Abirateron AL 500 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

15-11-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

15-11-2021

Wirkstoff:
Abirateronacetat
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH (3270510)
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Abirateronacetat (37290) 500 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
7000826.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-10-30

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Englisch

15-11-2021

Fachinformation Fachinformation - Englisch

15-11-2021

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Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Abirateron AL 500 mg Filmtabletten

Abirateronacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder

das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Abirateron AL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Abirateron AL beachten?

Wie ist Abirateron AL einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Abirateron AL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Abirateron AL und wofür wird es angewendet?

Abirateron AL enthält den Wirkstoff Abirateronacetat. Es wird zur Behandlung von

Prostatakrebs bei erwachsenen Männern verwendet, der sich bereits auf andere Bereiche

des Körpers ausgeweitet hat. Abirateron AL verhindert, dass Ihr Körper Testosteron

produziert. Dies kann das Wachstum von Prostatakrebs verlangsamen.

Auch wenn Abirateron AL zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung verschrieben wird,

an dem diese noch auf eine Hormontherapie anspricht, wird es mit einer den

Testosteronspiegel senkenden Behandlung (Androgenentzugstherapie) angewendet.

Wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen, verschreibt Ihr Arzt Ihnen zudem ein weiteres

Arzneimittel namens Prednison oder Prednisolon. Dies geschieht, um das Risiko von

hohem Blutdruck, einer übermäßigen Ansammlung von Wasser im Körper

(Flüssigkeitsretention) oder von reduzierten Kalium-Spiegeln im Blut zu vermindern.

1.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Abirateron AL beachten?

Abirateron AL darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Abirateronacetat oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie eine Frau sind, insbesondere wenn Sie schwanger sind. Abirateron ist

ausschließlich zur Anwendung bei männlichen Patienten bestimmt.

wenn Sie einen schwerwiegenden Leberschaden haben.

in Kombination mit Ra-223 (welches zur Behandlung des Prostatakrebs eingesetzt

wird).

Nehmen Sie dieses Arzneimittel nicht ein, falls einer der oben genannten Punkte auf Sie

zutrifft. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie vor der Einnahme dieses

Arzneimittels mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel

einnehmen,

wenn Sie Leberprobleme haben,

wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie einen hohen Blutdruck, eine Herzschwäche

oder einen niedrigen Blutkaliumspiegel haben (ein niedriger Blutkaliumspiegel kann

das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen),

wenn Sie andere Herzprobleme oder Probleme mit Blutgefäßen hatten,

wenn Sie einen unregelmäßigen oder schnellen Herzschlag haben,

wenn Sie kurzatmig sind,

wenn Sie schnell an Gewicht zugenommen haben,

wenn Sie Schwellungen in den Füßen, Knöcheln oder Beinen haben,

wenn Sie in der Vergangenheit ein als Ketoconazol bekanntes Arzneimittel gegen

Prostatakrebs eingenommen haben,

über die Notwendigkeit, dieses Arzneimittel mit Prednison oder Prednisolon

einzunehmen,

über mögliche Auswirkungen auf Ihre Knochen,

wenn Sie einen hohen Blutzucker haben.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie eine Herz- oder

Gefäßerkrankung, einschließlich Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) haben, oder Sie

mit einem Arzneimittel gegen diese Erkrankungen behandelt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine Gelbfärbung der Haut oder Augen, eine

Dunkelfärbung des Harns oder schwere Übelkeit oder Erbrechen haben, da dies

Anzeichen oder Symptome von Leberproblemen sein können. Selten kann ein Versagen

der Leberfunktion (ein sogenanntes akutes Leberversagen) auftreten, welches zum Tode

führen kann.

Es können eine Abnahme der roten Blutzellen, eine Verminderung des Geschlechtstriebes

(Libido), Muskelschwäche und/oder Muskelschmerzen auftreten.

Abirateron darf nicht in Kombination mit Ra-223 gegeben werden aufgrund einer

möglichen Erhöhung des Risikos für Knochenbrüche und Todesfälle.

Wenn geplant ist, Ra-223 nach einer Behandlung mit Abirateron und

Prednison/Prednisolon anzuwenden, müssen Sie 5 Tage warten, bevor die Behandlung

mit Ra-223 begonnen werden kann.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, sprechen

Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Blutkontrolle

Abirateron kann Auswirkungen auf Ihre Leber haben, ohne dass Sie irgendwelche

Symptome haben. Wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen, wird Ihr Arzt Ihr Blut

regelmäßig zur Überprüfung möglicher Auswirkungen auf Ihre Leber untersuchen.

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bestimmt.

Wenn Abirateron versehentlich von einem Kind oder Jugendlichen eingenommen wurde,

suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf und nehmen die Packungsbeilage mit, um

diese dem behandelnden Arzt zu zeigen.

Einnahme von Abirateron AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen. Dies ist wichtig, da Abirateron die Wirkung zahlreicher

Arzneimittel, einschließlich Herzmedikamenten, Beruhigungsmitteln, einiger

Arzneimittel bei Diabetes, pflanzlicher Arzneimittel (z.B. Johanniskraut) und anderer,

erhöhen kann. Ihr Arzt wird gegebenenfalls die Dosierung dieser Arzneimittel ändern

wollen. Ebenso können einige Arzneimittel die Wirkung von Abirateron steigern oder

abschwächen. Dies kann zu Nebenwirkungen führen oder dazu, dass Abirateron nicht so

gut wirkt, wie es sollte.

