Abevmy

Europäische Union - Deutsch - EMA (European Medicines Agency)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-1970

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-01-1970

Wirkstoff:
Bevacizumab
Verfügbar ab:
Mylan IRE Healthcare Limited
ATC-Code:
L01XC07
INN (Internationale Bezeichnung):
bevacizumab
Therapiegruppe:
Antineoplastische Agenten,
Therapiebereich:
Colorectal Neoplasms; Breast Neoplasms; Ovarian Neoplasms; Fallopian Tube Neoplasms; Peritoneal Neoplasms; Carcinoma, Non-Small-Cell Lung; Carcinoma, Renal Cell; Uterine Cervical Neoplasms
Anwendungsgebiete:
Abevmy in combination with fluoropyrimidine-based chemotherapy is indicated for treatment of adult patients with metastatic carcinoma of the colon or rectum. Abevmy in combination with paclitaxel is indicated for first-line treatment of adult patients with metastatic breast cancer. Weitere Informationen zum Status des humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors 2 (HER2) finden Sie in Abschnitt 5. Abevmy in combination with capecitabine is indicated for first-line treatment of adult patients with metastatic breast cancer in whom treatment with other chemotherapy options including taxanes or anthracyclines is not considered appropriate. Patients who have received taxane and anthracycline containing regimens in the adjuvant setting within the last 12 months should be excluded from treatment with Abevmy in combination with capecitabine. Weitere Informationen zum HER2-Status finden Sie in Abschnitt 5. Abevmy, in addition to platinum-based chemotherapy, is indicated for first-line treatment of adult patients with
Berechtigungsstatus:
Autorisiert
Zulassungsnummer:
EMEA/H/C/005327
Berechtigungsdatum:
2021-04-21
EMEA-Code:
EMEA/H/C/005327

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01-01-1970

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B. PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Abevmy 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Bevacizumab

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Abevmy und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie beachten, bevor Ihnen Abevmy gegeben wird?

Wie wird Abevmy gegeben?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Abevmy aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Abevmy und wofür wird es angewendet?

Abevmy enthält den wirksamen Bestandteil Bevacizumab, einen humanisierten monoklonalen

Antikörper (ein bestimmter Eiweißstoff, der normalerweise vom Immunsystem gebildet wird, um den

Körper vor Infektionen und Krebs zu schützen). Bevacizumab bindet selektiv an ein Protein mit der

Bezeichnung „Human Vascular Endothelial Growth Factor“ (VEGF), ein menschlicher

Gefäßwachstumsfaktor, der im Inneren der Blut- und Lymphgefäße des Körpers vorkommt. Das

Protein VEGF bewirkt das Wachstum der Blutgefäße in einem Tumor, die wiederum den Tumor mit

Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Sobald sich jedoch Bevacizumab an VEGF angelagert hat, wird

das Tumorwachstum verhindert, indem das Wachstum der Blutgefäße blockiert wird, die den Tumor

mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen.

Abevmy ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem

Dickdarmkrebs, d. h. des Krebses im Dick- oder Enddarm, angewendet wird. Abevmy wird in

Kombination mit einer Chemotherapie-Behandlung angewendet, die ein Arzneimittel aus der

Wirkstoffgruppe der Fluoropyrimidine enthält.

Abevmy wird ebenfalls zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem Brustkrebs

angewendet. In diesem Fall wird Abevmy zusammen mit einer Chemotherapie mit den Wirkstoffen

Paclitaxel oder Capecitabin angewendet.

Abevmy wird auch zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-

kleinzelligem Lungenkrebs angewendet. Abevmy wird in diesem Fall zusammen mit einer

platinhaltigen Chemotherapie angewendet.

Abevmy wird auch zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-

kleinzelligem Lungenkrebs angewendet, wenn die Krebszellen eine bestimmte Mutation eines

Proteins, dem epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) haben. Abevmy wird in diesem Fall

zusammen mit Erlotinib angewendet.

Abevmy wird des Weiteren zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem

Nierenkrebs angewendet. In diesem Fall wird Abevmy zusammen mit einem anderen Arzneimittel mit

dem Wirkstoff Interferon angewendet.

Abevmy wird ebenfalls zur Erstbehandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem

Eierstock- oder Eileiterkrebs oder primärem Bauchfellkrebs angewendet. Bei der Anwendung bei

Patienten mit Eierstock- oder Eileiterkrebs oder primärem Bauchfellkrebs wird Abevmy in

Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel angewendet.

Bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem epithelialen Eierstockkrebs, Eileiterkrebs oder

primärem Bauchfellkrebs, deren Erkrankung nach Ablauf von wenigstens 6

Monaten seit der letzten

Behandlung mit einer platinhaltigen Chemotherapie wieder aufgetreten ist, wird Abevmy in

Kombination mit Carboplatin und Gemcitabin oder mit Carboplatin und Paclitaxel angewendet.

Bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem epithelialen Eierstockkrebs, Eileiterkrebs oder

primärem Bauchfellkrebs, deren Erkrankung bis zu 6 Monate nach der letzten Behandlung mit einer

platinhaltigen Chemotherapie wieder aufgetreten ist, wird Abevmy in Kombination mit Paclitaxel,

Topotecan oder pegyliertem liposomalen Doxorubicin angewendet.

Abevmy wird auch zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Gebärmutterhalskrebs

angewendet, wenn die Erkrankung andauert, wieder aufgetreten oder metastasiert ist. Abevmy wird in

Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin verabreicht, oder alternativ mit Paclitaxel und Topotecan bei

Patienten, die keine platinhaltige Therapie erhalten können.

2.

Was sollten Sie beachten, bevor Ihnen Abevmy gegeben wird?

Sie sollten Abevmy nicht erhalten, wenn

Sie allergisch gegen Bevacizumab oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Sie allergisch gegen CHO-Zellprodukte (CHO = Chinese Hamster Ovary, Eizellen des

chinesischen Hamsters) oder andere rekombinante humane oder humanisierte Antikörper sind.

Sie schwanger sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Abevmy erhalten.

Abevmy kann das Risiko erhöhen, Löcher in der Darmwand zu entwickeln. Wenn Sie

Erkrankungen haben, die eine Entzündung im Bauchraum hervorrufen (z. B. Divertikulitis,

Magengeschwüre, Entzündungen des Dickdarmes nach einer Chemotherapie), wenden Sie sich

an Ihren Arzt.

Abevmy kann das Risiko erhöhen, eine anormale Verbindung oder einen Durchlass zwischen

zwei Organen oder Gefäßen zu entwickeln. Das Risiko, dass sich Verbindungen zwischen der

Vagina und Teilen des Darms bilden, kann erhöht sein, wenn Sie einen andauernden,

wiederaufgetretenen oder metastasierten Gebärmutterhalskrebs haben.

Dieses Arzneimittel kann das Risiko für Blutungen oder Wundheilungsstörungen nach einer

Operation erhöhen. Wenn bei Ihnen in nächster Zeit eine Operation ansteht, wenn Sie sich in

den letzten 28 Tagen einer größeren Operation unterzogen haben oder wenn Sie eine noch nicht

verheilte Operationswunde haben, sollen Sie dieses Arzneimittel nicht erhalten.

Abevmy kann das Risiko für die Entwicklung schwerwiegender Infektionen der Haut oder unter

der Haut liegender, tieferer Schichten erhöhen, insbesondere wenn Sie schon einmal Löcher in

der Darmwand oder Probleme bei der Wundheilung hatten.

Abevmy kann die Häufigkeit des Auftretens von Bluthochdruck erhöhen. Wenn Sie unter

Bluthochdruck leiden, der mit blutdrucksenkenden Mitteln nicht ausreichend beherrscht wird,

wenden Sie sich an Ihren Arzt, da es wichtig ist, vor Beginn der Abevmy Behandlung

sicherzustellen, dass Ihr Blutdruck eingestellt ist.

Wenn Sie ein Aneurysma (Erweiterung und Schwächung einer Blutgefäßwand) oder einen

Einriss in einer Blutgefäßwand haben oder hatten.

Dieses Arzneimittel erhöht das Risiko, dass Sie Eiweiß im Urin haben, insbesondere wenn Sie

bereits unter Bluthochdruck leiden.

Das Risiko, dass sich Blutgerinnsel in Ihren Arterien (bestimmte Blutgefäße) bilden, kann

steigen, wenn Sie älter als 65 Jahre alt sind, wenn Sie unter Diabetes leiden oder wenn sich in

Ihren Arterien schon einmal Blutgerinnsel gebildet haben. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt,

da Blutgerinnsel zu Herzattacken und Schlaganfall führen können.

