Puregon 300 I.E. Zylinderampullen für Pen, Injektionslösung

Suïssa - alemany - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Fitxa tècnica Fitxa tècnica (SPC)

24-10-2018

ingredients actius:
follitropinum beta
Disponible des:
Organon GmbH
Codi ATC:
G03GA06
Designació comuna internacional (DCI):
follitropinum beta
formulario farmacéutico:
Zylinderampullen für Pen, Injektionslösung
Composición:
follitropinum beta 400 U.I., saccharum, natrii citras dihydricus, polysorbatum 20, methioninum, conserv.: alcohol benzylicus 4.8 mg, aqua ad iniectabile q.s. ad solutionem pro 0.480 ml.
clase:
A
Grupo terapéutico:
Biotechnologika
Área terapéutica:
Stimulierung der Follikelreifung bei anovulatorischen Zuständen und bei ärztlich assistierten Reproduktionsprogrammen; Stimulierung der Spermatogenese
Número d'autorització:
55453
Data d'autorització:
2001-06-14

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23-10-2018

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19-10-2018

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Patienteninformation

Puregon®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Was ist Puregon und wann wird es angewendet?

Puregon enthält ein Hormon, das follikelstimulierendes Hormon, abgekürzt FSH, genannt wird. Es

wird gentechnologisch in tierischen Zellen hergestellt, seine Struktur und seine Wirkungen sind

gleich wie die des humanen follikelstimulierenden Hormons.

FSH gehört zur Gruppe der Gonadotropine, welche bei der menschlichen Fruchtbarkeit und bei der

Fortpflanzung eine wichtige Rolle spielen.

Bei der Frau ist FSH für das Wachstum und die Entwicklung von Eizellen unentbehrlich. Beim

Mann wird FSH für die Spermienproduktion benötigt.

Puregon wird bei Fruchtbarkeits-Störungen angewendet, die durch einen FSH-Mangel verursacht

werden:

Frauen

Bei Frauen, die keinen Eisprung haben, wird Puregon zur Auslösung des Eisprungs eingesetzt.

Darüber hinaus kann Puregon bei der in-vitro (Reagenzglas-) Befruchtung (IVF) zur Anwendung

kommen. Bei dieser Technik werden mehrere Eizellen benötigt. Puregon kann zur Entwicklung

dieser Eizellen verwendet werden.

Männer

Bei Männern, die durch Hormonmangel unfruchtbar sind, kann Puregon zur Spermien-Produktion

eingesetzt werden.

Wann darf Puregon nicht angewendet werden?

Puregon darf bei bekannter Überempfindlichkeit auf humane Gonadotropine, Follitropin beta oder

andere Inhaltsstoffe, die in Puregon enthalten sind, nicht angewendet werden.

Auch beim Vorliegen von Tumoren der Eierstöcke, der Brüste, der Gebärmutter, der Hoden, des

Gehirns (Hirnanhangdrüse oder Hypothalamus), bei Blutungen aus der Scheide unbekannter Ursache

oder wenn Sie schwanger sind oder denken schwanger zu sein oder wenn Sie stillen darf Puregon

nicht angewendet werden.

Puregon darf auch nicht verwendet werden, bei Vorliegen einer primären Eierstockinsuffizienz, bei

Eierstockzysten oder vergrösserten Eierstöcken (nicht verursacht durch das polyzystische

Ovarialsyndrom, PCOS), bei Fehlbildungen der Fortpflanzungsorgane und/oder Muskelgeschwülsten

der Gebärmutter, die eine normale Schwangerschaft unmöglich machen sowie bei primärer Störung

der Hodenfunktion.

Wann ist bei der Anwendung von Puregon Vorsicht geboten?

Vor Behandlungsbeginn müssen unfruchtbare Ehepaare alle Untersuchungen ausführen, um

mögliche Ausschlussgründe für eine Schwangerschaft abzuklären.

Eine engmaschige Überwachung durch den auf die Behandlung von Fertilitätsstörungen bzw. in

Andrologie («Männerheilkunde») spezialisierten Arzt oder Ärztin ist bei Patientinnen und Patienten

von grosser Wichtigkeit.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin:

·wenn Sie in der Vergangenheit allergisch auf Neomycin und/oder Streptomycin reagiert haben

(Puregon kann Spuren von Neomycin und/oder Streptomycin (Antibiotika) enthalten). Diese

Antibiotika können Überempfindlichkeitsreaktionen bei dafür empfindlichen Personen auslösen.

·wenn Sie Probleme mit der Hirnanhangdrüse oder dem Hypothalamus haben

·wenn Sie eine Schildrüsenunterfunktion haben (Hypothyreose)

·wenn Ihre Nebennieren nicht richtig arbeiten (Nebennierenrindeninsuffizienz)

·wenn Sie hohe Prolaktin Spiegel im Blut haben (Hyperprolaktinämie)

·wenn Sie andere Erkrankungen haben (z.B. Diabetes, Herzerkrankungen oder jede andere

Langzeiterkrankung).

Puregon enthält Benzylalkohol. Dies kann lokale Reaktionen an der Injektionsstelle verursachen, wie

Schmerzen, Rötung, Schwellung und Juckreiz.

Bei der Frau

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom

Bei Patientinnen werden regelmässige Ultraschall-Untersuchungen der Eierstöcke gemacht. Ihr Arzt

wird auch Ihre Hormonspiegel im Blut überprüfen. Die Ergebnisse erlauben dem Arzt, von Tag zu

Tag die richtige Dosierung zu wählen. Dies ist sehr wichtig, da zu hohe Dosen zu seltenen, aber

ernsthaften Komplikationen führen können, bei welchen die Eierstöcke zu stark stimuliert werden

und die heranwachsenden Eibläschen grösser als normal werden. Diese schwerwiegende Erkrankung

wird ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) genannt. In sehr seltenen Fällen kann ein

schweres OHSS lebensbedrohend sein. OHSS verursacht plötzliche Flüssigkeitsansammlungen im

Bereich von Bauch und Brustkorb und kann die Bildung von Blutgerinnseln verursachen.

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie unter starker Auftreibung des

Bauchraumes, Schmerzen im Bauchbereich (Abdomen), Übelkeit, Erbrechen, plötzlicher

Gewichtszunahme aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen, Durchfall, verminderte

Urinausscheidung, oder Atemproblemen leiden (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann Puregon

haben»). Die regelmässige Überwachung des Ansprechens auf die Hormonbehandlung hilft die

Überstimulation der Eierstöcke zu verhindern. Deshalb sollten Sie sich umgehend mit Ihrem Arzt

oder Ihrer Ärztin in Verbindung setzen, falls genannte Beschwerden insbesondere Schmerzen im

Bauchbereich auftreten, auch wenn solche Symptome einige Tage nach der letzten Injektion

auftreten.

Torsion der Eierstöcke

Nach Behandlung mit Gonadotropinen, einschliesslich Puregon, kann eine Torsion der Eierstöcke

auftreten. Eine Torsion ist eine Verdrehung der Eierstöcke. Aufgrund dieser Verdrehung kann es

passieren, dass der Blutfluss zum Eierstock unterbrochen wird.

