Humatrope 12 mg vorbereitung zur injektion

Suïssa - alemany - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Fitxa tècnica Fitxa tècnica (SPC)

24-10-2018

ingredients actius:
somatropinum ADNr
Disponible des:
Eli Lilly (Suisse) SA
Codi ATC:
H01AC01
Designació comuna internacional (DCI):
somatropinum ADNr
formulario farmacéutico:
vorbereitung zur injektion
Composición:
Praeparatio cryodesiccata: somatropinum ADNr 12 mg, glycinum, mannitolum, natrii phosphates, pro vitro. Solvens: glycerolum, conserv.: metacresolum 3 mg, aqua ad iniectabile q.s. ad solutionem pro 1 ml.
clase:
A
Grupo terapéutico:
Biotechnologika
Área terapéutica:
Defizit des wachstumshormons
Número d'autorització:
53052
Data d'autorització:
1996-07-09

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19-10-2018

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Patienteninformation

Humatrope®

Eli Lilly (Suisse) SA

Was ist Humatrope und wann wird es angewendet?

Humatrope enthält gentechnologisch hergestelltes Wachstumshormon, das seiner Struktur nach

identisch mit menschlichem Wachstumshormon ist, das von einer im Gehirn gelegenen Drüse

(Hirnanhangdrüse, Hypophyse) in den Blutkreislauf abgegeben wird.

Bei Mangel an Wachstumshormon wird versucht, durch die tägliche Injektion in das

Unterhautgewebe (subkutan) vor dem Schlafengehen, den Rhythmus von körpereigenen

Wachstumshormonausschüttungen zu imitieren.

Kinder

Humatrope wird verwendet für die Behandlung des kindlichen Minderwuchses, der auf einen

nachgewiesenen Wachstumshormonmangel zurückzuführen ist, sowie für die Behandlung des

Minderwuchses von Mädchen mit sogenanntem Turner-Syndrom (eine angeborene

Entwicklungsstörung bei Mädchen und Frauen mit Kleinwuchs und Fehlentwicklung der Eierstöcke

als häufigste Merkmale).

Humatrope wird für den Minderwuchs bei präpubertären Kindern mit chronischer Niereninsuffizienz

angewendet.

Humatrope wird ebenfalls verwendet für die Behandlung von Kindern mit:

·Wachstumsstörungen infolge eines durch DNA-Analyse bestätigten SHOX (Short Stature

HOmeoboX-Containing gene)-Mangels.

·Kleinwuchs infolge einer vorgeburtlichen Wachstumsverzögerung (SGA = Small for Gestational

Age) bei Kindern, die bis zum Alter von 2 bis 4 Jahren diesen Wachstumsrückstand nicht aufgeholt

haben.

Erwachsene

Bei Erwachsenen kann Humatrope bei ausgeprägtem Wachstumshormonmangel als Folge von

Erkrankungen der Wachstumhormon produzierenden Drüsen (Hypothalamus und Hirnanhangdrüse)

eingesetzt werden. Vor der Behandlung mit Humatrope wird der Arzt bzw. die Ärztin den

Wachstumshormonmangel durch eine gründliche Untersuchung bestätigen.

Humatrope darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle eines Facharztes bzw. einer

Fachärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Humatrope ist für die Behandlung des Minderwuchses nur wirksam solange die Wachstumsphase

noch nicht abgeschlossen ist.

Wann darf Humatrope nicht angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeitsreaktion gegen einen der Inhaltsstoffe von Humatrope (siehe: «Wann ist

bei der Anwendung von Humatrope Vorsicht geboten?»).

Es gibt einige Erkrankungen (z.B. aktiver Tumor) bzw. Therapien (z.B. Tumortherapie) bei denen

der Arzt bzw. die Ärztin eine Therapie mit Humatrope ausschliessen wird. Er/Sie wird auch kritisch

kranke Patientinnen und Patienten mit Komplikationen nach schweren Operationen oder schweren

Verletzungen sowie solche mit gewissen (seltenen) angeborenen Krankheiten (Down- oder Bloom-

Syndrom oder Fanconi-Anämie) nicht mit Humatrope behandeln.

Wann ist bei der Anwendung von Humatrope Vorsicht geboten?

Die Behandlung mit Humatrope muss von einem Arzt bzw. einer Ärztin überwacht werden, der/die

in der Erkennung und Behandlung von Patienten mit Wachstumshormonmangel erfahren ist.

In seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) auftreten, die durch die im

Lösungsmittel enthaltenen Konservierungsmittel ausgelöst werden. Solche Reaktionen äussern sich

im Allgemeinen mit Hautausschlag, Unwohlsein, Herzklopfen und Atembeschwerden, und in

Einzelfällen können sie bis zur Ohnmacht und zum Schock gehen und sofortigen ärztlichen Beistand

erfordern. Auch das Auftreten von Muskelschmerzen oder unverhältnismässig starken Schmerzen an

der Injektionsstelle weist auf Überempfindlichkeitsreaktionen hin. Sollten Sie solche Reaktionen

feststellen, müssen Sie die Verabreichung von Humatrope sofort stoppen und umgehend Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen.

Bei Patienten, die in der Kindheit an einer Krebserkrankung gelitten haben, wird der Arzt bzw. die

Ärztin regelmässige Untersuchungen vernehmen, um sicher zu stellen, dass diese Krankheit nicht

wieder aufgetreten ist.

Kinder haben ein erhöhtes Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Wenngleich eine Pankreatitis selten beobachtet wird, sollten Kinder, die starke und anhaltende

Bauchschmerzen haben, umgehend den Arzt bzw. die Ärztin aufsuchen.

Kinder mit Skoliose, die mit Humatrope behandelt werden, sollten hinsichtlich einer

Verschlechterung dieser Wachstumdeformation beobachtet werden.

Beim Auftreten von starken oder oft wiederkehrenden Kopfschmerzen, Sehstörungen (Doppelbilder,

Einschränkung des Gesichtsfeldes), Bewusstseinsstörungen, Übelkeit und/oder Erbrechen, wenden

Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Bei einigen Patienten kann sich eine Erkrankung des

Gehirns (ein sogenanntes Papillenödem) entwickeln und eine Augenuntersuchung kann sich als nötig

erweisen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, die Behandlung mit Wachstumhormon zu unterbrechen

und zu einem späteren Zeitpunkt wiederaufzunehmen.

Wenn Sie bei Ihrem Kind während der Behandlung mit Humatrope Schwierigkeiten beim Gehen

entdecken oder wenn es sich über seine Gelenke (Hüfte oder Knie) beklagt und/oder anfängt zu

hinken, nehmen Sie sofort mit Ihrem Arzt bzw Ihrer Ärztin Kontakt auf. Der Arzt bzw. die Ärztin

sollte sicherstellen, dass diese Symptome nicht durch eine Verschiebung des Oberschenkelhalses

gegenüber dem Gelenkkopf (sogenannte Epiphysenlösung) hervorgerufen werden, bevor die

Behandlung mit Humatrope fortgesetzt wird.

In seltenen Fällen kann durch die Behandlung mit Humatrope eine Unterfunktion der Schilddrüse

entstehen. Diese macht sich durch das Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Zeichen

bemerkbar: allgemeine Schwäche, leichte Ermüdbarkeit, psychische Störungen, Ödeme (z.B.

aufgedunsenes Gesicht), Gewichtszunahme, Verstopfung, Vertiefung der Stimme, deutliche

Verlangsamung des Herzschlags. Deshalb wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Schilddrüsenhormone

im Blut regelmässig kontrollieren und gegebenenfalls die Einnahme von Schilddrüsenhormon

verschreiben.