Abevmy kann auch das Risiko erhöhen, dass Blutgerinnsel in Ihren Venen (eine bestimmte Art

von Blutgefäßen) entstehen.

Dieses Arzneimittel kann zu Blutungen führen, insbesondere tumorbedingten Blutungen. Bitte

wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie oder einer Ihrer Angehörigen an Blutungsproblemen

leiden oder wenn Sie blutverdünnende Arzneimittel einnehmen.

Abevmy kann Blutungen in Ihrem Gehirn oder um Ihr Gehirn herum verursachen. Bitte wenden

Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie eine metastasierende Krebserkrankung haben, die Ihr Gehirn

beeinträchtigt.

Abevmy kann das Risiko für Blutungen in Ihrer Lunge erhöhen, einschließlich blutigem Husten

oder blutigem Speichel. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn das bei Ihnen schon einmal

aufgetreten ist.

Abevmy kann das Risiko erhöhen, eine Herzschwäche zu entwickeln. Es ist wichtig, dass Ihr

Arzt weiß, ob Sie bereits einmal mit Anthracyclinen (z. B. Doxorubicin, einer besonderen Art

von Chemotherapie zur Behandlung einiger Krebsarten) behandelt wurden oder wenn Ihr

Brustkorb einer Strahlentherapie ausgesetzt wurde oder wenn Sie unter einer Herzerkrankung

leiden.

Dieses Arzneimittel kann Infektionen und eine Verringerung der Anzahl Ihrer Neutrophilen

verursachen (bestimmte Blutzellen, die zum Schutz vor Bakterien wichtig sind).

Abevmy kann allergische und/oder infusionsbedingte Reaktionen verursachen (Reaktionen, die

mit der Injektion des Arzneimittels in Zusammenhang stehen). Bitte wenden Sie sich an Ihren

Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie in der Vergangenheit nach einer

Injektion schon einmal Probleme hatten. Diese schließen Schwindel/Gefühl ohnmächtig zu

werden, Kurzatmigkeit, Schwellungen oder Hautausschlag ein.

Eine seltene neurologische Nebenwirkung, ein sogenanntes posteriores reversibles

Enzephalopathie-Syndrom (PRES), wurde mit der Behandlung mit Abevmy in Verbindung

gebracht. Wenn Sie unter Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verwirrtheit oder Krampfanfällen mit

oder ohne hohen Blutdruck leiden, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Bitte wenden Sie sich auch dann an Ihren Arzt, wenn eine dieser oben genannten Aussagen nur in der

Vergangenheit zugetroffen hat.

Vor oder während der Behandlung mit Abevmy:

Wenn Sie Schmerzen im Mund, an Zähnen und/oder im Kiefer, Schwellungen oder wunde

Stellen im Mund, ein Taubheits- oder Schweregefühl im Kiefer oder Zahnlockerungen haben

oder hatten, informieren Sie umgehend Ihren Arzt und Ihren Zahnarzt.

Wenn Sie sich einer invasiven zahnärztlichen Behandlung oder einer Zahnoperation unterziehen

müssen, informieren Sie Ihren Zahnarzt, dass Sie mit Abevmy behandelt werden, insbesondere

wenn Sie ebenfalls eine Injektion von Bisphosphonaten in Ihr Blut erhalten oder erhalten haben.

Es wird Ihnen möglicherweise geraten, eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung vornehmen zu lassen,

bevor Sie mit der Behandlung mit Abevmy beginnen.

Kinder und Jugendliche

Eine Anwendung von Abevmy wird bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen,

da die Sicherheit und der Nutzen in diesen Patientengruppen nicht nachgewiesen sind.

Bei Patienten unter 18 Jahren, die mit Abevmy behandelt wurden, wurde ein Absterben von

Knochengewebe (Osteonekrose) bei anderen Knochen als dem Kieferknochen berichtet.

Anwendung von Abevmy zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben

oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die Kombination von Abevmy mit einem anderen Arzneimittel, Sunitinibmaleat genannt (zur

Behandlung von Nieren- und Magen- oder Darmkrebs verschrieben), kann zu schweren

Nebenwirkungen führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um sicherzugehen, dass Sie diese Arzneimittel

nicht gleichzeitig anwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine platin- oder taxanbasierte Therapie gegen Lungen- oder

metastasierten Brustkrebs anwenden. Diese Therapien können in Kombination mit Abevmy das Risiko

schwerer Nebenwirkungen erhöhen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vor kurzem eine Strahlentherapie erhalten haben oder wenn

Sie diese gegenwärtig bekommen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht anwenden, wenn Sie schwanger sind. Abevmy kann Ihr

ungeborenes Kind schädigen, da es die Bildung neuer Blutgefäße unterbinden kann. Sprechen Sie mit

Ihrem Arzt darüber, welche Methode der Empfängnisverhütung Sie während der Behandlung mit

Abevmy und noch für mindestens 6

Monate nach der letzten Dosis Abevmy anwenden sollen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, während der Behandlung mit diesem

Arzneimittel schwanger werden oder beabsichtigen, in naher Zukunft schwanger zu werden.

Während einer Behandlung mit Abevmy und auch noch mindestens 6

Monate nach der letzten Dosis

von Abevmy dürfen Sie nicht stillen, da Abevmy das Wachstum und die Entwicklung Ihres Kindes

beeinträchtigen kann.

Abevmy kann die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bitte wenden Sie sich für nähere

Informationen an Ihren Arzt.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Für Abevmy wurde kein negativer Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit zum

Bedienen von Werkzeugen oder Maschinen nachgewiesen. Jedoch wurden Schläfrigkeit und

Ohnmacht während der Anwendung von Abevmy beobachtet. Wenn Sie Symptome wahrnehmen, die

Ihr Sehvermögen, Ihre Konzentration oder Ihre Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, fahren Sie nicht

selbst und bedienen Sie keine Maschinen, bis die Symptome verschwinden.

Abevmy enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 4,196 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro

Durchstechflasche zu 4 ml. Dies entspricht 0,21 % der für einen Erwachsenen empfohlenen

maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Dieses Arzneimittel enthält 16,784 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro

Durchstechflasche zu 16 ml. Dies entspricht 0,84 % der für einen Erwachsenen empfohlenen

maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3.

Wie wird Abevmy gegeben?

Dosierung und Häufigkeit der Anwendung

Ihre Abevmy-Dosis richtet sich nach Ihrem Körpergewicht und der Art der zu behandelnden

Krebserkrankung. Die empfohlene Dosis beträgt 5 mg, 7,5 mg, 10 mg oder 15 mg pro Kilogramm

Ihres Körpergewichtes. Ihr Arzt wird Ihnen die Dosis verschreiben, die für Sie richtig ist. Sie erhalten

einmal alle 2 oder 3 Wochen eine Behandlung mit Abevmy. Die Zahl der Infusionen hängt davon ab,

wie Sie auf die Behandlung reagieren. Sie sollten die Therapie fortsetzen, bis Abevmy das

Tumorwachstum nicht länger aufhalten kann. Ihr Arzt wird mit Ihnen darüber sprechen.

Art der Anwendung

Abevmy ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Je nach der Ihnen verschriebenen

Dosis wird ein Teil oder der gesamte Inhalt der Abevmy Durchstechflasche vor der Anwendung mit

Kochsalzlösung verdünnt. Ein Arzt, eine Krankenschwester oder ein Pfleger wird Ihnen diese

verdünnte Abevmy Lösung über eine intravenöse Infusion (über einen Tropf in Ihre Vene) geben. Die

erste Infusion läuft über einen Zeitraum von 90 Minuten. Wenn Sie diese erste Infusion gut vertragen,

kann die nächste Infusion über einen Zeitraum von 60 Minuten gegeben werden. Bei Folgeinfusionen

kann sich dieser Zeitraum auf 30 Minuten verkürzen.

Die Anwendung von Abevmy sollte vorübergehend unterbrochen werden

wenn Sie sehr hohen Blutdruck entwickeln, der eine Behandlung mit blutdrucksenkenden

Mitteln erfordert,

wenn Sie nach Operationen Störungen bei der Wundheilung haben,

wenn Sie operiert werden.

Die Anwendung von Abevmy sollte endgültig abgesetzt werden, wenn Sie Folgendes entwickeln

sehr hohen Blutdruck, der sich nicht mit blutdrucksenkenden Mitteln beherrschen lässt; oder

eine plötzliche, ernstzunehmende Blutdruckerhöhung,

Eiweiß im Urin, begleitet von Schwellungen am Körper,

ein Loch in Ihrer Darmwand,

eine anormale, röhrenartige Verbindung oder einen Durchlass zwischen Luft- und Speiseröhre,

zwischen inneren Organen und der Haut, zwischen der Vagina und Teilen des Darms oder

zwischen anderen Geweben, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind (Fisteln) und

die durch den behandelnden Arzt als schwerwiegend beurteilt wird,

schwerwiegende Infektionen der Haut oder unter der Haut liegender, tieferer Schichten,

ein Blutgerinnsel in den Arterien,

ein Blutgerinnsel in den Blutgefäßen Ihrer Lunge,

irgendeine schwere Blutung.