Bevor Sie dieses Arzneimittel anwenden ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

informieren:

·wenn Sie vorher bereits ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) hatten

·wenn Sie schwanger sind oder denken, dass Sie schwanger sein könnten

·wenn Sie jemals eine Operation im Bauchbereich hatten

·wenn Sie jemals eine Verdrehung der Eierstöcke hatten

·wenn Sie Zysten in Ihren Eierstöcken haben oder hatten.

Thrombose

Die Puregon-Behandlung kann bei der Frau das Risiko für Gerinnselbildung in einem Blutgefäss

(Thrombose) erhöhen.

Blutgerinnsel können zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, so wie:

·Blockierung in Ihren Lungen (Lungenembolie). Symptome können Kurzatmigkeit, Brustschmerzen,

Husten oder blutiger Husten sein.

·Schlaganfall. Symptome können sich äussern durch Schwierigkeiten beim Sehen, Gehen, Sprechen

oder Verstehen, Taubheitsgefühl im Gesicht, im Arm oder Bein, Kopfschmerzen.

·Herzinfarkt. Symptome können sein Brustschmerzen oder Unbehagen, Kurzatmigkeit, Schwitzen,

Schmerzen im Arm oder Kiefer, Übelkeit, Sodbrennen, Schwindel und Angstgefühle

·Probleme mit den Blutgefässen (Thrombophlebitis). Symptome können Schwellung und Rötung

entlang einer Vene begleitet von Berührungsempfindlichkeit sein.

·Mangelnde Durchblutung (tiefe Venenthrombose), welche zum Verlust eines Armes oder Beines

führen kann. Symptome können Schwellung des Beines oder entlang einer Vene des Beines;

Schmerzen oder Berührungsempfindlichkeit des Beines; rote oder verfärbte Haut des Beines sein.

Bitte diskutieren Sie dies mit Ihrem Arzt bzw. Ärztin, bevor Sie mit der Behandlung beginnen,

insbesondere:

·bei bereits vorhandenem erhöhten Thrombose-Risiko

·bei früherem Auftreten einer Thrombose bei einem nahen Familienmitglied

·bei erheblichem Übergewicht.

Sollten die oben erwähnten Symptome bei Ihnen auftreten, nehmen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ärztin

unverzüglich Kontakt auf.

Mehrlingsschwangerschaft

Nach einer Behandlung mit Gonadotropin Präparaten, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für

Mehrlingsschwangerschaften, selbst wenn nur ein Embryo in die Gebärmutter transferiert wurde.

Mehrlingsschwangerschaften bergen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für die Mutter und Ihre Kinder

um die Zeit der Geburt. Ausserdem stehen Mehrlingsschwangerschaften und Charakteristika von

Patienten, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen (z.B. Alter der Mutter,

Spermienqualität, genetischer Hintergrund der Eltern) eventuell im Zusammenhang mit einem

erhöhten Risiko für Geburtsfehler.

Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter

Es besteht ein leicht erhöhtes Risiko für eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter (eine

ektopische Schwangerschaft). Deshalb wird Ihr Arzt frühzeitig eine Ultraschalluntersuchung

durchführen, um die Möglichkeit einer Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter

auszuschliessen.

Tumore

Es gab Berichte über Tumore der Eierstöcke und anderer Organe des Reproduktionssystems bei

Frauen, welche sich einer Unfruchtbarkeitsbehandlung unterzogen haben. Es ist nicht bekannt, ob die

Arzneimittel zur Behandlung der Unfruchtbarkeit das Risiko für diese Tumore bei unfruchtbaren

Frauen erhöhen.

Andere Erkrankungen

Zusätzlich sollten Sie vor Behandlungsbeginn Ihrem Arzt erzählen wenn:

Ein Arzt bzw. eine Ärztin Ihnen gesagt hat, dass eine Schwangerschaft gefährlich für Sie sein

könnte.

Beim Mann

Erhöhte FSH-Serumwerte sind ein Hinweis für Probleme am Hoden. In solchen Fällen ist Puregon

nicht wirksam. Deshalb wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin 4-6 Monate nach Behandlungsbeginn eine

Untersuchung des Spermas anordnen.

Anwendung anderer Arzneimittel

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Soweit bekannt ist, hat dieses Arzneimittel keinen Einfluss auf die Aufmerksamkeit und die

Konzentrationsfähigkeit.

Darf Puregon während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Puregon darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Wie verwenden Sie Puregon?

Allgemeines

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Puregon ist nur nach Injektion wirksam. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet über die jeweils

anzuwendende Dosierung und passt die Behandlung mit Puregon jedem Patienten individuell an und

kontrolliert den Wirkungsverlauf.

Die nachfolgend aufgeführten Dosierungsangaben gelten daher nur als Richtwerte.

Dosierungsrichtlinien für die Frau:

·Behandlung des FSH-Mangels (fehlender Eisprung):

Normalerweise beginnt die Behandlung mit 50 I.E. täglich während mindestens 7 Tagen. Wenn der

Eierstock nicht oder ungenügend reagiert, wird die tägliche Dosis gleichmässig erhöht, bis mittels

Ultraschalluntersuchungen oder Blutuntersuchungen eine Reaktion der Eierstöcke festgestellt werden

kann. In der Regel sind 7-14 Behandlungstage ausreichend. Dann wird die Verabreichung von

Puregon gestoppt und der Eisprung mittels eines anderen Hormones, des humanen

Choriongonadotropins (hCG) ausgelöst.

·Medizinisch assistierte Reproduktionstechniken (z.B. in-vitro-Befruchtung):

Die Startdosis beträgt üblicherweise 100-225 I.E. täglich während mindestens 4 Tagen. Dann wird

die Dosis entsprechend der Reaktion der Eierstöcke individuell jeder Patientin angepasst. In

klinischen Studien wurde gezeigt, dass die durchschnittliche Dosis 75-375 I.E. während 6 bis 12

Tagen meist ausreichend ist. Jedoch können auch längere Behandlungen notwendig sein. Sobald

genügend Eizellen (Follikel) in einer ausreichenden Grösse gebildet wurden, wird die Behandlung

mit Puregon gestoppt und die Endreifung der Follikel durch Verabreichung von hCG ausgelöst. Die

Entnahme der Eizellen erfolgt in der Regel 34-35 Stunden später.

Dosierungsrichtlinien für den Mann:

Üblicherweise wird Puregon in einer Dosierung von 450 I.E. pro Woche, wenn möglich aufgeteilt in

3 Dosen von je 150 I.E. kombiniert mit hCG (humanes Choriongonadotropin), verschrieben.

Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 3-4 Monate. Wenn Sie nach diesem Zeitraum nicht

angesprochen haben, kann Ihre Behandlung bis zu 18 Monaten fortgesetzt werden. Ihr Arzt oder Ihre

Ärztin wird über den Behandlungsverlauf entscheiden.