Eine Androgendeprivationstherapie kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel erhalten,

die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen angewendet werden (z.B. Chinidin,

Procainamid, Amiodaron und Sotalol);

die bekanntermaßen das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen [z.B. Methadon

(angewendet zur Schmerzlinderung und als Teil des Entzugs bei

Drogenabhängigkeit), Moxifloxacin (ein Antibiotikum), Antipsychotika

(angewendet bei ernsthaften psychischen Erkrankungen)].

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der oben genannten Arzneimittel anwenden.

Einnahme von Abirateron AL zusammen mit Nahrungsmitteln

Dieses Arzneimittel darf nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen

werden (siehe unter Abschnitt 3: Einnahme dieses Arzneimittels).

Die Einnahme von Abirateron AL zusammen mit Nahrungsmitteln kann zu

Nebenwirkungen führen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Abirateron AL ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.

Dieses Arzneimittel kann das ungeborene Kind schädigen, wenn es von Frauen,

die schwanger sind, eingenommen wird.

Wenn Sie Geschlechtsverkehr mit einer Frau haben, die schwanger werden

kann, müssen Sie ein Kondom und eine weitere wirksame Verhütungsmethode

anwenden.

Wenn Sie Geschlechtsverkehr mit einer schwangeren Frau haben, müssen Sie

ein Kondom verwenden, um das ungeborene Kind zu schützen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Auswirkungen dieses Arzneimittels auf Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen sind nicht zu erwarten.

Abirateron AL enthält Lactose und Natrium

Bitte nehmen Sie Abirateron AL erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d.h., es ist

nahezu „natriumfrei“.

2.

Wie ist Abirateron AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

sicher sind.

Wie viel ist einzunehmen

Die empfohlene Dosis beträgt 1.000 mg (zwei Tabletten) einmal täglich.

Einnahme dieses Arzneimittels

Nehmen Sie dieses Arzneimittel über den Mund ein.

Nehmen Sie Abirateron AL nicht zusammen mit Nahrungsmitteln ein.

Nehmen Sie Abirateron AL mindestens eine Stunde vor oder frühestens zwei

Stunden nach dem Essen ein

(siehe unter Abschnitt 2: Einnahme von Abirateron

AL zusammen mit Nahrungsmitteln).

Schlucken Sie die Tabletten unzerteilt mit Wasser.

Zerbrechen Sie die Tabletten nicht.

Abirateron AL wird zusammen mit einem Arzneimittel namens Prednison oder

Prednisolon eingenommen. Nehmen Sie das Prednison oder Prednisolon genau nach

den Anweisungen Ihres Arztes ein.

Sie müssen während der Einnahme von Abirateron AL jeden Tag Prednison oder

Prednisolon einnehmen.

Die Menge an Prednison oder Prednisolon, die Sie einnehmen, muss gegebenenfalls

geändert werden, wenn Sie einen medizinischen Notfall haben. Ihr Arzt wird Ihnen

sagen, ob Sie die Menge an Prednison oder Prednisolon, die Sie einnehmen, ändern

müssen. Beenden Sie die Einnahme von Prednison oder Prednisolon nicht, außer Ihr

Arzt fordert Sie dazu auf.

Ihr Arzt kann Ihnen auch andere Arzneimittel verschreiben, während Sie Abirateron AL

und Prednison oder Prednisolon einnehmen.

Wenn Sie eine größere Menge von Abirateron AL eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten, sprechen Sie sofort

mit Ihrem Arzt oder begeben Sie sich umgehend in ein Krankenhaus.

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron AL vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron AL oder Prednison bzw. Prednisolon

vergessen haben, nehmen Sie am folgenden Tag Ihre übliche Dosis ein.

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron AL oder Prednison bzw. Prednisolon an

mehr als einem Tag vergessen haben, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron AL abbrechen

Setzen Sie die Einnahme von Abirateron AL oder Prednison bzw. Prednisolon nicht ab,

außer wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

3.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Beenden Sie sofort die Einnahme von Abirateron AL und suchen Sie umgehend

einen Arzt auf, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bemerken:

Muskelschwäche, Muskelzucken oder einen pochenden Herzschlag (Herzrasen).

Diese können Anzeichen dafür sein, dass die Kaliumkonzentration in Ihrem Blut zu

niedrig ist.

Weitere Nebenwirkungen sind:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Flüssigkeit in den Beinen oder Füßen, niedriger Blutkaliumspiegel, erhöhte Leberwerte,

hoher Blutdruck, Harnwegsinfektion, Diarrhö.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Hohe Blutfettwerte, Schmerzen in der Brust, unregelmäßiger Herzschlag

(Vorhofflimmern), Herzversagen, beschleunigte Herzfrequenz, Sepsis (eine schwere

Infektion), Knochenbrüche, Verdauungsstörung, Blut im Urin, Hautausschlag.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Nebennierenprobleme (einhergehend mit Problemen mit dem Salz- und Wasserhaushalt),

abnomaler Herzrhythmus (Arrhythmie), Muskelschwäche und/oder Muskelschmerzen.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Lungenreizung (auch allergische Alveolitis genannt), Versagen der Leberfunktion (auch

akutes Leberversagen genannt).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar):

Herzinfarkt, Veränderungen im EKG – Elektrokardiogramm (QT-Verlängerung), und

schwere allergische Reaktionen mit Schluck- oder Atemschwierigkeiten, Schwellungen

von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, oder juckendem Hautausschlag.