Wenn bei Ihnen eine größere Menge von Abevmy angewendet wurde, als es sollte

können Sie schwere Migräne bekommen. Sprechen Sie in diesem Fall sofort mit Ihrem Arzt,

Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal.

Wenn bei Ihnen die Anwendung von Abevmy vergessen wurde

Ihr Arzt wird darüber entscheiden, wann Sie die nächste Abevmy-Dosis erhalten werden. Sie

sollten dies mit Ihrem Arzt besprechen.

Wenn Sie die Anwendung von Abevmy abbrechen

Ein Abbruch der Abevmy Behandlung kann die Wirkung auf das Tumorwachstum beenden. Brechen

Sie Ihre Abevmy Behandlung nicht ab, ohne darüber mit Ihrem Arzt zu sprechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Die unten aufgeführten Nebenwirkungen wurden beobachtet, wenn Abevmy zusammen mit einer

Chemotherapie angewendet wurde. Dies bedeutet nicht notwendigerweise, dass diese Nebenwirkungen

direkt eine Folge von Abevmy waren.

Allergische Reaktionen

Teilen Sie Ihrem Arzt oder dem Pflegepersonal umgehend mit, wenn bei Ihnen allergische Reaktionen

auftreten. Die Anzeichen hierfür können sein: Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb; Hitzegefühl,

Rötung oder Ausschlag; Kältegefühl und Schüttelfrost; Übelkeit oder Erbrechen.

Wenn eine der unten genannten Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, sollten Sie unverzüglich

ärztliche Hilfe aufsuchen.

Zu schweren Nebenwirkungen, die sehr häufig auftreten können (können bei mehr als 1 von

10 Patienten auftreten), zählen:

Hoher Blutdruck,

Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Händen oder Füßen,

verringerte Zahl von Blutzellen, einschließlich weißer Blutzellen, welche zur Bekämpfung von

Infektionen dienen (dies kann mit Fieber einhergehen), und Zellen, die die Blutgerinnung

fördern,

Schwächegefühl und Energielosigkeit,

Müdigkeit,

Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Zu schweren Nebenwirkungen, die häufig auftreten können (können bei bis zu 1 von 10 Patienten

auftreten), zählen:

Lochbildung im Darm,

Blutungen, einschließlich Blutungen in der Lunge bei Patienten mit nicht-kleinzelligem

Lungenkrebs,

Verschluss von Arterien durch ein Blutgerinnsel,

Verschluss von Venen durch ein Blutgerinnsel,

Verschluss von Blutgefäßen in der Lunge durch ein Blutgerinnsel,

Verschluss von Venen in den Beinen durch ein Blutgerinnsel,

Herzschwäche,

Wundheilungsstörungen nach einer Operation

Rötung, sich schälende Haut, Empfindlichkeit, Schmerzen oder Blasenbildung an Fingern oder

Füßen,

verringerte Zahl roter Blutzellen,

Kraftlosigkeit,

Magen- und Darmbeschwerden,

Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelschwäche,

trockener Mund zusammen mit Durstgefühl und/oder verringerter oder dunkel gefärbter Urin

Entzündung der Schleimhaut im Mund und Darm, in den Lungen und Atemwegen,

Fortpflanzungsorganen und Harnwegen,

wunde Stellen im Mund und der Speiseröhre, welche schmerzhaft sein können und

Schwierigkeiten beim Schlucken verursachen können,

Schmerzen, einschließlich Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schmerzen im Becken- und im

Analbereich,

Eiteransammlung

Infektionen, insbesondere Blutvergiftung oder Blaseninfektion,

Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Schlaganfall,

Schläfrigkeit,

Nasenbluten,

erhöhte Herzschlagfolge (Puls),

Darmverschluss,

abweichende Harnwerte (Eiweiß im Harn),

Kurzatmigkeit oder niedriger Gehalt an Blutsauerstoff,

Infektionen der Haut oder tieferer Schichten unter der Haut,

Fistel: Eine anormale, röhrenartige Verbindung zwischen inneren Organen und der Haut oder

anderen Geweben, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind, einschließlich

Verbindungen zwischen Vagina und dem Darm bei Patienten mit Gebärmutterhalskrebs.

Zu schweren Nebenwirkungen nicht bekannter Häufigkeit (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar) zählen:

Schwerwiegende Infektionen der Haut oder unter der Haut liegender, tieferer Schichten,

insbesondere wenn Sie schon einmal Löcher in der Darmwand oder Probleme bei der

Wundheilung hatten,

allergische Reaktionen (die Anzeichen hierfür können sein: Atemnot, Rötungen im Gesicht,

Hautausschlag, niedriger oder hoher Blutdruck, Sauerstoffmangel in Ihrem Blut, Schmerzen im

Brustkorb oder Übelkeit/Erbrechen),

negative Auswirkungen auf die Gebärfähigkeit der Frau (siehe Absatz unterhalb der Liste der

Nebenwirkungen für weitere Hinweise),

Hirnleiden mit Symptomen wie epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, Verwirrtheit und

Änderungen des Sehvermögens (posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom [PRES]),

Symptome, die für eine Veränderung der normalen Gehirnfunktion sprechen (Kopfschmerzen,

Änderungen des Sehvermögens, Verwirrtheit oder Krampfanfälle) und hoher Blutdruck,

Erweiterung und Schwächung einer Blutgefäßwand oder Einriss in einer Blutgefäßwand

(Aneurysmen und Arteriendissektionen),

Verstopfung sehr kleiner Blutgefäße in der Niere,

anormal hoher Blutdruck in den Blutgefäßen der Lungen, der die rechte Seite des Herzens mehr

als üblich belastet,

ein Loch in der Trennwand aus Knorpelgewebe zwischen den beiden Nasenlöchern der Nase,

ein Loch im Magen oder Darm,

eine offene wunde Stelle oder ein Loch in der Magenschleimhaut oder im Dünndarm

(Anzeichen hierfür können sein: Bauchschmerzen, Blähgefühl, schwarze, teerartige Stühle oder

Blut im Stuhl bzw. in Erbrochenem),

Blutungen aus dem Enddarm,

Zahnfleischläsionen mit einem freiliegenden Kieferknochen, die nicht heilen und mit Schmerzen

und Entzündungen des umliegenden Gewebes in Zusammenhang stehen können (siehe Absatz

unterhalb der Liste der Nebenwirkungen für weitere Hinweise),

ein Loch in der Gallenblase (Symptome und Anzeichen hierfür können sein: Bauchschmerzen,

Fieber und Übelkeit/Erbrechen).

Wenn eine der unten genannten Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, sollten Sie so bald als

möglich ärztliche Hilfe aufsuchen.

Zu sehr häufigen Nebenwirkungen (können bei mehr als 1 von 10 Patienten auftreten), die jedoch

nicht schwer waren, zählen:

Verstopfung,

Appetitlosigkeit,

Fieber,

Augenbeschwerden, einschließlich erhöhter Tränenbildung,

Veränderungen der Sprechweise,

verändertes Geschmacksempfinden,

laufende Nase,

trockene Haut, schuppende und entzündete Haut, Veränderungen der Hautfarbe,

Gewichtsverlust,

Nasenbluten.

Zu häufigen Nebenwirkungen (können bei bis zu 1 von 10 Patienten auftreten), die jedoch nicht

schwer waren, zählen:

Veränderungen der Stimme und Heiserkeit.

Patienten, die älter als 65 Jahre sind, haben ein erhöhtes Risiko für folgende Nebenwirkungen:

Blutgerinnsel in den Arterien, die zu einem Schlaganfall oder zu einer Herzattacke führen

können,

Abnahme der Zahl der weißen Blutzellen und derjenigen Zellen, die die Blutgerinnung fördern,

Durchfall,

Übelkeit,

Kopfschmerzen,

Erschöpfung,

hoher Blutdruck.

Abevmy kann auch zu Veränderungen bei den Laborwerten führen, die Ihr Arzt erhebt. Dies sind u. a.

eine verringerte Anzahl weißer Blutzellen, insbesondere der Neutrophilen im Blut (eine bestimmte Art

weißer Blutzellen zur Infektionsabwehr), Eiweiß im Urin, erniedrigter Kalium-, Natrium- oder

Phosphorgehalt im Blut (Mineralstoffe), erhöhter Blutzucker, vermehrte alkalische Phosphatase im

Blut (ein Enzym), erhöhtes Serumkreatinin (ein Protein, das mit einem Bluttest gemessen wird, um zu

sehen, wie gut Ihre Nieren funktionieren), Abnahme des Hämoglobins (Träger des Sauerstoffs in den

roten Blutzellen), die schwerwiegend sein kann.