Korrekte Art der Anwendung:

Puregon Injektionslösung in Zylinderampullen wurde zur subkutanen (s.c. = unter die Haut)

Injektion im Puregon Pen entwickelt. Die Injektionsstelle sollte bei jeder Injektion gewechselt

werden. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet über die Art der Verabreichung sowie über die

Dosierung und Behandlungsdauer.

Bei Verwendung des Puregon Pen kann die Injektion (z.B. Bauchhaut) auch durch die Patienten

selbst oder dessen Partner vorgenommen werden. Die separaten Hinweise zur Anwendung des Pen

müssen strikt befolgt werden (siehe Gebrauchsanleitung des Puregon Pen).

Im Falle einer Selbstverabreichung ist es unerlässlich, dass Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

sorgfältig beraten und gründlich in die praktische Durchführung einführen lassen, um die

bestmögliche Wirksamkeit von Puregon sicherzustellen und eine Infektion zu vermeiden. Auch sollte

die erste Selbst-Injektion unter Aufsicht Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin erfolgen. Wenn Sie der

Anleitung zur Anwendung des Puregon Pen sorgfältig folgen, ist die korrekte Anwendung von

Puregon sichergestellt und am wenigsten unangenehm.

Allgemeine Hinweise:

Puregon darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Wenden Sie Puregon nicht an, wenn Sie bemerken, dass die Lösung Partikel enthält oder nicht klar

ist.

Überdosierung

Falls Sie eine höhere Dosis injiziert haben, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort. Zu

hohe Dosen können zu einer unerwünschten Überstimulierung der Eierstöcke führen (OHSS). Siehe

auch Kapitel «Wann ist bei der Anwendung von Puregon Vorsicht geboten?».

Vergessene Anwendung

Spritzen Sie nicht nachträglich eine doppelte Dosis. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

dass Sie eine Dosis vergessen haben.

Welche Nebenwirkungen kann Puregon haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Puregon auftreten:

Allgemein:

Bei der Einstichstelle können häufig Blutergüsse, Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, Verhärtung

der Injektionsstelle und Juckreiz auftreten. Kopfschmerzen können ebenfalls häufig auftreten.

Gelegentlich wurden generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet (wie Hautausschläge;

Rötung; Nesselfieber; Juckreiz; Atemnot; Schwellungen im Gesicht, Lippen-, Mund-, Zungen- oder

Halsbereich, was zu Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen führen kann).

Bei der Frau:

Eine Komplikation bei der FSH Behandlung ist die unerwünschte Überstimulierung der Eierstöcke.

Diese Überstimulierung der Eierstöcke kann sich zu einem sogenannten Ovariellen

Hyperstimulationssyndrom (OHSS) entwickeln, das ein schwerwiegendes medizinisches Problem

darstellen kann. Das Risiko kann reduziert werden durch die sorgfältige Überwachung der

Follikelentwicklung während der Behandlung. Ihr Arzt wird Ultraschallscans Ihrer Eierstöcke

machen, um die Zahl der reifenden Follikel sorgfältig zu überwachen. Ihr Arzt wird möglicherweise

auch Ihre Hormonspiegel im Blut überprüfen. Erste Anzeichen für eine Überstimulation der

Eierstöcke können Schmerzen im Bauchbereich (Abdomen), Übelkeit oder Durchfall sein. In

schwerwiegenderen Fällen kann es zu einer Vergrösserung der Eierstöcke, Flüssigkeitsansammlung

in der Bauchhöhle und/oder im Brustkorb (die zu einer plötzlichen Gewichtszunahme aufgrund der

Flüssigkeitsansammlungen führen kann) oder Blutgerinnseln in den Blutgefässen kommen. Nehmen

Sie unverzüglich Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf, wenn Sie eines dieser Symptome

haben, auch dann, wenn diese erst einige Tage nach der Injektion auftreten.

Häufige Nebenwirkungen (betreffen etwa 1-10 Anwenderinnen von 100)

·Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)

·Unterleibsschmerzen

·Bauchschmerzen und/oder Blähungen

Gelegentliche Nebenwirkungen (betreffen etwa 1-10 Anwenderinnen von 1000)

·Brustbeschwerden (inklusive Spannungsgefühl)

·Durchfall, Verstopfung oder Magenbeschwerden

·Vergrösserung der Gebärmutter

·Übelkeit

·Eierstockzysten oder Vergrösserung der Eierstöcke

·Ovarielle Torsion (Verdrehung der Eierstöcke)

·Vaginale Blutung

·Vaginaler Ausfluss

·Schmerzhafte Menstruation

Seltene Nebenwirkungen (betreffen etwa 1-10 Anwenderinnen von 10'000)

·Blutgerinnsel (diese können auch ohne ungewollte Überstimulierung der Eierstöcke auftreten, siehe

auch «Wann ist bei der Anwendung von Puregon Vorsicht geboten?»)

Beim Mann:

Häufige Nebenwirkungen (betreffen etwa 1-10 Anwender von 100)

·Akne

·Ausschlag

·Vergrösserung der Brust

·Hodenzyste

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungsvorschriften beim Grossisten und in der Apotheke:

Bei 2-8 °C im Kühlschrank aufbewahren. Nicht einfrieren.

Lagerungsvorschriften beim Patienten:

Zwei Optionen sind möglich:

1.Bei 2-8 °C im Kühlschrank aufbewahren. Nicht einfrieren.

2.Maximal für 3 Monate kann Puregon bei einer Temperatur unter 25 °C gelagert werden.

In der Originalverpackung vor Licht geschützt aufbewahren.

Das Medikament darf nach dem Durchstechen der Gummiplombe der Zylinderampulle bis maximal

28 Tage verwendet werden. Gebrauchte Nadeln sind sofort nach der Injektion zu vernichten.

Gebrauchte Zylinderampullen (inkl. Restinhalt) sind nach der letzten Injektion des

Behandlungszyklus zu vernichten. Leere Zylinderampullen dürfen nicht wieder gefüllt werden.

Bewahren Sie Puregon im Originalbehälter an einem sicheren Ort und ausserhalb der Reichweite von

Kindern auf.

Informieren Sie jeden Arzt oder Ärztin, die Sie behandeln, welche Arzneimittel Sie einnehmen.

Tragen Sie stets einen Medikamentenpass mit sich, auf dem die von Ihnen eingenommenen

Arzneimittel aufgeführt sind. Das kann bei einem Unfall von grosser Bedeutung sein.

Geben Sie angebrauchte oder nicht mehr benötigte Arzneimittel Ihrer Apotheke zur Entsorgung

zurück.

Stellen Sie im Bedarfsfall sicher, dass andere Personen, die mit Ihnen zusammenleben oder Sie

betreuen, diese Informationen gelesen haben.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Puregon enthalten?

1 Zylinderampulle Puregon enthält follikelstimulierendes Hormon (FSH ADNr, d.h.

gentechnologisch hergestelltes FSH), entsprechend 400 I.E. (Internationale Einheiten), 700 I.E. bzw.