Humatrope kann den Bluzuckerspiegel erhöhen. Wenn Sie Diabetiker/in sind, oder falls ein Mitglied

Ihrer Familie an Diabetes erkrankt ist, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihren Blutzuckerspiegel genau

überwachen und möglicherweise Ihre Diabetes-Therapie anpassen.

Wenn Sie eine Behandlung gegen Zuckerkrankheit anwenden, unterrrichten Sie bitte Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin, wenn Unterzuckerungsreaktionen (z.B. Heisshunger, Zittern, Schwitzen) auftreten.

Es ist wichtig, die Behandlung mit Humatrope bis zum Ende des Wachstums fortzusetzen, damit der

Nutzen der Behandlung nicht verloren geht.

Bei einer Behandlung mit Wachstumshormon ist es unerlässlich, alle vom Arzt bzw. von der Ärztin

verordneten oder empfohlenen Kontrolluntersuchungen genau einzuhalten.

Wenn Sie eine grössere Dosis Humatrope anwenden, als Ihnen verschrieben wurde, können

bestimmte Teile Ihres Körpers wie die Ohren, die Nase, der Kiefer, die Hände und die Füsse

übermässig wachsen.

Folgende Arzneimittel können die Wirkung der Behandlung mit Wachstumshormonen beeinflussen:

Koritikosteroide (z.B. Cortison, Prednison), Geschlechtshormone (z.B. Östrogen, Testosteron),

Schilddrüsenhormone (z.B. Thyroxin). Nur Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann über eine allfällige

Anpassung der Dosierung dieser Präparate bzw. von Humatrope entscheiden, und er bzw. sie wird

Ihnen erklären, welche Vorsichtsmassnahmen in solchen Fällen zu beachten sind.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie bzw. Ihr

Kind

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!

Darf Humatrope während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Humatrope darf während der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht verwendet werden. Falls

Humatrope bei Frauen nach dem Eintreten der ersten Menstruationsblutung weiterhin angewendet

wird, sollte eine nicht-hormonale Methode zur Verhütung in Erwägung gezogen werden.

Wie verwenden Sie Humatrope?

Die Dosierung und die Behandlungsdauer werden vom Arzt bzw. von der Ärztin auf Sie bzw. Ihr

Kind persönlich abgestimmt und festgelegt.

Kinder mit Wachstumshormon-Mangel

Die empfohlene Dosis beträgt 0,025–0,035 mg/kg Körpergewicht subkutan (unter die Haut) pro Tag,

was 0,7–1,0 mg/m2 Körperoberfläche entspricht.

Patienten mit Turner-Syndrom

0,045–0,050 mg/kg Körpergewicht subkutan pro Tag. Das entspricht ca. 1,4 mg/m2 pro Tag.

Präpubertäre Kinder mit chronischer Niereninsuffizienz

Die empfohlene Dosis beträgt 0,045–0,050 mg/kg Körpergewicht pro Tag und sollte subkutan

verabreicht werden.

Kinder mit SHOX-Mangel

Die empfohlene Dosis beträgt 0,045-0,050 mg/kg Körpergewicht pro Tag als subkutane Injektion.

Kinder mit Kleinwuchs infolge einer vorgeburtlichen Wachstumsverzögerung (SGA)

Die empfohlene Dosierung beträgt 0,033 bis 0,067 mg/kg Körpergewicht/Tag als subkutane

Injektion.

Der Arzt bzw. die Ärztin sollte das Ansprechen des Wachstums sorgfältig überwachen und die

Somatropindosis nach Bedarf anpassen.

Erwachsene mit Wachstumshormon-Mangel

Die Dosis wird individuell eingestellt, abhängig davon, wie Sie auf die Therapie ansprechen und

welche Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten. Normalerweise wird mit 0,15-0,30 mg pro Tag

begonnen. Die Gesamtdosis beträgt in der Regel nicht mehr als 1 mg pro Tag. Mit zunehmendem

Alter nimmt die benötigte Dosis ab.

Anwendungshinweise

Vor der Anwendung muss die Trockensubstanz in dem beigefügten Lösungsmittel gelöst werden.

Dazu wird das Lösungsmittel mit einer keimfreien (sterilen) Injektionsspritze entnommen, der

Trockensubstanz zugefügt und die Trockensubstanz durch langsames Rollen des Fläschchens

zwischen den Handflächen aufgelöst. Nicht schütteln. Nur klare Lösungen dürfen verwendet werden.

Injizieren von Humatrope

Humatrope wird, wie vom Arzt bzw. von der Ärztin empfohlen, in das Unterhautgewebe gespritzt,

d.h. subkutan injiziert. Nach gründlicher Anleitung durch den Arzt bzw. die Ärztin kann die

subkutane Injektion bei älteren Kindern am besten durch den Patienten selbst durchgeführt werden.

Bei Kleinkindern wird die Injektion von den Eltern oder auch vom Arzt bzw. von der Ärztin

vorgenommen.

Injektionsstelle mit einem mit Desinfektionsmittel getränkten Tupfer abwischen. Danach mit

Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte abheben und die Nadel schräg (in einem 45°-Winkel) unter

die Haut, bis an den Grund der Hautfalte, einstechen.

Injektionsart

Für die subkutane Verabreichung am besten geeignet sind die äusseren Flächen der Oberarme, die

vorderen und seitlichen Oberschenkel, das Gesäss und die Bauchregion, mit Ausnahme der

Gürtellinie und der Nabelgegend. Da der Wirkstoff von Humatrope in den verschiedenen

Körperregionen aufgrund der unterschiedlichen Dichte des Gefässnetzes unter der Haut in

unterschiedlichem Ausmass aufgenommen wird, sollte die Injektion immer in die gleiche

Körperregion (Oberarm, Bauch Oberschenkel, Gesäss) erfolgen, jedoch sollte zur Vermeidung einer

möglichen Gewebeschrumpfung unter der Haut (sogenannte Lipoatrophie) die Injektionsstelle

innerhalb dieser Region täglich gewechselt werden. Dabei soll in dieselbe Stelle nicht öfter als 1×

pro Monat injiziert werden. Die Injektionsstelle soll nicht massiert werden.

Jede Humatrope-Patrone muss mit Hilfe der mitgelieferten Verdünnungsspritze zur Verwendung

vorbereitet werden. Dazu ist die separate Anleitung genau zu befolgen. Die gebrauchsfertige Lösung

muss klar sein und frei von Schwebeteilchen. Falls die Lösung trüb ist oder Schwebeteilchen enthält,

darf sie nicht injiziert werden!

Für jede Anwendung von Humatrope muss eine sterile Nadel verwendet werden.

Humatrope Patronen können mit kompatiblen Pens, die ein CE-Kennzeichen tragen, verwendet

werden. Beim Einsetzen der Patrone, Anbringen der Nadel und der Injektion von Humatrope muss

die Anleitung des Herstellers des jeweiligen Pen genau befolgt werden.

Die vom Arzt verordnete Dosis wird im Allgemeinen abends vor dem Zubettgehen verabreicht.

Sollten Sie einmal eine Dosis vergessen haben, so fahren Sie mit der Behandlung am nächsten Tag

wie gewohnt weiter. Die verpasste Dosis dürfen Sie nicht zusammen mit der nächsten nachholen.