Schmerzen im Mund, an Zähnen und/oder im Kiefer, Schwellungen und wunde Stellen im Mund,

Taubheits- und Schweregefühl im Kiefer oder Zahnlockerungen. Dies können Anzeichen und

Symptome einer Knochenschädigung im Kiefer (Osteonekrose) sein. Informieren Sie Ihren Arzt und

Ihren Zahnarzt umgehend, wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt.

Bei Frauen vor der Menopause (Frauen mit Monatsblutung) kann es zu unregelmäßigen

Monatsblutungen oder einem Ausbleiben der Monatsblutung kommen und die Fruchtbarkeit kann

beeinträchtigt sein. Wenn Sie Kinder bekommen möchten, sollten Sie deshalb vor Beginn Ihrer

Behandlung mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

Abevmy wurde für die Behandlung von Krebserkrankungen durch Einspritzen in die Blutbahn

entwickelt und wird dafür hergestellt. Es wurde nicht zum Einspritzen ins Auge entwickelt oder

hergestellt und ist deshalb für diese Art der Anwendung nicht zugelassen. Wenn Abevmy direkt ins

Auge gespritzt wird (nicht zugelassene Anwendung), sind die folgenden Nebenwirkungen möglich:

Infektion oder Entzündung des Augapfels,

Rötung des Auges, Sehen von kleinen Flecken oder Punkten („Mückensehen“),

Augenschmerzen,

Sehen von Lichtblitzen zusammen mit „Mückensehen“, fortschreitend bis hin zu teilweisem

Sehverlust,

erhöhter Augendruck,

Blutungen im Auge.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das in Anhang V

aufgeführte nationale

Meldesystem anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Abevmy aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett der Durchstechflasche

nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2 °C–8 °C).

Nicht einfrieren.

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Die Infusionslösungen sind unmittelbar nach dem Verdünnen anzuwenden. Sie dürfen Abevmy nicht

verwenden, wenn Sie Schwebstoffteilchen oder eine Verfärbung der Lösung bemerken.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Abevmy enthält

Der Wirkstoff ist: Bevacizumab. Jeder ml Konzentrat enthält 25 mg Bevacizumab, entsprechend

1,4 mg/ml bis 16,5 mg/ml bei Verdünnung gemäß Empfehlung.

Jede Durchstechflasche zu 4 ml enthält 100 mg Bevacizumab, entsprechend 1,4 mg/ml bei

Verdünnung gemäß Empfehlung.

Jede Durchstechflasche zu 16 ml enthält 400 mg Bevacizumab, entsprechend 16,5 mg/ml bei

Verdünnung gemäß Empfehlung.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumphosphat, Trehalose-Dihydrat (Ph. Eur.), Polysorbat 20

und Wasser für Injektionszwecke. Siehe Abschnitt 2 „Abevmy enthält Natrium“.

Wie Abevmy aussieht und Inhalt der Packung

Abevmy ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Das Konzentrat ist eine klare bis

leicht opalisierende, farblose bis schwach-braune Flüssigkeit und frei von sichtbaren Partikeln in einer

Glasflasche mit einem Gummistopfen. Die Durchstechflaschen zu 4 ml sind in Packungen mit 1 und

5 Durchstechflaschen erhältlich. Die Durchstechflaschen zu 16 ml sind in Packungen mit 1, 2 oder

3 Durchstechflaschen erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Mylan IRE Healthcare Limited

Unit 35/36 Grange Parade

Baldoyle Industrial Estate

Dublin, 13

Irland

ANHANG I

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8.

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Abevmy 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder Milliliter Konzentrat enthält 25 mg Bevacizumab*.

Jede Durchstechflasche zu 4 ml enthält 100 mg Bevacizumab.

Jede Durchstechflasche zu 16 ml enthält 400 mg Bevacizumab.

Zur Verdünnung und sonstige Hinweise zur Handhabung, siehe Abschnitt 6.6.

*Bevacizumab ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler Antikörper, der mittels DNA-

Technologie aus Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) gewonnen wird.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede Durchstechflasche zu 4 ml enthält 4,196 mg Natrium.

Jede Durchstechflasche zu 16 ml enthält 16,784 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).

Klare bis leicht opalisierende, farblose bis schwach braune Flüssigkeit mit einem pH von 5,70 bis

6,40, einer Osmolalität von 0,251 – 0,311 Osmol/kg und frei von sichtbaren Partikeln.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Abevmy wird in Kombination mit einer Chemotherapie auf Fluoropyrimidin-Basis zur Behandlung

von erwachsenen Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom angewendet.

Abevmy wird in Kombination mit Paclitaxel zur

First-Line

-Behandlung von erwachsenen Patienten

mit metastasiertem Mammakarzinom angewendet. Zu weiteren Informationen wie auch zum humanen

epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-Status siehe Abschnitt 5.1.

Abevmy wird in Kombination mit Capecitabin zur

First-Line

-Behandlung von erwachsenen Patienten

mit metastasiertem Mammakarzinom angewendet, bei denen eine Behandlung mit anderen

Chemotherapie-Optionen, einschließlich Taxanen oder Anthracyclinen, als nicht geeignet angesehen

wird. Patienten, die innerhalb der letzten 12 Monate Taxan- und Anthracyclin-haltige Therapieregime

im Rahmen der adjuvanten Behandlung erhalten haben, sollten nicht mit Abevmy in Kombination mit

Capecitabin therapiert werden. Zu weiteren Informationen wie auch zum HER2-Status siehe

Abschnitt 5.1.

Abevmy wird zusätzlich zu einer platinhaltigen Chemotherapie zur

First-Line

-Behandlung von

erwachsenen Patienten mit inoperablem fortgeschrittenem, metastasiertem oder rezidivierendem nicht-

kleinzelligem Bronchialkarzinom, außer bei vorwiegender Plattenepithel-Histologie, angewendet.

Abevmy wird in Kombination mit Erlotinib zur

First-Line

-Behandlung von erwachsenen Patienten mit

inoperablem fortgeschrittenem, metastasiertem oder rezidivierendem nicht-kleinzelligem Nicht-

Plattenepithel-Bronchialkarzinom mit Mutationen, die den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor

(EGFR) aktivieren, angewendet (siehe Abschnitt 5.1).

Abevmy

wird in Kombination mit Interferon alfa-2a zur

First-Line

-Behandlung von erwachsenen

Patienten mit fortgeschrittenem und/oder metastasiertem Nierenzellkarzinom angewendet.

Abevmy wird in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel zur Primärbehandlung von erwachsenen

Patienten mit fortgeschrittenem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem

Peritonealkarzinom in den

International Federation of Gynecology and Obstetrics

[FIGO]-Stadien

IIIB, IIIC und IV angewendet (siehe Abschnitt 5.1.).

Abevmy

wird in Kombination mit Carboplatin und Gemcitabin oder in Kombination mit Carboplatin

und Paclitaxel zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem ersten platinsensitiven Rezidiv

eines epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms

angewendet, die zuvor noch nicht mit Bevacizumab oder mit anderen VEGF-Inhibitoren bzw. auf den

VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen behandelt wurden.

Abevmy wird in Kombination mit Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertem liposomalen Doxorubicin

zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit platinresistentem Rezidiv eines epithelialen

Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms angewendet, die zuvor mit

höchstens zwei Chemotherapien behandelt wurden und die zuvor keine Therapie mit Bevacizumab

oder einem anderen VEGF-Inhibitor bzw. auf den VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen erhalten

haben (siehe Abschnitt 5.1).

Abevmy wird in Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin – oder alternativ mit Paclitaxel und

Topotecan bei Patienten, die keine platinhaltige Therapie erhalten können – zur Behandlung von

erwachsenen Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom

angewendet (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Applikation von Abevmy muss stets unter Aufsicht eines in der Anwendung von

antineoplastischen Arzneimitteln erfahrenen Arztes erfolgen.

Dosierung

Metastasiertes Kolorektalkarzinom

Die empfohlene, als intravenöse Infusion applizierte Abevmy-Dosis beträgt entweder 5 mg/kg oder

10 mg/kg Körpergewicht (KG) einmal alle 2

Wochen oder 7,5 mg/kg oder 15 mg/kg KG einmal alle

3 Wochen.

Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum

Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.