1025 I.E. (entsprechend einem Nettoinhalt von 300, 600 bzw. 900 I.E.) sowie die Hilfsstoffe

Saccharose, Natriumcitrat, L-Methionin und Polysorbat 20, Benzylalkohol als Konservierungsmittel

(10 mg/ml) sowie Wasser zu Injektionszwecken.

Zulassungsnummer

55453 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Puregon? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Puregon 300 I.E.

1 Zylinderampulle zu 300 I.E. (Nettoinhalt) mit jeweils 6 Nadeln (2 Packungen zu 3 Nadeln) zur

Anwendung mit dem Puregon Pen.

Puregon 600 I.E.

1 Zylinderampulle zu 600 I.E. (Nettoinhalt) mit jeweils 6 Nadeln (2 Packungen zu 3 Nadeln) zur

Anwendung mit dem Puregon Pen.

Puregon 900 I.E.

1 Zylinderampulle zu 900 I.E (Nettoinhalt) mit jeweils 9 Nadeln (3 Packungen zu 3 Nadeln) zur

Anwendung mit dem Puregon Pen.

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Diese Packungsbeilage wurde im März 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

S-CCDS-MK8328-SOi-082013a/8328-CHE-2014-008777

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Fachinformation

Puregon®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Follitropinum beta ADNr (rekombinantes humanes Follitropin-beta aus Chinese hamster

ovary-Zellen hergestellt).

Hilfsstoffe: Saccharum, Natrii citras, Polysorbatum 20, l-Methioninum, Conserv. (Alcohol

benzylicus 10 mg/ml), aqua q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung.

Injektionslösung; Zylinderampullen zu 400 I.E., 700 I.E. bzw. 1025 I.E. in 0,48 ml, 0,84 ml bzw.

1,23 ml (Nettoinhalt: 300, 600 bzw. 900 I.E.).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bei der Frau

·Sterilität infolge Anovulation (einschliesslich polyzystisches Ovarialsyndrom, PCOS)

·Kontrollierte ovarielle Hyperstimulation zur Induktion der Entwicklung multipler Follikel bei

ärztlich assistierten Reproduktionsprogrammen [z.B. In-vitro-Fertilisation/Embryo-Transfer

(IVF/ET), intratubarer Gametentransfer (GIFT) und intrazytoplasmatische Spermien-Injektion

(ICSI)].

Beim Mann

·Ungenügende Spermatogenese infolge hypogonadotropem Hypogonadismus.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung mit Puregon sollte nur von einem Arzt vorgenommen werden, der mit der Therapie

von Fertilitätsstörungen vertraut ist und nur, wenn alle Einrichtungen für eine adäquate klinische und

endokrinologische Kontrolle der Behandlung verfügbar sind. Die erste Injektion von Puregon sollte

unter direkter medizinischer Überwachung durchgeführt werden.

Beim Gebrauch des Puregon Pens sollte beachtet werden, dass dieser ein Präzisionsinstrument ist

und die eingestellte Dosis genau abgibt. Es hat sich gezeigt, dass im Vergleich mit einer

konventionellen Spritze durchschnittlich eine 18% höhere Menge an FSH aus dem Pen verabreicht

wird. Dies kann insbesondere bei einer Umstellung vom Pen zu einer konventionellen Spritze

während eines Behandlungszyklus relevant sein. Speziell bei einer Umstellung von einer Spritze zum

Pen können kleine Dosisanpassungen erforderlich sein, um eine Überdosierung zu verhindern.

Dosierung bei der Frau

Es bestehen grosse inter- und intraindividuelle Unterschiede im Ansprechen der Ovarien auf exogene

Gonadotropine. Daher ist ein einheitliches Dosierungsschema nicht möglich, die Dosierung muss je

nach ovariellem Ansprechen individuell angepasst werden. Dies erfordert eine sonographische

Verlaufskontrolle der Follikelentwicklung; eine Bestimmung der Serumestradiol-Spiegel kann

ebenfalls sinnvoll sein.

In vergleichenden klinischen Studien konnte eine höhere Wirksamkeit von Puregon gegenüber

urinärem FSH gezeigt werden. Es fanden sich unter Puregon eine niedrigere Gesamtdosierung sowie

eine kürzere Behandlungsdauer zur Erreichung präovulatorischer Bedingungen.

Deshalb wird empfohlen, für Puregon eine niedrigere Dosis als für urinäres FSH zu wählen. Ob

damit auch das Risiko einer ungewollten ovariellen Hyperstimulation herabgesetzt wird, wurde

bisher nicht nachgewiesen.

Nach pituitärer Suppression mittels eines GnRH Agonisten könnte eine höhere Puregon Dosierung

notwendig sein, um eine ausreichende follikuläre Reaktion zu erreichen.

Die klinische Erfahrung mit Puregon basiert auf jeweils bis zu 3 Behandlungszyklen in beiden

Indikationen. Die gesamte Erfahrung mit IVF zeigt auf, dass im Allgemeinen die Erfolgsrate

während der ersten 4 Versuche stabil bleibt und danach graduell abnimmt.

Anovulation

Bei menstruierenden Frauen sollte die Behandlung in den ersten sieben Tagen des

Menstruationszyklus beginnen.

Im Allgemeinen wird ein sequentielles Behandlungsschema empfohlen. Es beginnt mit der täglichen

Verabreichung von 50 I.E. FSH. Diese Anfangsdosis wird für mindestens 7 Tage beibehalten. Erfolgt

kein ovarielles Ansprechen, ist die Tagesdosis allmählich zu erhöhen, bis zum Follikelwachstum

und/oder bis der Estradiol-Plasmaspiegel eine ausreichende pharmakodynamische Reaktion zeigt.

Sollte eine Patientin nach vierwöchiger Behandlung nicht auf die Therapie ansprechen, sollte dieser

Behandlungszyklus abgebrochen werden. Ein täglicher Anstieg der Estradiolspiegel um 40-100%

wird als optimal erachtet. Die Tagesdosis wird dann beibehalten, bis präovulatorische Bedingungen

erreicht werden. Diese sind erreicht, wenn es sonographische Hinweise auf einen dominanten

Follikel von mindestens 18 mm Durchmesser gibt und/oder wenn Estradiol-Plasmaspiegel von 300-

900 pg/ml (1000-3000 pmol/l) erreicht sind. Für gewöhnlich sind 7-14 Tage Behandlungsdauer

ausreichend, um dies zu erreichen. Die Verabreichung von Puregon ist dann zu beenden, und die

Ovulation kann durch Gabe von 5'000-10'000 I.E. Human-Choriongonadotropin (hCG) induziert

werden.

Wenn die Anzahl entsprechender Follikel zu hoch ist oder die Estradiolspiegel zu rasch ansteigen,

z.B. mehr als eine tägliche Verdopplung der Estradiolspiegel während zwei oder drei

aufeinanderfolgenden Tagen, sollte die Tagesdosis herabgesetzt werden.

Da Follikel mit einer Grösse über 14 mm zu Schwangerschaften führen können, besteht beim

Vorhandensein mehrerer präovulatorischer Follikel ≥14 mm das Risiko von

Mehrlingsschwangerschaften. In diesem Falle sollte hCG nicht mehr verabreicht und eine Gravidität

vermieden werden, damit es nicht zu einer Mehrlingsschwangerschaft kommt.

