom

Impotenz, Brustvergrößerung beim Mann

Fieber

Veränderung einzelner Laborparameter

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg enthält

Der Wirkstoff ist Captopril.

Jede Tablette enthält 100 mg Captopril.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose, Mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Palmitinsäure, Hochdisperses Siliciumdioxid,

Talkum.

Wie ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, beidseits gewölbte Tablette mit Kreuzbruchkerbe auf einer Seite.

ACE-Hemmer-ratiopharm® 100 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

Juli 2014

Versionscode: Z11

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

Wirkstoff: Captopril

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 100 mg Captopril.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde, beidseits gewölbte Tablette mit Kreuzbruchkerbe auf einer Seite.

Die Tabletten können geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Hypertonie

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

ist zur Behandlung der Hypertonie angezeigt.

Herzinsuffizienz

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

ist indiziert zur Behandlung der chronischen

Herzinsuffizienz mit Reduktion der systolischen ventrikulären Funktion, in Kombination mit Diuretika

und, wenn erforderlich, mit Digitalis und Betablockern.

Myokardinfarkt

Kurzzeitbehandlung (4 Wochen)

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

ist innerhalb der

ersten 24 Stunden nach einem Infarkt bei jedem klinisch stabilen Patienten indiziert.

Langzeitprävention einer symptomatischen Herzinsuffizienz

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100

mg Tabletten

ist indiziert bei klinisch stabilen Patienten mit asymptomatischer

linksventrikulärer Dysfunktion (Ejektionsfraktion ≤ 40 %)

Diabetische Nephropathie bei Typ-I-Diabetikern

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

ist indiziert zur Behandlung einer diabetischen

Nephropathie mit Makroproteinurie bei Typ-I-Diabetikern.

(Siehe Abschnitt 5.1)

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung sollte individuell an das Patientenprofil (siehe Abschnitt 4.4) und das Ansprechen des

Blutdrucks angepasst werden. Die empfohlene maximale Tagesdosis beträgt 150 mg.

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

kann vor, während und nach den Mahlzeiten

eingenommen werden.

Hypertonie

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 25-50 mg täglich, auf 2 Gaben verteilt. Um den angestrebten

Blutdruck zu erreichen, kann die Dosis unter Einhaltung eines Intervalls von mindestens 2 Wochen je

nach Notwendigkeit schrittweise auf 100-150 mg/Tag, auf 2 Gaben verteilt, angehoben werden.

Captopril kann alleine oder in Kombination mit anderen antihypertensiven Medikamenten,

insbesondere mit Thiazid-Diuretika, angewendet werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4, 4.5 und 5.1). Im

Falle einer antihypertensiven Begleitmedikation, wie z. B. Thiazid-Diuretika, könnte ein 1-mal

tägliches Dosierungsschema angezeigt sein. Bei Patienten mit sehr aktivem Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System (Hypovolämie, renovaskuläre Hypertonie, kardiale Dekompensation) ist eine

Einzeldosis von 6,25 mg oder 12,5 mg als Anfangsdosis vorzuziehen. Der Beginn dieser Behandlung

sollte vorzugsweise unter sorgfältiger medizinischer Überwachung erfolgen, wobei diese Dosen dann

2-mal am Tag gegeben werden. Die Dosierung kann allmählich auf 50 mg/Tag erhöht werden und,

falls nötig, auf 100 mg/Tag in 1 oder 2 Dosen.

Herzinsuffizienz

Die Behandlung der Herzinsuffizienz mit Captopril sollte unter sorgfältiger medizinischer

Überwachung begonnen werden. Die Anfangsdosis beträgt normalerweise 6,25-12,5 mg 2-mal oder 3-

mal täglich. Titration auf die Erhaltungsdosis (75-150 mg/Tag) sollte basierend auf dem Ansprechen

des Patienten, dem klinischen Status und der Verträglichkeit erfolgen, bis zu einem Maximum von 150

mg/Tag aufgeteilt auf mehrere Gaben. Die Dosis sollte schrittweise angehoben werden wobei ein

Intervall von mindestens 2 Wochen gewählt werden sollte, um das Ansprechen der Patienten zu

evaluieren.

Myokardinfarkt

Kurzzeitbehandlung

: Bei Patienten mit stabiler Hämodynamik sollte die Behandlung mit Captopril

stationär so schnell wie möglich beim Auftreten der ersten Anzeichen und/oder Symptome begonnen

werden. Es sollte eine Testdosis von 6,25 mg gegeben werden, 2 Stunden später eine Dosis von 12,5

mg und 12 Stunden später eine Dosis von 25 mg. Ab dem nächsten Tag sollte Captopril in einer Dosis

von 100 mg/Tag, aufgeteilt auf 2 Einnahmen, gegeben werden. Diese Dosis sollte die nächsten 4

Wochen beibehalten werden, sofern keine unerwünschten hämodynamischen Reaktionen auftreten.

Nach Ende der 4-wöchigen Behandlung sollte der Zustand des Patienten noch einmal beurteilt werden,

bevor eine Entscheidung bezüglich der Behandlung für die Zeit nach dem Herzinfarkt getroffen wird.