Bei Männern, die wegen Prostatakrebs behandelt werden, kann Knochenschwund

auftreten. Abirateron AL zusammen mit Prednison oder Prednisolon kann

Knochenschwund verstärken.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder

das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

4.

Wie ist Abirateron AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder

das Waschbecken) oder im Haushaltsabfall. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung

5.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Abirateron AL 500 mg Filmtabletten enthält

Der Wirkstoff ist Abirateronacetat.

Jede Tablette enthält 500 mg Abirateronacetat.

Die sonstigen Bestandteile sind

Tablettenkern:

Croscarmellose-Natrium (Typ A), Natriumdodecylsulfat, Povidon K 30,

Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Hochdisperses Siliciumdioxid,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Filmüberzug:

Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E171), Macrogol 3350, Talkum,

Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172).

Wie Abirateron AL 500 mg Filmtabletten aussieht und Inhalt der Packung

Abirateron AL 500 mg Filmtabletten sind violette, ovale Filmtabletten mit der Prägung

„500“ auf einer Seite und den Abmessungen 18,9 mm x 9,5 mm.

Aluminium-OPA/Alu/PVC oder Aluminium-PVC/PE/PVDC Blisterpackungen mit 10,

14, 56, 60 und 112 Filmtabletten.

Aluminium-OPA/Alu/PVC oder Aluminium-PVC/PE/PVDC perforierte Einzeldosis-

Blisterpackungen mit 10 x 1, 14 x 1, 56 x 1, 60 x 1 und 112 x 1 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

Remedica Ltd., Aharnon Street, Limassol Industrial Estate, 3056 Limassol, Zypern

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien

Abirateron EG 500 mg filmomhulde tabletten

Dänemark

Abiraterone STADA

Deutschland

Abirateron AL 500 mg Filmtabletten

Finnland

Abiraterone STADA 500 mg kalvopäällysteinen tabletti

Frankreich

ABIRATERONE EG 500mg, comprimé pelliculé

Griechenland

Abiraterone/STADA επικαλυμμένα με λεπτό υμένιο

δισκία, 500 mg

Irland

Abiraterone Clonmel 500 mg film-coated tablets

Island

Abiraterone STADA 500 mg filmuhúðaðar töflur

Italien

ABIRATERONE EG

Kroatien

Abirateron Stada 500 mg filmom obložene tablete

Luxemburg

Abirateron EG 500 mg comprimés pelliculés

Niederlande

Abirateron CF 500 mg, filmomhulde tabletten

Norwegen

Abiraterone STADA

Österreich

Abirateron STADA 500 mg Filmtabletten

Polen

Abiraterone STADA

Portugal

Abiraterona STADA

Rumänien

Abirateronă STADA 500 mg comprimate filmate

Slowakei

Abirateron STADA 500 mg filmom obalené tablet

Spanien

Abiraterona stada 500 mg comprimidos recubiertos con

película EFG

Tschechische Republik

Abirateron STADA

Ungarn

Abirateron STADA 500 mg filmtabletta

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Abirateron AL 500 mg Filmtabletten

1.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 500 mg Abirateronacetat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jede Filmtablette enthält 64,6 mg Lactose (68 mg als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

2.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Violette, ovale Filmtabletten mit der Prägung „500“ auf einer Seite und den

Abmessungen 18,9 mm x 9,5 mm.

3.

KLINISCHE ANGABEN

3.1

Anwendungsgebiete

Abirateron AL ist indiziert mit Prednison oder Prednisolon:

zur Behandlung des neu diagnostizierten Hochrisiko-metastasierten

hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) bei erwachsenen Männern in

Kombination mit Androgenentzugstherapie (

androgen deprivation therapy

, ADT)

(siehe Abschnitt 5.1).

zur Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms

(mCRPC) bei erwachsenen Männern mit asymptomatischem oder mild

symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der

Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch

indiziert ist (siehe Abschnitt 5.1).

zur Behandlung des mCRPC bei erwachsenen Männern, deren Erkrankung während

oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist.

3.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel sollte von einem Arzt, der Erfahrung mit der Behandlung eines

metastasierten Prostatakarzinoms hat, verschrieben werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 1.000 mg (zwei 500 mg-Tabletten) als tägliche

Einmalgabe, die nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden darf (siehe

„Art der Anwendung“ unten). Die Einnahme der Tabletten zusammen mit

Nahrungsmitteln erhöht die systemische Exposition von Abirateron (siehe Abschnitte 4.5

und 5.2).

Dosierung von Prednison oder Prednisolon

Beim mHSPC wird Abirateron mit 5 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet.

Beim mCRPC wird Abirateron mit 10 mg Prednison oder Prednisolon täglich

angewendet.

Eine medizinische Kastration mit einem luteinisierenden Hormon Releasing Hormon

(LHRH)-Analogon soll während der Behandlung von Patienten, die nicht chirurgisch

kastriert sind, fortgeführt werden.

Empfohlene Kontrollen

Serum-Transaminasen sollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der

Behandlung alle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat bestimmt werden.

Blutdruck, Serum-Kalium und Flüssigkeitsretention sollen einmal im Monat kontrolliert

werden. Patienten mit einem erheblichen Risiko für eine kongestive Herzinsuffizienz

sollen in den ersten drei Monaten der Behandlung alle zwei Wochen und anschließend

einmal im Monat kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit vorbestehender Hypokaliämie oder bei Patienten, die während der

Behandlung mit Abirateron eine Hypokaliämie entwickeln, ist ein Beibehalten des

Kalium-Spiegels der Patienten von ≥4,0 mmol/l zu berücksichtigen.