Metastasiertes Mammakarzinom

Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 10 mg/kg KG einmal alle 2 Wochen oder 15 mg/kg KG

einmal alle 3 Wochen als intravenöse Infusion.

Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum

Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

First-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms in

Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie

Abevmy wird über bis zu 6

Behandlungszyklen zusätzlich zu einer platinhaltigen Chemotherapie und

in der Folge bis zum Fortschreiten der Erkrankung als Monotherapie angewendet.

Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 7,5 mg/kg oder 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen als

intravenöse Infusion.

Der klinische Nutzen bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom wurde sowohl mit der

7,5-mg/kg- als auch mit der 15-mg/kg-Dosierung gezeigt (siehe Abschnitt 5.1).

Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum

Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.

First-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms mit EGFR-

aktivierenden Mutationen in Kombination mit Erlotinib

Vor Beginn einer Behandlung mit der Kombination von Abevmy und Erlotinib sollte ein Test auf

EGFR-Mutationen durchgeführt werden. Es ist wichtig, eine gut validierte und robuste Methode zu

wählen, um falsch negative oder falsch positive Bestimmungen zu vermeiden.

Wird Abevmy zusätzlich zu Erlotinib gegeben, beträgt die empfohlene Abevmy-Dosis 15 mg/kg KG

einmal alle 3 Wochen als intravenöse Infusion.

Es wird empfohlen, die Behandlung mit Abevmy zusätzlich zu Erlotinib bis zum Fortschreiten der

Erkrankung fortzuführen.

Zur Dosierung und Art der Anwendung von Erlotinib, beachten Sie bitte die Fachinformation von

Erlotinib.

Fortgeschrittenes und/oder metastasiertes Nierenzellkarzinom

Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 10 mg/kg KG einmal alle 2 Wochen als intravenöse Infusion.

Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum Auftreten

nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.

Epitheliales Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom und primäres Peritonealkarzinom

Primärbehandlung

Abevmy wird über bis zu 6 Behandlungszyklen zusätzlich zu Carboplatin und Paclitaxel und in der

Folge als Monotherapie bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu einem maximalen Zeitraum

von 15 Monaten oder bis zum Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen, je nachdem was

früher eintritt, angewendet.

Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen als intravenöse Infusion.

Behandlung des platinsensitiven Rezidivs

Abevmy wird entweder in Kombination mit Carboplatin und Gemcitabin über 6 und bis zu

10 Behandlungszyklen oder in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel über 6 und bis zu

8 Behandlungszyklen und in der Folge als Monotherapie bis zum Fortschreiten der Erkrankung

angewendet. Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen als

intravenöse Infusion.

Behandlung des platinresistenten Rezidivs

Abevmy wird in Kombination mit einer der folgenden Substanzen verabreicht – Paclitaxel, Topotecan

(wöchentlich verabreicht) oder pegyliertem liposomalen Doxorubicin. Die empfohlene Abevmy-Dosis

beträgt 10 mg/kg KG einmal alle 2 Wochen als intravenöse Infusion. Wird Abevmy in Kombination

mit Topotecan (Verabreichung an den Tagen 1-5, alle 3 Wochen) verwendet, beträgt die empfohlene

Abevmy-Dosis 15 mg/kg Körpergewicht einmal alle 3 Wochen als intravenöse Infusion. Es wird

empfohlen, die Behandlung bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten nicht mehr

tolerierbarer Nebenwirkungen fortzusetzen (siehe Abschnitt 5.1, Studie MO22224).

Zervixkarzinom

Abevmy wird in Kombination mit einem der folgenden Chemotherapie-Schemata verabreicht:

Paclitaxel und Cisplatin oder Paclitaxel und Topotecan.

Die empfohlene Dosis von Abevmy beträgt 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen als intravenöse

Infusion.

Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum

Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen (siehe Abschnitt 5.1).

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei Patienten ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Nierenfunktionsstörung

Es wurden keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

durchgeführt (siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Es wurden keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen

durchgeführt (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab bei Kindern im Alter unter 18 Jahren ist nicht

erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine

Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Es gibt in den Anwendungsgebieten Kolon-, Rektum-, Brust-, Lungen-, Ovarial-, Eileiter-, Peritoneal-,

Zervix- und Nierenkarzinom keinen relevanten Nutzen von Bevacizumab bei Kindern und

Jugendlichen.

Art der Anwendung

Abevmy wird intravenös angewendet. Die initiale Dosis sollte über einen Zeitraum von 90 Minuten

als intravenöse Infusion appliziert werden. Wenn die erste Infusion gut vertragen wird, kann die

zweite Infusion über 60 Minuten erfolgen. Wenn auch die 60-Minuten-Infusion gut vertragen wird,

können alle folgenden Infusionen über 30 Minuten erfolgen.

Abevmy sollte nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion angewendet werden.

Eine Dosisreduktion aufgrund von Nebenwirkungen wird nicht empfohlen. Wenn erforderlich, sollte

die Behandlung entweder dauerhaft abgesetzt oder, wie in Abschnitt 4.4 beschrieben, zeitweilig

ausgesetzt werden.

Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung bzw. vor der Anwendung des Arzneimittels

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6. Abevmy

Infusionslösungen dürfen nicht mit Glucoselösungen gemischt oder zusammen appliziert werden. Das

Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln

gemischt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Überempfindlichkeit gegen CHO-Zellprodukte oder andere rekombinante humane oder

humanisierte Antikörper.

Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert

werden.

Magen-Darm(GI)-Perforationen und Fisteln (siehe Abschnitt 4.8)

Bei Patienten unter Bevacizumab-Behandlung kann das Risiko einer Magen-Darm-Perforation und

einer Gallenblasenperforation erhöht sein. Ein intraabdomineller Entzündungsprozess kann bei

Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom ein Risikofaktor für Magen-Darm-

Perforationen sein. Bei der Behandlung dieser Patienten ist daher Vorsicht geboten. Eine

vorausgegangene Strahlentherapie ist ein Risikofaktor für Gastrointestinal(GI)-Perforationen bei

Patienten, die gegen persistierendes, rezidivierendes oder metastasiertes Zervixkarzinom mit

Bevacizumab behandelt werden. Alle Patienten mit GI-Perforationen erhielten zuvor eine

Strahlentherapie. Bei Patienten, die eine Magen-Darm-Perforation entwickeln, ist die Behandlung

dauerhaft abzusetzen.

GI-vaginale Fisteln in Studie GOG-0240

Patienten, die gegen persistierendes, rezidivierendes oder metastasiertes Zervixkarzinom mit

Bevacizumab behandelt werden, unterliegen einem erhöhten Risiko für Fisteln zwischen der Vagina

und dem GI-Trakt (gastrointestinal-vaginale Fisteln). Eine vorausgegangene Strahlentherapie ist ein

Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von GI-vaginalen Fisteln. Alle Patienten mit GI-vaginalen

Fisteln erhielten zuvor eine Strahlentherapie. Ein Krebsrezidiv im Bereich der vorausgegangenen

Bestrahlung ist ein zusätzlicher wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von GI-vaginalen Fisteln.

Nicht-GI-Fisteln (siehe Abschnitt 4.8)

Bei Anwendung von Bevacizumab besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Fisteln.

Bei Patienten mit ösophagotrachealen Fisteln oder anderen Fisteln vom Grad 4 gemäß der

Common

Terminology Criteria for Adverse Events

(CTCAE) des

National Cancer Institutes

(NCI) (NCI-

CTCAE v.3) der USA muss Bevacizumab dauerhaft abgesetzt werden. Zur Anwendung von

Bevacizumab bei Patienten mit anderen Fisteln liegen nur begrenzte Informationen vor.

Im Falle von inneren Fisteln, die nicht im Gastrointestinaltrakt auftreten, sollte ein Absetzen von

Bevacizumab in Betracht gezogen werden.

Komplikationen der Wundheilung (siehe Abschnitt 4.8)

Bevacizumab kann die Wundheilung beeinträchtigen. Es wurden schwerwiegende Komplikationen bei

der Wundheilung, einschließlich Komplikationen an Anastomosen, mit tödlichem Ausgang berichtet.

Die Behandlung soll frühestens 28 Tage nach einem größeren operativen Eingriff oder erst nach

völliger Abheilung der Operationswunde eingeleitet werden. Bei Patienten, bei denen es unter der

Therapie zu Wundheilungsstörungen kommt, soll die Behandlung bis zum völligen Abheilen der

Wunde abgesetzt werden. Vor einem elektiven Eingriff muss die Therapie abgesetzt werden.