Langzeitbehandlung

: Wenn innerhalb der ersten 24 Stunden nach einem akuten Herzinfarkt keine

Behandlung mit Captopril erfolgt ist, wird empfohlen, die Behandlung zwischen dem 3. und 16. Tag

nach dem Infarkt zu beginnen, sobald die erforderlichen Behandlungsbedingungen vorliegen (stabile

Hämodynamik, verbleibende Ischämie unter Kontrolle). Die Behandlung sollte stationär unter strenger

Überwachung (besonders des Blutdrucks) begonnen werden, bis die 75-mg-Dosis erreicht ist. Die

Anfangsdosis muss niedrig sein (siehe Abschnitt 4.4), insbesondere wenn der Patient zu Beginn der

Therapie einen normalen oder niedrigen Blutdruck aufweist. Die Behandlung sollte mit einer Dosis

von 6,25 mg begonnen werden, gefolgt von 12,5 mg 3-mal täglich über 2 Tage, und danach 25 mg 3-

mal täglich, sofern keine unerwünschten hämodynamischen Reaktionen auftreten. Für eine effektive

Kardioprotektion während der Langzeitbehandlung wird eine Dosierung von 75-150 mg täglich in 2

oder 3 Dosen empfohlen. Bei symptomatischer Hypotonie, wie z. B. bei Herzinsuffizienz, kann die

Dosis der Diuretika und/oder anderer Vasodilatatoren reduziert werden, um die Steady-state-Dosis von

Captopril zu erreichen. Wenn erforderlich, sollte die Captopril-Dosis an die klinische Reaktion des

Patienten angepasst werden. Captopril kann zusammen mit anderen Therapien bei Herzinfarkt

angewendet werden, wie z. B. thrombolytischen Substanzen, Betablockern und Acetylsalicylsäure.

Diabetische Nephropathie bei Typ-I-Diabetikern

Bei Patienten mit Nephropathie aufgrund von Typ-I-Diabetes beträgt die empfohlene tägliche

Dosierung von Captopril 75-100 mg aufgeteilt auf mehrere Gaben. Falls eine zusätzliche

Blutdrucksenkung gewünscht ist, können weitere blutdrucksenkende Arzneimittel zusätzlich gegeben

werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4, 4.5 und 5.1).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Da Captopril primär über die Nieren ausgeschieden wird, sollte bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion die Dosis reduziert oder das Dosierungsintervall verlängert werden. Bei gleichzeitig

erforderlicher Diuretika-Therapie ist bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ein

Schleifendiuretikum (z. B. Furosemid) einem Thiazid-Diuretikum vorzuziehen.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion werden, um eine Akkumulation von Captopril zu

vermeiden, die folgenden Tagesdosen empfohlen:

Kreatinin-Clearance

(ml/min/1,73 m²)

Tägliche

Anfangsdosis (mg)

Tägliche

Höchstdosis (mg)

> 40

21-40

10-20

< 10

25-50

12,5

6,25

37,5

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten, deren Nierenfunktion verringert und bei denen andere Organfunktionen

beeinträchtigt sein können, sollte wie bei anderen Antihypertensiva in Erwägung gezogen werden, die

Therapie mit einer niedrigeren Anfangsdosis (6,25 mg 2-mal täglich) zu beginnen (siehe oben und

Abschnitt 4.4).

Die Dosierung sollte allmählich und abhängig vom Ansprechen des Blutdrucks erhöht werden und so

niedrig wie möglich gehalten werden, um eine adäquate Kontrolle zu gewährleisten.

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Captopril sind nicht vollständig ermittelt. Die

Anwendung von Captopril bei Kindern und Jugendlichen sollte unter sorgfältiger medizinischer

Überwachung begonnen werden. Die Anfangsdosis von Captopril beträgt ca. 0,3 mg/kg

Körpergewicht. Bei Patienten, bei denen besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind (Kinder

mit Niereninsuffizienz, Frühgeborene, Neugeborene und Säuglinge, weil ihre Nierenfunktion nicht der

älterer Kinder und Erwachsener entspricht), sollte die Anfangsdosis nur 0,15 mg Captopril/kg

Körpergewicht betragen. Im Allgemeinen wird Captopril Kindern 3-mal täglich verabreicht, Dosis und

Dosierungsintervall sollten jedoch individuell an das Ansprechen des Patienten angepasst werden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Captopril, einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile oder einen anderen ACE-Hemmer

Angioödeme in der Anamnese, assoziiert mit einer früheren ACE-Hemmer-Therapie

Vererbte oder idiopathische Angioödeme

Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitt 4.4 und 4.6)

Die gleichzeitige Anwendung von Captopril mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei

Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion

(GFR < 60 ml/min/1,73 m

) kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des

RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Hypotonie

Selten wird bei unkomplizierten Hypertoniepatienten eine Hypotonie beobachtet. Eine

symptomatische Hypotonie tritt eher bei Patienten auf, bei denen infolge starker Diuretika-Therapie,

salzarmer Ernährung, Diarrhoe, Erbrechen oder Hämodialyse ein Flüssigkeits- und/oder Salzmangel

vorliegt. Vor Verabreichung eines ACE-Hemmers sollte ein Flüssigkeits- und/oder Salzmangel

ausgeglichen und eine niedrigere Anfangsdosis in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz besteht ein erhöhtes Risiko einer Hypotonie, und für den Beginn

einer Therapie mit einem ACE-Hemmer wird eine niedrigere Anfangsdosis empfohlen. Immer wenn

die Captopril-Dosis oder die des Diuretikums erhöht wird, ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Vorsicht geboten.