Falls Patienten Toxizitäten im Schweregrad ≥3, einschließlich Hypertonie, Hypokaliämie,

Ödeme und andere nicht mineralkortikoid-bedingte Toxizitäten, entwickeln, soll die

Behandlung unterbrochen werden und eine entsprechende medizinische Versorgung

eingeleitet werden. Die Behandlung mit Abirateron soll nicht fortgesetzt werden, bis die

Symptome der Toxizität auf Schweregrad 1 oder auf den Ausgangswert zurückgegangen

sind.

Im Falle einer versäumten Tagesdosis von Abirateron AL, Prednison oder Prednisolon

soll die Behandlung am folgenden Tag mit der üblichen Tagesdosierung fortgeführt

werden.

Hepatotoxizität

Falls Patienten während der Behandlung eine Hepatotoxizität entwickeln (Anstieg der

Alaninaminotransferase [ALT] oder der Aspartataminotransferase [AST] über das 5-

Fache der oberen Grenze des Normbereichs [

upper limit of normal

, ULN]), soll die

Behandlung unverzüglich unterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.4). Nach Rückgang der

Leberwerte auf die Ausgangswerte des Patienten kann eine erneute Behandlung mit einer

reduzierten Dosis von 500 mg (eine Tablette Abirateron AL 500 mg) einmal täglich

erfolgen. Bei Patienten, die erneut behandelt werden, sollen die Serum-Transaminasen

über drei Monate mindestens alle zwei Wochen und anschließend einmal monatlich

überwacht werden. Tritt die Hepatotoxizität unter reduzierter Dosis von 500 mg täglich

erneut auf, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere

Hepatotoxizität entwickeln (ALT oder AST 20-fach über der ULN), muss die

Behandlung abgebrochen und diese Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit vorbestehender leichter Leberfunktionsstörung, Child-Pugh Klasse A,

ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Eine mäßige Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse B) erhöht die systemische

Exposition von Abirateron nach einer oralen Einmaldosis von 1.000 mg Abirateronacetat

um das ungefähr 4-Fache (siehe Abschnitt 5.2). Es liegen keine Daten zur klinischen

Sicherheit und Wirksamkeit von multiplen Abirateronacetat-Dosen bei Patienten mit

mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse B oder C) vor. Es kann

keine Empfehlung zur Dosisanpassung gegeben werden. Die Anwendung von Abirateron

soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, bei denen ein Nutzen deutlich das

potenzielle Risiko überwiegt, mit Vorsicht bewertet werden (siehe Abschnitte 4.2 und

5.2). Abirateron soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet

werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe

Abschnitt 5.2). Da jedoch bei Patienten mit Prostatakarzinom und schwerer

Nierenfunktionsstörung keine klinischen Erfahrungen vorliegen, ist bei diesen Patienten

Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Abirateron bei Kindern und Jugendlichen.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tabletten sollen mindestens eine Stunde vor oder frühestens zwei Stunden nach dem

Essen eingenommen werden. Sie sollen unzerteilt mit Wasser geschluckt werden.

3.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe Abschnitt 4.6).

schwere Leberfunktionsstörung [Child-Pugh Klasse C (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und

5.2)].

Abirateron mit Prednison oder Prednisolon ist in der Kombination mit Ra-223

kontraindiziert.

3.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hypertonie, Hypokaliämie, Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz infolge eines

Mineralkortikoid-Überschusses

Abirateron kann aufgrund der erhöhten Mineralkortikoid-Spiegel infolge der CYP17-

Inhibition (siehe Abschnitt 5.1) Hypertonie, Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention

hervorrufen (siehe Abschnitt 4.8). Die gleichzeitige Gabe eines Kortikosteroids

supprimiert die Ausschüttung des adrenokortikotropen Hormons (ACTH), wodurch die

Inzidenz und die Schwere dieser Nebenwirkungen verringert werden. Vorsicht ist bei der

Behandlung von Patienten geboten, deren Grunderkrankungen durch einen

Blutdruckanstieg, Hypokaliämie (z.B. Patienten unter Herzglykosiden), oder

Flüssigkeitsretention (z.B. Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerer oder instabiler

Angina pectoris, kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt oder ventrikulärer Arrhythmie

sowie bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung) beeinträchtigt werden könnten.

Bei Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung in der Anamnese soll Abirateron

mit Vorsicht angewendet werden. Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch

signifikanter Herzerkrankung nachgewiesen durch Myokardinfarkt, arterielle

thrombotische Ereignisse in den letzten 6 Monaten, schwere oder instabile Angina,

Herzinsuffizienz der New York Heart Association (NYHA)-Klasse III oder IV (Studie

301) oder Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) oder mit einer

kardialen Ejektionsfraktion von <50% waren von der Phase-III-Studie mit Abirateron

ausgeschlossen. Patienten mit Vorhofflimmern oder anderen kardialen Arrhythmien, die

eine medizinische Therapie benötigen, waren von den Studien 3011 und 302

ausgeschlossen. Die Sicherheit bei Patienten mit einer linksventrikulären

Ejektionsfraktion (LVEF) von <50% oder einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III

oder IV (Studie 301) oder einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II bis IV (Studien

3011 und 302) wurde nicht nachgewiesen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).