Wenden Sie sich bei der geringsten Unsicherheit an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Behandlungsdauer

Die Behandlung mit Humatrope ist eine Langzeitbehandlung, sie dauert bei Kindern im Allgemeinen

Jahre, d.h. so lange, bis der Arzt bzw. die Ärztin festgestellt hat, dass mit einer Fortsetzung kein

weiteres Wachstum mehr erzielt werden kann. Das ist der Fall, wenn die sogenannten

Epiphysenfugen, d.h. die Übergänge zwischen den langen Röhrenknochen und den Gelenkköpfen,

geschlossen sind und damit das Knochenwachstum beendet ist.

Patienten, die in der Kindheit bis zum Erreichen der Endgrösse mit Wachstumshormon behandelt

wurden, müssen nach dem Epiphysenschluss erneut hinsichtlich eines Wachstumshormon-Mangels

untersucht werden, bevor die Therapie mit den empfohlenen Dosen für Erwachsene fortgesetzt wird.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Humatrope haben?

Über folgende Nebenwirkungen wurde bei der Anwendung von Humatrope berichtet:

Folgende Nebenwirkungen wurden bei Erwachsenen und Kindern mit der gleichen Häufigkeit

beobachtet:

Häufig traten Schmerzen an der Injektionsstelle, Überempfindlichkeitsreaktionen (siehe «Wann ist

bei Anwendung von Humatrope Vorsicht geboten?»), erhöhter Blutzucker, Zeichen dafür sind

grosser Durst, grosse Urinmenge, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, trockene Haut, schnelle und tiefe

Atmung, auf. Ebenfalls häufig kam es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, Zeichen dafür sind

allgemeine Schwäche, leichte Ermüdbarkeit, psychische Störungen, Wasseransammlungen in den

Geweben (Ödeme, z.B. aufgedunsenes Gesicht), Gewichtszunahme, Verstopfung, Vertiefung der

Stimme, deutliche Verlangsamung des Herzschlags. Weiter kann es zu einer Verschlechterung einer

Skoliose kommen.

Gelegentlich tritt Schwäche auf.

Die subkutane (in das Unterhautbindegewebe) Verabreichung von Humatrope kann vereinzelt zu

Fettgewebsschwund an der Injektionsstelle führen (siehe «Wie verwenden Sie Humatrope?

Injektionsart»).

Folgende Nebenwirkungen wurden bei Erwachsenen und Kindern mit unterschiedlicher Häufigkeit

beobachtet:

Bei Erwachsenen kam es sehr häufig und bei Kindern häufig zu generalisierten oder lokalen

Wassereinlagerungen (Ödeme). Sehr häufig kam es bei Erwachsenen zu einem Taubheitsgefühl oder

Kribbeln in der Haut. Bei Kindern war diese Nebenwirkung selten.

Lokale Muskelschmerzen sind bei Erwachsenen häufig bei Kindern selten.

Andere Nebenwirkungen wurden häufig bei Erwachsenen, aber nur selten bei Kindern berichtet:

arterieller Bluthochdruck, lokale Muskelschmerzen.

Diabetes mellitus wurde gelegentlich bei Kindern, aber nur vereinzelt bei Erwachsenen, beobachtet.

Brustvergrösserung wurde gelegentlich bei Erwachsnen, aber sehr selten bei Kindern, beobachtet.

Weitere Nebenwirkungen wurden bei Kindern berichtet:

Im Falle von schweren und häufigen wiederkehrenden Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit

und/oder Erbrechen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, da dies Anzeichen für einen

zu hohen Druck im Gehirn sein können und ein Absetzen der Therapie erforderlich machen können.

Weitere Nebenwirkungen wurden bei Erwachsenen berichtet:

Sehr häufig: Gelenkschmerzen und Gelenkveränderungen (siehe «Wann ist bei der Anwendung von

Humatrope Vorsicht geboten?»).

Häufig: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gefühlsstörungen in den Fingern (Karpaltunnelsyndrom),

Atemnot, nächtliche Atemstörung (Schlafapnoe).

Bei Patienten die unter einer Behandlung mit Wachstumshormon standen, wurde in sehr seltenen

Fällen über das Auftreten von Leukämie und das Wiederauftreten von bösartigen Geschwülsten

(Tumoren) berichtet. Es gibt jedoch keinen Nachweis, dass dies mit der Behandlung mit

Wachstumshormon in Zusammenhang steht.

Bei jeder anderen ärztlichen Untersuchung soll dem jeweiligen Arzt bzw. der jeweiligen Ärztin

mitgeteilt werden, dass Sie bzw. Ihr Kind mit Humatrope behandelt werden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Arzneimittel von Kindern fernhalten!

Vor der Auflösung: Kombinationspackung (Patrone plus Lösungsmittelspritze) im Kühlschrank (2-

8 °C) lagern.

Nach der Auflösung mit dem beigefügten Lösungsmittel ist die Patrone bis zu 28 Tage im

Kühlschrank (2-8 °C) haltbar.

Die Patrone sollte nicht länger als 30 min./Tag der Raumtemperatur (15-25 °C) ausgesetzt werden.

Lösungsmittel und Lösung nicht tieffrieren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Humatrope enthalten?

Praeparatio cryodesiccata: Somatropin (recombinant hergestellt).

Patrone mit Trockensubstanz (6 mg, 12 mg, 24 mg) und Mannitol, Glycin, dibasisches

Natriumphosphat.

Das Lösungsmittel enthält Wasser zur Injektion, m-Cresol als Konservierungsmittel sowie Glycerin.

Zulassungsnummer

53052 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Humatrope? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Patrone mit 6 mg Trockensubstanz und Injektionsspritze mit 3.17 ml Lösungsmittel.

Patrone mit 12 mg Trockensubstanz und Injektionsspritze mit 3.15 ml Lösungsmittel.

Patrone mit 24 mg Trockensubstanz und Injektionsspritze mit 3.15 ml Lösungsmittel.

Zulassungsinhaberin

Eli Lilly (Suisse) S.A. Vernier/Genève.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2013 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

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Fachinformation

Humatrope®

Eli Lilly (Suisse) SA

Zusammensetzung

Trockensubstanz

Wirkstoff: Praeparatio cryodesiccata: Somatropinum (recombinatum) ADNr.

Hilfsstoffe: Mannitol, Glycin, dibasisches Natriumphosphat.

Lösungsmittel: Wasser zur Injektion, m-Cresol als Konservierungsmittel, Glycerin.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Patronen mit Trockensubstanz 6 mg, 12 mg, 24 mg Somatropin

Humatrope Patronen können mit einem geeigneten, CE-zertifizierten Pen verwendet werden.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kinder

Minderwuchs bei Kindern mit nachgewiesener unzureichender endogener

Wachstumshormonproduktion (hypophysärer Minderwuchs). Andere Ursachen von Minderwuchs

(z.B. Fehlen von Somatomedinen oder ihrer Rezeptoren sowie hypophysärer Minderwuchs und

erfolgtem Epiphysenschluss) müssen ausgeschlossen sein.

Minderwuchs bei Mädchen mit Turner Syndrom, gesichert durch Chromosomenanalyse. Bisher sind

jedoch keine Daten über die Erwachsenenendgrösse verfügbar, die bei Turner-Patientinnen durch

eine Behandlung mit Somatropin erreicht wird.

Behandlung von Wachstumsverzögerungen bei präpubertären Kindern mit chronischer

Niereninsuffizienz.

Behandlung von Kindern mit Wachstumsstörungen infolge eines durch DNA-Analyse bestätigten

SHOX (Short Stature HOmeoboX-Containing gene)-Mangels.