Wie bei allen anderen Antihypertensiva kann eine zu starke Blutdrucksenkung bei Patienten mit

ischämischer kardiovaskulärer oder zerebrovaskulärer Erkrankung das Risiko eines Myokardinfarkts

oder Schlaganfalls erhöhen. Im Falle einer sich entwickelnden Hypotonie sollte der Patient in

Rückenlage gebracht werden. Eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr mit physiologischer

Kochsalzlösung könnte angezeigt sein.

Renovaskuläre Hypertonie

Bei Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose bei einer einzigen

funktionierenden Niere besteht bei Behandlung mit ACE-Hemmern ein erhöhtes Risiko für Hypotonie

und Niereninsuffizienz. Der Verlust der Nierenfunktion kann mit nur mäßigen Veränderungen des

Serum-Kreatinins einhergehen. Bei diesen Patienten sollte die Therapie unter sorgfältiger

medizinischer Überwachung mit niedrigen Dosen, sorgfältiger stufenweiser Einstellung und

Überwachung der Nierenfunktion begonnen werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≤ 40 ml/min), muss die Anfangsdosierung

von Captopril an die Kreatinin-Clearance des Patienten angepasst (siehe Abschnitt 4.2) und dann

gemäß dem Ansprechen des Patienten auf die Behandlung berechnet werden. Bei diesen Patienten

gehören Routine-Untersuchungen von Kalium und Kreatinin zur normalen medizinischen Praxis.

Angioödeme

Angioneurotische Ödeme mit Beteiligung von Gesicht, Extremitäten, Lippen, Zunge, Glottis und/oder

Kehlkopf wurden unter ACE-Hemmern einschließlich Captopril berichtet. Sie können zu jedem

Zeitpunkt während der Therapie auftreten. In solchen Fällen ist Captopril sofort abzusetzen. Der

Patient ist sorgfältig zu überwachen, um eine vollständige Rückbildung der Symptome vor der

Entlassung aus der Klinik sicherzustellen. In Fällen, in denen die Schwellung auf Gesicht und Lippen

begrenzt war, bildete sich die Symptomatik meist ohne Behandlung wieder zurück. Antihistaminika

waren jedoch hilfreich bei der Linderung der Symptome.

Angioneurotische Ödeme mit Beteilung des Kehlkopfes können letal verlaufen. Sobald Zunge, Glottis

oder Kehlkopf betroffen sind, so dass eine Atemwegsobstruktion droht, ist unverzüglich eine

geeignete Therapie einzuleiten [z. B. subkutane Gabe von 0,3 ml-0,5 ml Adrenalin (1:1.000 verdünnt)]

und/oder es sind Maßnahmen zur Sicherung der Durchgängigkeit der Atemwege zu treffen.

Im Vergleich mit Patienten nicht-schwarzer Hautfarbe wurde bei Patienten schwarzer Hautfarbe eine

höhere Inzidenz von Angioödemen unter ACE-Hemmern berichtet.

Patienten mit anamnestisch bekanntem, nicht durch einen ACE-Hemmer ausgelöstem Angioödem

können besonders gefährdet sein, ein Angioödem zu entwickeln, wenn sie einen ACE-Hemmer

erhalten (siehe Abschnitt 4.3).

Selten wurden bei mit ACE-Inhibitoren behandelten Patienten intestinale Angioödeme beobachtet.

Diese Patienten sprachen mit Bauchbeschwerden (mit oder ohne Übelkeit und Erbrechen) vor; in

einigen Fällen wurde kein Angioödem im Gesicht beobachtet und die C-1 Esterase-Spiegel waren

normal. Das Angioödem wurde durch verschiedene Methoden einschließlich CT, Ultraschall oder

Operationen des Bauchraumes diagnostiziert. Die Symptome sind nach Absetzen des ACE-Hemmers

abgeklungen. Daher sollte auch an ein intestinales Angioödem gedacht werden, wenn Patienten mit

Bauchbeschwerden vorsprechen (siehe Abschnitt 4.8).

Husten

Bei Verwendung von ACE-Hemmern wurde über Husten berichtet. Der Husten ist

charakteristischerweise nicht produktiv, hartnäckig und verschwindet nach Absetzen der Therapie.

Leberversagen

Selten wurde unter ACE-Hemmer-Behandlung ein Syndrom beobachtet, das mit cholestatischem

Ikterus beginnt und bis zur plötzlichen hepatischen Nekrose mit (manchmal) letalem Ausgang

fortschreitet. Der Mechanismus dieses Syndroms ist unklar. Patienten, die unter einer ACE-Hemmer-

Therapie Ikterus oder deutliche Erhöhungen der Leberenzyme entwickeln, sollten den ACE-Hemmer

absetzen und entsprechend medizinisch überwacht werden.

Hyperkaliämie

Serum-Kalium-Erhöhungen wurden bei Patienten beobachtet, die mit ACE-Hemmern, einschließlich

Captopril, behandelt wurden. Patienten, bei denen ein Risiko für die Entwicklung einer Hyperkaliämie

besteht, sind z. B. Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, mit Diabetes mellitus oder Patienten, die

gleichzeitig kaliumsparende Diuretika, Kalium-Ersatzpräparate oder kaliumhaltige Salzersatzstoffe

verwenden, oder solche Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die zu Serum-Kalium-

Erhöhungen führen können (z. B. Heparin). Falls eine gleichzeitige Anwendung der oben genannten

Substanzen für nötig gehalten wird, ist eine regelmäßige Überwachung des Serum-Kaliums zu

empfehlen.