Vor Beginn der Behandlung von Patienten mit einem erheblichen Risiko für eine

kongestive Herzinsuffizienz (z.B. Herzinsuffizienz, unkontrollierte Hypertonie oder

kardiale Ereignisse wie ischämische Herzerkrankung in der Anamnese) ist eine Kontrolle

der Herzfunktion (z.B. Echokardiogramm) in Betracht zu ziehen. Vor Beginn der

Behandlung mit Abirateron soll eine Herzinsuffizienz behandelt und die Herzfunktion

optimiert werden. Hypertonie, Hypokaliämie, und Flüssigkeitsretention sollen korrigiert

und kontrolliert werden. Während der Behandlung sollen Blutdruck, Serum-Kalium,

Flüssigkeitsretention (Gewichtszunahme, periphere Ödeme) und andere Anzeichen und

Symptome für eine Herzinsuffizienz über drei Monate alle zwei Wochen und

anschließend einmal im Monat kontrolliert und Anomalien korrigiert werden. Eine QT-

Verlängerung wurde bei Patienten beobachtet, die eine Hypokaliämie im Zusammenhang

mit einer Abirateron-Behandlung entwickelten. Die Herzfunktion ist nach klinischer

Indikation zu kontrollieren, eine entsprechende Versorgung ist einzuleiten und ein

Abbruch dieser Behandlung ist in Betracht zu ziehen, wenn eine klinisch signifikante

Verminderung der Herzfunktion auftritt (siehe Abschnitt 4.2).

Hepatotoxizität und Leberfunktionsstörung

In kontrollierten klinischen Studien traten deutlich erhöhte Leberwerte auf, die zum

Absetzen der Behandlung oder einer Dosismodifikation führten (siehe Abschnitt 4.8).

Serum-Transaminasenspiegel sollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei

Monaten der Behandlung alle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat bestimmt

werden. Wenn klinische Symptome oder Anzeichen auftreten, die auf eine

Hepatotoxizität hindeuten, sollen Serum-Transaminasen umgehend bestimmt werden.

Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Anstieg von ALT oder AST über das 5-

Fache der ULN kommt, soll die Behandlung unverzüglich unterbrochen und die

Leberfunktion engmaschig überwacht werden. Eine erneute Behandlung kann erst nach

Rückgang der Leberwerte auf die Ausgangswerte des Patienten und mit einer reduzierten

Dosierung durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere

Hepatotoxizität entwickeln (ALT oder AST 20-fach über der ULN), muss die

Behandlung abgebrochen und die Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.

Patienten mit einer aktiven oder symptomatischen viralen Hepatitis wurden von

klinischen Studien ausgeschlossen. Daher liegen keine Daten vor, die die Anwendung

von Abirateron in dieser Population stützen.

Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit von multiplen

Abirateronacetat-Dosen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung

(Child-Pugh Klasse B oder C) vor. Die Anwendung von Abirateron soll bei Patienten mit

mäßiger Leberfunktionsstörung, bei denen ein Nutzen deutlich das potenzielle Risiko

überwiegt, sorgfältig überprüft werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Abirateron soll bei

Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe

Abschnitte 4.2, 4.3 und 5.2).

Nach Markteinführung liegen seltene Berichte über akutes Leberversagen und fulminante

Hepatitis vor, einige mit tödlichem Ausgang (siehe Abschnitt 4.8).

Absetzen von Kortikosteroiden und Absicherung von Stresssituationen

Vorsicht ist geboten und eine Überwachung auf eine Insuffizienz der Nebennierenrinde

soll erfolgen, wenn Patienten die Behandlung mit Prednison oder Prednisolon absetzen.

Wenn die Behandlung mit Abirateron nach Absetzen der Kortikosteroide fortgeführt

wird, sollen die Patienten auf Symptome eines Überschusses an Mineralkortikoiden

überwacht werden (siehe Informationen oben).

Bei Patienten unter Prednison oder Prednisolon, die ungewohntem Stress ausgesetzt sind,

kann eine erhöhte Dosis von Kortikosteroiden vor, während und nach der Stresssituation

indiziert sein.

Knochendichte

Bei Männern mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom kann eine

verminderte Knochendichte auftreten. Die Anwendung von Abirateron zusammen mit

einem Glukokortikoid könnte diesen Effekt verstärken.

Vorangegangene Therapie mit Ketoconazol

Bei Patienten, die zuvor wegen eines Prostatakarzinoms mit Ketoconazol behandelt

wurden, könnten geringere Response-Raten auftreten.

Hyperglykämie

Die Anwendung von Glukokortikoiden kann eine Hyperglykämie verstärken. Daher soll

der Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes häufig gemessen werden.

Hypoglykämie

Es wurden Fälle von Hypoglykämie berichtet, wenn Abirateron mit

Prednison/Prednisolon von Patienten angewendet wurde, die bei einem vorbestehenden

Diabetes Pioglitazon oder Repaglinid erhielten (siehe Abschnitt 4.5). Daher soll der

Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes beobachtet werden.

Anwendung zusammen mit Chemotherapie

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Abirateron bei gleichzeitiger Anwendung mit einer

zytotoxischen Chemotherapie ist nicht erwiesen (siehe Abschnitt 5.1).

Potenzielle Risiken

Bei Männern mit metastasiertem Prostatakarzinom, einschließlich derer unter Behandlung

mit Abirateron, können Anämien und sexuelle Funktionsstörungen auftreten.