Kontrollierte ovarielle Hyperstimulation bei ärztlich assistierten Reproduktionsprogrammen

Es werden verschiedene Stimulationsprotokolle angewandt. Als Startdosis wird mindestens für die

ersten vier Tage eine Tagesdosis von 100-225 I.E. empfohlen. Danach sollte - je nach ovarieller

Reaktion - individuell dosiert werden. Klinische Studien haben gezeigt, dass Erhaltungsdosen

zwischen 75-375 I.E. während 6-12 Tagen i.d.R. ausreichend sind, jedoch kann eine längere

Therapie notwendig sein.

Puregon kann entweder allein oder - um eine vorzeitige Luteinisierung zu verhindern - in

Kombination mit einem GnRH-Agonisten gegeben werden. Im letzteren Fall könnte eine höhere

Behandlungs-Gesamtdosis erforderlich sein, um eine ausreichende Follikelreaktion zu erzielen.

Die ovarielle Reaktion wird sonographisch überwacht. Eine Bestimmung der Serumestradiol-Spiegel

kann ebenfalls sinnvoll sein. Wenn die Sonographie auf das Vorhandensein von mindestens drei

Follikeln mit einer Grösse von 16-20 mm hindeutet und Anzeichen für ein gutes Ansprechen auf

Estradiol [Plasmaspiegel von etwa 300-400 pg/ml (1000-1300 pmol/l) für jeden Follikel mit einem

Durchmesser über 18 mm] vorliegen, wird 24-48 Stunden nach der letzten Verabreichung von

Puregon die Endphase der Follikelreifung durch Gabe von hCG in einer Dosis von 5'000-10'000 I.E.

eingeleitet. Die Eizell-Entnahme erfolgt 34-35 Stunden später.

Wenn Puregon in Kombination mit einem GnRH Agonisten verabreicht wird, können nach dem

Embryotransfer zur Unterstützung der Lutealphase innerhalb von neun Tagen 2-3 Wiederholungs-

Injektionen von je 1000-3000 I.E. hCG gegeben werden.

Dosierung beim Mann

Ungenügende Spermatogenese

Um normale Testosteronspiegel zu erreichen, ist eine Vorbehandlung mit hCG notwendig. Nach

alleiniger Behandlung mit hCG in einer für die Vervollständigung der Virilisierung und die

Normalisierung des Testosteronspiegels (>9 mmol/l) ausreichend hohen Dosierung ist Puregon

(kombiniert mit hCG) in einer Dosierung von 450 I.E. pro Woche, wenn möglich aufgeteilt in 3

Dosen von je 150 I.E., zu verabreichen. Eine Wiederherstellung der Spermatogenese kann erst nach

3-4 Monaten Behandlung mit Puregon und hCG beobachtet werden. Wenn ein Patient nach dieser

Zeitdauer auf die Kombinationstherapie nicht reagiert hat, kann die Therapie fortgeführt werden. Die

klinische Praxis zeigt, dass eine Behandlungsdauer von bis zu 18 Monaten nötig sein kann, um eine

Spermatogenese zu erreichen.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder/Jugendliche: Follitropin beta wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht. In dieser

Altersgruppe besteht keine Indikation.

Ältere Patienten: Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Eingeschränkte Nierenfunktion: Puregon wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht

untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Eingeschränkte Leberfunktion: Puregon wurde bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht untersucht.

Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Korrekte Art der Verabreichung

Puregon Zylinderampullen sind zur subkutanen Anwendung im Puregon Pen entwickelt worden. Bei

Verwendung des Pens ist dessen Gebrauchsanweisung strikt zu befolgen.

Die Injektionsstelle sollte jeweils gewechselt werden, um eine Lipoatrophie zu vermeiden sowie

aufgrund einer möglichen lokalen Reaktion auf Benzylalkohol.

Nach entsprechender Schulung durch den Arzt in der Verwendung des Pens kann die subkutane

Injektion von Puregon auch durch die Patienten oder deren Partner vorgenommen werden. Die

Eigeninjektion sollte jedoch nur von Patienten durchgeführt werden, die entsprechend motiviert und

hinreichend geschult sind, sowie die Möglichkeit haben fachlichen Rat einzuholen.

Kontraindikationen

·primäre Hodeninsuffizienz

·Tumore von Ovar, Brust, Uterus, Hoden, Hypophyse oder Hypothalamus

·Vaginale Blutungen unbekannter Ätiologie

·Primäre Ovarialinsuffizienz

·Ovarialzysten oder hypertrophes Ovar ohne Beziehung zum polyzystischen Ovarialsyndrom

(PCOS)

·Schwangerschaft und Stillzeit

·Missbildungen der Fortpflanzungsorgane, die mit einer Schwangerschaft nicht vereinbar sind

·Uterusmyome, die eine Schwangerschaft nicht zulassen

·bekannte Überempfindlichkeit gegenüber humanen Gonadotropinen oder gegenüber einem anderen

Inhaltsstoff von Puregon.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

·Bevor mit einer Behandlung begonnen wird, müssen die Ursachen der Infertilität des Paares genau

abgeklärt und mögliche Kontraindikationen für eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Insbesondere sollten Tumore der Hypophyse oder des Hypothalamus, sowie endokrinologische

Erkrankungen wie Hyperprolaktinämie, Hypothyreose oder Nebennierenrindeninsuffizienz

ausgeschlossen werden.

·Vor Beginn der Behandlung sollte eine Untersuchung zum Ausschluss anatomischer Anomalien der

Genitalorgane erfolgen.

·Ein primäres Gonadenversagen sollte durch Bestimmung der Gonadotropinspiegel ausgeschlossen

werden.

·Eine Antikörperbildung gegen Follitropin oder andere vom Zellwirt stammende Proteine wurde

unter der Therapie mit Puregon bisher nicht beobachtet.

·Spuren von Streptomycin und/oder Neomycin können in Puregon enthalten sein. Diese Antibiotika

können bei entsprechend sensibilisierten Personen Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen.

·Das in Puregon enthaltene Konservierungsmittel Benzylalkohol kann in seltenen Fällen allergische

Reaktionen auslösen.

Bei Frauen

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)

Eine gewisse Vergrösserung der Ovarien ist bei einer kontrollierten ovariellen Hyperstimulation zu

erwarten. Ein OHSS, welches sich bei 5-6% der Patientinnen unter einer kontrollierten ovariellen

Hyperstimulation entwickelt, stellt jedoch ein medizinisches Ereignis dar, das sich von einer

unkomplizierten Vergrösserung der Ovarien unterscheidet. Bei einem OHSS kommt es infolge hoher

Sexualsteroid-Konzentrationen zu einer erhöhten Gefässpermeabilität, was zu einer

Flüssigkeitsverschiebung in den peritonealen und pleuralen, selten auch in den perikardialen Raum

führen kann.

In jeder Einrichtung, in welcher ovarielle Stimulationsbehandlungen durchgeführt werden, sollte eine

Standardbehandlung des OHSS implementiert sein und ggf. entsprechend durchgeführt werden.