Kombination mit Lithium

Die Anwendung von Captopril in Verbindung mit Lithium wird aufgrund einer Potenzierung der

Lithium-Toxizität nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Aorten- und Mitralklappenstenose/obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie/kardiogener Schock

ACE-Hemmer sollten bei Patienten mit Obstruktion des linksventrikulären Klappen- und

Ausflussbereiches mit Vorsicht und in Fällen von kardiogenem Schock und hämodynamisch

signifikanter Obstruktion nicht angewendet werden.

Neutropenie/Agranulozytose

Neutropenie/Agranulozytose, Thrombozytopenie und Anämie wurden bei Patienten berichtet, die mit

ACE-Hemmern, einschließlich Captopril, behandelt wurden. Bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion und ohne andere erschwerende Faktoren tritt Neutropenie selten auf. Captopril sollte

mit größter Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Kollagenose-assoziierten vaskulären

Erkrankungen, bei Patienten, die mit Immunsuppressiva, Allopurinol oder Procainamid behandelt

werden, oder mit einer Kombination dieser erschwerenden Faktoren, insbesondere bei vorliegender

eingeschränkter Nierenfunktion. Einige dieser Patienten entwickelten schwere Infektionen, die in

einigen Fällen auf eine intensive Antibiotika-Therapie nicht ansprachen.

Bei Anwendung von Captopril bei diesen Patienten ist es ratsam, das weiße Blutbild und das

Differentialblutbild vor der Therapie, alle 2 Wochen während der ersten 3 Therapiemonate und danach

in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Während der Behandlung sollten alle Patienten

angewiesen werden, den Arzt über jedes Anzeichen einer Infektion zu informieren (z. B.

Halsschmerzen, Fieber), in diesem Fall sollte ein Differentialblutbild der weißen Blutkörperchen

erstellt werden. Wenn eine Neutropenie (weniger als 1.000/mm

Neutrophile) entdeckt wird oder der

Verdacht darauf besteht, sollten Captopril und andere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel (siehe

Abschnitt 4.5) abgesetzt werden. Bei den meisten Patienten kehrt die Zahl der Neutrophilen nach

Absetzen von Captopril schnell zu normalen Werten zurück.

Proteinurie

Proteinurie kann insbesondere bei Patienten mit bereits bestehender eingeschränkter Nierenfunktion

oder bei relativ hohen Dosen von ACE-Hemmern auftreten. Bei ca. 0,7 % der Patienten, die Captopril

erhielten, wurde eine Gesamt-Proteinmenge im Urin von mehr als 1 g/Tag beobachtet. Bei einem

Großteil der Patienten bestand vorher eine Nierenerkrankung oder die verabreichten Captopril-Dosen

waren relativ hoch (mehr als 150 mg/Tag) oder beides. Ein nephrotisches Syndrom trat bei ca. einem

Fünftel der Patienten mit Proteinurie auf. In den meisten Fällen ließ die Proteinurie innerhalb von 6

Wochen nach oder verschwand ganz, unabhängig davon, ob Captopril weiter eingenommen wurde

oder nicht. Nierenfunktionsparameter wie BUN und Kreatinin waren bei Patienten mit Proteinurie

selten verändert.

Bei Patienten mit vorausgegangener Nierenerkrankung sollte vor Beginn der Behandlung und danach

in regelmäßigen Abständen eine Bestimmung des Proteingehalts im Urin durchgeführt werden

(Teststreifen im ersten Morgenurin).

Anaphylaktoide Reaktionen während Desensibilisierung

Während der Behandlung mit einem anderen ACE-Hemmer wurde selten über anhaltende

lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten während einer Desensibilisierungstherapie

mit Hymenopterengift berichtet. Bei den gleichen Patienten wurden diese Reaktionen vermieden,

wenn der ACE-Hemmer vorübergehend abgesetzt wurde, traten aber bei unbeabsichtigter nochmaliger

Exposition wieder auf. Daher ist bei Patienten, die solche Desensibilisierungstherapien erhalten und

mit ACE-Hemmern behandelt werden, Vorsicht geboten.

Anaphylaktoide Reaktionen auf High-Flux-Dialyse-/Lipoprotein-Apherese-Membranen

Bei Patienten, die sich einer Hämodialyse mit High-Flux-Dialysemembranen oder einer Low-Density-

Lipoprotein-Apherese mit Dextransulfat-Adsorption unterzogen, wurde über anaphylaktoide

Reaktionen berichtet. Bei diesen Patienten sollte die Verwendung einer anderen Dialysemembran oder

einer anderen Arzneimittelklasse in Erwägung gezogen werden.

Operationen/Anästhesie

Während größerer Operationen oder während einer Behandlung mit Anästhetika, die bekanntermaßen

den Blutdruck senken, kann es bei Patienten zu einer Hypotonie kommen. Wenn eine Hypotonie

auftritt, kann diese durch Volumenexpansion ausgeglichen werden.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit ACE-Hemmern sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden.

Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative

blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei

denn, eine Fortführung der Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich. Wird eine

Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und,

wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitt 4.3 und 4.6).

Diabetiker

Bei Diabetikern, die in der Vergangenheit mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt wurden,

sollten die Blutzuckerwerte genau überwacht werden, insbesondere während des ersten

Behandlungsmonats mit einem ACE-Hemmer.