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Es wurden Fälle von Myopathie und von Rhabdomyolyse bei mit Abirateron behandelten

Patienten berichtet. Die meisten Fälle traten innerhalb der ersten 6 Monate der

Behandlung auf und waren nach Absetzen von Abirateron reversibel. Vorsicht ist geboten

bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die mit der

Entstehung von Myopathie/Rhabdomyolyse assoziiert sind.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Starke CYP3A4-Induktoren sollen aufgrund des Risikos einer verringerten Exposition

von Abirateron während der Behandlung vermieden werden, es sei denn, es gibt keine

therapeutische Alternative (siehe Abschnitt 4.5).

Kombination von Abirateron und Prednison/Prednisolon mit Ra-223

Die Behandlung mit Abirateron und Prednison/Prednisolon in der Kombination mit Ra-

223 ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Grund hierfür ist ein erhöhtes Frakturrisiko

und ein Trend zu einer erhöhten Mortalität bei Patienten mit asymptomatischem oder

mild symptomatischem Prostatakarzinom, wie in klinischen Studien beobachtet wurde.

Es wird empfohlen, eine nachfolgende Behandlung mit Ra-223 nicht vor Ablauf von 5

Tagen nach der Einnahme der letzten Dosis Abirateron in Kombination mit

Prednison/Prednisolon zu beginnen.

Überempfindlichkeit gegen sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten

Abirateron AL nicht einnehmen.

Abirateron AL enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d.h., es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Einfluss von Nahrungsmitteln auf Abirateronacetat

Die Anwendung zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die Resorption von

Abirateronacetat erheblich. Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Gabe zusammen mit

Nahrungsmitteln wurde nicht nachgewiesen. Daher darf dieses Arzneimittel nicht

zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Potenzieller Einfluss von anderen Arzneimitteln auf die Exposition von Abirateron

In einer klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden, die

mit einem starken CYP3A4-Induktor Rifampicin 600 mg täglich über 6 Tage

vorbehandelt wurden, gefolgt von einer Einzeldosis Abirateronacetat 1.000 mg, war die

mittlere Plasma AUC

von Abirateron um 55% verringert.

Starke CYP3A4-Induktoren (z.B. Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin,

Rifapentin, Phenobarbital, Johanniskraut [

Hypericum perforatum

]) sollen während der

Behandlung vermieden werden, es sei denn, es gibt keine therapeutische Alternative.

In einer separaten klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden

Probanden hatte die gleichzeitige Anwendung von Ketoconazol, einem starken CYP3A4-

Inhibitor, keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Abirateron.

Potenzieller Einfluss auf die Exposition von anderen Arzneimitteln

Abirateron ist ein Inhibitor der Arzneimittel-metabolisierenden Leberenzyme CYP2D6

und CYP2C8.

In einer Studie, die die Wirkung von Abirateronacetat (plus Prednison) auf eine

Einzeldosis des CYP2D6-Substrats Dextromethorphan untersuchte, war die systemische

Exposition mit Dextromethorphan (AUC) um etwa 2,9-fach erhöht. Die AUC

für

Dextrorphan, dem aktiven Metaboliten von Dextromethorphan, stieg um ca. 33% an.

Vorsicht ist geboten bei Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die durch CYP2D6

aktiviert oder metabolisiert werden, insbesondere bei Arzneimitteln mit enger

therapeutischer Breite. Bei Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite, die durch

CYP2D6 metabolisiert werden, soll eine Reduzierung der Dosis in Betracht gezogen

werden. Arzneimittel, die durch CYP2D6 metabolisiert werden, sind beispielsweise

Metoprolol, Propranolol, Desipramin, Venlafaxin, Haloperidol, Risperidon, Propafenon,

Flecainid, Codein, Oxycodon und Tramadol (die drei letzten Arzneimittel benötigen

CYP2D6, um ihre aktiven analgetisch wirksamen Metaboliten zu bilden).

In einer CYP2C8-Arzneimittel-Interaktionsstudie mit gesunden Probanden war die AUC

von Pioglitazon bei gleichzeitiger Gabe einer 1.000 mg-Einzeldosis Abirateronacetat um

46% erhöht und die AUCs von M-III und M-IV, den aktiven Metaboliten von

Pioglitazon, jeweils um 10% verringert.

Patienten sollen auf Anzeichen einer Toxizität in Verbindung mit einem CYP2C8-

Substrat mit enger therapeutischer Breite überwacht werden, wenn dieses gleichzeitig

angewendet wird. Beispiele für Arzneimittel, die über CYP2C8 metabolisiert werden,

sind unter anderem Pioglitazon und Repaglinid (siehe Abschnitt 4.4).

In vitro

zeigten die Hauptmetabolite Abirateron-Sulfat und N-Oxid-Abirateron-Sulfat

eine Hemmung des hepatischen Aufnahmetransporters OATP1B1, was infolgedessen zu

einem Anstieg der Konzentrationen von Arzneimitteln führen kann, die durch OATP1B1

eliminiert werden. Es liegen keine klinischen Daten vor, die eine Transporter-basierte

Interaktion bestätigen.

Anwendung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern

Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist bei

gleichzeitiger Anwendung von Abirateron mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das

QT-Intervall verlängern, oder mit Arzneimitteln, die Torsade de Pointes induzieren

können, wie Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin, Disopyramid) oder der Klasse

III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Methadon, Moxifloxacin,

Antipsychotika etc., Vorsicht geboten.