Ein OHSS kann in drei Schweregraden auftreten:

·Klinische Zeichen eines leichten OHSS (Grad I) sind Unterleibsschmerzen und eine geringe

Vergrösserung der Ovarien (auf 5-7cm). Leichte Fälle eines OHSS bilden sich meist spontan zurück.

Die Patientin sollte sorgfältig überwacht werden, eine Therapie ist jedoch meist nicht erforderlich.

·Bei einem mittelschweren OHSS (Grad II) treten zusätzlich Abdominalschmerzen, Übelkeit und

Diarrhoe sowie eine deutliche Vergrösserung der Ovarien (auf 8-10 cm) und eventuell Ovarialzysten

auf. Zusätzlich kann Aszites auftreten. In solchen Fällen ist eine klinische Überwachung sowie ggf.

(bei stärkerer Hämokonzentration) ein intravenöser Volumenersatz angezeigt.

·Klinische Zeichen eines schweren OHSS (Grad III) sind eine Vergrösserung der Ovarien auf >12

cm, grosse Ovarialzysten, akuter Abdominalschmerz, aufgetriebenes Abdomen, Aszites,

Pleuraerguss, Hydrothorax, Dyspnoe, Salzretention, Oligurie, Hämokonzentration, hämatologische

Veränderungen und Gewichtszunahme. In seltenen Fällen können im Zusammenhang mit einem

OHSS auch venöse oder arterielle Thromboembolien auftreten. Vorübergehende Anomalien der

Leberwerte, die auf eine hepatische Dysfunktion hindeuten (mit oder ohne morphologische

Veränderungen bei einer Leberbiopsie), wurden ebenfalls im Zusammenhang mit OHSS berichtet.

Weitere, sehr seltene Komplikationen eines OHSS stellen Ovarialtorsion und Hämoperitoneum dar.

Ein schweres OHSS kann lebensbedrohlich sein. Geeignete Massnahmen zur Erhaltung der

Vitalfunktionen und Wiederherstellung des Elektrolyt-Gleichgewichtes sollten eingeleitet werden.

Ein OHSS tritt meist erst dann auf, wenn humanes Choriongonadotropin (hCG) verabreicht wurde

oder wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist. Ein OHSS kann sich rasch (innerhalb von 24

Stunden bis hin zu einigen Tagen) entwickeln und zu einem schwerwiegenden medizinischen Notfall

werden. Ein frühes OHSS tritt normalerweise innerhalb von 10 Tagen nach hCG-Verabreichung auf

und kann mit einem übermässigen Ansprechen der Ovarien auf die Gonadotropin-Stimulation

zusammenhängen. Ein spätes OHSS tritt mehr als 10 Tage nach der hCG Verabreichung auf, als

Folge der hormonellen Veränderungen während einer Schwangerschaft. Aufgrund des Risikos für

die Entwicklung eines OHSS sollten die Patientinnen über mindestens zwei Wochen nach hCG-

Verabreichung beobachtet werden.

Frauen mit bekannten Risikofaktoren für eine starke ovarielle Reaktion können besonders anfällig

für die Entwicklung eines OHSS während oder nach der Behandlung mit Puregon sein. Für Frauen

im ersten Zyklus einer ovariellen Stimulation, bei denen die Risikofaktoren nur teilweise bekannt

sind, wird eine engmaschige Überwachung (alle 1-2 Tage) auf mögliche Frühsymptome eines OHSS

empfohlen.

Um das Risiko eines OHSS zu verringern, sollte vor und in regelmässigen Abständen während der

Behandlung die Follikelentwicklung sonographisch überprüft werden. Eine Bestimmung der

Estradiolspiegel im Serum kann ebenfalls angezeigt sein. Bei einer ART besteht ein erhöhtes Risiko

für ein OHSS ab 18 oder mehr Follikeln mit einem Durchmesser von ≥11 mm. Liegen insgesamt 30

oder mehr Follikel vor, wird empfohlen kein hCG zu verabreichen.

In Abhängigkeit vom Ansprechen der Ovarien können folgende Massnahmen dazu beitragen, das

Risiko eines OHSS zu reduzieren:

·Unterbrechung der Stimulation mit einem Gonadotropin für maximal 3 Tage (Coasting);

·Verabreichung von weniger als 10'000 I.E. urinärem hCG für die Auslösung der abschliessenden

Eizellreifung, z.B. 5000 I.E. urinäres hCG oder 250 μg rec-hCG (was etwa 6500 I.E. urinärem hCG

entspricht);

·Vollständiger Verzicht auf die hCG-Verabreichung und Abbruch des Behandlungszyklus

·Verzicht auf den Embryotransfer und Kryokonservierung der Eizellen oder der befruchteten

Eizellen (im Vorkernstadium);

·Vermeidung einer Verabreichung von hCG zur Unterstützung der Lutealphase.

Patientinnen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) weisen ein erhöhtes Risiko für ein OHSS

auf.

Auch bei einer einfachen ovariellen Stimulation kann ein OHSS auftreten, das entsprechende Risiko

ist hier aber geringer. In diesem Fall wird das Risiko eines OHSS durch Einhaltung der empfohlenen

Dosierung und Überwachungsintervalle reduziert. Ggf. sollte kein hCG verabreicht und die Patientin

angewiesen werden, für mindestens 4 Tage auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder eine geeignete

nicht-hormonale Kontrazeptionsmethode anzuwenden.

Die Patientin und ihr Partner müssen vor Beginn der Behandlung mit Puregon über das Risiko eines

OHSS und die entsprechenden Symptome informiert werden.

Mehrlingsschwangerschaften

Nach einer Ovulationsinduktion mit gonadotropen Hormonen ist die Wahrscheinlichkeit einer

Mehrlingsschwangerschaft gegenüber der spontanen Konzeption erhöht. Bei der Mehrzahl der

Mehrlingsschwangerschaften handelt es sich um Zwillingsschwangerschaften.

Mehrlingsschwangerschaften (insbesondere jene höherer Ordnung) gehen mit einem erhöhten Risiko

für Komplikationen bei Mutter und Kind einher (Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen,

sowie niedriges Geburtsgewicht).

Bei anovulatorischen Frauen, die sich einer Ovulationsinduktion unterziehen, wird eine sorgfältige

Überwachung der ovariellen Reaktion mittels transvaginaler Sonographie und ggf. eine Anpassung

der Gonadotropindosis empfohlen, um das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften zu minimieren.

Eine Bestimmung der Estradiolspiegel im Serum kann ebenfalls angezeigt sein.

Bei Frauen, die sich einer ART unterziehen, hängt das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft

hauptsächlich von der Anzahl transferierter Embryonen ab. Die Häufigkeit von

Mehrlingsschwangerschaften liegt unter solchen Programmen bei etwa 20%.

Die Patientin und ihr Partner sollten vor Beginn der Behandlung über das potentielle Risiko für

Mehrlingsschwangerschaften aufgeklärt werden.