Behandlung einer Wachstumsstörung bei kleinwüchsigen Kindern als Folge einer intrauterinen

Wachstumsverzögerung (SGA = Small for Gestational Age), die bis zum Alter von 2 bis 4 Jahren

diesen Wachstumsrückstand nicht aufgeholt haben.

Erwachsene

Mangel von Wachstumshormon (GH) beim Erwachsenen infolge hypothalamischer oder

hypophysärer Erkrankung, mit Beginn im Kindes- oder Erwachsenenalter. Der GH-Mangel muss

durch 2 unabhängige Stimulationstests nachgewiesen werden, wovon einer bevorzugt der

Insulinstimulationstest sein sollte. Ist dieser Insulinstimulationstest kontraindiziert, müssen

alternative Stimulationstests verwendet werden. Ist zusätzlich der Ausfall einer weiteren

Hypophysenachse nachgewiesen, genügt ein einziger Stimulationstest. Die Stimulationstests müssen

unter Substitution der anderen defizitären Achse durchgeführt werden. Bei Übertritt von

Jugendlichen ins Erwachsenenalter muss der GH-Mangel in analoger Weise erneut bestätigt werden.

Dosierung/Anwendung

Eine Behandlung mit Humatrope sollte nur von einem Facharzt durchgeführt werden, der mit

Diagnose und Behandlung von Wachstumshormonmangelzuständen vertraut ist.

Die Dosierung erfolgt individuell.

Wachstumshormon-Mangel bei Kindern

Die empfohlene Dosis beträgt 0,025-0,035 mg/kg Körpergewicht subkutan pro Tag. Dies entspricht

ungefähr 0,7-1,0 mg/m2 Körperoberfläche pro Tag.

Turner-Syndrom

Die empfohlene Dosis beträgt 0,045-0,050 mg/kg Körpergewicht pro Tag und sollte als s.c. Injektion

vorzugsweise am Abend verabreicht werden. Dies entspricht einer Dosis von etwa 1,4 mg/m2 pro

Tag.

Bei Turner-Patientinnen ist bisher nicht bekannt, in welchem Altersjahr die Behandlung begonnen

werden soll. Insbesondere sind bisher keine Daten verfügbar, die gestatten würden, von einem

Behandlungsbeginn im Kleinkindalter eine bessere Wirkung auf die Erwachsenenendgrösse zu

erwarten als von einem Behandlungsbeginn in der Vorpubertät.

Chronischer Niereninsuffizienz bei präpubertären Kindern

Die empfohlene Dosis beträgt 0,045-0,050 mg/kg Körpergewicht pro Tag und sollte als s.c. Injektion

verabreicht werden.

SHOX-Mangel

Die empfohlene Dosis beträgt 0,045-0,050 mg/kg Körpergewicht/Tag als subkutane Injektion.

Kleinwuchs infolge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA)

Die empfohlene Dosierung beträgt 0,033 bis 0,067 mg/kg Körpergewicht/Tag als subkutane

Injektion.

Kinder mit ausgeprägter Wachstumsstörung (das heisst eine Körperlänge SDS <-3) und/oder ältere

pubertäre Kinder: Es wird empfohlen, die Therapie mit Somatropin in höheren Dosierungen zu

beginnen (d. h. 0,067 mg/kg/Tag) und die Dosierung schrittweise auf 0,033 mg/kg/Tag zu senken,

wenn ein substanzielles Aufholwachstum während des ersten Jahres der Therapie beobachtet wird.

Jüngere Kinder mit Kleinwuchs als Folge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA)

(beispielsweise etwa <4 Jahre) mit weniger stark ausgeprägter Wachstumsstörung (Körperlänge SDS

zwischen -2 und -3 zu Beginn): Es wird empfohlen, die Therapie mit niedrigerer Dosierung zu

beginnen (beispielsweise 0,033 mg/kg/Tag) und die Dosis nach Bedarf mit der Zeit zu titrieren.

Ärzte sollten das Ansprechen des Wachstums bei allen Kindern sorgfältig überwachen und die

Somatropindosis nach Bedarf anpassen.

Wachstumshormon-Mangel bei Erwachsenen

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 0,15-0,30 mg/Tag. Es sollte die geringste wirksame Dosis

angewendet werden; die notwendige Dosis kann sich mit zunehmendem Alter verringern.

Bei älteren oder übergewichtigen Patienten kann eine niedrigere Dosis erforderlich sein.

Diese Dosis sollte schrittweise erhöht werden entsprechend den individuellen Bedürfnissen des

Patienten, basierend auf dem klinischen Ansprechen und der IGF-I Serumkonzentration. Die tägliche

Gesamtdosis beträgt im Allgemeinen nicht mehr als 1 mg. Die IGF-I Serumkonzentration sollte

unterhalb der Obergrenze des dem Alter entsprechenden Normalbereichs bleiben.

Die Dauer der Behandlung bei Erwachsenen ist unbestimmt. In jährlichen Abständen ist fachärztlich

zu überprüfen, ob die Behandlung dem Patienten einen reellen klinischen Nutzen bringt und

demnach eine Weiterbehandlung sinnvoll ist.

In Fällen von persistierenden Ödemen oder schweren Parästhesien sollte die Somatropin-Dosis

reduziert werden, um die Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms zu vermeiden (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»).

Art und Dauer der Anwendung

Humatrope Injektionslösung in Patronen wird nach der Zubereitung subkutan injiziert.

Die empfohlenen Dosierungen sollten nicht überschritten werden.

Die Therapie kann bis zum Epiphysenfugenschluss fortgesetzt werden.

Bei älteren Kindern wird die subkutane Verabreichung – nach sorgfältiger Anweisung durch den

Arzt – am besten durch den Patienten selbst durchgeführt. Bei Kleinkindern wird die Injektion von

den Eltern oder auch vom Arzt vorgenommen.

Injektionsstelle mit einem mit Desinfektionsmittel getränkten Tupfer abwischen. Danach mit

Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte abheben und die Nadel schräg (in einem 45°-Winkel) unter

die Haut, bis an den Grund der Hautfalte, einstechen.

Injektionsort

Die Injektion kann in die äusseren Flächen der Oberarme, die vorderen und seitlichen Oberschenkel,

das Gesäss und die Bauchregion, mit Ausnahme der Gürtellinie und der Nabelgegend erfolgen.

Aufgrund der Variabilität der Resorption infolge der unterschiedlichen Dichte des Gefässnetzes unter

der Haut in den verschiedenen Körperregionen sollte die Körperregion (Oberarm, Bauch

Oberschenkel, Gesäss) nicht ständig gewechselt werden. Innerhalb dieser Region soll aber ein

regelmässiger Wechsel des Injektionsortes erfolgen, dabei soll in dieselbe Stelle nicht öfter als

einmal pro Monat injiziert werden, um eine lokale Lipoatrophie zu vermeiden. Die Injektionsstelle

soll nicht massiert werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Ältere Patienten: Da die Dosierung individuell erfolgt, ist keine Dosisanpassung in Abhängigkeit

vom Alter erforderlich. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Somatropinbedarf mit

zunehmendem Alter abnenmen kann.

Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Parmakokinetik von Somatropin wurde bei Patienten mit

Niereninsuffizienz nicht untersucht. Zur Dosierung bei pädiatrischen Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz, siehe oben. Für erwachsene Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

können keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Eingeschränkte Leberfunktion: Humatrope wurde bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht

untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

·Humatrope darf für Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen m-Cresol oder

Glycerol nicht mit dem mitgelieferten Lösungsmittel zubereitet werden (siehe «Sonstige Hinweise»).