Risiko einer Hypokaliämie

Die Kombination eines ACE-Hemmers mit einem Thiazid-Diuretikum schließt das Auftreten einer

Hypokaliämie nicht aus. Die Kaliumspiegel sollten regelmäßig überwacht werden.

Ethnische Unterschiede

Wie auch andere Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, senkt Captopril den Blutdruck bei

Menschen mit schwarzer Hautfarbe weniger effektiv als bei Menschen mit nicht schwarzer Hautfarbe.

Dies könnte auf ein häufigeres Vorkommen eines Niedrig-Renin-Status in der schwarzen Bevölkerung

mit Bluthochdruck zurückzuführen sein.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Kaliumsparende Diuretika oder Kaliumsubstitutionspräparate

ACE-Hemmer vermindern den durch Diuretika induzierten Kaliumverlust. Kaliumsparende Diuretika

(z. B. Spironolacton, Triamteren oder Amilorid), Kaliumsubstitutionspräparate oder kaliumhaltige

Salzersatzstoffe können zu signifikanten Erhöhungen des Serum-Kaliumspiegels führen. Wenn die

gleichzeitige Anwendung aufgrund einer nachgewiesenen Hypokaliämie angezeigt ist, sollten sie mit

Vorsicht und unter häufiger Kontrolle des Serum-Kaliumspiegels angewendet werden (siehe Abschnitt

4.4).

Diuretika (Thiazide oder Schleifendiuretika)

Zu Beginn der Captopril-Therapie kann eine vorausgegangene Behandlung mit hochdosierten

Diuretika zu einem Volumenmangel und dem Risiko einer Hypotonie führen (siehe Abschnitt 4.4).

Der hypotensive Effekt kann durch Absetzen der Diuretika, durch Erhöhung der Flüssigkeits- oder

Salzzufuhr oder durch Einleitung der Therapie mit einer niedrigen Dosis von Captopril reduziert

werden. Es wurden jedoch keinerlei klinisch signifikante Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln in spezifischen Studien mit Hydrochlorothiazid oder Furosemid entdeckt.

Andere Antihypertensiva

Captopril ist sicher zusammen mit anderen häufig verwendeten Antihypertensiva (z. B. Betablocker

und Calciumkanalblocker mit Langzeitwirkung) verabreicht worden. Die gleichzeitige Anwendung

dieser Substanzen kann die blutdrucksenkende Wirkung von Captopril verstärken. Bei Behandlung mit

Nitroglycerin und anderen Nitraten oder anderen Vasodilatatoren ist Vorsicht geboten.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die auf

das RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie,

Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens)

einher geht (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1).

Alpha-Blocker

Die gleichzeitige Anwendung von Alpha-Blockern kann die blutdrucksenkende Wirkung von

Captopril verstärken und das Risiko einer orthostatischen Hypotonie erhöhen.

Behandlung von akutem Myokardinfarkt

Captopril kann bei Patienten mit Myokardinfarkt zusammen mit Acetylsalicylsäure (in

kardiologischen Dosen), Thrombolytika, Betablockern und/oder Nitraten angewendet werden.

Lithium

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Lithium mit ACE-Hemmern wurde über reversible Erhöhungen

der Lithium-Serum-Konzentration und Toxizität berichtet. Die gleichzeitige Verabreichung von

Thiazid-Diuretika kann das Risiko einer Lithium-Toxizität erhöhen und das bereits erhöhte Risiko

einer Lithium-Toxizität mit ACE-Hemmern verstärken. Lithium und Captopril sollten nicht zusammen

verabreicht werden. Sollte sich eine Kombination der beiden jedoch als notwendig herausstellen, so

muss eine sorgfältige Überwachung der Serum-Lithium-Spiegel erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).

Trizyklische Antidepressiva/Antipsychotika

ACE-Hemmer können die blutdrucksenkende Wirkung von bestimmten trizyklischen Antidepressiva

und Antipsychotika verstärken (siehe Abschnitt 4.4). Orthostatische Hypotonie kann auftreten.

Allopurinol, Procainamid, Zytostatika oder Immunsuppressiva

Die gleichzeitige Verabreichung mit ACE-Hemmern kann das Risiko einer Leukopenie erhöhen, vor

allem falls die zuletzt genannten in höheren Dosierungen angewendet werden, als zurzeit empfohlen.

Nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel

Es wurde beschrieben, dass nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAIDs) und ACE-

Hemmer additiv auf erhöhte Serum-Kaliumspiegel wirken, während die Nierenfunktion vermindert

werden kann. Diese Wirkungen sind prinzipiell reversibel. In seltenen Fällen kann akutes

Nierenversagen auftreten, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, wie z. B.

ältere oder dehydrierte Patienten. Langzeitanwendung von NSAIDs kann den blutdrucksenkenden

Effekt von ACE-Hemmern vermindern.

Sympathomimetika

Sie können die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern vermindern; die Patienten sollten

sorgfältig überwacht werden.

Antidiabetika

Pharmakologische Untersuchungen haben gezeigt, dass es durch ACE-Hemmer, einschließlich

Captopril, zu einer Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung von Insulin und oralen

Antidiabetika, z. B. Sulfonylharnstoffen kommen kann. Sollte es zu dieser äußerst seltenen

Wechselwirkung kommen, kann es erforderlich sein, die Antidiabetika-Dosis während einer

gleichzeitigen Behandlung mit ACE-Hemmern zu reduzieren.