Ektopische Schwangerschaften

Infertile Frauen, die sich einer ART unterziehen, weisen eine erhöhte Inzidenz ektopischer

Schwangerschaften auf. Es ist daher wichtig, frühzeitig das Vorliegen einer intrauterinen

Schwangerschaft sonographisch zu bestätigen, insbesondere bei Patientinnen mit bekannten

Tubenabnormalitäten.

Aborte

Bei Schwangerschaften im Rahmen assistierter Reproduktionsprogramme ist die Abortrate

gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöht, liegt aber in derselben Grössenordnung wie bei der

Gesamtheit der Frauen mit Fertilitätsstörungen.

Missbildungen

Die Häufigkeit von Missbildungen nach der assistierten Reproduktionstechnologie (ART) kann

etwas höher sein als bei der natürlichen Konzeption. Dies kann im Zusammenhang mit

unterschiedlichen Voraussetzungen bei den Eltern (z.B. Alter der Mutter, Spermienqualität) und der

erhöhten Inzidenz von Mehrlingsschwangerschaften nach ART stehen. Es gibt keine Anzeichen, dass

die Anwendung von Gonadotropinen während der ART an sich mit einem erhöhten Risiko an

Missbildungen in Verbindung steht.

Ovarielle Torsion

Es gibt Berichte über eine ovarielle Torsion nach Behandlung mit Gonadotropinen, einschliesslich

Puregon. Die ovarielle Torsion steht möglicherweise in Zusammenhang mit anderen Risikofaktoren

wie OHSS, Schwangerschaft, vorausgehenden abdominalen Operationen, ovarieller Torsion in der

Anamnese, bestehenden oder vorausgehenden ovariellen Zysten und polyzystischen Ovarien. Eine

Schädigung der Ovarien aufgrund der reduzierten Blutzufuhr kann durch eine frühe Diagnose und

sofortige Detorsion reduziert werden.

Thromboembolische Ereignisse

Unter bzw. nach Behandlung mit Gonadotropin-Präparaten wie Puregon wurde (insbesondere in

Verbindung mit einem OHSS, aber auch ohne Vorliegen einer Hyperstimulation) über

thromboembolische Ereignisse berichtet. Bei Frauen mit bekannten Risikofaktoren für

thromboembolische Ereignisse, wie positiver Eigen- oder Familienanamnese, Adipositas [Body-

Mass-Index (BMI) >30 kg/m2] oder Thrombophilie, besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten

venöser und/oder arterieller Thromboembolien während oder nach der Behandlung mit

Gonadotropinen. Bei diesen Frauen sollte der Nutzen einer Gonadotropin Verabreichung gegen die

Risiken abgewogen werden. Es ist jedoch zu beachten, dass während einer Schwangerschaft das

Risiko thromboembolischer Ereignisse ebenfalls erhöht ist.

Ovarielle und andere Neoplasien des Reproduktionssystems

Es liegen Berichte über ovarielle Neoplasien und andere benigne und maligne Neoplasien des

Reproduktionssystems bei Frauen vor, welche sich zur Behandlung ihrer Infertilität mehreren

Behandlungszyklen unterzogen haben. Es ist nicht gesichert, ob die Behandlung mit Gonadotropinen

das Risiko für diese Tumore bei infertilen Frauen erhöht.

Bei Männern

Zur Beurteilung des Behandlungserfolges beim Mann empfiehlt sich eine Untersuchung des Spermas

4-6 Monate nach Behandlungsbeginn.

Beim Mann sind erhöhte endogene FSH-Serumspiegel Anzeichen einer primären

Hodenfunktionsstörung. Bei diesen Patienten bleibt ein Behandlungserfolg unter Puregon aus.

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung von Puregon und Clomiphencitrat (oder anderen Substanzen, die zur

Stimulation der Ovarien verwendet werden) kann die Follikelreaktion verstärken.

Nach Hypophysensuppression mittels eines GnRH-Agonisten ist mitunter eine höhere Dosis von

Puregon notwendig, um eine ausreichende Follikelreaktion auszulösen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Puregon ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.

Bei einer ungewollten Exposition während der Schwangerschaft kann eine teratogene Wirkung des

rekombinanten FSH aufgrund fehlender klinischer Daten nicht ausgeschlossen werden.

Follitropin beta kann die Milchproduktion beeinflussen. Puregon ist daher während der Stillzeit

kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Studien zum Einfluss von Puregon auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen wurden nicht durchgeführt. Soweit bekannt ist, hat dieses Arzneimittel jedoch keinen

Einfluss auf die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit.

Unerwünschte Wirkungen

Die klinische Anwendung von Puregon kann bei subkutaner oder intramuskulärer Applikation zu

lokalen Reaktionen an der Einstichstelle (z.B. Rötung, Schwellung, Schmerzen, Hämatomen und

Juckreiz) führen (bei 3% aller Patienten). Meistens sind diese Reaktionen schwach und

vorübergehender Natur. Gelegentlich (bei ca. 0,2% aller Patienten) wurden generalisierte

Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet.

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit dem Einsatz von FSH

sind in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben. Die nachfolgend nach

Organsystem und Häufigkeit geordneten unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien

mit Puregon oder nach der Marktzulassung beobachtet. Die Häufigkeitskategorien werden wie folgt

definiert: häufig ≥1/100, <1/10; gelegentlich ≥1/1000, <1/100; selten <1/1000.

Allgemein:

Immunsystem

Gelegentlich: generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautrötung, Exanthem, Pruritus,

Urtikaria; in Einzelfällen wurde auch über Dyspnoe und/oder Symptome eines Angioödems

berichtet).

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Rötung, Schwellung, Juckreiz, Schmerzen,

Hämatom, Induration).

Bei der Frau:

Gefässe

Selten: venöse oder arterielle Thromboembolien (auch ausserhalb eines OHSS).

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Blähungen, Bauchschmerzen.

Gelegentlich: Übelkeit, Diarrhoe, Erbrechen, Obstipation.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Unterleibsschmerzen, ovarielles Hyperstimulationssyndrom.

Gelegentlich: Vergrösserung der Ovarien, vaginale Blutungen, Brustbeschwerden (wie

Spannungsgefühl, Schmerzen, Schwellung sowie schmerzhafte Brustwarzen), Ovarialzysten,

Metrorrhagie, Grössenzunahme des Uterus, Fluor vaginalis, Dysmenorrhoe, ovarielle Torsion.

Beim Mann:

Die Angaben beim Mann basieren auf einer einzelnen Studie (an n=30 Patienten). Jede unerwünschte

Wirkung, welche dort beobachtet wurde, hat damit eine Inzidenz von >1% und muss als häufig

klassifiziert werden.

Haut

Häufig: Exanthem, Akne.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Gynäkomastie, Nebenhodenzyste.

Überdosierung

Die akute Toxizität von Gonadotropin-Präparaten ist nachweislich sehr gering. Eine zu hohe

Dosierung für mehr als einen Tag kann allerdings zur Hyperstimulation der Ovarien führen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03GA06

Wirkungsmechanismus

Puregon enthält rekombinantes humanes Follitropin (FSH) aus CHO-Zellen (Chinese hamster

ovary). FSH ist unentbehrlich für das Wachstum und die Reifung der weiblichen und männlichen

Gameten sowie für die Steroidproduktion der Gonaden.