Anwendung mit Spironolacton

Spironolacton bindet an den Androgenrezeptor und kann die Serumlevel des

prostataspezifischen Antigens (PSA) erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung mit

Abirateron wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).

3.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Abirateron in der Schwangerschaft beim

Menschen vor. Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen

Alter bestimmt.

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Es ist nicht bekannt, ob Abirateron oder seine Metabolite im Sperma vorhanden sind. Ein

Kondom ist erforderlich, wenn der Patient mit einer schwangeren Frau sexuell aktiv ist.

Hat der Patient Geschlechtsverkehr mit einer Frau im gebärfähigen Alter, ist sowohl ein

Kondom als auch eine andere zuverlässige Verhütungsmethode erforderlich.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt

5.3).

Schwangerschaft

Abirateron ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt und ist kontraindiziert bei

Frauen, die schwanger sind oder sein könnten (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).

Stillzeit

Abirateron ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.

Fertilität

Abirateron beeinträchtigte die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten. Diese Effekte

waren jedoch vollständig reversibel (siehe Abschnitt 5.3).

3.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Abirateron hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

3.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Analyse der Nebenwirkungen aus kombinierten Phase-III-Studien mit Abirateron

zeigte folgende Nebenwirkungen bei ≥10% der Patienten: periphere Ödeme,

Hypokaliämie, Hypertonie, Harnwegsinfektion und Anstieg der Alaninaminotransferase

(ALT) und/oder Anstieg der Aspartataminotransferase (AST).

Sonstige wichtige Nebenwirkungen schließen Herzerkrankungen, Hepatotoxizität,

Frakturen und allergische Alveolitis ein.

Abirateron kann als pharmakodynamische Folge seines Wirkmechanismus zu Hypertonie,

Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention führen. In Phase-III-Studien wurden die

erwarteten mineralkortikoiden Nebenwirkungen häufiger bei Patienten beobachtet, die

mit Abirateronacetat behandelt wurden, als bei Patienten der Placebo-Gruppe:

Hypokaliämie bei 18% gegenüber 8%, Hypertonie bei 22% gegenüber 16% und

Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) bei 23% gegenüber 17%. Bei mit

Abirateronacetat behandelten Patienten gegenüber mit Placebo behandelten Patienten

wurden bei 6% gegenüber 1% Hypokaliämie der CTCAE-Schweregrade 3 und 4 (Version

4.0), bei 7% gegenüber 5% Hypertonie der CTCAE-Schweregrade 3 und 4 (Version 4.0)

sowie bei 1% gegenüber 1% Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) der Schweregrade 3

und 4 beobachtet. Mineralkortikoide Wirkungen konnten im Allgemeinen erfolgreich

medizinisch behandelt werden. Die gleichzeitige Anwendung eines Kortikosteroids

verringert die Inzidenz und die Schwere dieser Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.4).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Studien mit Patienten mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom, die mit

einem LHRH-Analogon behandelt wurden oder bei denen vorher eine Orchiektomie

durchgeführt worden war, wurde Abirateron in einer Dosierung von 1.000 mg täglich in

Kombination mit niedrig dosiertem Prednison oder Prednisolon (entweder 5 oder 10 mg

täglich, je nach Indikation) gegeben.

Im Folgenden werden die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach

Markteinführung beobachtet wurden, nach ihrer Häufigkeit aufgeführt. Bei den

Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10);

häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000);

sehr selten (<1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

In jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen in abnehmendem

Schweregrad dargestellt.

Tabelle 1: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach Markteinführung

aufgetreten sind

Systemorganklasse

Nebenwirkung und Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Sehr häufig: Harnwegsinfektion

Häufig: Sepsis

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: anaphylaktische

Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Nebenniereninsuffizienz

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypokaliämie

Häufig: Hypertriglyceridämie

Herzerkrankungen

Häufig: Herzinsuffizienz*, Angina

Pectoris, Vorhofflimmern, Tachykardie

Gelegentlich: andere Arrhythmien

Nicht bekannt: Myokardinfarkt, QT-

Verlängerung (siehe Abschnitte 4.4 und

4.5)

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: Hypertonie

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Selten: allergische Alveolitis

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Diarrhö

Häufig: Dyspepsie

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: erhöhte

Alaninaminotransferase und/oder erhöhte

Aspartataminotransferase

Selten: fulminante Hepatitis, akutes

Leberversagen

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Myopathie,

Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Niere und der

Harnwege

Häufig: Hämaturie

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: periphere Ödeme

Verletzung, Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufig: Frakturen**

* Herzinsuffizienz umfasst auch kongestive Herzinsuffizienz, linksventrikuläre Dysfunktion und

verminderte Ejektionsfraktion

** Frakturen beinhalten Osteoporose sowie alle Frakturen mit Ausnahme der pathologischen

Frakturen

Nebenwirkungsmeldungen nach Markteinführung

Erhöhte Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase umfasst erhöhte

ALT, erhöhte AST und abnormale Leberfunktion.

Die folgenden Nebenwirkungen des CTCAE-Schweregrades 3 (Version 4.0) traten bei

Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, auf: Hypokaliämie 5%,

Harnwegsinfektion 2%, erhöhte Alaninaminotransferase und/oder erhöhte

Aspartataminotransferase 4%, Hypertonie 6%, Frakturen 2%, periphere Ödeme 1%,

Herzinsuffizienz 1% und Vorhofflimmern 1%. Im CTCAE-Schweregrad 3 (Version 4.0)

traten bei <1% der Patienten Hypertriglyceridämie und Angina Pectoris auf. Im CTCAE-

Schweregrad 4 (Version 4.0) traten bei <1% der Patienten Harnwegsinfektion, erhöhte

Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase, Hypokaliämie,

Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Frakturen auf.