·Humatrope darf nicht angewendet werden, wenn Anzeichen einer Tumoraktivität vorliegen.

Intrakranielle Läsionen müssen vor Behandlungsbeginn inaktiv und eine Tumortherapie

abgeschlossen sein. Treten Anzeichen eines Tumorwachstums auf, so muss Humatrope abgesetzt

werden.

·Humatrope darf nicht zur Förderung des Längenwachstums bei Kindern mit geschlossenen

Wachstumsfugen eingesetzt werden.

·Eine Wachstumshormon-Therapie darf nicht eingeleitet werden bei Patienten, bei denen eine

intensiv-medizinische Behandlung aufgrund von Komplikationen nach einer Operation am offenen

Herzen bzw. im Bauchraum oder nach Polytrauma erforderlich ist, ebenso nicht bei Patienten mit

akuter Ateminsuffizienz (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

·Kinder mit Down- oder Bloom-Syndrom oder Fanconi-Anämie sowie kritisch kranke Patienten mit

Komplikationen nach offenen Herz- oder Viszeraloperationen, Polytrauma oder akuter

respiratorischer Insuffizienz sollten nicht mit Humatrope behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Diagnose und Therapie mit Humatrope sollte von Ärzten begonnen und überwacht werden, die über

eine angemessene Qualifikation und Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Patienten mit

Wachstumshormon-Mangel verfügen.

Es wurde unter Behandlung mit Somatropin bei Patienten nach in der Kindheit ausgeheilter

Krebserkrankung ein erhöhtes Risiko einer zweiten (benignen oder malignen) Neoplasie berichtet.

Diese Zweittumoren waren am häufigsten intrakranielle Neoplasien, insbesondere Meningeome,

nach ZNS-Bestrahlung.

Es gibt bisher keine Anhaltspunkte, dass die Substitution von Wachstumshormon die Häufigkeit des

Wiederauftretens oder eines erneuten Wachstums von Neoplasien beeinflusst. Die normale klinische

Praxis erfordert jedoch bei Patienten mit Erkrankungen der Hypophyse in der Vorgeschichte

regelmässige bildgebende Untersuchungen der Hypophysenregion. Bei diesen Patienten wird eine

bildgebende Untersuchung empfohlen, bevor eine Substitutionsbehandlung mit Wachstumshormon

begonnen wird.

Patienten mit Wachstumshormonmangel infolge einer Intrakranialläsion sollten häufig auf

Progredienz oder Rezidive der Grundkrankheit untersucht werden.

Bei einer kleinen Anzahl von Kindern, die mit Wachstumshormon behandelt wurden, wurde über das

Auftreten von Leukämie berichtet. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass eine

Wachstumshormontherapie die Häufigkeit von Leukämien bei Patienten ohne prädisponierende

Faktoren erhöht.

Selten wurde verstärktes Wachstum vorbestehender Nävi beobachtet. Patienten sollten sorgfältig auf

maligne Hautveränderungen überwacht werden.

In Einzelfällen ist vor allem in den ersten Therapiewochen eine benigne intrakranielle Hypertension

aufgetreten. Klinische Zeichen sind in der Regel Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und

Sehstörungen, deren Auftreten eine Fundoskopie notwendig machen, um ein Papillenödem zu

erkennen. Die Symptome verschwinden in den meisten Fällen unter Fortführung der Therapie; in

schweren Fällen muss die Dosis reduziert oder die Behandlung vorübergehend unterbrochen werden.

Zur Zeit bestehen nur unzureichende Erfahrungen, um Empfehlungen hinsichtlich der Behandlung

von Patienten nach abgeklungener intrakranieller Hypertension zu geben. Wird die

Wachstumshormon-Behandlung wieder aufgenommen, ist eine sorgfältige Überwachung bzgl. der

Symptome einer intrakraniellen Hypertension erforderlich.

Der Einfluss einer Wachstumshormon-Therapie auf die Genesung wurde in zwei Placebo-

kontrollierten Studien mit insgesamt 522 erwachsenen Patienten untersucht. Bei diesen Patienten war

aufgrund von Komplikationen nach einer Operation am offenen Herzen oder im Bauchraum bzw.

nach Polytrauma eine intensiv-medizinische Behandlung erforderlich oder die Patienten hatten eine

akute Ateminsuffizienz. Bei den Patienten, die mit Wachstumshormon behandelt wurden (Dosierung

5,3-8 mg täglich), war die Sterblichkeitsrate im Vergleich zur Placebogruppe höher (41,9%

gegenüber 19,3%). Die Sicherheit der Fortführung einer Wachstumshormon-Behandlung bei

Patienten, bei denen es unter einer Substitutionstherapie im Rahmen der zugelassenen Indikationen

zu derartigen Erkrankungen kommt, ist bislang nicht belegt. Daher ist bei Patienten, bei denen eine

intensiv-medizinische Behandlung erforderlich wird, der potentielle Nutzen einer Fortführung der

Substitutionstherapie mit Wachstumshormon gegen das potentielle Risiko abzuwägen.

Wachstumshormon erhöht die periphere Konversion von T4 (Thyroxin) zu T3 (Trijodthyronin) und

kann somit eine subklinische Hypothyreose manifest werden lassen. Die Schilddrüsenfunktion sollte

daher bei allen Patienten überwacht werden. Bei Patienten mit hypophysärer Insuffizienz muss die

Standardsubstitutionstherapie mit Schilddrüsenhormon bei gleichzeitiger Wachstumshormongabe

engmaschig überwacht werden.

Da Somatropin eine Insulinresistenz hervorrufen kann, sollten Patienten, die Somatropin erhalten,

hinsichtlich Anzeichen eines abnormen Glukosemetabolismus und/oder Diabetes mellitus überwacht

werden. Bei Kindern und Erwachsenen, die Somatropin erhalten haben, ist erstmalig über das

Auftreten von Diabetes mellitus Typ 2 berichtet worden. Bei Patienten mit Diabetes mellitus, die

Somatropin erhalten, kann eine Anpassung der Insulindosis und anderer antihyperglykämischen

Therapie erforderlich sein.

Unter Somatropin-Behandlung haben Kinder im Vergleich zu Erwachsenen ein erhöhtes Risiko einer

Pankreatitis. Wenngleich eine Pankreatitis selten beobachtet wird, sollte bei Kindern unter

Somatropin-Behandlung, die abdominale Schmerzen entwickeln, eine Pankreatitis in Erwägung

gezogen werden.

Bei Kindern mit Hormonstörungen, einschliesslich Wachstumshormon-Mangel, kann eine

Epiphysenlösung im Bereich des Hüftkopfes häufiger als bei Gesunden vorkommen. Jedes Kind, bei

dem während der Behandlung mit Humatrope ein Hinken einsetzt, sollte ärztlich untersucht werden.

In Phasen raschen Wachstums kann es bei Kindern häufig zu einer Erstmanifestation bzw. zum

Fortschreiten einer Skoliose kommen. Da Somatropin die Wachstumsrate steigert, sollten die

Patienten hinsichtlich des Auftretens bzw. insbesondere der Progression einer Skoliose beobachtet

werden.

Vor Beginn der Somatropin-Behandlung einer Wachstumsverzögerung aufgrund einer chronischen

Niereninsuffizienz sollten die Patienten zur Bestätigung der Wachstumsstörung ein Jahr lang

beobachtet worden sein. Eine konservative Therapie der Niereninsuffizienz (dazu gehören die

Behandlung einer Azidose, eines Hyperparathyroidismus sowie die Optimierung des

Ernährungszustandes über den Zeitraum eines Jahres vor Beginn der Behandlung) sollte eingeleitet

sein und während der Behandlung fortgeführt werden. Die Behandlung mit Somatropin sollte zum

Zeitpunkt einer Nierentransplantation beendet werden.