Nekrotisierende Fasziitis, einschließlich tödlicher Fälle, ist bei mit Bevacizumab behandelten

Patienten selten berichtet worden. Diese Erkrankung tritt gewöhnlich sekundär bei

Wundheilungskomplikationen, Magen-Darm-Perforation oder Fistelbildung auf. Bei Patienten, die

eine nekrotisierende Fasziitis entwickeln, soll die Therapie mit Bevacizumab abgebrochen werden und

umgehend eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Hypertonie (siehe Abschnitt 4.8)

Die Inzidenz von Hypertonie war bei Patienten unter Behandlung mit Bevacizumab erhöht. Klinische

Sicherheitsdaten lassen vermuten, dass die Inzidenz der Hypertonie wahrscheinlich dosisabhängig ist.

Eine vorbestehende Hypertonie sollte vor Beginn der Behandlung mit Bevacizumab angemessen

eingestellt werden. Zur Wirkung von Bevacizumab bei Patienten mit nicht eingestellter Hypertonie

zum Zeitpunkt der Einleitung der Behandlung liegen keine Erkenntnisse vor. Während der Therapie

sollte der Blutdruck generell überwacht werden.

In den meisten Fällen konnte die Hypertonie durch eine individuell angepasste, blutdrucksenkende

Standardbehandlung angemessen eingestellt werden. Bei Patienten, die eine cisplatinhaltige

Chemotherapie erhalten, wird die Gabe von Diuretika zur Einstellung der Hypertonie nicht empfohlen.

Wenn eine medizinisch bedeutsame Hypertonie nicht angemessen durch eine blutdrucksenkende

Behandlung eingestellt werden kann oder wenn der Patient eine hypertensive Krise oder eine

hypertensive Enzephalopathie entwickelt, ist Bevacizumab dauerhaft abzusetzen.

Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) (siehe Abschnitt 4.8)

Es liegen seltene Berichte von mit Bevacizumab behandelten Patienten vor, die Zeichen und

Symptome eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) entwickelten. Hierbei

handelt es sich um eine seltene neurologische Störung, die sich unter anderem in folgenden Anzeichen

und Symptomen äußern kann: epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, veränderter Geisteszustand,

Sehstörungen oder kortikale Erblindung, mit oder ohne assoziierte Hypertonie. Die Diagnose eines

PRES muss durch bildgebende Verfahren, vorzugsweise eine Magnetresonanztomographie (MRT),

bestätigt werden. Bei Patienten, die ein PRES entwickeln, wird eine Behandlung der spezifischen

Symptome einschließlich Blutdruckkontrolle empfohlen. Außerdem sollte Bevacizumab abgesetzt

werden. Zur Sicherheit einer erneuten Anwendung von Bevacizumab bei Patienten, die bereits früher

ein PRES entwickelt haben, liegen keine Erkenntnisse vor

Proteinurie (siehe Abschnitt 4.8)

Bei Patienten mit Hypertonie in der Anamnese liegt möglicherweise ein erhöhtes Risiko vor, unter

Bevacizumab-Therapie eine Proteinurie zu entwickeln. Es gibt Hinweise darauf, dass unter

Bevacizumab-Therapie dosisabhängig eine Proteinurie aller Schweregrade gemäß der

Common

Terminology Criteria for Adverse Events

(CTCAE v.3) des

National Cancer Institutes

(NCI) der USA

auftreten kann. Vor Beginn und im Verlauf der Behandlung wird die Überwachung des Proteins im

Urin mittels Urin-Teststreifen empfohlen. Eine Grad-4-Proteinurie (nephrotisches Syndrom) wurde bei

bis zu 1,4 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten beobachtet. Bei Auftreten eines

nephrotischen Syndroms (NCI-CTCAE v.3) soll die Therapie dauerhaft abgesetzt werden.

Arterielle Thromboembolie (siehe Abschnitt 4.8)

In klinischen Studien war die Inzidenz arterieller thromboembolischer Ereignisse einschließlich

zerebrovaskulärer Ereignisse, transitorischer ischämischer Attacken und Myokardinfarkten bei

Patienten unter Bevacizumab-Behandlung in Kombination mit einer Chemotherapie höher als bei

Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden.

Patienten unter Behandlung mit Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie und mit arterieller

Thromboembolie in der Anamnese, Diabetes oder mit einem Lebensalter von über 65

Jahren

unterliegen einem erhöhten Risiko für thromboembolische Nebenwirkungen während der Therapie.

Bei der Behandlung dieser Patienten mit Bevacizumab ist Vorsicht geboten.

Die Behandlung ist bei Auftreten arterieller thromboembolischer Ereignisse dauerhaft abzusetzen.

Venöse Thromboembolie (siehe Abschnitt 4.8)

Während einer Bevacizumab-Behandlung besteht ein Risiko für die Patienten hinsichtlich der

Entwicklung venöser thromboembolischer Nebenwirkungen, einschließlich Lungenembolie.

Patienten, die mit Bevacizumab in Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin gegen persistierendes,

rezidivierendes oder metastasiertes Zervixkarzinom behandelt werden, haben möglicherweise ein

erhöhtes Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse.

Bei Patienten mit lebensbedrohlichen (Grad 4) thromboembolischen Ereignissen, einschließlich

Lungenembolie (NCI-CTCAE v.3), muss Bevacizumab abgesetzt werden. Patienten mit

thromboembolischen Ereignissen vom Grad ≤ 3 (NCI-CTCAE v.3) müssen engmaschig überwacht

werden.

Blutungen

Patienten, die mit Bevacizumab behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Blutungen,

insbesondere tumorassoziierter Blutungen. Bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit

Bevacizumab Blutungen 3. oder 4. Grades (NCI-CTCAE v.3) auftreten, ist die Behandlung mit

Bevacizumab daher dauerhaft abzusetzen (siehe Abschnitt 4.8).

Patienten mit unbehandelten ZNS-Metastasen wurden, gestützt auf bildgebende Verfahren, klinische

Zeichen oder Symptome, routinemäßig aus klinischen Studien mit Bevacizumab ausgeschlossen.

Daher wurde bei diesen Patienten das Risiko von Blutungen im Zentralnervensystem (ZNS) nicht

prospektiv in randomisierten klinischen Studien untersucht (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollen

hinsichtlich klinischer Zeichen und Symptome von ZNS-Blutungen beobachtet werden. Im Falle

intrakranieller Blutungen soll die Bevacizumab-Behandlung abgesetzt werden.

Zum Sicherheitsprofil von Bevacizumab bei Patienten mit angeborenen hämorrhagischen Diathesen,

erworbener Koagulopathie oder bei Patienten, die zur Behandlung einer Thromboembolie vor Beginn

der Bevacizumab-Therapie mit Antikoagulanzien in voller Dosishöhe behandelt wurden, liegen keine

Informationen vor, da diese Patienten von klinischen Studien ausgeschlossen wurden. Die Einleitung

einer Behandlung bei diesen Patienten sollte daher sorgfältig überlegt werden. Jedoch war offenbar bei

Patienten, die unter der Therapie eine Venenthrombose entwickelten, die Häufigkeit von Blutungen

der Schweregrade 3 oder höher (NCI-CTCAE v.3) nicht erhöht, wenn sie gleichzeitig Warfarin in

voller Dosishöhe und Bevacizumab erhielten.

Lungeneinblutung/Bluthusten

Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom, die mit Bevacizumab behandelt wurden, können

dem Risiko schwerwiegender und manchmal tödlich verlaufender Lungeneinblutung/Bluthusten

unterliegen. Patienten mit kürzlich aufgetretener Lungeneinblutung/Bluthusten (> 2,5 ml Blut) dürfen

nicht mit Bevacizumab behandelt werden.

Aneurysmen und Arteriendissektionen

Die Verwendung von VEGF-Signalweg-Hemmern bei Patienten mit oder ohne Hypertonie kann die

Entstehung von Aneurysmen und/oder Arteriendissektionen begünstigen. Vor Beginn der Behandlung

mit Bevacizumab sollte dieses Risiko bei Patienten mit Risikofaktoren wie Hypertonie oder

Aneurysmen in der Vorgeschichte sorgfältig abgewogen werden.

Kongestive Herzinsuffizienz (siehe Abschnitt 4.8)

Fälle von kongestiver Herzinsuffizienz wurden in klinischen Studien berichtet. Die Befunde reichten

von asymptomatischer Abnahme der linksventrikulären Auswurffraktion bis zu symptomatischer

kongestiver Herzinsuffizienz, die eine Behandlung oder Hospitalisierung erforderte. Bei der

Behandlung von Patienten mit klinisch bedeutsamer kardiovaskulärer Erkrankung mit Bevacizumab,

wie z. B. bei vorbestehender koronarer Herzkrankheit oder kongestiver Herzinsuffizienz, ist Vorsicht

geboten.