Klinische Chemie

Captopril kann einen falsch positiven Urintest auf Aceton bewirken.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von ACE-Hemmern wird im ersten Schwangerschaftstrimester nicht empfohlen

(siehe Abschnitt 4.4). Die Anwendung von ACE-Hemmern im zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimester ist kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein geringfügig

erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Sofern ein Fortsetzen der ACE-Hemmer-

Therapie nicht als notwendig erachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf

eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt

werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich

zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion,

verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie,

Hyperkaliämie) hat (siehe auch Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem

zweiten Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des

Schädels empfohlen.

Säuglinge, deren Mütter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten häufig wiederholt auf Hypotonie

untersucht werden (siehe auch Abschnitt 4.3 und 4.4).

Stillzeit

Einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Captopril in

der Muttermilch erreicht werden (siehe Abschnitt 5.2). Auch wenn diese Konzentrationen als klinisch

nicht relevant erscheinen, wird die Anwendung von

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg

während des

Stillens von Frühgeborenen sowie in den ersten Wochen nach der Entbindung nicht empfohlen, da ein

mögliches Risiko von kardiovaskulären und renalen Effekten beim Säugling besteht und für eine

Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt.

Wenn die Säuglinge älter sind, kann die Anwendung von

ACE-Hemmer-ratiopharm

®

100 mg

stillenden Müttern erwogen werden, wenn die Behandlung für die Mutter als notwendig erachtet wird

und der Säugling sorgfältig überwacht wird.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wie bei anderen Antihypertensiva kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt sein, z. B. bei Beginn der Behandlung oder Änderung der Dosis, und auch in

Verbindung mit Alkohol, jedoch basieren diese Effekte auf der individuellen Empfindlichkeit.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig: ≥ 1/10

Häufig: ≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich: ≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten: ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten: < 1/10.000,

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Unerwünschte Wirkungen, die bei Captopril- und/oder einer ACE-Hemmer-Therapie berichtet

wurden, sind:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Neutropenie/Agranulozytose (siehe Abschnitt 4.4), Panzytopenie, insbesondere bei

Patienten mit Nierenfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.4), Anämie (einschließlich aplastischer und

hämolytischer), Thrombozytopenie, Lymphadenopathie, Eosinophilie, Autoimmunerkrankungen

und/oder positive ANA-Titer.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten: Anorexie

Sehr selten: Hyperkaliämie, Hypoglykämie (siehe Abschnitt 4.4)

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlafstörungen

Sehr selten: Verwirrung, Depression

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Geschmacksstörung, Schwindel

Selten: Dösigkeit, Kopfschmerzen und Parästhesien

Sehr selten: zerebrovaskuläre Ereignisse einschließlich Schlaganfall und Synkope

Augenerkrankungen

Sehr selten: verschwommenes Sehen

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Tachykardie oder Tachyarrhythmie, Angina pectoris, Palpitationen

Sehr selten: Herzstillstand, kardiogener Schock

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich: Hypotonie (siehe Abschnitt 4.4), Raynaud-Syndrom, Gesichtsrötung, Blässe

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: trockener, irritierender (nicht produktiver) Husten (siehe Abschnitt 4.4) und Dyspnoe

Sehr selten: Bronchospasmus, Rhinitis, allergische Alveolitis/eosinophile Pneumonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Diarrhoe, Verstopfung,

Mundtrockenheit

Selten: Stomatitis/Ulzerationen mit Aphthen, intestinales Angioödem (siehe Abschnitt 4.4)

Sehr selten: Glossitis, peptisches Ulkus, Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Beeinträchtigung der Leberfunktion und Cholestase (einschließlich Gelbsucht), Hepatitis

einschließlich Nekrose, erhöhte Leberenzyme und Bilirubin-Werte

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Pruritus mit oder ohne Ausschlag, Ausschlag und Alopezie

Gelegentlich: Angioödem (siehe Abschnitt 4.4)

Sehr selten: Urtikaria, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, Photosensibilität,

Erythrodermie, pemphigoide Reaktionen und exfoliative Dermatitis

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Myalgie, Arthralgie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Nierenfunktionsstörungen einschließlich Nierenversagen, Polyurie, Oligurie, erhöhte

Häufigkeit des Wasserlassens

Sehr selten: Nephrotisches Syndrom

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Impotenz, Gynäkomastie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Brustschmerzen, Erschöpfung, Unwohlsein

Sehr selten: Fieber

Untersuchungen

Sehr selten: Proteinurie, Eosinophilie, Erhöhung der Serum-Kalium-Konzentration, Abfall der Serum-

Natrium-Konzentration, Erhöhung von BUN, Serum-Kreatinin und Serum-Bilirubin, Erniedrigung

von Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten, Thrombozyten, positive ANA-Titer, erhöhte

Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung sind schwere Hypotonie, Schock, Stupor, Bradykardie,

Elektrolytstörungen und Nierenversagen.

Wenn die Einnahme erst kurze Zeit zurückliegt, sollten Maßnahmen zur Resorptionsverhinderung (z.

B. Magenspülung, Verabreichung von Adsorbenzien und Natriumsulfat innerhalb von 30 Minuten

nach Einnahme), und Beschleunigung der Elimination eingeleitet werden. Bei Auftreten einer

Hypotonie sollte der Patient in Schocklage gebracht werden und schnell eine Salz- und

Volumensubstitution erhalten. Eine Behandlung mit Angiotensin II sollte erwogen werden.