In der hormonsensitiven Population (Studie 3011) wurde eine höhere Inzidenz für

Hypertonie und Hypokaliämie beobachtet. Bei 36,7% der Patienten der hormonsensitiven

Population wurde über Hypertonie berichtet (Studie 3011) im Vergleich zu 11,8% bzw.

20,2% in den Studien 301 und 302.

Hypokaliämie wurde bei 20,4% der Patienten der hormonsensitiven Population

beobachtet (Studie 3011) im Vergleich zu 19,2% bzw. 14,9% in den Studien 301 und

302.

Inzidenz und Schweregrad der Nebenwirkungen waren höher in der Subgruppe der

Patienten mit einem initialen ECOG-Performance-Status Grad 2 sowie auch bei älteren

Patienten (≥75 Jahre).

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Kardiovaskuläre Reaktionen

Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch signifikanter Herzerkrankung im

Sinne eines Myokardinfarktes, eines arteriellen thrombotischen Ereignisses in den letzten

6 Monaten, einer schweren oder instabilen Angina, einer Herzinsuffizienz der NYHA-

Klasse III oder IV (Studie 301) oder einer Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien

3011 und 302) oder einer kardialen Ejektionsfraktion von <50% waren von den drei

Phase-III-Studien ausgeschlossen. Alle eingeschlossenen Patienten (aktiv behandelte und

mit Placebo behandelte Patienten) erhielten eine begleitende Androgenentzugstherapie,

vorwiegend unter Verwendung von LHRH-Analoga, die mit Diabetes, Myokardinfarkt,

zerebrovaskulären Ereignissen und plötzlichem Herztod in Verbindung gebracht wird.

Die Inzidenz für kardiovaskuläre Nebenwirkungen in den Phase-III-Studien bei Patienten,

die Abirateronacetat eingenommen haben, verglichen mit Patienten, die Placebo

eingenommen haben, war wie folgt: Vorhofflimmern 2,6% vs. 2,0%, Tachykardie 1,9%

vs. 1,0%, Angina Pectoris 1,7% vs. 0,8%, Herzinsuffizienz 0,7% vs. 0,2% und

Arrhythmie 0,7% vs. 0,5%.

Hepatotoxizität

Bei Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, wurde über Hepatotoxizität mit

erhöhten Werten für ALT, AST und Gesamt-Bilirubin berichtet. In klinischen Phase-III-

Studien wurde von Hepatotoxizität Grad 3 und 4 (bzw. ALT- oder AST-Anstieg von >5-

fach ULN oder Bilirubin-Anstieg von >1,5-fach ULN), typischerweise während der

ersten 3 Monate nach Behandlungsbeginn, bei ungefähr 6% der Patienten berichtet, die

Abirateronacetat erhielten. In Studie 3011 trat Hepatotoxizität Grad 3 oder 4 bei 8,4% der

mit Abirateron behandelten Patienten auf. Bei zehn Patienten, die Abirateron erhielten,

kam es wegen Hepatotoxizität zum Behandlungsabbruch; bei zwei lag eine

Hepatotoxizität Grad 2 vor, bei sechs lag eine Hepatotoxizität Grad 3 vor und bei zwei

lag eine Hepatotoxizität Grad 4 vor. Kein Patient verstarb in der Studie 3011 aufgrund

von Hepatotoxizität. In den klinischen Phase-III-Studien traten erhöhte Leberwerte eher

bei den Patienten mit erhöhten ALT- oder AST-Ausgangswerten auf als bei den Patienten

mit normalen Ausgangswerten. Wenn um >5-fach ULN erhöhte ALT- oder AST-Werte

oder um >3-fach ULN erhöhte Bilirubinwerte gemessen wurden, wurde die Gabe von

Abirateronacetat ausgesetzt oder abgebrochen. In zwei Fällen kam es zu deutlich

erhöhten Leberwerten (siehe Abschnitt 4.4). Diese zwei Patienten mit einer normalen

Baseline-Leberfunktion entwickelten eine Erhöhung der ALT- oder AST-Werte um 15-

bis 40-fach ULN und der Bilirubin-Werte um 2- bis 6-fach ULN. Nach Absetzen der

Behandlung normalisierten sich die Leberwerte bei beiden Patienten und ein Patient

wurde erneut behandelt, ohne dass die erhöhten Werte noch einmal auftraten. In Studie

302 wurden bei 35 (6,5%) Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden,

Erhöhungen der ALT- oder AST-Werte beobachtet. Erhöhungen der Aminotransferase

zeigten sich bei allen bis auf 3 Patienten rückläufig (2 mit neuen multiplen

Lebermetastasen und 1 mit Erhöhung des AST-Wertes ungefähr 3 Wochen nach der

letzten Abirateronacetat-Dosis). In klinischen Phase-III-Studien wurde über ein Absetzen

der Behandlung aufgrund von Erhöhungen der ALT- und AST-Werte oder abnormaler

Leberfunktion bei 1,1% der mit Abirateronacetat behandelten Patienten sowie bei 0,6%

der mit Placebo behandelten Patienten berichtet; es wurde über keine Todesfälle aufgrund

hepatotoxischer Ereignisse berichtet.

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