Die meisten Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz litten unter einem metastasierten

Mammakarzinom und hatten eine vorhergehende Anthracyclin-Behandlung oder eine vorhergehende

Strahlentherapie der linken Brustwand erhalten oder hatten andere Risikofaktoren für eine kongestive

Herzinsuffizienz.

Bei Patienten in der AVF3694g Studie, die zum ersten Mal eine Behandlung mit Anthracyclinen

erhielten, wurde in der Anthracyclin+Bevacizumab-Gruppe kein vermehrtes Auftreten von

kongestiven Herzinsuffizienzen jeglicher Grade beobachtet, im Vergleich zu der Gruppe, die nur mit

Anthracyclinen behandelt wurde. Kongestive Herzinsuffizienzen 3. Grades oder höher traten bei

Patienten, die Bevacizumab zusammen mit einer Chemotherapie erhielten, geringfügig häufiger auf

als bei Patienten, die nur Chemotherapie erhielten. Dies stimmt mit Ergebnissen von Patienten aus

anderen Studien zum metastasierten Mammakarzinom überein, die nicht gleichzeitig mit

Anthracyclinen behandelt wurden (NCI-CTCAE v.3) (siehe Abschnitt 4.8).

Neutropenie und Infektionen (siehe Abschnitt 4.8)

Bei Patienten, die mit einer myelotoxischen Chemotherapie und Bevacizumab behandelt wurden,

wurden im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie erhöhte Inzidenzen von schwerer Neutropenie,

febriler Neutropenie oder Infektion mit oder ohne schwere Neutropenie (einschließlich einiger

Todesfälle) beobachtet. Diese Fälle wurden hauptsächlich bei Kombinationstherapien mit Platin oder

Taxanen zur Behandlung des NSCLC und des metastasierten Mammakarzinoms sowie bei

Kombinationstherapien mit Paclitaxel und Topotecan zur Behandlung von persistierendem,

rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom beobachtet.

Überempfindlichkeits- oder Infusionsreaktionen (siehe Abschnitt 4.8)

Für die Patienten besteht ein Risiko für die Entwicklung von Überempfindlichkeits- oder

Infusionsreaktionen. Eine engmaschige Überwachung des Patienten während und nach der Gabe von

Bevacizumab wird, wie bei allen Infusionen von therapeutischen humanisierten monoklonalen

Antikörpern, empfohlen. Wenn eine Reaktion auftritt, sollte die Infusion abgesetzt und eine

angemessene medizinische Therapie durchgeführt werden. Eine systematische Prämedikation ist nicht

erforderlich.

Kiefernekrose (siehe Abschnitt 4.8)

Bei Krebspatienten unter Bevacizumab Behandlung sind Fälle von Kiefernekrosen berichtet worden.

Die Mehrzahl dieser Patienten wurde vorher oder gleichzeitig intravenös mit Bisphosphonaten

behandelt, was ein bekanntes Risiko für die Entstehung von Kiefernekrosen darstellt. Bei

gleichzeitiger oder aufeinanderfolgender Anwendung von Bevacizumab und intravenösen

Bisphosphonaten ist daher besondere Vorsicht geboten.

Invasive zahnärztliche Eingriffe stellen ebenfalls einen zusätzlichen Risikofaktor dar. Vor Beginn

einer Behandlung mit Bevacizumab sollten eine zahnärztliche Untersuchung und geeignete

zahnmedizinische Vorsorgemaßnahmen erwogen werden. Bei Patienten, die intravenös

Bisphosphonate erhalten oder erhalten haben, sollten invasive zahnärztliche Eingriffe nach

Möglichkeit vermieden werden.

Intravitreale Anwendung

Die Formulierung von Bevacizumab wurde nicht für die intravitreale Anwendung entwickelt.

Augenerkrankungen

Nach nicht zugelassener intravitrealer Anwendung von Bevacizumab, hergestellt aus

Durchstechflaschen für die intravenöse Anwendung bei Krebspatienten, wurden Einzelfälle und

Cluster schwerwiegender unerwünschter Ereignisse am Auge berichtet. Diese umfassten infektiöse

Endophthalmitis, intraokuläre Entzündung wie sterile Endophthalmitis, Uveitis und Vitritis,

Retinaablösung, Riss des retinalen Pigmentepithels, erhöhten intraokulären Druck, intraokuläre

Hämorrhagie wie Glaskörper- oder Retinablutung sowie Bindehautblutung. Einige dieser

Nebenwirkungen führten zu unterschiedlich starken Sehbeeinträchtigungen, einschließlich dauerhafter

Erblindung.

Systemische Wirkungen nach intravitrealer Anwendung

Es wurde gezeigt, dass nach einer intravitrealen Anti-VEGF-Behandlung die Konzentration des

zirkulierenden VEGF abnimmt. Nach intravitrealer Injektion von VEGF-Inhibitoren wurden

systemische unerwünschte Ereignisse einschließlich nicht-okularer Hämorrhagien und arterieller

thromboembolischer Ereignisse berichtet.

Ovarialinsuffizienz/Fertilität

Bevacizumab kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen (siehe Abschnitte 4.6 und 4.8). Deshalb

sollte mit Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn einer Behandlung mit Bevacizumab über

Maßnahmen zur Erhaltung der Fertilität gesprochen werden.

Abevmy enthält Natrium

Abevmy enthält 4,196 mg Natrium pro Durchstechflasche zu 4 ml, entsprechend 0,21 % der von der

World Health Organization (WHO) für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Abevmy enthält 16,784 mg Natrium pro Durchstechflasche zu 16 ml, entsprechend 0,84 % der von der

WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung

von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkung zytostatischer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Bevacizumab

Basierend auf den Ergebnissen von pharmakokinetischen Populationsanalysen wurden keine klinisch

relevanten Wechselwirkungen einer gleichzeitigen Chemotherapie auf die Pharmakokinetik von

Bevacizumab beobachtet. Es bestanden weder statistisch signifikante noch klinisch relevante

Unterschiede in der Bevacizumab-Clearance zwischen Patienten, die mit Bevacizumab allein

behandelt wurden, und Patienten, die Bevacizumab in Kombination mit Interferon alfa-2a, Erlotinib

oder Chemotherapien (5-Fluorouracil/Folinsäure/Irinotecan, 5-Fluorouracil/Folinsäure,

Carboplatin/Paclitaxel, Capecitabin/Doxorubicin oder Cisplatin/Gemcitabin) erhalten hatten.

Wirkung von Bevacizumab auf die Pharmakokinetik anderer zytostatischer Arzneimittel

Es wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Bevacizumab und der

Pharmakokinetik von gleichzeitig verabreichtem Interferon alfa-2a, Erlotinib (und dessen aktivem

Metaboliten OSI-420) oder einer gleichzeitig angewendeten Chemotherapie mit Irinotecan (und

dessen aktivem Metaboliten SN38), Capecitabin, Oxaliplatin (nach Bestimmung des freien und des

gesamten Platingehalts) und Cisplatin beobachtet. Rückschlüsse auf den Einfluss von Bevacizumab

auf die Pharmakokinetik von Gemcitabin können nicht gezogen werden.

Kombinationsbehandlung mit Bevacizumab und Sunitinibmaleat

In zwei klinischen Studien zum metastasierten Nierenzellkarzinom wurde bei 7 von 19 Patienten, die

gleichzeitig mit Bevacizumab (10 mg/kg alle zwei Wochen) und Sunitinibmaleat (50 mg täglich)

behandelt wurden, über das Auftreten einer mikroangiopathischen hämolytischen Anämie (MAHA)

berichtet.

Bei einer MAHA handelt es sich um eine hämolytische Erkrankung, die sich in einer Fragmentierung

roter Blutzellen, Anämie und Thrombozytopenie äußern kann. Darüber hinaus wurden bei einigen

dieser Patienten eine Hypertonie (einschließlich einer hypertensiven Krise), erhöhte Kreatininwerte

und neurologische Symptome beobachtet. Alle diese Befunde waren nach Absetzen von Bevacizumab

und Sunitinibmaleat reversibel (siehe Hypertonie, Proteinurie, PRES

in Abschnitt 4.4).

Kombinationsbehandlung mit platin- oder taxanhaltigen Therapien (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8)

Erhöhte Raten von schweren Neutropenien, febrilen Neutropenien oder Infektionen mit oder ohne

schwere Neutropenie (einschließlich einiger Todesfälle) wurden hauptsächlich bei Patienten

beobachtet, die zur Behandlung eines NSCLC oder metastasierten Mammakarzinoms platin- oder

taxanhaltige Therapien erhielten.

Strahlentherapie

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer gleichzeitigen Anwendung von Strahlentherapie und

Bevacizumab wurde nicht ermittelt.