Bei Kindern mit SHOX-Mangel wird ein Beginn der Behandlung mit Humatrope kurz vor Einsetzen

der Pubertät nicht empfohlen, da die Erfahrungen begrenzt sind.

Bei Kindern mit Kleinwuchs infolge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA) sollten vor

Beginn der Behandlung andere medizinische Gründe oder Behandlungen, die die Wachstumsstörung

erklären könnten, ausgeschlossen werden.

Bei Kindern mit Kleinwuchs infolge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA) wird

empfohlen, vor Beginn der Behandlung und danach einmal jährlich den Nüchtern-Insulin- und

-Blutzuckerspiegel zu messen. Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines

Diabetes mellitus (z.B. Diabetes in der Familienanamnese, Übergewicht, schwere Insulinresistenz,

Acanthosis nigricans) sollte ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt werden. Bei

manifestem Diabetes mellitus darf das Wachstumshormon so lange nicht gegeben werden, bis der

Diabetes durch eine Behandlung stabil ist. Die Wachstumshormonbehandlung kann dann unter

sorgfältiger Überwachung der Diabeteseinstellung begonnen werden. Eine Erhöhung der Insulindosis

kann notwendig sein.

Bei Kindern mit Kleinwuchs infolge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA) wird

empfohlen, den IGF-I Spiegel vor Beginn der Behandlung und danach zweimal jährlich zu messen.

Falls der IGF-I Spiegel wiederholt die alters-, geschlechts- und pubertätsbezogenen Normwerte um

mehr als + 2 SD übersteigt, sollte das IGF-I/IGFBP-3-Verhältnis in die Überlegungen zu einer

Dosisanpassung einbezogen werden.

Ein Teil des Zugewinns an Körpergrösse durch die Wachstumshormonbehandlung von

kleinwüchsigen Kindern infolge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA) kann verloren

gehen, wenn die Behandlung vor Erreichen der Endgrösse beendet wird.

Bei Patienten im Kindesalter soll die Behandlung bis zum Abschluss des Längenwachstums

durchgeführt werden. Im Hinblick auf das potentielle Risiko einer Akromegalie, Hyperglykämie und

Glukosurie ist ratsam, die empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten.

Patienten, die in der Kindheit bis zum Erreichen der Endgrösse mit Wachstumshormon behandelt

wurden, müssen nach dem Epiphysenschluss erneut hinsichtlich eines Wachstumshormon-Mangels

untersucht werden, bevor die Therapie mit den empfohlenen Dosen für Erwachsene fortgesetzt wird.

Abhängig von Dosierung und Verabreichungsweg kann eine Östrogen-Therapie das Ansprechen auf

eine Wachstumshormonbehandlung beeinflussen. Höhere Dosen von Wachstumshormon können

benötigt werden um eine äquivalente Erhöhung von Serum IGF-I bei Frauen zu erreichen (im

Vergleich zu Männern). Dies besonders bei Frauen, welche eine Östrogen-Ersatztherapie erhalten.

Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Wachstumshormon (ausgedrückt als Änderung von Serum

IGF-I zur Wachstumshormondosis) kann im Laufe der Zeit beobachtet werden, besonders mit

zunehmendem Alter.

Bei Patienten, die im Erwachsenenalter einen Wachstumshormon-Mangel entwickelten, traten

Ödeme, Myalgien sowie Arthralgien und Gelenkveränderungen in der Regel zu Beginn der Therapie

auf und waren meist passager. Auch bei Kindern wurden zu Beginn der Therapie leichte passagere

Ödeme beobachtet.

Es gibt Berichte über Schlafapnoe und Todesfälle nach Einleitung einer Wachstumshormontherapie

bei pädiatrischen Patienten mit Prader-Willi-Syndrom, welche einen oder mehrere der folgenden

Risikofaktoren aufwiesen: schwere Adipositas, obere Atemwegsobstruktion oder Schlafapnoe in der

Anamnese oder nicht abgeklärter Atemwegsinfekt. Bei männlichen Patienten mit einem oder

mehreren dieser Faktoren kann das Risiko höher sein als bei weiblichen. Humatrope ist nicht für die

Behandlung von Patienten mit Prader-Willi-Syndrom indiziert.

Wachstumhormonmangel bei Erwachsenen ist eine lebenslang andauernde Erkrankung und erfordert

eine adäquate Behandlung. Erfahrungen über die Anwendung von Humatrope bei Patienten über 60

Jahre sowie Erfahrungen mit einer Langzeitbehandlung von Erwachsenen liegen jedoch nicht vor.

In klinischen Prüfungen entwickelten etwa 2% der Patienten mit Wachstumshormon-Mangel

Antikörper gegen Wachstumshormon. In Prüfungen zum Ullrich-Turner-Syndrom, in denen höhere

Dosen gegeben werden, entwickelten bis zu 8% der Patienten Antikörper gegen Wachstumshormon.

Die Bindungskapazität dieser Antikörper war gering, und die Wachstumsrate wurde nicht nachteilig

beeinflusst. Eine Bestimmung der Wachstumshormon-Antikörper sollte bei jedem Patienten, der

nicht auf die Therapie anspricht, durchgeführt werden.

In Einzelfällen wurden Injektionspräparate mit dem Konservierungsmittel m-Cresol mit dem

Auftreten einer Myositis in Verbindung gebracht. Bei Auftreten von Myalgien oder

unverhältnismässig starken Schmerzen an der Injektionsstelle soll die Kreatininkinase bestimmt

werden. Falls eine Myositis durch eine Biopsie oder erhöhte Kreatininkinase Werte diagnostiziert

oder allenfalls eine sonstige Überempfindlichkeitsreaktion auf Metacresol vermutet wird, kann das

Pulver in sterilem Wasser für Injektionszwecke aufgelöst werden (siehe «Sonstige Hinweise»).

Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Wirksamkeit von Somatropin

Folgende Substanzen können die Wachstumshormonwirkung beeinflussen: Schilddrüsenhormone

und Glukocorticoide (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») sowie Gonadotropine,

Östrogene, Androgene und Anabolika.

Bei Frauen, die Östrogene einnehmen, kann eine höhere Dosis Wachstumshormon erforderlich sein,

um das Behandlungsziel zu erreichen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Einfluss von Somatropin auf die Pharmakokinetik und/oder Pharmakodynamik anderer Arzneimittel

Somatropin kann die Enzymaktivität von Cytochrom P450 (CYP) erhöhen. Dies kann zu einer

verminderten Plasmakonzentration und einer verminderten Wirksamkeit von Arzneistoffen führen,

die über CYP3A metabolisiert werden, z.B. Sexualhormone, Cyclosporin und manche

Antikonvulsiva.

Bei Patienten mit Diabetes mellitus, die Somatropin erhalten, kann eine Anpassung der Insulindosis

und anderer antihyperglykämischer Therapien erforderlich sein.

Bei Patienten mit gleichzeitig bestehendem ACTH-Mangel sollte die Glukokortikoid-

Substitutionsdosis sorgfältig angepasst werden, um eine Hemmwirkung auf das Wachstum zu

vermeiden. Bei mit Somatropin behandelten Patienten kann eine bisher nicht diagnostizierte

sekundäre Nebenniereninsuffizienz demaskiert werden, die eine Glukokortikoidsubstitution

erfordert.