Bei der Frau ist die Menge an FSH entscheidend für den Beginn und die Dauer der

Follikelentwicklung und folglich für die zeitliche Abstimmung und die Zahl der Follikel, die zur

Reifung kommen.

Klinische Wirksamkeit

Bei Frauen:

Bei der Frau lässt sich Puregon zur Stimulation der Follikelentwicklung sowie für die Produktion

von Steroiden bei bestimmten Störungen der Gonadenfunktion verwenden.

Darüber hinaus kann Puregon eingesetzt werden, um eine multiple Follikelentwicklung bei ärztlich

assistierten Reproduktionsprogrammen zu fördern. [In vitro Fertilisation/Embryo-Transfer (IVF/ET),

intratubarer Gametentransfer (GIFT) und intrazytoplasmatischer Spermien-Injektion (ICSI)].

Nach einer Behandlung mit Puregon wird in der Regel hCG verabreicht, um die Endphase der

Follikelreifung, die Wiederaufnahme der Meiose und den Follikelsprung zu induzieren.

Bei Männern:

In einer offenen, multizentrischen klinischen Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit wurden

insgesamt 30 Männer wegen hypogonadotropem Hypogonadismus behandelt. Die Patienten erhielten

pro Woche 450 I.E. Puregon, verteilt auf 2-3 Dosen. Die mittlere Behandlungsdauer betrug 323

Tage. Untersuchungen zur Wirksamkeit der Behandlung bestehend aus einer Spermienanalyse und

einer Bestimmung der Hormonkonzentration im Serum wurden alle 6 Wochen durchgeführt. Die

Behandlung wurde bei 43% der untersuchten Männer als erfolgreich angesehen. Diese wiesen nach

einer medianen Behandlungsdauer von 165 Tagen mehr als 1 Mio./ml Spermien auf. Unter der knapp

einjährigen Behandlung wurden keine klinisch relevanten unerwünschten Wirkungen registriert.

Auch wurden nach einer Behandlungsdauer von 48 Wochen keine Antikörper gegen FSH oder gegen

CHO-Zellen nachgewiesen.

Pharmakokinetik

Absorption/Distribution

Nach intramuskulärer oder subkutaner Applikation von Puregon werden die maximalen

Serumspiegel von FSH innerhalb von etwa 12 Stunden erreicht. Nach wiederholter Gabe der

gleichen Dosis liegen im Steady State (das nach 4 Tagesdosen erreicht wird) aufgrund der relativ

langen Eliminationshalbwertszeit die FSH-Plasmakonzentrationen ungefähr 1,5-2,5 mal höher als

nach einer Einzelgabe. Diese Erhöhung trägt dazu bei, therapeutische FSH-Konzentrationen zu

erzielen.

Zwischen der intramuskulären und der subkutanen Applikation von Puregon gibt es keine

signifikanten pharmakokinetischen Unterschiede. In beiden Fällen beträgt die absolute

Bioverfügbarkeit ca. 77%.

Metabolismus/Elimination

Rekombinantes FSH ist biochemisch dem urinären, humanen FSH sehr ähnlich und wird auf die

gleiche Weise verteilt, metabolisiert und ausgeschieden. Spezifische Studien zu Distribution,

Metabolisierung und Exkretion von Puregon wurden jedoch nicht durchgeführt.

Aufgrund der verzögerten Freisetzung an der Injektionsstelle und der Eliminationshalbwertszeit von

ungefähr 40 Stunden (Bereich von 12 bis 70 Stunden) bleiben die FSH-Spiegel 24-48 Stunden lang

hoch.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Pharmakokinetik von Follitropin beta nach Verabreichung von Puregon wurde bei Patienten mit

eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht.

Präklinische Daten

Nach einmaliger Gabe von Puregon wurden bei Ratten keine toxischen Wirkungen festgestellt. Auch

nach wiederholter Verabreichung an Ratten (2 Wochen) und Hunden (13 Wochen) mit einer bis

100fach höheren Dosis als sie beim Menschen angewendet werden soll, wurden keine signifikanten

toxischen Wirkungen beobachtet. Puregon zeigte keine mutagenen Wirkungen im Ames-Test oder

im in-vitro-Chromosomen-Aberrations-Test mit humanen Lymphozyten.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Bisher keine bekannt.

Haltbarkeit

Puregon kann bis zu dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum «Exp.» verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Beim Grossisten und in der Apotheke:

Bei 2-8 °C im Kühlschrank aufbewahren. Nicht einfrieren.

Beim Patienten:

Zwei Optionen sind möglich:

1.Bei 2-8 °C im Kühlschrank aufbewahren. Nicht einfrieren.

2.Maximal für 3 Monate kann Puregon bei einer Temperatur unter 25 °C gelagert werden.

In der Originalverpackung vor Licht geschützt aufbewahren.

Sobald die Gummiplombe in der Ampulle durchgestochen wird, kann die Injektionslösung noch

während max. 28 Tagen verwendet werden.

Hinweise für die Handhabung

Es darf nur klare, partikelfreie Lösung verwendet werden. Die Zylinderampullen Puregon wurden

zur Anwendung mit dem Puregon Pen entwickelt. Die Hinweise zur korrekten Verwendung des Pens

müssen befolgt werden.

Vor der Injektion sind Luftblasen aus der Zylinderampulle zu entfernen (vgl. Gebrauchsanleitung des

Pens).

Leere Zylinderampullen dürfen nicht wieder gefüllt werden. Puregon Zylinderampullen sind nicht

dazu geeignet, den Inhalt mit andern Arzneimitteln innerhalb der Zylinderampullen zu mischen

(siehe auch «Inkompatibilitäten»).

Gebrauchte Nadeln sind sofort nach der Injektion zu entsorgen.

Gebrauchte Zylinderampullen (einschliesslich des Restvolumens) sind nach der letzten Injektion des

Behandlungszyklus ebenfalls zu entsorgen.

Zulassungsnummer

55453 (Swissmedic).

Packungen

Puregon 300 I.E.

1 Zylinderampulle zu 300 I.E. (Nettoinhalt) mit jeweils 6 Nadeln (2 Packungen zu 3 Nadeln) zur

Anwendung mit dem Puregon Pen (A)

Puregon 600 I.E.

1 Zylinderampulle zu 600 I.E. (Nettoinhalt) mit jeweils 6 Nadeln (2 Packungen zu 3 Nadeln) zur

Anwendung mit dem Puregon Pen (A)

Puregon 900 I.E.

1 Zylinderampulle zu 900 I.E (Nettoinhalt) mit jeweils 9 Nadeln (3 Packungen zu 3 Nadeln) zur

Anwendung mit dem Puregon Pen (A)

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern.

Stand der Information

März 2014.

S-CCDS-MK8328-SOi-082013a/8328-CHE-2014-010116

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