Monoklonale EGFR-Antikörper in Kombination mit Bevacizumab und Chemotherapie

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Monoklonale EGFR-Antikörper dürfen zur

Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms nicht zusammen mit Bevacizumab-haltigen

Chemotherapie-Schemata angewendet werden. Die Ergebnisse der randomisierten Phase-III-Studien

PACCE und CAIRO-2 bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom lassen im Vergleich zur

alleinigen Anwendung von Bevacizumab plus Chemotherapie auf eine Abnahme des

progressionsfreien Überlebens und/oder des Gesamtüberlebens sowie auf eine Zunahme der

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Abevmy (Bevacizumab)

Übersicht über Abevmy und warum es in der EU zugelassen ist

Was ist Abevmy und wofür wird es angewendet?

Abevmy ist ein Krebsarzneimittel zur Behandlung von Erwachsenen mit folgenden Krebsarten:

Krebs des Kolons (Dickdarms) oder Rektums, der sich auf andere Teile des Körpers ausgebreitet

hat;

Brustkrebs, der sich auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat;

eine Art Lungenkrebs, das sogenannte nichtkleinzellige Lungenkarzinom, der fortgeschritten ist,

sich ausgebreitet hat oder erneut aufgetreten ist und nicht operativ behandelt werden kann.

Abevmy kann zur Behandlung des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms angewendet werden, es sei

denn, der Krebs stammt von Zellen eines als Plattenepithelzellen bezeichneten Typs ab;

Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom), der fortgeschritten ist oder sich ausgebreitet hat;

Eierstockkrebs oder Krebs der zugehörigen Strukturen (des Eileiters, der die Eizelle vom Eierstock

in die Gebärmutter transportiert, und des Bauchfells, der Membran, die den Bauchraum

auskleidet), der fortgeschritten oder nach einer Behandlung erneut aufgetreten ist;

Zervixkrebs (Gebärmutterhalskrebs), der nach einer Behandlung fortbesteht oder erneut

aufgetreten ist oder der sich auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat.

Abevmy wird je nach Art der vorangegangenen Behandlungen und dem Vorliegen von Mutationen

(genetischer Veränderungen) des Krebses, die die Wirksamkeit bestimmter Arzneimittel

beeinträchtigen, in Kombination mit anderen Krebsarzneimitteln angewendet.

Abevmy ist ein „Biosimilar-Arzneimittel“. Dies bedeutet, dass Abevmy einem biologischen Arzneimittel

(dem „Referenzarzneimittel“) sehr ähnlich ist, das bereits in der EU zugelassen ist. Das

Referenzarzneimittel für Abevmy ist Avastin. Weitere Informationen über Biosimilar-Arzneimittel finden

Sie hier

Abevmy enthält den Wirkstoff Bevacizumab.

Abevmy (Bevacizumab)

EMA/133099/2021

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Wie wird Abevmy angewendet?

Abevmy ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich, und die Behandlung sollte von einem Arzt

überwacht werden, der in der Anwendung von Krebsarzneimitteln erfahren ist.

Abevmy wird durch (Tropf-)Infusion in eine Vene gegeben. Die erste Infusion von Abevmy sollte

90 Minuten dauern, nachfolgende Infusionen können jedoch schneller verabreicht werden, wenn die

Nebenwirkungen der vorhergehenden Infusion akzeptabel waren. Die Dosis richtet sich nach dem

Gewicht des Patienten, der zu behandelnden Krebsart und den anderen angewendeten

Krebsarzneimitteln. Die Behandlung wird so lange fortgesetzt, wie der Patient daraus therapeutischen

Nutzen zieht. Der Arzt kann die Behandlung unterbrechen oder abbrechen, wenn beim Patienten

bestimmte Nebenwirkungen auftreten.

Weitere Informationen zur Anwendung von Abevmy entnehmen Sie der Packungsbeilage, oder wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie wirkt Abevmy?

Der Wirkstoff in Abevmy, Bevacizumab, ist ein monoklonaler Antikörper (eine Art Protein), der so

konzipiert wurde, dass er an den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) bindet, ein

Protein, das im Blut zirkuliert und das Wachstum neuer Blutgefäße bewirkt. Durch die Bindung an VEGF

stoppt Abevmy die Wirkung des VEGF. Dadurch wird verhindert, dass der Krebs seine eigene

Blutversorgung entwickelt, sodass die Krebszellen nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen

versorgt werden, was dazu beiträgt, das Tumorwachstum zu hemmen.

Welchen Nutzen hat Abevmy in den Studien gezeigt?

Laborstudien, in denen Abevmy und Avastin verglichen wurden, haben gezeigt, dass der Wirkstoff in

Abevmy dem Wirkstoff in Avastin hinsichtlich Struktur, Reinheit und biologischer Aktivität sehr ähnlich

ist. In den Studien wurde außerdem nachgewiesen, dass die Verabreichung von Abevmy vergleichbare

Konzentrationen des Wirkstoffs im Körper erzeugt wie Avastin.

Darüber hinaus wurde in einer Studie, an der 671 Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligem

Lungenkarzinom teilnahmen, nachgewiesen, dass Abevmy genauso wirksam war wie Avastin, wenn es

mit den Krebsarzneimitteln Paclitaxel und Carboplatin angewendet wurde. Der Krebs sprach bei 42 %

der Patienten, die Abevmy erhielten, und bei 43 % der Patienten, die Avastin erhielten, auf die

Behandlung an, was als vergleichbar erachtet wurde.

Da Abevmy ein Biosimilar-Arzneimittel ist, müssen die Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit von

Bevacizumab, die bereits für Avastin durchgeführt wurden, für Abevmy nicht allesamt wiederholt

werden.

Welche Risiken sind mit Abevmy verbunden?

Die Sicherheit von Abevmy wurde beurteilt, und auf der Grundlage aller durchgeführten Studien

werden die Nebenwirkungen des Arzneimittels als mit denen des Referenzarzneimittels Avastin

vergleichbar angesehen.

Sehr häufige Nebenwirkungen von Bevacizumab (die mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen können)

sind Hypertonie (Bluthochdruck), Müdigkeit oder Asthenie (Schwäche), Durchfall und abdominale

Schmerzen (Bauchschmerzen). Die schwersten Nebenwirkungen sind gastrointestinale Perforationen

(Magen-Darm-Durchbrüche), Hämorrhagie (Blutungen) sowie arterielle Thromboembolie (Blutgerinnsel

Abevmy (Bevacizumab)

EMA/133099/2021

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in den Arterien). Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Abevmy berichteten

Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Abevmy darf nicht bei Patienten angewendet werden, die überempfindlich (allergisch) gegen

Bevacizumab, einen der sonstigen Bestandteile oder Produkte aus Eizellen chinesischer Hamster oder

andere rekombinante (gentechnisch veränderte) Antikörper sind. Es darf auch nicht bei Schwangeren

angewendet werden.

Warum wurde Abevmy in der EU zugelassen?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur gelangte zu dem Schluss, dass gemäß den Anforderungen der EU

für Biosimilar-Arzneimittel der Nachweis erbracht wurde, dass Abevmy hinsichtlich der Struktur,

Reinheit und biologischen Aktivität Avastin sehr ähnlich ist und im Körper auf die gleiche Weise verteilt

wird. Darüber hinaus haben Studien zu nichtkleinzelligem Lungenkrebs gezeigt, dass die Sicherheit und

Wirksamkeit von Abevmy bei dieser Indikation der von Avastin gleichwertig ist.

All diese Daten wurden als hinreichend erachtet, um zu der Schlussfolgerung zu gelangen, dass sich

Abevmy in Bezug auf die Wirksamkeit und Sicherheit in seinen zugelassenen Anwendungsgebieten in

gleicher Weise wie Avastin verhalten wird. Die Agentur war daher der Ansicht, dass wie bei Avastin der

Nutzen von Abevmy gegenüber den festgestellten Risiken überwiegt und dass es in der EU zugelassen

werden kann.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren und

wirksamen Anwendung von Abevmy ergriffen?

Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen zur sicheren und wirksamen Anwendung von Abevmy, die

von Angehörigen der Heilberufe und Patienten befolgt werden müssen, wurden in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aufgenommen.

Wie bei allen Arzneimitteln werden Daten zur Anwendung von Abevmy kontinuierlich überwacht.

Gemeldete Nebenwirkungen von Abevmy werden sorgfältig ausgewertet und alle notwendigen

Maßnahmen zum Schutz der Patienten ergriffen.

Weitere Informationen über Abevmy

Weitere Informationen über Abevmy finden Sie auf den Internetseiten der Agentur:

ema.europa.eu/medicines/human/EPAR/Abevmy.

Diese Übersicht wurde zuletzt im 04-2021 aktualisiert.

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