Darüber hinaus können Patienten, die wegen einer zuvor diagnostizierten Nebenniereninsuffizienz

einer Glukokortikoidersatztherapie unterzogen werden, eine Erhöhung ihrer Erhaltungs- oder

Stressdosen benötigen

Durch die Behandlung mit Somatropin können sich die Plasmaspiegel von Phosphat, alkalischer

Phosphatase und IGF-1 (insuline like growth factor I, ein Somatomedin) erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Mit Humatrope wurden keine Studien an schwangeren Frauen und Fortpflanzungsstudien bei Tieren

durchgeführt. Es ist nicht bekannt, ob Humatrope nach Verabreichung an schwangere Frauen eine

Schädigung des Feten hervorrufen kann oder ob die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt wird.

Humatrope sollte Schwangeren nur wenn unbedingt notwendig gegeben werden.

Mit Humatrope wurden keine klinischen Studien bei stillenden Müttern durchgeführt. Es ist nicht

bekannt, ob die Substanz in die Muttermilch ausgeschieden wird. Da viele Arzneimittel in die

Muttermilch ausgeschieden werden, sollte Humatrope nur mit Vorsicht an Stillende verabreicht

werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Humatrope hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgende Liste zu unerwünschten Wirkungen und ihren Häufigkeiten basiert auf klinischen

Studien und Spontanberichten aus der Marktüberwachung.

Häufigkeitseinteilung: Sehr häufig (≥10%), häufig (≥1% und <10%), gelegentlich (≥0,1% und <1%),

selten (≥ 0,01% und <0,1%), sehr selten (<0,01%), Häufigkeit nicht bekannt (Spontanberichte).

Erwachsene Patienten, die wegen eines Wachstumshormon-Mangels seit der Kindheit mit

Wachstumshormon behandelt wurden, berichteten seltener über Nebenwirkungen als Patienten, die

einen Wachstumshormon-Mangel erst im Erwachsenenalter entwickelten.

Bei Patienten mit Beginn des Wachstumshormonmangels im Erwachsenenalter (Adult Onset) traten

insbesondere Kopfweh, Schmerzen, periphere Ödeme, Asthenie, Hypertension, Myalgie, Parästhesie

und Rash häufiger auf.

Immunsystem

Häufig: Überempfindlichkeit gegen das Lösungsmittel (m-Cresol/Glycerol).

Endokrine Störungen

Häufig: Hypothyreose.

Stoffwechsel- und Ernährung

Häufig: Leichte Hyperglykämien.

Selten: Glukosurie.

Nicht bekannt: Diabetes mellitus Typ 2.

Nervensystems

Sehr häufig: Parästhesien (17.3%).

Häufig: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Karpaltunnelsyndrom.

Selten: Benigne intrakranielle Hypertension.

Gefässe

Häufig: Arterielle Hypertonie.

Atmungsorgane

Häufig: Dyspnoe, Schlafapnoe.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Gelenkschmerzen und -veränderungen (Arthralgien) (17.3%).

Häufig: Myalgien.

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: Gynäkomastie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Ödeme (lokal und generalisiert) (10%)

Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich: Schwäche

Pädiatrische Patienten

Bei Kindern zeigten sich im Wesentlichen dieselben unerwünschten Wirkungen wie bei

Erwachsenen, teilweise jedoch mit unterschiedlicher Häufigkeit:

Stoffwechsel- und Ernährung

Gelegentlich: Diabetes mellitus Typ 2.

Sehr selten: Glukosurie.

Nervensystems

Selten: Parästhesien.

Sehr selten: Schlaflosigkeit.

Gefässe

Sehr selten: Arterielle Hypertonie.

Muskelskelettsystem

Häufig: Progression einer Skoliose.

Selten: Myalgien.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr selten: Gynäkomastie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Ödeme (lokal und generalisiert).

Überdosierung

Eine kurzfristige Überdosierung kann initial zu Hypoglykämie und anschliessend zu reaktiver

Hyperglykämie führen. Eine Langzeitüberdosierung kann Zeichen einer Akromegalie induzieren.

Dies steht im Einklang mit den bekannten Auswirkungen überhöhter Ausschüttung endogenen

Wachstumshormons.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H01AC01

Humatrope ist ein gentechnologisch hergestelltes Polypeptid mit 191 Aminosäureresten und einem

Molekulargewicht von 22125 Dalton. Die Aminosäuresequenz ist identisch mit der Sequenz des

menschlichen Wachstumshormons hypophysären Ursprungs. Humatrope wird in einem Escherichia-

coli-Stamm synthetisiert, der durch Hinzufügen des Gens für humanes Wachstumshormon

modifiziert wurde.

Humatrope entspricht in seiner biologischen Wirkung dem Wachstumshormon hypophysären

Ursprungs.

Bei Kindern mit ungenügender Produktion von endogenem Wachstumshormon stimuliert

Somatropin das Längenwachstum über eine Stimulierung des Wachstums an den Epiphysen der

langen Röhrenknochen. Diese Wirkung wird über eine Stimulierung der insulinähnlichen

Wachstumsfaktoren (IGF, Somatomedine) vermittelt. Beruht der Minderwuchs auf dem

Unvermögen, IGF (Somatomedine) zu bilden, oder auf dem Fehlen ihrer Rezeptoren, so ist durch

eine exogene Zufuhr von Somatropin keine therapeutische Wirkung zu erwarten.

Neben seiner wachstumsstimulierenden Wirkung fördert Somatropin die zelluläre Proteinsynthese,

die Stickstoffretention und den Fettstoffwechsel (es erhöht die freien Fettsäuren im Plasma sowie

HDL-Cholesterin und erniedrigt das Gesamtcholesterin im Plasma), und es reduziert die

Glukoseverwertung (Anti-Insulinwirkung).

Humatrope kann eine Insulinresistenz verursachen. Hohe Dosen Wachstumshormon können die

Glukose-Toleranz beeinträchtigen.

Bisher verfügbare Daten aus klinischen Studien bei Patienten mit Turner-Syndrom zeigen einen

durchschnittlichen Zugewinn über die prognostizierte Körpergrösse von 3,3 ± 3,9 cm.

Klinische Studien

In einer klinischenStudie zeigten Patienten (mittleres Alter 9,3 ± 0,9 Jahre), die 2 Jahre mit

Humatrope in einer Dosierung von 0,067 mg/kg/Tag behandelt wurden, unter Therapie einen

mittleren Zugewinn der Körpergrösse SDS von + 1,2. Die Ergebnisse, die in dieser klinischen Studie

mit Humatrope erzielt wurden, sind vergleichbar jenen, die für andere Präparate mit rekombinantem

Wachstumshormon beschrieben wurden.

In einer unverblindeten Studie, die über 2 Jahre hinweg durchgeführt wurde, erhielten 193

präpubertäre Kinder (durchschnittliches Alter 6,8 ± 2,4 Jahre) mit Kleinwuchs als Folge einer

intrauterinen Wachstumsverzögerung (SGA = Small for Gestational Age) aber ohne

Wachstumshormonmangel randomisiert entweder eine Therapie mit fixer Hochdosis (FHD) (0,067

mg/kg/Tag; n= 99) oder eine Therapie mit individuell angepasster Dosis (IAD) (n= 94). Die Studie

sollte zeigen (primäres Ziel), dass bei Therapie mit Wachstumshormon der Anstieg der

Körpergrössen SDS vom Studienbeginn bis nach 1 Jahr Therapie bei beiden Therapieschemata (IAD

oder FHD) vergleichbar sein würde. Die Grössenzunahme sollte als vergleichbar angesehen werden,

wenn die untere Grenze des 95% Konfidenzintervalls (CI) für den mittleren Unterschied zwischen

den beiden Gruppen (IAD – FHD) grösser als -0,5 Körpergrössen SDS wäre.