Bradykardie oder ausgeprägte vagale Reaktionen sollten durch Verabreichung von Atropin behandelt

werden. Eine Schrittmachertherapie kann in Erwägung gezogen werden.

Captopril kann durch Hämodialyse aus dem Kreislauf entfernt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: ACE-Hemmer, Monopräparat

ATC-Code: C09AA01

Captopril ist ein hochspezifischer kompetitiver Hemmstoff des Angiotensin-I-Converting-Enzyms

(ACE-Hemmer).

Die positive Wirkung von ACE-Hemmern scheint primär auf einer Unterdrückung des Plasma-Renin-

Angiotensin-Aldosteron-Systems zu beruhen. Renin ist ein endogenes Enzym, das von den Nieren

synthetisiert und in den Blutkreislauf abgegeben wird, wo es Angiotensinogen in Angiotensin I

umwandelt, ein relativ inaktives Dekapeptid. Angiotensin I wird dann durch das Angiotensin-

Converting-Enzym, eine Peptidyldipeptidase, in Angiotensin II umgewandelt. Angiotensin II ist ein

starker Vasokonstriktor, der für die arterielle Vasokonstriktion verantwortlich ist und den Blutdruck

erhöht sowie die Nebenniere zur Sekretion von Aldosteron stimuliert. Die Hemmung von ACE führt

zu einer niedrigeren Angiotension-II-Konzentration im Plasma und dies zu verringerter

vasopressorischer Aktivität und reduzierter Aldosteron-Sekretion. Letztere ist zwar gering, kann

jedoch zu leichtem Ansteigen der Serum-Kalium-Konzentration mit Natrium- und Flüssigkeitsverlust

führen. Aus dem Fortfall der negativen Rückkoppelung des Angiotensin II auf die Renin-Sekretion

resultiert ein Ansteigen der Plasma-Renin-Aktivität.

Eine weitere Funktion des Conversionsenzyms ist der Abbau des stark vasodilatierend wirksamen

Kininpeptids Bradykinin in inaktive Metabolite. Daher führt die ACE-Hemmung zu verstärkter

Aktivität des zirkulierenden und des lokalen Kallikrein-Kinin-Systems, das durch Aktivierung des

Prostaglandin-Systems zur peripheren Vasodilatation beiträgt; möglicherweise ist dieser Mechanismus

an der blutdrucksenkenden Wirkung von ACE-Hemmern beteiligt und für bestimmte Nebenwirkungen

verantwortlich.

Die Blutdrucksenkung tritt normalerweise spätestens 60-90 Minuten nach der oralen Einnahme einer

Einzeldosis von Captopril ein. Die Dauer der Wirkung ist dosisabhängig. Die Blutdrucksenkung kann

sich weiter verstärken, daher können zur Erreichung der maximalen therapeutischen Wirkung mehrere

Wochen Therapie erforderlich sein. Die blutdrucksenkenden Wirkungen von Captopril und Diuretika

vom Thiazid-Typ sind additiv.

Bei Patienten mit Bluthochdruck führt Captopril zu einer Blutdrucksenkung im Liegen und Stehen,

ohne dass die Herzfrequenz kompensatorisch ansteigt, und ohne Wasser- und Natriumretention.

Bei hämodynamischen Untersuchungen bewirkte Captopril eine deutliche Verringerung des

peripheren arteriellen Widerstands. In der Regel kam es zu keinen klinisch relevanten Veränderungen

von renalem Plasmafluss oder glomerulärer Filtrationsrate.

Bei den meisten Patienten setzte die blutdrucksenkende Wirkung ca. 15-30 Minuten nach der oralen

Gabe von Captopril ein; die maximale Wirkung war nach 60-90 Minuten erreicht. Die maximale

Blutdrucksenkung einer definierten Dosis von Captopril war im Allgemeinen nach 3-4 Wochen zu

sehen. Bei der empfohlenen täglichen Dosis bleibt die antihypertensive Wirkung auch während

Langzeittherapie erhalten. Kurzfristiges Absetzen von Captopril führt zu keinem schnellen,

übermäßigen Blutdruckanstieg (Rebound).

Die Behandlung mit Captopril bewirkt auch eine Abnahme einer linksventrikulären Hypertrophie.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz zeigten hämodynamische Untersuchungen, dass Captopril eine

Abnahme des peripheren systemischen Widerstands und eine Erhöhung der venösen Kapazität

bewirkte. Daraus resultierte eine Senkung der Vor- und Nachlast des Herzens (Abnahme des

ventrikulären Füllungsdrucks). Ferner wurde eine Zunahme von Herzminutenvolumen,

Schlagarbeitsindex und Belastungskapazität unter der Behandlung mit Captopril beobachtet.

In einer großen, placebokontrollierten Studie an Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion (LVEF ≤

40 %) nach Myokardinfarkt zeigte sich, dass Captopril (zwischen dem 3. und 16. Tag nach dem

Infarkt initiiert) die Überlebenszeit verlängerte und die kardiovaskuläre Mortalität verringerte.

Letzteres äußerte sich in einer Verzögerung der Entwicklung, einer symptomatischen Herzinsuffizienz

und in einer Reduktion der Notwendigkeit von stationären Behandlungen wegen Herzinsuffizienz im

Vergleich zu Placebo. Außerdem führte es zu einer Reduktion von Reinfarkten bzw. kardialen

Revaskularisierungseingriffen und/oder der Notwendigkeit einer zusätzlichen Medikation mit

Diuretika und/oder Digitalis bzw. deren Dosiserhöhung im Vergleich zu Placebo.

Eine retrospektive Analyse ergab, dass Captopril Reinfarkte und kardiale Revaskularisierungseingriffe

(beides keine Zielkriterien der Studie) verringerte.

In einer weiteren großen placebokontrollierten Studie an Patienten mit Myokardinfarkt zeigte sich,

dass Captopril (innerhalb 24 Stunden nach dem Infarkt und über 1 Monat gegeben) die

Gesamtmortalität nach 5 Wochen gegenüber Placebo signifikant verringerte. Die günstigen Effekte

von Captopril auf die Gesamtmortalität waren auch nach 1 Jahr noch nachweisbar. Ein Hinweis auf

negative Effekte bezüglich der Frühmortalität am ersten Behandlungstag fand sich nicht.

Die kardioprotektiven Wirkungen von Captopril sind unabhängig vom Alter oder Geschlecht des

Patienten, dem Infarktort und einer gleichzeitigen Therapie mit erwiesen wirksamen Therapien

während des Post-Infarkt-Zeitraums (thrombolytische Substanzen, Betablocker und

Acetylsalicylsäure) zu beobachten.

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing Telmisartan Alone

and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und „VA NEPHRON-D” [The Veterans

Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers mit

einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“–Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder einer

zerebrovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit

nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Die „VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuläre

Endpunkte und Mortalität, während ein höheres Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung

und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mit

diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal

Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer

Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer

Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten Risikos unerwünschter

Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der

Aliskiren-Gruppe numerisch häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte Ereignisse

und besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie, Hypotonie,

Nierenfunktionsstörung).

Diabetische Nephropathie bei Typ-I-Diabetikern

Bei insulinabhängigen Typ-I-Diabetikern mit Proteinurie, mit und ohne Bluthochdruck (gleichzeitige

Einnahme von anderen Antihypertonika war zur Blutdruckkontrolle erlaubt), zeigte eine

placebokontrollierte, multizentrische, doppelblinde klinische Prüfung, dass Captopril im Vergleich zu

Placebo die Zeit bis zur Verdoppelung der Ausgangskreatininkonzentration signifikant verlängert (um

51 %); ebenso war die Häufigkeit des Auftretens von terminalem Nierenversagen (Dialyse,

Transplantation) oder Tod signifikant seltener unter Captopril als im Vergleich zu Placebo (51 %). Bei

Patienten mit Diabetes und Mikroalbuminurie verminderte Captopril bei einer Behandlung über 2

Jahre die Albuminausscheidung. Die Effekte einer Captopril-Behandlung mit auf den Erhalt der

Nierenfunktion treten zusätzlich zu dem Nutzen auf, der sich aus der Erniedrigung des Blutdrucks

ergibt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Captopril ist eine oral wirksame Substanz, die zur Wirksamkeit keiner Biotransformation bedarf. Die

durchschnittliche minimale Resorption beträgt ca. 75 %. Die höchsten Plasmakonzentrationen werden

innerhalb von 60-90 Minuten erreicht. Nahrung im Gastrointestinaltrakt reduziert die Resorption um

ca. 30-40 %. Ca. 25-30 % der im Blutkreislauf vorhandenen Substanz sind an Plasmaproteine

gebunden.

Die ersichtliche Eliminationshalbwertszeit des unveränderten Captopril im Blut beträgt ca. 2 Stunden.

Mehr als 95 % der resorbierten Dosis werden innerhalb von 24 Stunden mit dem Urin ausgeschieden;

40-50 % als unveränderte Substanz, der Rest als inaktive Disulfid-Metaboliten (Captoprildisulfid und

Captoprilcysteindisulfid). Eine eingeschränkte Nierenfunktion könnte zu einer Akkumulation der

Substanz führen. Daher sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion die Dosis reduziert

und/oder das Dosierungsintervall verlängert werden (siehe Abschnitt 4.2).

Tierversuche zeigen, dass Captopril die Blut-Hirn-Schranke nicht in signifikantem Ausmaß passiert.

Stillzeit

In einem Bericht über 12 Frauen, die 3 mal täglich 100 mg Captopril oral einnahmen, betrug im

Durchschnitt der Spitzenwert der Konzentrationen in der Milch 4,7 µg/l, aufgetreten 3,8 Stunden nach

Einnahme. Ausgehend von diesen Daten würde die maximale tägliche Menge für einen gestillten

Säugling weniger als 0,002 % der täglichen Dosis der Mutter ausmachen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Tierstudien, die mit Captopril während der Organogenese durchgeführt wurden, haben keine

teratogenen Effekte gezeigt. Captopril führte jedoch in mehreren Spezies zur foetalen Toxizität,

einschließlich foetale Mortalität gegen Ende der Trächtigkeit, zu Wachstumsverzögerungen und zur

postnatalen Mortalität bei Ratten. Präklinische Daten auf der Basis von konventionellen Studien zur

Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität, Genotoxizität und Kanzerogenität zeigen keine

weiteren Risiken für den Menschen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose, Mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Palmitinsäure, Hochdisperses Siliciumdioxid,

Talkum.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit

20 Tabletten

50 Tabletten

100 Tabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

33468.03.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Februar 1996

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 4. Mai 2004

10. STAND DER INFORMATION

Juli 2014

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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