In der Gruppe, die eine IAD erhielt, betrug die initiale Humatrope Dosis 0,035 mg/kg/Tag (0,25

mg/kg/Woche). Die Dosis wurde bei den Patienten der IAD Gruppe auf 0,067 mg/kg/Tag gesteigert,

wenn deren 1-Jahres Körpergrössen SDS Zunahme gemäss Vorhersage in Monat 3 <0,75 der

Körpergrössen SDS war (n= 40) oder deren tatsächliche Grössenzunahme nach 1 Jahr <0,75

Körpergrössen SDS war (n= 11). Obwohl der Anstieg der mittleren Körpergrössen SDS nach 1 Jahr

in der IAD Gruppe statistisch signifikant niedriger als in der FHD Gruppe war, erreichte die Studie

ihr Ziel und belegte, dass der Anstieg der Körpergrössen SDS ab Studienbeginn in der IAD Gruppe

klinisch vergleichbar (nicht unterlegen) war zu dem in der FHD Gruppe (mittlerer Unterschied

zwischen den Gruppen = -0,3 SDS, 95%CI: -0,4, -0,2 SDS). Die mittlere Veränderung der

Körpergrössen SDS vom Beginn bis zum Ende der 2-jährigen Studie betrug 1,4 SDS in der IAD

Gruppe und 1.6 SDS in der FHD Gruppe. Die Ergebnisse waren vergleichbar, wenn Kinder, die

während der Studie in die Pubertät eintraten, in der Analyse nicht berücksichtigt wurden.

In 4 doppelblinden, placebokontrollierten Studien bei 165 erwachsenen Patienten (98 Patienten mit

Beginn des Wachstumshormonmangels im Erwachsenenalter und 67 Patienten mit Beginn im

Kindesalter) sowie 3 offenen Studien bei 1131 Patienten (alle Altersgruppen) wurden die

nachfolgenden Parameter durch Humatrope wie folgt beeinflusst:

Die Stammfettsucht nimmt leicht ab, die fettfreie Masse ist erhöht und die Gesamtfettmasse ist

herabgesetzt.

Knochengehalt (BMC) und Knochendichte (BMD): Ist erhöht bei jungen Erwachsenen mit Beginn

des Wachstumshormon-Mangels (GHD) im Kindheitsalter. Fraktur-Daten sind nicht verfügbar.

Plasmalipide: Leichte Verminderung von Gesamtcholesterin, Erhöhung von HDL Cholesterin,

Erhöhung des HDL/LDL-Verhältnisses. Die klinische Relevanz dieser Veränderungen wurde nicht

geklärt.

Muskelkraft und kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit: Erhöhte Leistungskapazität (maximaler Kraft-

Output) und maximale Sauerstoff-Aufnahme. Muskelkraftdaten sind nicht verfügbar.

Subjektive Lebensqualität: Verbesserte Lebensqualität ermittelt nach NHP-Skala (Nottingham

Health Profile) beschränkt auf physikalische Mobilität- und soziale Isolation- Gesundheits-bezogene

Gebiete bei Patienten mit Beginn im Erwachsenenalter von Wachstumshormon-Mangel.

Patienten mit einem Beginn des Wachstumshormonmangels (GHD) im Kindesalter zeigten keine

Verbesserungen in den «Nottingham Health Profile Outcomes».

Mortalität (gesamte und kardiovaskuläre): Es liegen keine Daten vor.

Langzeitdaten zur Sicherheit sind noch begrenzt.

Pharmakokinetik

Die nachfolgend beschriebenen Daten wurden bei gesunden männlichen Probanden erhoben.

Absorption

Nach subkutaner Verabreichung beträgt die absolute Bioverfügbarkeit etwa 75%.

Eine subkutane Dosis von 100 µg/kg führte zu Serumspitzenspiegeln (Cmax) von etwa 55 ng/ml und

einer Exposition (AUC[0 bis ∞]) von etwa 475 ng × h/ml.

Metabolismus

Der metabolische Abbau von Somatropin folgt dem Schema des Katabolismus anderer Proteine.

Elimination

Die Halbwertszeit von Somatropin beträgt etwa 3.8 Stunden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Pharmokokinetische Daten bei Nieren- oder Leberinsuffizienz sind nicht verfügbar.

Präklinische Daten

Aus subchronischen toxikologischen Studien wurden keine schwerwiegenden Ereignisse berichtet.

Langzeitkanzerogenitätsstudien und Fertilitätsstudien am Tier wurden mit Humatrope nicht

durchgeführt. Es gibt bisher keine Hinweise auf eine durch Humatrope induzierte Mutagenität.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Vor Auflösung: Kombinationspackung (Patrone plus Lösungsmittelspritze) im Kühlschrank (2-8 °C)

aufbewahren.

Nach Auflösung: Humatrope Patronen sind bis zu 28 Tage haltbar, wenn sie mit dem beigefügten

Lösungsmittel aufgelöst und bei 2-8 °C (im Kühlschrank) gelagert werden. Sie sollten nicht länger

als 30 Minuten/Tag bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Das Lösungsmittel und die gebrauchsfertige Lösung dürfen nicht eingefroren werden.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der Injektionslösung:

Jede Humatrope Patrone muss mit der beigefügten Lösungsmittelspritze vorbereitet werden. Dazu ist

die separate Anleitung genau zu befolgen. Die gebrauchsfertige Lösung muss klar sein und frei von

Schwebeteilchen. Falls die Lösung trübe ist oder Schwebeteilchen enthält, darf sie nicht injiziert

werden.

Falls eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Lösungsmittel besteht (siehe «Kontraindikationen»)

oder während der Behandlung auftreten sollte (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

können 3.15 ml steriles Wasser zur Injektion für die Rekonstitution eingesetzt werden. Wenn

Humatrope auf diese Weise zubereitet wurde, ist

1.nur eine Dosis pro Patrone zuzubereiten

2.die Lösung, falls diese nicht unmittelbar nach Zubereitung angewendet wird, bei 2-8 °C

aufzubewahren

3.die zubereitete Lösung innerhalb von 24 Std. anzuwenden und

4.der verbleibende Rest zu verwerfen.

Humatrope Patronen können mit einem geeigneten, CE-zertifizierten Pen verwendet werden. Den

Anweisungen des Pen-Herstellers zum Befüllen des Pens, zum Aufsetzen der Nadel und zur

Applikation ist unbedingt Folge zu leisten.

Bei jeder Verabreichung von Humatrope muss jedes Mal eine neue sterile Nadel aufgesetzt werden.

Zulassungsnummer

53052 (Swissmedic).

Packungen

Patrone mit 6 mg Trockensubstanz und Injektionsspritze mit 3.17 ml Lösungsmittel: 1 A

Patrone mit 12 mg Trockensubstanz und Injektionsspritze mit 3.15 ml Lösungsmittel: 1 A

Patrone mit 24 mg Trockensubstanz und Injektionsspritze mit 3.15 ml Lösungsmittel: 1 A

Zulassungsinhaberin

Eli Lilly (Suisse) S.A. Vernier/Genève.

Stand der Information

Oktober 2013.

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